Benutzerbild von thor.m

wie so viele Marathonis hatte ich das große Ziel der "unter 3h" Marke... Bei mir war es aber mehr als das. Ich war im letzten Jahr beim Marathon-Debüt 3:11 gelaufen und hatte danach mit der Familie vereinbart, noch einen Versuch zu starten. Bitte nicht falsch verstehen, meine Familie unterstützt mich voll aber die Trainingsstunden in der Woche kann man eben auch gemeinsam nutzen. Aber wem erzähle ich das. Dieser letzte Versuch musste also sitzen.

Nach einem Leben mit 33 Jahren Fußball, 2 Jahren mit 2 Kreuzbandriss-OP's und dann 4 Jahren Lauferfahrung habe ich mir diesmal die volle Dröhnung gegeben und es mit dem 7-Tage Plan von Peter Greif probiert. Den habe ich durchgehalten und bis auf wenige Ausnahmen täglich trainiert. Mein letzter Halbmarathon 3 Wochen vorher lief mit 1:19 auch top. Alle Zeichen auf grün.

Im Trainingsplan wollte ich Puffer, trainierte auf 2:50, alle Läufe sagten mir, das ist drin. Es ging also nur noch um Ruhe, Konzentration und Reinkommen. Da ich kein alter Hase bin und erst zum zweiten Mal laufe, habe ich mich auch an die Tipps gehalten: langsam loslaufen, dann schneller und hintenraus was halt geht.

Am Marathontag ruhte ich irgendwie in mir, fühlte mich top, die Kälte merkte ich kaum. Komisches Gefühl eigentlich... Aber das half mir, auch am Start nicht direkt loszurennen. Der erste Kilometer in 4:15, Puls unten gehalten. Nach 2-3 km dann langsam beschleunigt und bei km 10 knapp unter 40 min durch. Der Puls war immer noch unter der Schwelle, perfekt. Das war für mich das Signal nicht mehr auf die Uhr zu achten. Ich hörte nur noch nach innen und kontrollierte das Körper-Gefühl ab und an mal am Pulser. Ich habe dann ganz genau drauf zu achten immer an der Grenze entlang zu laufen. So schnell wie's geht aber eben nicht hecheln. Bei km 30 dann 1:57:xx, ich wusste die 3h sind ziemlich sicher "im Sack". Jetzt fängt in Frankfurt das Beißen an. Dieser Teil ist die Mainzer Landstraße, 5km breite Straße in die Stadt rein, am Sonntag mit kaltem Gegenwind aus dem Osten. Aber ne gute Dreiergruppe gefunden und das Stück auch gemeistert. Puls immer noch unter der Schwelle.

Irgendwo zwischen km38 und 40 wurde ich dann das erste Mal hellhörig. Ein Moderator an der Strecke sagte: "Hier kommen die Jungs die um die 2:45 laufen". Ab da war die Zeit plötzlich doch wieder ein Motivator. Ich wusste, dass dies DER Lauf werden wird und die Chance die 2:45 auch noch mitzunehmen kommt nicht wieder. Ich hab alles reingepackt aber immer noch auf den Rhythmus geachtet und immer noch komplett nach Körpergefühl gelaufen.

Dann Zielgerade, letzte Handküsse an die Familie, die draußen stand, um die Ecke, rein in die Festhalle. In dem Bereich sind wenige Läufer und ich fühlte mich alleine auf dem roten Teppich, durchs Ziel, Uhr gedrückt: 2:44:57!!! (Später offiziell 2:44:54) WAHNSINN, das hatte ich in meinen kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten. Ich glaube heute, dass es genau daran lag, eben nicht zu verkrampfen. Hätte ich mir das vorgenommen, hätte ich es bestimmt nicht geschafft.

Aber nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Mit der Zeit habe ich den garantierten Startplatz in New York für 2013. Eigentlich sollte es ja mein letzter Marathon werden aber im Central Park zu finishen wäre schon nochmal was...... Wer ist schonmal in New York gelaufen, ist es nur ein Hype oder lohnt sich der Aufwand?

4.4
Gesamtwertung: 4.4 (10 Wertungen)

Alles richtig gemacht!!

Ja, so macht Marathon Spaß und die Zeit ist der Hammer. Du hast gezeigt, was dein Körper kann, ohne ihn zu überfordern. Hoffe, deine Familie versteht das und gibt dir die Chance für NY 2013. Ja, M in F war geil.



manchen bei youtube

*aua* mist...

...jetzt ist mir die kinnlade auf die tastatur gefallen! was für eine zeit! und wer ne ny-quali schafft, der müsste geteert und gefedert werden, wenn er da nicht startet! das muss die familie einfach einsehen und: mitfahren! ;-)
____________________
laufend gratuliert zum grandiosen lauf: happy™

Was für eine Zeit, Respekt!

Und warum aufhören, wo's doch gerade erst schön wird ;-)?

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Also dann nur noch ...

... den Einen? Naja. Dann eben so.
Aber warum eigentlich?
Man muß ja nicht immer sieben Tage die Woche laufen.
Man muß ja nicht jedes Jahr auf M in sub2:50 trainieren.
Man kann mit Spaß 10er und HM und M und Ultras laufen - "ohnesiebentageichmußheuteunbedingtnochlaufen"-Plan.
Geht. Macht trotzdem Spaß.
;-)
PS: Sagte ich schon "Herzlichen Glückwunsch" zu dieser Zeit? Herzlichen Glückwunsch! Is ne absolut geile Zeit! Ja, verkrampft wird so was nix.

Was für eine Zeit!

Und viel Spaß in New York. Hier sollte das Erlebnis die Hauptrolle spielen, wegen der vielen Brücken ist eine Bestzeit nur mit noch viel mehr Aufwand möglich. Schenk deiner Familie mehr Zeit und dir die Gelassenheit, auch nach einer etwas langsameren Runde glücklich zu sein.

Aber was heißt hier langsam. Ich bin fürchterlich stolz drauf gewesen, im fünften Versuch die 3:30 zu knacken, aber ich habe auch "nur" viermal pro Woche trainiert. Und nicht nach Greif! Bezweifle auch, dass ich mit der vollen Dröhnung wesentlich schneller wäre.


Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Saffti bloggt:
http://nichtnocheinlaufblog.wordpress.com/

Tolle Zeit! Gratulation!

Aber ob NY sein muss? Ich bezweifle es - bei dem finanzielen Aufwand und logistischen Aufwand, ...

Wie auch immer: viel Erfolg - und vor allem viel Spaß!

Danke

vielen Dank Euch allen für die Kommentare und die Ermutigungen. Entscheidung ist getroffen: Ich werde mich anmelden für NY und einen netten kleinen Urlaub mit netten Menschen draus machen. Vielleicht kommt aber auch alles anders, weil "Sandy" alle Teilnehmer von diesem Jahr ins nächste Jahr schiebt und für mich gar kein Platz mehr ist. Aber ich nehm's wie's kommt. Jetzt erstmal ab zum ersten Post-PB-Lauf in den kalten November.

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