Benutzerbild von DerEsel

Da sitze ich - nur eingeschränkt bewegungstauglich - auf der heimischen Couch und trinke ein Bier. Verdientes Zielbier oder Frustbier, diese Frage stelle ich mir noch. Gerade war ich baden (und das freiwillig), um endlich nicht mehr zu frieren. Im Ziel hatte ich mir sofort trockene Klamotten angezogen und dennoch hörte ich nicht auf zu frieren.
Seit meiner Marathonpremiere vor gut drei Jahren ist mir ein solches Erlebnis erspart geblieben.
Dabei lief es heute auf den ersten 15, 16 Kilometern wirklich gut. Bergauf gleichmäßig und besonnen, bergab dann Feuer frei. So war ich guter Dinge, dass ich trotz der stressigen Wochen und wenigen Trainingseinheiten, die hinter mir liegen, einen ordentlichen Wettkampf zu finishen. Auf den letzen Metern hinauf zum Drachenfelsen, da spürte ich zum ersten Mal, dass der Anstieg doch nicht mehr so locker zu absolvieren war. Entfernt bahnten sich Krämpfe an. Von hier ging es ein weiteres Mal lange bergab, bis ich auf den Petersberger Bittweg bog - und ich tat Buße auf diesem Kreuzweg. An Laufen war nicht mehr zu denken, die Beine schwer, die Finger dick. Wieso hatte ich Finger so fett wie Mettwürste und der Rest meines Körpers schien blutleer? Ich quälte mich den Berg hinauf, zuversichtlich, dass es mit mir wieder bergauf gehe, wenn es endlich bergab ginge.
Weit gefehlt. Selbst bergab musste ich nun auf den letzen paar Kilometern noch weitere Gehpausen einlegen, ich war in eine Art Hungerast geraten. So verlor ich auf den letzten gut 5 Kilometern schätzungsweise 40-50 Plätze und war nicht in der Lage, mich an die Fersen eines Läufers zu heften, die mich nach und nach überholten und zurückließen.
Etwa einen Kilometer vor dem Ziel hatte eine Frau am letzten kleineren Anstieg direkt vor ihrer Haustür eine Verpflegungsstelle mit Kalziumwasser und Schokolade aufgebaut. Hier hielt ich an und füllte mich mit beiden auf. Dann trabte ich "locker" die letzten Meter hinunter ins Ziel, das ich nach 27 km und 2:32 h:min völlig geschafft erreichte.

Fazit: Ein deutlicher Dämper, Esel sollten sich nur gut vorbereitet mit Drachen messen.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (4 Wertungen)

Vorbereitung???

oder eher Kreislauf oder schnürte irgendwas ab??? Kommt mir sehr bekannt vor, meinem Coach erging es so beim diesjährigen Rennsteig: die Finger schwollen unmäßig an. Und er war sehr langsam - da mit mir - unterwegs... Heute meint er, dass die Armlinge wohl schuld waren, die das Blut abschnürten. Die Kälte kam hinzu. Ähnliche Probleme hatten einige Läufer gestern beim Albmarathon, da schüttelten einige die Arme um die (behandschuhten) Hände wieder mit Blut zu versorgen!

Solche sch.... Erfahrungen hat wohl jeder Läufer mal, es braucht sie trotzdem keiner. Und ich liege ebenfalls auf der Couch - allerdings ohne Bier ;-)

Gute Besserung!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

dicke Finger?

Salzmangel? Hab ich zumindest bei mir im Selbstversuch ermittelt. Achte mal drauf!
Aber bei 'ner Laufzeit von 2:32 darf man schonmal erschöft sein nach dem Drachenduell.
Viel Spaß beim Baden und Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!
Grüße, WWConny

Trotzalledem

hast du nicht aufgegeben und durchgehalten.
Das ist Sportsgeist. Ich würde diesen Lauf in deiner Zeit nicht finishen.
We ii stolz auf dich und deiner Kampfernatur.
LG Many

Diese "runners low"

haben ganz sicher die Funktion, den nächsten Höhepunkt noch intensiver, strahlender und glorreicher wirken zu lassen. Genieß dein Bier, ich trink jetzt eins mit!

Der Läufer stinkt nicht - das sind Bakterien die absterben wenn sie seinen Schweiß fressen!

Deswegen...

...laufe ich nicht mehr dort beim Drachen...! Ich habe letztes Jahr komplett, am ganzen Körper, wie eine Mettwurst ausgesehn :0(...
Frag die Petra60 :0(...

;0) Kaw.

@KAWI

stimmt, heute auch, ich hab mich schon gewundert, was hier auf dem Drachen für komische leute laufen: Firmenlauf der Metzgersinnung?;-))

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

Auch bei 27km ...

... kann man schon mal in ein Versorgungsloch reinlaufen. Und einmal drin im Loch, ist es schiet egal wie weit es noch ist. Dann geht erst mal gar nichts. Doof, aber nicht zu ändern.
Gehört dummerweise dazu.
Erhol dich gut.
Der nächste wird wieder besser.
;-)

lieber esel...

...da hat dir der drachen aber die ohren noch länger gezogen!
holla, und das dir! schiebs auf die kälte. man unterschätzt da nämlich den mineralverlust, weil man meint, nicht zu schwitzen. fühlte sich bei mir heute nach dem mara ähnlich an...
____________________
laufend hat heut auch gefroren wie'n schwein im kühlhaus: happy™

näää Chris...

... der Drachen ist schon was ganz besonderes!! Ich hatte aber heute leider ein anderes Date :0(... Aber ich komme wieder, keine Frage!!... Na, wer hats gesagt!?

;0) Kaw.

der rosarote...

..Kawitzi :-)
Du kommst zum RHEX?

der Bittweg ist übel

ich wollte gerade sagen, leider konnte ich Dir heute keine Gesellschaft leisten, aber bei dem Tempo wäre das eh nicht gegangen.

Es kommen auch wieder Läufe wo alles passt, sowas muss auch mal sein. Hast Du wenigstens einen Schluck Sekt genommen oben am Petersberg?

Boah.

Das klingt echt Scheiße. Auch ziemlich seltsam. Die mäßige Vorbereitung mag das größstenteils erklären, aber nicht die geschwollenen Finger. Hrmpf. Abhaken, weitermachen.

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"Ich bin nicht geil auf die Angst, aber die Angst macht ein Ziel erst wertvoll. Daher gehört die Angst dazu."
Felix Baumgartner

"Ich bin nicht geil auf den Schmerz, aber der Schmerz macht ein Ziel erst wertvoll. Daher gehört der Schmerz dazu."
Allgemeine Ultraweisheit

Daumen hoch

Mit Krämpfen 2:32, da gibt's doch nix zu meckern. Fein gemacht.

Hatte 2:24 und meine Zeit nur bei den Anstiegen geholt, der Lauf hätte aber keinen Kilometer länger gehen dürfen. Die Waden waren "dicht"
Gute Erholung!

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http://www.meine-spendenaktion.de/aktion/frodosmarathon

Den Drachen

rennt man nicht - sondern genießt ihn:-) Da gibt es so eine tolle Verpflegung (obwohl an Essen mag ich grad nicht denken) und wunderschöne Aussichten!

Glückwunsch zu der geixxx Zeit trotz mäßiger Vorbereitung,
Karen

....Nur wer sich auf den Weg macht, wird etwas Neues entdecken.....

Deine Mettwurstfinger

habe ich zwar nicht mehr zu sehen bekommen, aber Junge, hast Du gezittert!!!
Schön dass Du so muttereselallein den Weg zum Drachen und wieder runter gefunden hast. LGRE

Alles wird gut.

Wer so rennt

dem darf auch schon mal die Puste ausgehen.
Glückwunsch zu der super Zeit, trotz Krämpfen.

LG,
Anja

Vielen Dank Euch allen für

Vielen Dank Euch allen für die aufbauenden Worte. Ich freue mich schon jetzt auf den Höhepunkt, der nun unweigerlich kommen muss!!! Und auch vielen Dank Dir, Jan!

@strider: Da hat nix abgeschnürt. Hatte zu der Zeit keine Handschuhe mehr an und sogar irgendwann mein Armband von der Uhr gelockert.

@Kawi, hofpoet: Wahrscheinlich sind die Wege dort gar nicht so schmal. Man kann aber schlecht nebeneinander herlaufen, bei den ganzen aufgedunsenen Körpern.

@limulus: Klar habe ich mir den Sekt reingeschüttet. Zu dem Zeitpunkt war ich ja frohen Mutes, dass ich bergab nochmal richtig was gutmachen kann. Weit gefehlt.

@vic: Leider hat sich die wundervolle Aussicht hinterm Nebel versteckt gehalten. Ich habe mich bei einem Streckenposten darüber beschwert, aber er hat sich davon nichts angenommen.

@Elli: Ich bin auch froh gewesen, als ich dann endlich zu Hause und aufgewärmt war.

Der Esel

"Wie assich is dat denn: über drei Stunden für nen Marathon!?"

Daran lag es:

Von Trainingsrückständigem zu Trainingsrückständigem würde ich vermuten, dass der letzte Lauf auf den Rehbergturm zu lange zurück liegt. ;-)

Für den nächsten Lauf wünsche ich Dir ein umso g**leres Runners High.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

Ich muss ganz ruhig sein ...

...Lieber Sebo,

jepp, gerne wäre ich gelaufen, gerne hätte ich den Sekt gehabt und gerne hätte ich mich an Deinem Leid ergötzt :-)!

Falls Du im kommenden Jahr - ich meine kurzfristig - Zeit hättest, ich würde es nochmals probieren. Also das Drachenrodeo meine ich!

Glückwunsch zu dieser Zeit, mit dem Wissen der Etappenzeit der letzten 7 km meine ich!

Bis Samstag!

ZüperOli

"Weine sind wie eine Frau - unbeständig, zurückhaltend und schwer zufrieden zustellen. Wann immer man sie öffnet, riskiert man enttäuscht zu werden, sind sie aber in Form - und das sind sie bei guter Pflege meistens - welche Wonnen!"
(Baron P

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