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„Es gibt keinen Grund warum es schmerzhaft oder anstrengend sein soll, sich in Topform zu bringen.“ Mit so einem Satz nimmt mich Danny Dreyer natürlich sofort für seine „revolutionäre“ Laufschule ein. Habe ich doch immer noch das Ziel, in die Form meines Lebens zu kommen. Nach meinen ersten erfolgversprechenden Versuchen, Tai Chi Prinzipien ins Laufen einzubauen, hat mich die Neugierde überwältigt und ich musste mir das Buch „Chi Running“ einfach kaufen. Und tatsächlich lernt man immer wieder Neues, wenn man die gleiche Sache von vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Und wenn es so eine einfache Sache ist wie das Laufen.

Ich muss leider zugeben, dass ich das Buch nicht sonderlich mag. Der Autor ist mir zu dogmatisch und dieser Anflug einer „Heilslehre“ ist mir einfach zu viel. Aber wenn man das mal überliest, kann man schon einiges für sein Läuferleben herausziehen. Nachdem ich mich vor zwei Jahren auf Marquardts Natural Running umgestellt hatte und mich viel mit Barfußlaufen beschäftigt habe, ist der Chi Running Laufstil eigentlich schnell zu lernen. Die Unterschiede sind marginal.

Mir gefällt die Visualisierung, dass der Boden förmlich unter einem wegzieht und die Schwerkraft für eine Leichtigkeit des Laufens genutzt wird. Das alles wird eine runde Bewegung, die der Autor wie einen Reifen um den Läufer herum darstellt. Das wollte ich heute ausprobieren.

Aufrechte Haltung, der Schwerkraft nachgebend nach vorne fallen lassen und in den Laufschritt übergehen. Und wow. Es rollt förmlich. Die Schrittfrequenz ist viel höher, als ich es gewohnt bin. Die Schrittlänge noch kürzer als eh schon. Aber das fühlt sich in diesem Moment richtig an. Eine echte Bereicherung bereits bei diesem ersten Versuch ist der Body Scan. Mit einem kurzen Scan überprüfe ich mehrmals die Entspannung in allen Muskeln vom Nacken bis zu den Zehen. Und siehe da, die Zehen hatten sich schon wieder verkrampft und die Wade gleichzeitig angespannt. „Kommt Jungs, lasst locker“. Und es rollt weich weiter. Den Abschluss machte noch etwas Qi Gong und Tai Chi am Strand. Diesmal nicht alleine. Auch ein anderer Tai Chi Spieler hat diesen wunderbaren Platz schon entdeckt.

Ob Chi Running wirklich zu einem verletzungsärmeren Laufen führt, muss die Zeit weisen. Aber heute fiel mir das Laufen durch die ersten Schneeflocken der Saison richtig leicht. Wenn ich dieses Laufgefühl zum Standard machen kann… und nicht nur zu einem Zufallstreffer… dann habe ich schon viel gewonnen.

Auf dem Rückweg habe ich noch über die Sache mit dem Chi nachgedacht. Das ist mir noch ein Rätsel. Und auch Danny Dreyer hat mir das noch nicht richtig nahe gebracht. Aber beim heutigen Lauf ist es auf jeden Fall geflossen… egal was es so genau ist.

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Body Scan

Ich hab es letztes Jahr bei einem Halbmarathon bewusst erlebt: nach 12 zu schnellen Kilometern fühlte sich Laufen so anstrengend an, es ging kaum noch. Und mir kam er Gedanke in den Sinn: Du fühlst dich ganz schön verspannt an - lass mal locker. Und siehe da, es lief leicht und leichter.
Auch der Hauptzweck des Buches "Chi Running" ist natürlich, die Seminare dazu zu verkaufen. Die angesprochenen Grundprinzipien verhelfen mir aber zu einem besseren, leichteren Laufstil - wenn ich es schaffe, dran zu denken.
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