Das soll sie also gewesen sein, meine perfekte Sportwoche. Ich hatte ein ähnliches Vorhaben mit sieben Trainingseinheiten verschiedenster Art schon vor drei Wochen geplant, scheiterte da aber an einer direkt zu Wochenbeginn beim Fußball zugezogenen Zerrung. Diesmal sollte alles besser werden.
Montags also mit einem Arbeitskollegen 70km mit dem Rennrad unterwegs gewesen, Dienstag und Mittwoch jeweils 8,5km gelaufen, Donnerstag beim Volleyball gewesen (2 Stunden) und Freitags Tennis gespielt, ebenfalls zwei Stunden. Samstag ein kürzerer (6km) Traillauf und heute sollte der krönende Abschluss erfolgen, eine Rennradstrecke von Leverkusen nach Alsdorf bei Aachen, ca. 85km zu meiner Schwester, die zu einem leckeren Essen eingeladen hatte. Pünktlich um 12 Uhr gings los, erst mal über den Neulandpark zum Rhein und rüber auf die andere Seite nach Langel zum Fähranleger. Ich habe mir extra vor 2 Monaten ein sauteures Motorrad-Navi von Garmin gekauft, das ja von Hause aus wasserdicht und unempfindlich gegen Stöße ist und für das es praktischerweise auch eine Fahrradhalterung gibt. Die Strecke hatte ich vorab in BaseCamp ab dem Fähranleger in Langel geplant. Als ich schließlich dort ankam und das Navi einschaltete, ging es gleich wieder aus. Nochmal gestartet, und die freundliche Stimme sagte "Akku leer, Abschaltung" und das wars dann. Nicht, dass ich zuhause extra noch geguckt hatte und bei voller Akkuanzeige das Teil noch mal vorsichtshalber zwei Stunden geladen hatte. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der ich den schwarzen Bildschirm in etwa mit dem Gesichtsausdruck einer Kuh vor einer Integralrechnung angestarrt hatte, trat ich schließlich frustriert den Heimweg an. Schönstes Wetter, volle Motivation, und dann so was, scheiße, dachte ich, dann muss ich doch mit dem Auto fahren. Tja, aber ein Unglück kommt selten alleine, und so musste ich in Höhe des Bahnhofes in Leverkusen-Wiesdorf einer quer über den Radweg schlingernden Dame ausweichen, steuerte falsch in die Abbiegung Richtung Bayarena rein, kam auf den Rasen, der vor dem Randstein Radweges eine ca 10cm tiefe Senke hatte, und BUMM flog der Ragnar in hohem Bogen über den Lenker. Sah bestimmt toll aus, aber dank jahrzehntelangen Torwartspiels sind meine Reflexe und die Falltechnik wirklich gut ausgeprägt, so dass ich einigermaßen kontrolliert aufgeschlagen bin. Aber bei ca 30km/h ist das trotzdem kein Vergnügen, und jetzt sitze ich hier mit verbeultem Knie und blutigem Ellbogen (was wirklich harmlos ist angesichts des Tempos mit dem ich abgehoben habe) und schreibe mir den Frust von der Seele.
Da muss ich mit meiner "perfekten Sportwoche" wohl noch mal von vorne beginnen...

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Du musst es so sehen...,

... bei dem Tempo einen Sturz so glimpflich zu überstehen, ist nah an der Perfektion. So gesehen: Glückwunsch zur irgendwie doch perfekten Sportwoche. Und natürlich gute Besserung.
Gruß,
Sascha

Danke schön :)

Danke schön :)

Das sehe ich auch so, noch

Das sehe ich auch so, noch mal Glück gehabt und ohne Genickbruch gelandet :-). Trotzdem äergerlich! Am Radel alles ganz?

Das Rad hat es unbeschadet

Das Rad hat es unbeschadet überstanden, Lenkerband und Pedale etwas zerschrammt, aber nicht mal das Navi ist aus der Halterung geflogen - immerhin die scheint was zu taugen ;o)

Garmin hat mir übrigens

Garmin hat mir übrigens innerhalb von 48 Stunden ein komplett neues Gerät mit allem Zubehör geschickt, und alle meine Kontoeinstellungen inklusive Kartenabo waren in meinem Account schon auf das neue Gerät übertragen...erste Klasse, muss ich sagen! Und die Tour habe ich am Sonntag aufs neue gestartet und problemlos bewältigt: 85,8km in 3:32h.

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