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Hatte ich im mir als Motto für meinen Marathon gesetzt und wollte zwischen 4:15 und 4:20 laufen. Der Rest war für Vielleichts und Eventualitäten.

So wartete ich Sonntagmorgens auf mein Mitfahrtaxi nach Essen, zwei weitere Mitläufer sowie unsere beiden Unterstützer. Frau und Herr „Bommel“ hatten beschlossen, nachdem sie bereits in der Vorwoche ihren Marathon abgehakt hatten, diesmal tatkräftig an unserem Zieleinlauf mitzuwirken.

Irgendwann landeten wir in der Sporthalle um Startunterlagen ab zu holen, anschließend machte ich mich auf die Suche um die restlichen Jogmaper zumindest kurz zu begrüßen. Schön wars die bekannten und unbekannten Gesichter mal live zu sehen!

Noch einmal zurück zum Auto, Startnummer anlegen, überflüssige Wärmebekleidung ablegen, Wasser verschwinden lassen, hibbelig werden und ab zum Startbereich. Nachdem man sich noch mal guten Lauf gewünscht hatte, einreihen in den Startblock, runter zählen und los. Ich wollte mich grob am 4:15er Pacemaker orientieren und vor allem die ersten 10 Kilometer reichlich dahinter bleiben, bloß nicht zu schnell angehen!

Ich trabte locker an, nur nicht zu flott, an den ersten Kilometern ständiger Kontrollblick auf die Uhr. Ich genieße es, die erste Sambaband, Kilometer 5 prima, Nettozeit 30:xx, kurz dahinter steht Frau Bommel am Streckenrand und macht ein Freudentänzchen, begeistert klatsche ich sie ab.

Kilometer 10, die offizielle Uhr, klack, klack, klack, spring auf 1:00:00. Bingo, Punktlandung - jippieye!

An der Brücke amüsiere ich mich noch über die anfeuernden Sprüche, die irgendwer an die Absperrpylone geheftet hat. Es geht auf die Wendeschleife, Frau Bommel: „Gut siehst du aus!“ Und so fühle ich mich. Der Ballon, samt folgender Gruppe kommt immer näher. Auf der Gegengeraden zieht meine Mitläuferinnen vorbei, ich grüße, sie sieht auch gut aus.

Kilometer 15, Wendepunkt, die Uhr sagt 1:28:30, egal was sind schon eineinhalb Minuten! Auf dem Rückweg zur Brücke bin ich kurz davor mich vor den Ballon zu schieben. Ich mahne Schweini: Nicht übermütig werden, ab nach hinten, wir sind eh vor dem Plan.
Unten wartet wieder Frau Bommel auf mich, der ich flott meine durchgeschwitze Weste rüberreiche – igitt. Sie feuert mich an: Prima! Weiter geht’s!

Halbmarathon die offizielle Uhr 2:03:53, uaaah, dass ist zu schnell! Innerlich trete ich mir in den Allerwertesten, jetzt hast du dir die zweite Hälfte schwer gemacht, sieh zu wie du sie meisterst. Plan B: Erst mal bis zur zweiten Runde, das ist schon fast Kilometer 25, dann zur Brücke und die erste Gehpause so weit wie irgend möglich rauszögern. Vermeiden kann ich sie eh nicht mehr.

Am Regattahaus, Einlauf in Runde 2 sehe ich kurz Herrn Bommel, der mich auch erst spät sieht, da ich irgendwo mitten im Pulk laufe.

Kurz hinter dem Wehr siegt dann der Schweinehund und prompt gehe ich Frau Bommel über den Weg. Die steht schon sprungbereit mit Iso und Gel da, um es mir anzureichen. Ich winke nur ab, habe mich ordentlich an den VP’s versorgt und kaum etwas vom selbst mitgeführten angerührt. Rufe ihr zu: „War unterwegs zu flott, hab Federn gelassen!“ dem ein beruhigend aufmunterndes „Lauf weiter, du schaffst es!“ entgegnet wird.

Die Kilometer werden immer länger. Ein bekanntes Gesicht! Ich laufe auf meinen Mitläufer auf, ihn wähnte ich viel weiter vorn, auch er hat Federn gelassen. Sagt zu mir: „Komm wir nehmen einen Tacken raus, laufen gemeinsam gemütlicher weiter“. Quatschen ein wenig. Aber schon am nächsten Verpflegungspunkt schicke ich ihn weiter, trödele, trinke in Ruhe eine Cola, möchte lieber allein laufen/gehen. Zum Glück bin ich schon fast in Kupferdreh, es sind nur noch 7 km, irgendwie werde ich auch die noch schaffen! Und wenn es walkend ist! Thanks Coachin, dass wir im Training auch schon den einen oder anderen Schwachpunkt so umschifft haben!

Bei Kilometer 37 gucke ich auf die Uhr, nur noch etwa eine halbe Stunde quälen, ermuntere ich mich. Von den weiteren Kilometern laufe ich nur noch höchstens 800m, der Rest wird in strammen Walkingschritt zurückgelegt. Die letzte GP lege ich in die Kurve vor der Promenade, ich will mir doch nicht die Blöße geben im Zieleinlauf zu gehen! Mehrere mir unbekannte Unterstützer anderer Läufer muntern mich auf: „Es ist nicht mehr weit!“ „Das schaffst du!“ – klar doch, ich kann das Ziel schon fast sehen!

Herr Bommel macht wunderbare Fotos von mir, auf denen man meinen könnte, ich wäre keine 42 Kilometer gelaufen – ich biege um die Ecke – die allerletzten hundert Meter – geschafft! Die Uhr bleibt bei 4:15:32 (PB) stehen, daran hab ich unterwegs nicht mehr geglaubt!

Nach alle wieder zusammen sammeln, duschen und Gewinner-Sekt (das sind wir doch alle ;) ) geht es wieder Richtung Heimat und ich bekomme das seelige Grinsen doch nicht mehr aus dem Gesicht – schön wars! Aber beim nächsten Mal probiere ich dann doch mal ne durchgängige 6! Vielleicht!

4.8
Gesamtwertung: 4.8 (5 Wertungen)

Noch eine PB, wie schööööön!:o))

Habe mich sehr gefreut, auch Dich dort in Essen mit den vielen anderen getroffen zu haben. Hätte auch gern mehr Zeit zum Quatschen gehabt, hab aber erst mal zu weit weg geparkt von dem ganzen und dann konnte ich ja nicht viel reden, weil da immer wieder dieser Kuchen in meinem Mund war?! Weiß gar nicht, wo das leckere Zeugs alles herkam!;o)
Hey, ganz fetten Glückwunsch zur neuen PB und nach dem, was Du schreibst, ist da noch ne ganze Menge mehr drin, da bin ich sicher.:o)
Lächle noch ein bisschen und plan schon mal den nächsten!;o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Sehr interessanter Bericht für mich

... weil ich am Sonntag meinen 2. Marathon laufe und ebenfalls diese Zielzeitvorstellung habe.

Dafür, dass du 5 Kilometer gegangen bist, ist das doch eine super Zeit. Da kann man nur gratulieren!

LG
Rosamia

PB mit Gehen

....man, was sitzt denn da noch für ein Potential.

Glückwunsch zum gelungenen Marathon !

Die meisten Menschen sind diese Strecke noch nicht einmal mit dem Fahrrad an einem Stück gefahren. Du darfst absolut stolz sein. Und beim nächsten Mara geht das Grinsen bis hinter die Ohren.

LG
Many

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