Am Sonntag bin ich den HM in Luzern gelaufen bei Schneegestöber und Temperaturen um den Nullpunkt.

Am Morgen widerstand ich dem Verlangen mich für eine Polarexpedition zu kleiden und begnügte mich mit langer Hose, kurzem Shirt und darüber einer leichten Jacke. Dazu noch Mütze und Handschuhe.

B Die letzten 3 Monate habe ich hauptsächlich Grundlagen trainiert, also viele langsame Läufe. Auch die Intervalle (wenn man die überhaupt so nennen kann) waren viel langsamer als ich es mir gewohnt war. Und lange Läufe hatte ich auch nicht so viele. Darum entschied ich mich den Lauf sehr langsam anzugehen um sicher ins Ziel zu kommen.
eim Start suchte ich den 4:45 Marathon Pacemaker, ich hatte vor mich bis KM9 anzuhängen und danach hoffentlich etwas schneller weiterzuziehen damit ich unter 2:20 ins Ziel komme.

Vom Start an schneite es, die Stimmung durch die Stadt war aber trotzdem Super und es hatte einige Zuschauer welche die Läufer anfeuerten. Ich lief in der Nähe des Pacemakers, die Hügelchen die mir letztes Jahr noch grosse Mühe machten (weil ich viel zu schnell losgelaufen bin) waren mit dem gemütlichen Pace überhaupt kein Problem. Nach 5km überlegte ich schon mal ob ich jetzt schon etwas schneller soll, entschied mich aber bei meinem Plan zu bleiben und erst nach 9km schneller zu werden.
Am Strassenrand hatte es ab und zu eine Musikgruppe, von Alphornbläsen mis Guggenmusik war alles dabei.
Bei der Verpflegungsstelle bei km9 vergewisserte ich mich beim Pacemaker dass es von da an nur noch bergab geht und als er bestätigte verabschiedete ich mich von der Gruppe. Bisher hatten wir einen Durchschnittspace von 6:45. Ich drückte auf den Runden-Button meiner Garmine und wurde schneller. Es ging bergab, ich überholte. Als die Strecke wieder flach wurde schaute ich auf die Uhr: 6:08 im Schnitt. Ich konnte weiterhin überholen, einen Läufer nach dem anderen sammelte ich ein. Bei km 14 entschied ich ein km nicht mehr zu überholen, schliesslich waren es doch noch ein paar km bis zum Ziel. Also hängte ich mich an zwei Männer ran. Der eine (wohl sehr erfahrene Läufer) betreute wohl den anderen. Und fragte etwa alle 30 Sekunden wie es ihm geht. "Beine ok? Was macht das Knie? Komm, wir versuchen bisschen schneller. Geht es noch? Herz auch ok? Wie sieht es mental aus? " Das war dann doch ein bisschen too much, also überholte ich die zwei auch.

Es schneite übrigens immer noch, die Kleiderwahl war aber ganz ok. Ich hatte nicht zu warm. Nur waren die Handschuhe nass geworden vom Schnee und meine Hände waren tiefgefroren.

Bei km19 lief man durch das KKL, also 150m gedeckte Strecke. Die Zuschauer waren auch in die Halle gedrängt und feuerten die Läufern an. Nach dem KKL schaute ich wieder auf die Uhr. 5:57 im Schnitt seit ich schneller wurde!
Auf der Brücke hörte ich jemanden meinen Namen rufen, die Mutter und Schwester meines Freundes. Ich winkte ihnen zu. Kurz darauf wartete auch der Rest der Familie am Strassenrand und motivierte mich noch für die letzten 1.5km.

Der Zieleinlauf wie immer durch das Verkehrshaus. Als ich ins Ziel kam hörte ich gerade dass der erste Marathonläufer noch 1km vor dem Zieleinlauf ist. Yeah, ich wurde nicht überrundet :-)
Ich kam mit 2:13:XX an, 1 Minute langsamer als letztes Jahr, deutlich unter dem von mir gesetzten Ziel von 2:20. Und was mir noch wichtiger war: ich hatte einen schönen Lauf!

Mein Freund wartete hinter dem Ziel mit einer warten Jacke auf mich. Nachdem meine Hände wieder aufgetaut waren machten wir uns per Schiff auf den Weg zu ihm ins Büro wo eine warme Dusche auf mich wartete. Nicht nur die Dusche wartete auf mich, auch seine ganze Familie mit Champagner und einer kalten Platte mit Käse, Fleisch und Brot.

Im Rückblick stellt sich die Frage was gewesen wäre, wenn ich die ersten 9km etwas schneller gerannt wäre. Wäre ich dann im zweiten Teil entsprechend langsamer gewesen? Oder hätte ich es geschafft meine Zeit vom letzten Jahr zu unterbieten?
Aber eigentlich spielt das ja nicht so eine Rolle. Letztes Jahr war der Lauf nicht schön. Ich ging zu schnell los, hatte Kreislaufprobleme bei der zweiten kleinen Steigung, meine zukünftige Schwiegermutter sagte mir im Nachhinein dass ich schrecklich ausgesehen hätte als ich an ihnen vorbeirannte und ich hatte danach fast 2 Monate keine Lust mehr zu Laufen.
DIeses Jahr sagte mir die zukünftige Schwiegermutter dass man mir nicht ansah dass ich schon 19km gerannt bin, ich hatte trotz Schnee einen wunderschönen Lauf und ich habe mich schon am nächsten Tag fürs nächste Jahr angemeldet.

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Gratuliere...

zu deinem schönen Lauf in Luzern!

Klingt so als hättest Du mit der Entscheidung den Lauf entspannt anzugehen doch alles richtig gemacht! Und nur 1 Minute langsamer...das ist doch gar nix! Nächstes Jahr läufst Du dann entspannt eine neue PB!

lg
Soco

Ferne Welt...ich komme!

"Cooler" Bericht

Hoi flyyy,

schöner Bericht und tolle Leistung. Hattest dann ja einen super Support in Luzern.

Dieser HM steht auch noch auf unserer WK-Liste.

glg us em Aargau

Ute

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

Genusslauf im Schnee

Gratulation zum Finish, das klingt richtig entspannt und gut eingeteilt! Und die private Dusche und super Betreuung am Schluss lassen mich gerade etwas neidisch werden ;-)

Ich hatte zwar einen schönen Lauf in Luzern, habe mich aber schwer erkältet und war jetzt zwei Tage im Bett. Nun ja, nächstes Jahr gibt's wieder einen goldenen Herbstlauf in Luzern.

LG clarin

Dein Lauf klingt doch toll,

Dein Lauf klingt doch toll, Gratulation zum rundum genossenen Finish! Ich hoffe, dass Du deine schlechte Erfahrung vom letzten Jahr mit diesem schönen Lauf vergessen machen konntest. Und dann noch eine persönliche Dusche inkl. Gepäcktransport und Apero - beneidenswert ;)
Ich war leider krankheitshalber nur als Lastesel für meinen Freund an der Strecke. Die Stimmung in Luzern war aber schon toll, der Lauf bleibt auf jeden Fall weiterhin auf meiner "must-run"-Liste :)

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