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Ein Marathon mit bitterem Beigeschmack

Da war ich mir noch nicht sicher als ich mich für das Team Tiger Balm für den Marathon München beworben habe. Hauptsächlich ging es mir eigentlich um den Startplatz von Hawaii.

So war am Tag vor dem Marathon noch ein Tiger Balm Event in München, an dem man teilnehmen musste, wenn man die Chance wahrnehmen wollte einen Startplatz für Hawii zu gewinnen. Gut, Hawaii wäre nicht nur der Startplatz sondern insgesamt 10 Tage mit Zwischenstop in San Francisco.

Das Event war klasse, wenn auch die Spiele meiner Meinung nach Hauptsächlich was für Männer war. Da musste man solche Dinge wie „Rodeo reiten“,

„Hau den Lukas“,

“Bierkrug stemmen und schieben“

und zu guter Laune auch noch „Kuh melken“ machen.

Und die Punkte wurden dann ausgewertet und der Beste und die Beste traten dann noch gegen die Zweitbeste und den Zweitbesten bei einem Quiz an. Und da gewann dann der- und diejenige wo am meisten richtig beantwortet hatte.
Leider war ich es nicht.

Ein tolles Büffet gab es auch, aber leider nicht wirklich was für mich, denn Nudeln führen bei mir dazu, dass ich noch mehr Hunger bekomme. Und das passierte dann auch, als wir gegangen waren. So gingen mein Neffe, ein Kollege vom Tiger Balm Team und ich noch Nachts um 23:35 Uhr was essen. Das war dann lecker und ich war endlich satt.

Die Nacht war weniger gut. Ich war viel zu nervös, konnte nicht einschlafen und dann war auch noch in der Nähe ein Gebäudebrand das dazu führte, dass jedes Mal ein Tatütata der Polizei, Notarztwagen und Feuerwehr vorbei fuhren. Erst so gegen 4:30 Uhr schlief ich ein und der Wecker rasselte dann um 6 Uhr. Ich wollte nicht aufstehen und ich ahnte schon das es heute nicht mein Tag werden sollte.

Nach einem schnellen Frühstück gingen wir auch gleich mal mit der S-Bahn zum Bahnhof und dann mit der U-Bahn zum Olympiastadion. Sven – ein Mitglied vom Tiger Balm Team – hätte noch schlafen können, weil er erst Mittags dran war. Er hat sich für den HM entschieden und in diesem Moment habe ich ihn darum beneidet.

Etwas gestresst fand ich dann schon mal unser TB Zelt an, wo ich den Beutel abgeben konnte und lief gleich mal weiter Richtung Start. Ich hatte es echt eilig und außerdem wollte ich noch schnell was flüssiges loswerden. 15 Minuten vor dem Start kam ich dann endlich an, reihte mich an den Dixis auf. Rechtzeitig fand ich mich dann in der Gruppe im Block A ein und es dauerte auch nicht mehr lange als es mit Tiger Balm Gebrüll „Tiger, Tiger, Tiger….“ los ging.

Gleich am Anfang stellte ich fest das ich viel zu schnell gestartet war und versuchte mein Tempo zu drosseln. Das gelang mir nicht gleich, aber als ich dann immer wieder ein paar Bilder von meinen Teamkollegen machte, kam ich langsam wieder in meinen gewohnten Schritt. Aber ich denke, genau das war schon zu spät. Ich habe meine Energie gleich mal verpulvert.

Bis zur HM Distanz ging es eigentlich noch ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich das Wasser an den VP Stellen nicht vertrug. Na ja, ist ja auch nur Leitungswasser. Ansonsten gab es ISO, aber von dem Zeug lies ich auch lieber die Finger. So nahm ich einen ganzen Becher Wasser, trank es und auf einmal verspürte ich den Drang alles wieder auf dem selben Weg los zu werden. Ich ging ein paar Schritte, bemühte mich das Zeug in mir drin zu lassen und es ging dann auch nach einer Weile. Aber die Übelkeit blieb von da an.

Ab Kilometer 23 versagte bei mir irgendwas. Die Beine waren ok, die Puste eigentlich auch, aber irgendwie motivierte ich mich zu Gehen. Mir war es einfach nur übel, die nächste Getränkestation war auch schon in Sicht und ich bekam einen Horror vor dem Wasser. Keine Cola, kein Tee, das war schon übel. So nahm ich das Wasser um erst mal nur den trockenen Mund zu spülen und einen ganz kleinen Schluck trank ich dann.

Eine Teamkollegin Ani holte mich ein und wir gingen dann gemeinsam. Wir motivierten uns gegenseitig einen KM zu Laufen und ein paar Meter zu gehen. Doch dann – bei KM 28 verlor ich sie, weil ich zu schnell davon lief. Na ja, ist auch nicht wirklich meine Sache das ich nun immer wieder gehe.

Unterwegs holten mich dann noch weitere Teamkollegen ein und auch dort liefen wir dann eine ganze Zeitlang gemeinsam. Das war richtig gut, denn da konnte ich mich etwas ran hängen. Meine Motivation war eh schon bei KM 25 dahin gegangen, also war mein Motto: ins Ziel zu kommen egal wann.

Endlich erreichte ich die Magische 30 KM und ich sah auf meine Uhr. Wow – ich war noch unter 3 Std. Eigentlich nicht schlecht, wenn ich es so beibehalten könnte. Aber ich wusste das ich es nicht mehr schaffe so gut zu laufen. Und so konzentrierte ich mich etwas auf das fotografieren, denn das lenkte ungemein ab.

Irgendwann mal bekam ich einen bösen Krampf in der rechten Wade und ich musste etwas inne halten. Ich dehnte sofort das Unterbein und lockerte es indem ich den unteren Fuß kreisen lies. Das hat geholfen und so konnte ich wieder weiter Laufen.

Kilometer für Kilometer lief ich dann so meinen Weg und auch die Zuschauer Masse wurde nun etwas voller. Dann kam endlich die Zahl 40 und ich sah nur noch die 2 Kilometer vor mir. Ich lief sie bis KM 41 konstant als ich von den Lautsprecher hörte „es sind nur noch 1200 m bis ins Ziel und die Strecke ist leicht bergab“. Ich dachte mir so, „ok, dann geh ich jetzt ein paar Meter und wenn es dann in die berühmte Zone des Olympiastadions geht, laufe ich richtig durch. Und geschah es dann auch, ich nahm Anlauf, es ging durch den fantastischen Tunel (Eingang von Olympiastadion) und auf´s Feld. Nur noch die komplette Runde durchlaufen und dann sah ich es – das Zieltor vor meinen Augen. Ich blieb kurz stehen, denn das Bild sollte nicht verwackelt sein und dann rannte ich ins Ziel.

Zwar war ich über die Zeit von Brutto 4:31:00 (Netto: 4:29:45) nicht gerade begeistert und bin auch heute noch etwas frustriert über diese Art wie ich diesen Marathon gelaufen bin, aber froh doch noch unter die 5 Std. ins Ziel zu kommen war klasse.

Als ich dann das Tiger Balm Team Treffpunkt erreichte, genoss ich mein Erdinger – auch zwei und freute mich riesig über den tollen Erfolg meines Neffen Christian, der seinen ersten 10-km Lauf ohne Training bei 1:03:… absolvierte. Da war ich mächtig stolz auf ihn. Mein Magen hat sich dann nach mehreren EAF und Latte Chai und Äpfel ganz gut beruhigt.

3.666665
Gesamtwertung: 3.7 (6 Wertungen)

Oh je

da ging es wohl noch mehr Leute so in München, warum eigentlich??? Egal, du bist angekommen, Gratulation!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Vielleicht

ist das Münchner Leitungswasser nicht so gut? Isotonisch isses mal bestimmt nicht.

Aber hey - Gratulation zum Finishen unter schwierigen Bedingungen!

ER schafft das Wollen und das voll Bringen - mit extrem hohem Bringungsfaktor.

Schoener Bericht. :-)

5 Sterne von mir.


"Wenn Du eines Tages vor den großen Schiedsrichter trittst, so wird er Dich nicht fragen, ob Du gewonnen hast, sondern wie Du gespielt hast."

Klasse Bericht! Irgendwas

Klasse Bericht! Irgendwas hat am Vortrag wohl mit dem Sportlermenü auf dem Tiger Balm Teamevent nicht gestimmt, denn alle Tiger dich ich gefragt habe hatten Krämpfe.

Bei mir ist die Regeneration noch nicht abgeschlossen, allerdings vom Rodeo reiten. Habe mir mehrere blaue Flecke geholt. Normalerweise nicht schlimm, aber die Kombination mit dem Marathon war nicht gut. Knie und Leiste sind aktuell meine Sorgentreiber.

Sport frei!
Thomas

Läufer-blog.de

Das Münchner Leitungswasser

...ist eins der besten in der ganzen Republik.
Das weiß ich genau!
@Tigerkätzle: gräme Dich nicht! 42,195 km waren es trotzdem!

Unterschiede


Also wirklich, da sieht man mal die unterschiede. ich bin in deinem -Zeitfenster- schon ganz happy und finde deine zeit unter diesen bedingungen absolut grandios
lg

Das kommt mir doch sowas von bekannt vor!

Ja sag mal, warum haben wir alle anfangs den selben Fehler gemacht, sind dann schon nach der Hälfte eingebrochen, haben uns mehr oder weniger ins Ziel gequält und sind dennoch total glücklich gefinisht??? Muss wirklich am Stadion liegen, *lach!* Danke für die vielen Bilder, da konnte ich auch meinen Lauf nochmal Revue passieren lassen. Du hast super gekämpft und Deinem Schweinehund gezeigt, wer die Hosen anhat, toll!!! Sei stolz auf Dich!!! Die Zeit ist 1. nicht so wichtig und 2. nun wirklich nicht übel!!!

Tame:-)

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