Benutzerbild von alterwalker

Köln-Marathon 2 – „Stimmung“ versus „Organisation“

Der Köln-Marathon ist deutschlandweit als „Stimmungs-Event“ bekannt – das hat sich am 14. Oktober 2012 wieder einmal bestätigt, und das genießen die allermeisten Teilnehmer zu Recht, und ich gönne es ihnen. Es gibt natürlich auch Teilstrecken, die ruhiger sind, z.B. die ersten 12 km, die ich als Staffel-Läufer absolviert habe. Da muss man zweimal durch den Rheinufertunnel, und da herrscht absolute Ruhe – wenn nicht Läufer selbst, mit Trommeln ausgerüstet, für die akustische Kulisse sorgen. Köln-Niehl und vor allem die Boltensternstraße sind ebenfalls ziemlich gemäßigt. Am Straßenrand standen viele Leute, guckten freundlich, klatschten Beifall – aber von Bohai, Samba-Trommeln oder dergleichen keine Spur. Ich kritisiere das nicht, sondern mir gefiel das sogar, weil ich es beim Laufen gern ruhiger habe.

Aber deswegen schreibe ich diesen Blog nicht.

Was sich in Köln am Sonntag an Organisationsmängeln gezeigt hat, das sollte einmal offen ausgesprochen werden – ergänzend zu den vielen überschwänglichen positiven Berichten.

Dass die Führungsfahrzeuge den Spitzenläufer kurz vor dem Ziel veranlassten, falsch abzubiegen, so dass er – nachdem er seinen „Irrtum“ entdeckt hatte: er war also „schuld“ – umkehrte, aber nur noch Zweiter wurde – gerade mal 2 Sekunden hinter dem Sieger, war „bedauerlich“.
Die Kommentare der Organisationsleitung, wiedergegeben in der Kölner Presse: „Das ist bedauerlich, aber wir hatten die Spitzenläufer in einer Besprechung darauf hingewiesen, dass die Führungsfahrzeuge kurz vor dem Ziel von der Strecke abbiegen würden.“ Woher soll ein junger, ortsunkundiger Äthiopier, am Anschlag laufend, wissen, dass das Abbiegen der Motorräder nach links das Verlassen der Renn-Strecke bedeutet und nicht eine letzte Linkskurve kurz vor dem Ziel – zumal man das Transparent „ZIEL“ wegen eines überdimensionalen Torbogens mit Werbung für „RheinEnergie“ – einen der Haupt-Sponsoren - nur schlecht sehen konnte. Und was in meinen Augen das Schlimmste ist: ich habe bisher von keinem Mitglied des Organisationsteams auch nur ansatzweise eine Entschuldigung bei dem betroffenen Läufer gehört! Man versucht jetzt, unter Einschaltung eines bekannten holländischen Lauf-Managers, den Äthiopier finanziell so zu stellen, als hätte er den Lauf gewonnen. Den Marathon-Sieg – es wäre nach meiner Kenntnis sein erster gewesen – kann ihm keiner mehr verschaffen. –

Die geschilderte Fehl-Leistung ist wenigstens in Fernsehen, Radio und Presse diskutiert worden. Schlimmer noch scheinen mir die vielen anderen Pannen zu sein, die die „Durchschnittsläufer“ betroffen haben.

Beim Wechsel 1 meiner Staffel (= „Normal-Staffel“ im Gegensatz zu den „Schul-Staffeln“) bei km 12 stand ein einziger Helfer an der Strecke, der die Staffel-Läufer aufforderte, von der Strecke weg nach links in die Wechselzone abzubiegen. Das war aber nur der Wechsel für die „Normalstaffeln“. Der nächste Wechsel für die „Schul-Staffeln“ kam erst 3 km später. Da sowohl die „Normal-Staffeln“ als auch die „Schul-Staffeln“ g e l b e Startnummern hatten, war der Helfer total überfordert damit, die beiden Arten von Staffeln zu unterscheiden. Geschätzt jede zweite Schulstaffel bog irrtümlich auch ab, die Läufer suchten verzweifelt ihre Staffel-Partner – die natürlich nicht anwesend waren, sondern 3 km entfernt warteten – bis sich irgendjemand fand, zumeist die noch wartenden Läufer der “Normal-Staffeln“, um sie über ihren Irrtum zu informieren. Man muss sich vorstellen, was das für einen Stress bedeutete für teils 12- bis 14jährige LäuferInnen, die – weil nicht aus Köln stammend – auch keine Ortskenntnis hatten. -

An einer anderen Wechselzone gab es für annähernd 400 Staffel-Läufer 2 (in Worten: zwei) WC´s, das eine (in Worten: eins) mit der Aufschrift „Allgemein“ (und damit von den LäuferInnen zu benutzen), das zweite mit der Aufschrift „Privat“ (also nicht für die LäuiferInnen vorgesehen – die sich hoffentlich nicht daran gehalten haben!).

An mehreren Stellen der Lauf-Strecke gab es Unfälle, weil Handbiker in Menschen hineinfuhren, die meinten, gerade in diesem Augenblick über die Strecke laufen zu müssen – das kann man nicht so ohne weiteres dem Organisationsteam anlasten, sondern vielmehr den unvernünftigen Zuschauern – oder soll man besser sagen: „Mitläufern“? Was aber den Organisatoren vorgeworfen werden muss, ist, dass die eingesetzten Helfer an kritischen Stellen der Strecke – z.B. in Rodenkirchen beim Rechtsabbiegen von der Haupt-Straße in die Maternusstraße, eine 90-Grad-Kurve (diese Stelle kenne ich als ehemaliger Rodenkirchener sehr gut) – völlig hilflos waren, als die schnellen Inliner und Handbiker dort vorbeikamen. Auch dort ist ein Handbiker mit Zuschauern kollidiert; zum Glück gab es keine Verletzten. Ähnliche Stellen gibt es an der neuen Marathon-Strecke in nicht geringer Zahl. Von einer anderen Stelle wurde in der Presse berichtet, dass Leute verletzt wurden, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. -

Geradezu nebensächlich erscheint dabei, dass angekündigte Straßenbahnen ohne Information durch die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) nicht fuhren. So stand ich (mit vielen anderen LäuferInnen) um 9:10 Uhr am Rodenkirchener Bahnhof und wartete auf die Stadtbahnlinie 16 aus Bonn, um in die Innenstadt zu kommen. Wurde eben noch angezeigt, dass die Bahn in 10 Minuten ankommen würde, so verschwand diese Anzeige plötzlich und wurde ersetzt durch eine neue, dass die nächste Bahn in 25 Minuten kommen würde. Obwohl dort eine Lautsprecher-Anlage vorhanden ist, gab es keine Information der wartenden Fahrgäste durch die KVB. In Köln laufen Gerüchte um, dass die Verkehrsbetriebe unter Personalmangel leiden und dass deshalb vorgesehene Fahrten gestrichen werden – zugegeben wird das natürlich nicht. Merkwürdig, dass dies gerade an einem Tag passiert, an dem wegen Sonntag und wegen der Sperrung der Innenstadt aufgrund des Köln-Marathons ohnehin weniger Fahrten stattfinden. Ich räume ein: da ich immer eine Bahn früher nehme als notwendig ist, bin ich gar nicht geschädigt worden. Außerdem hatte ich das Fahrrad zum Bahnhof mitgenommen, um damit zum Start zu fahren, für den Fall, dass ….. Der Fall ist dann ja nur beinahe eingetreten. -

Und zum Schluss der WDR: vom „Köln-Marathon 2012“ wurden am Sonntag von 16:30 bis 17:00 Uhr 30 Minuten übertragen – Titel „Höhepunkte aus Köln“. Die Höhepunkte aus Sicht des WDR waren der Kampf der Kenianer und Äthiopier bei den Männern um einen neuen Streckenrekord – wichtig und ein „highlight“; man hat die Handbiker kurz gezeigt – in Ordnung und wichtig; und dann hat man sich auf die Lauf-Erlebnisse eines Mitarbeiters vom WDR konzentriert: das war offensichtlich d e r „Höhepunkt“ des Köln-Marathons überhaupt – Beschäftigung mit sich selbst! Dass bei den Frauen ebenfalls ein neuer Streckenrekord erzielt wurde, war nicht der Erwähnung wert. Dass Hunderte von Kindern und Jugendlichen beim „Schul-Marathon“ mitliefen – kein Wort dazu und vor allem keine Bilder. Die „Normal-Menschen“ unter den LäuferInnen waren dem WDR nicht interessant genug – und eben keine „Höhepunkte“. Wenn man die Berichterstattung des WDR vergleicht mit dem, was RBB (Berlin), NDR (Hamburg) und HR (Hessen/Frankfurt am Main) bei ihren Stadt-Marathons bieten, dann kann man ist Köln nur "2. Liga". Die anderen Regional-Sender übertragen in der Regel vom Anfang bis (fast) zum Schluss, wenn auch die 4- oder 5-Stunden-LäuferInnen ins Ziel kommen; dort gibt es viele Interviews mit den „Amateuren“ unter den Läufern. Die Kölner Presse beklagt, dass z.B. der Frankfurt-Marathon den Köln-Marathon in den letzten Jahren locker abgehängt hat. Die Teilnehmerzahlen in Köln sind gesunken – wenn das auch wohl ein übergreifender Trend ist, der nicht auf Köln beschränkt ist. Der WDR mag sich trösten durch den Vergleich mit Bayern 3; die haben am Sonntag vom München-Marathon vor 22:15 Uhr überhaupt nichts gebracht; und dann wohl nur einen Kurzbericht im Rahmen der üblichen 15minütigen Zusammenfassung des Sport-Sonntags. –

Ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben, weil ich sonst fast nur höre und lese, wie toll doch wieder alles in Köln war.

Mag sein, dass ich das alles zu kritisch sehe, zumal ich selbst unter den geschilderten Mängeln so gut wie nicht zu leiden hatte.

alterwalker

4.8125
Gesamtwertung: 4.8 (16 Wertungen)

Gut geschrieben!!

Ja auch Kritik muss sein!! Man kann nciht immer nur Friede Freude Eierkuchen schreiben.

Aber ob die betroffene davon je lesen werden??

Schick den Text doch mal an die örtliche Presse als Leserbrief. Gelegentlich lohnt sich das!!

GT

"laufend laufen, laufen wir laufend!"

nein du hast Recht

in vermutlich allen Punkten, und ich finde es absolut ok, das auch mal zu schreiben, wenn es einen nicht selbst betrifft! Vielleicht sollte man gerade dann mal den Mund aufmachen!

Dass die Frauen (oder Kinderstaffeln) in den Medien selten gezeigt werden ist leider Normalität: in den Fernsehübertragungen von Berlin oder Frankfurt war es zumindest letztes Jahr auch so. Bei den Triathlons ist das zum Teil noch schlimmer.

Dass der Erste falsch lief ist natürlich dumm gelaufen, aber leider international schon häufiger passiert. Übrigens auch Freiwasserschwimmern.... Das entschuldigt nichts, allerdings hätte der junge Äthiopier doch von der Information Kenntnis haben sollen??? Denn meines Erachtens ist das immer so, dass das Führungsauto vorher abbiegt. Vielleicht hätte man das Ziel besser kennzeichnen sollen.

Aber die Streckenorganisation mit den Staffeln ist durch nichts zu entschuldigen.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Danke!!!

Du sprichst mir aus der Seele. Endlich mal jemand der schreibt, wie es in Köln, abgesehen von der Stimmung, wirklich ist. Ich bin dort 2010 gestartet- zum ersten und zum letzten Mal. Etwas unprofessionelleres habe ich noch nicht erlebt. Da kann man sich auch nicht mehr mit
"Et hät noch emmer joot jejange" rausreden.

Gruß,
Karen

....Nur wer sich auf den Weg macht, wird etwas Neues entdecken.....

Frauen sind doch nur minimal bei Marathons vertreten

und vor allem vor dem Fernseher bestimmt nur in zu vernachlässigender Zahl anzutreffen. Warum bitte sollte ein Sender diese Minderheit überhaupt berücksichtigen? Ist doch viel einfacher die Hälfte der Menschheit zu ignorieren, zur Dummheit zu verdammen (u.a. durch Ausschluss von Bildung) und mit den 3 Ks zu versehen. :Sarkasmus aus:

Das mit dem Führenden ist wirklich dumm gelaufen und sehr schade. Keine Ahnung ob das vorher wie angekündigt wurde und ob das Ziel da schon sichtbar war. Er lief sicherlich auch mit Tunnelblick. Ein deutliches Handzeichen an den Läufer wäre bestimmt möglich gewesen. Ich habe das bei Führungsfahrrädern schon gesehen, die auch vor dem Zielkanal abgebogen sind. Sie hatten sich dann seitlich hingestellt und deutlich den Weg gezeigt.

Die schlechte Staffelorganisation ist durch nichts zu entschuldigen - vor allem weil es viele Kinder und Jugendliche betraf, die vielleicht zum ersten Mal so ein Event mitgemacht haben. Und da sollte es Spaß machen - und nicht in Hilflosigkeit enden.

Schreib das doch mal an den Organisator und als Leserbrief an die örtliche Zeitung. Vielleicht lernt man daraus - ich finde sachliche Kritik völlig in Ordnung.

Kurz vor dem Ziel verlaufen

ist in Köln am Sonntag schon zum ZWEITEN MAL passiert.
Vor zwei oder drei Jahren ist der noch weiter in Führung Laufende damals dem Führungsfahrzeug (nicht nur einem Zweirad) in die Seitenstraße gefolgt, ca. 100m weit, bis man ihn wieder auf die Strecke geschickt hat, da waren aber die bisherigen Verfolger schon vorbei und er wurde nur Dritter. Damals war kein TV dabei und es wurde ganz still und heimlich totgeschwiegen. Ich hatte zwar an den KStA und den Express geschrieben, die Reaktion darauf blieb jedoch aus. Um es insofern zutreffend mit BRINGS zu kommentieren: Willkumme en Kölle!
http://www.magistrix.de/lyrics/Brings/Willkumme-In-K-lle-151905.html

Bin ich froh, daß ich meinen Lebensunterhalt nicht mit Siegprämien
finanziere(n kann/muß).
Es lebe der Breitensport
- und ich bin gerne Einer unter Vielen in unserer Laufgemeinde -
in diesem Sinne,
jog on,
peter

Ich weiß nicht...

Wir haben ja Meinungsfreiheit und davor hat auch jeder sein Recht seine Meinung zu bilden. Ich persönlich sehe aber einige der von Dir beschriebenen Punkte anders - u.a. auch das Gesamtbild - ich finde den Köln-Marathon im Vergleich zu anderen eine organisatorisch sehr gelungene Veranstaltung. Und das geht weit mehr als über die positive Stimmung an Streckenrand hinaus.

Ich finde es auch schade für den Äthiopier, der seinen Marathonsieg "verlaufen" hat. Aber wenn ich mit Marathon laufen mein Geld verdiene und erfahre, dass irgendwann vor dem Ziel meine Führungsfahrzeuge abbiegen, dann schaue ich mir zumindest einmal kurz den Streckenplan an und sehe, dass nach km 42 keine scharfe Linkskurve mehr kommt.

Er wird sich meines Erachtens dennoch sehr darüber freuen, das er finanziell gleich gestellt werden soll - denn ich gehe davon aus, dass das genau der Grund ist, warum er in Köln gelauen ist. Die Frauensiegerin hat mit Laufen angefangen, weil sie ihre 7 Kinder ernähren wollte (habe ich aus den Medien, muss also doch darüber berichtet worden sein). Ähnliche Geschichten aus Kenia und Äthopien hört man ja auf jeder Laufveranstaltung. Vielleicht ist noch schade, dass ihm beim nächsten Start ein paar tausend Euro Antrittsprämie verloren gehen, weil er nicht in seinen CV schreiben kann "Sieger Köln 2012", aber da vertraue ich seinem Manager, dass dieser ihn dennoch oder gerade deswegen gut vermarktet.

Das Thema Dixi hat man doch immer und wenn Du Dich über die Quote 2:400 ärgerst, dann fahr mal nach Berlin zum Marathon, wo für 41.000 Starter im Athletenbereich gefühlt 50, in Realität aber definitiv nicht mehr als 100 der Kästen aufgestellt sind. Ich bin 16 Minuten vor dem Start nochmal zurück zum Hauptbahnhof zu McD gelaufen um pünktlich noch etwas loszuwerden. Die meisten Teilnehmer haben dies im Tiergarten erledigt.

Und auch ein Teilnehmer des Schulmarathons darf sich ruhig kurz mit der Strecke beschäftigen, die er läuft und wenn jemand 3km vor "seinem" Ziel vergeblich seinen Staffelpartner sucht (zumal ja auch große km-Schilder aufgestellt waren), dann mache ich der Organisation keinen Vorwurf.

Der Organisation einen Vorwurf würde ich vielleicht beim Frauenrennen machen und nicht den Medien. Ich bin mir sicher wenn Sabrina "Mocki" Mockenhaupt gegen Antrittsgeld den Marathon gelaufen wäre, statt als Pacemaker ihren Bruder zu einer Bestzeit im halben zu ziehen, dann hätte auch der WDR über das Rennen berichtet. Um sie selber zu zitieren "kannst Du Dich noch an den Namen der Siegerin des Kölnmarathon 2011 erinnern?". Ehrlich gesagt, ich kann mich noch nicht mal an den Namen der Siegerin 2012 erinnern - und ganz ehrlich...wer von den vielen Kenianerinnen und Äthopierinnen es wird interessiert mich auch nicht - auch nicht im WDR-Höhepunktbericht. Diesen Organisationsvorwurf muss man ja aber allen deutschen Herbstmarathons machen, die sich für keine deutsche Olympiateilnehmerin interessieren. Statt dessen läuft Mocki New York...was dort wahrscheinlich auch keinen so richtig interessieren wird.

So, das ist meine Meinung...ich fand Köln toll. Finde es trotzdem gut, dass jemand Kritik äußert - aber ich erlaube mir dann auch Kritik an der Kritik.

Livestream

Darf ich auch noch meckern? ;-)

Wenn schon keine Livefernsehbilder, so gab es wenigstens einen Livestream im Internet. Allerdings war dieser sofern er zwischendurch nicht gerade offline war wenig brauchbar da unkommentiert. Keine Zeiteinblendungen, keine Streckenangabe, einfach nur das nackte Bild, teilweise ohne Ton. Von den Jedermannläufern habe ich gar nichts gesehen, ich bin aber auch erst gegen Ende wieder an der Kiste gesessen.

Zu allem Überfluss waren die schwarz gedruckten Startnummern (oder Namen?) auf rotem Untergrund nicht zu erkennen, wer hat sich denn so etwas ausgedacht? In der Tat kein Vergleich mit der Übertragung aus Hamburg! Passt aber schon irgendwie, der FC spielt zur Zeit schließlich auch nur 2. Liga ... ;-)

- cnijogmap -

Danke Heiner!

Danke für Deinen Bericht, ich werde ihn (wie die anderen auch) in der Köln-Marathon-Gruppe verlinken.
Dennoch hoffe ich, dass Du mit Deiner Staffel das Beste draus machen konntest!
Vor zwei Jahren, als ich dort HM lief und später beim ganzen an der Strecke stand, war mein Eindruck schon der selbe.
Im Ziel nach meinem Lauf in den Menschenmassen stecken geblieben, viel zu wenig Duschen, beim Marathon dann völlig bocklose Helfer, die die Straße nicht frei gehalten haben. Ganz genau wie Du es beschrieben hast.
Und über den WDR sag ich mal besser nix, sonst werde ich zensiert.
Viele Grüße, Conny

Applaus!

Vollkommen richtig, hier auch mal Kritik an einer großen Marathonveranstaltung zu üben! Ich bin einmal in Köln gestartet und auch ich hatte schlechte Erfahrung mit der Orga gemacht. Damals (2006) verzögerte sich der Start des Marathons (der sowieso zur für mich indiskutablen Uhrzeit 11:00 angesetzt war) noch mal um 20 Minuten, weil irgendwas beim Start des vorher gelaufenen Halbmarathons nicht funktionierte...
Und da seh ich auch den Hauptgrund des immer wiederkehrenden Köln-Marathon-Orgachaos: Köln hat zu viele Veranstaltungen an diesem Wochenende zu organisieren. Marathon, Halbmarathon, Inlineskater, Handbiker, Staffeln, Kölschwalk....
Hamburg hat nicht umsonst vor Jahren den Inlineskate-Marathon aus dem Programm geschmissen (obwohl es der einzige Wettbewerb neben dem Marathon war) und sich jahrelang nur auf den Marathon konzentriert. Erst seit einem Jahr gibt es mit der Staffel einen neuen "Nebenwettbewerb".
Und da ich persönlich die Stimmung an der Strecke (wohlgemerkt verglichen mit Hamburg und Berlin!) eher mau fand, zieht mich derzeit eher nix nach Köln und wunder mich in keinster Weise darüber, daß Frankfurt Köln schon lange den Rang abgelaufen hat.
Gruß, Marco
You'll never wenigeristmehr alone

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos

Danke!

Klingt für mich sehr glaubwürdig und ist den Kommentaren nach ja auch zutreffend. Da ists für mich schon was wert, auch mal eine solch kritishce Meinung ze lesen.
Finde das mit dem Leserbrief solltest du dir mal überlegen...

Super Beitrag

Finde Deinen Beitrag super und Deine Kritik berechtigt!

Kritik an der Kritik

Ich schließe mich dfrobeen`s Beitrag an und bin der Meinung, man sollte nicht alles schlecht reden. Ich persönlich habe meinen ersten ganzen Marathon (2 x HM in Köln in den Vorjahren) sehr genossen und war mit der Veranstaltung rundum zufrieden. Klar gibt es bei so einem Mega-Event einiges zu stemmen und kleine Pannen wird es immer geben. Aber hier Dinge zu kritisieren, für die der Veranstalter nicht verantwortlich ist, finde ich nicht gut.

Schließlich können die Macher nichts für:

* die KVB-Fahrpläne
* das Fernsehprogramm des WDR
* einen ortsundkundigen Profisportler, der sich offensichtlich unzureichend über den Streckenverlauf informiert und bei der Besprechung wohl nicht zugehört hat (also ich kannte jeden Meter und jede Ecke in und auswendig, obwohl ich nicht bei der Besprechung war...)
* Schüler, die noch nicht einmal 2 km am Stück laufen können und vor der ersehnten Wechselzone kreuz und quer vor den übrigen Läufern umher albern und diese behindern !

Sicherlich kann man es immer besser machen, aber ich habe mich bei den letzten drei Köln Marathon Veranstaltungen immer sehr gut aufgehoben gefühlt und die Läufe genossen. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder dabei. Und wem es in Kölle nicht gefällt, kann ja gerne eine der vielen anderen Veranstaltungen ausprobieren ! Viel Spass dabei !

Viva Colonia

Team ricola72

Ich tät auch einen Leserbrief verfassen. Wer weiß, vielleicht ist der eine oder andere sogar dankbar über Deinen Weckruf und hat sich selbst schon über die Leute in seinen eigenen Reihen geärgert. Ich glaube, erst wer einmal eine Staffel gelaufen ist, weiß überhaupt, wieviel schiefgehen kann und wie ungeheuer wichtig eine sehr gute Organisation ist. Wer "nur" den Marathon läuft, bekommt von all dem gar nicht viel mit.

Tame:-)

Köln-Marathon 3 - Die Synthese (= Kritik der Kritik der Kritik)

Ich war verblüfft; mit solch heftigen Reaktionen - aus beiden Richtungen! - hatte ich nicht gerechnet. Scheinbar ist der Köln-Marathon ein Wespennest.

@ricola 72 + fazerBS + running_with_sc: Kein Leserbrief an die Presse, sondern (freundlich formulierte) Mail mit Verbesserungsvorschlägen an den Organisationsleiter des KM, Markus Frisch - vielleicht hilft´s, vor allem bei der Staffel-Wechsel-Organisation.

@Petra60: Deine persönlichen Erfahrungen sind offenbar schlimmer als meine - die mit den "scheuchenden Ordnern". Ich habe die Gruppe der Handbiker nur vor dem Start gesehen - im Ruhezustand - und einen weiten Bogen um sie gemacht, fürchtend, sie würden losfahren. Während meines eigenen Laufs hat ja alles geklappt; von den Mängeln haben mir andere erzählt.

@vic97: sehr heftig, aber auch sehr pauschal: worin bestand denn die "Unprofessionalität" beim KM2010? Ich habe nur Erfahrungen aus 2011 + 2012.

@peterccaa: Es gibt ein Sprichwort: "Dummköpfe machen immer dieselben Fehler, Genies immer neue." Das "bedauerliche" Missgeschick mit dem "verführten" Spitzenläufer gab es also 2008 in Köln schon einmal? O-Ton Orga-Chef Markus Frisch am Tag nach dem KM im WDR: "Das wird nicht wieder passieren!" Ich halte ihn nicht für einen Dummkopf.

@dfrobeen: Es wäre ja noch schöner, wenn wir alle der gleichen Meinung wären. Über viele Punkte kann man trefflich streiten, zumal manches eine Sache der subjektiven Wahrnehmung ist. In 2 Punkten halte ich meine Kritik aufrecht. Der "verführte" Spitzenläufer war ein Organisationsfehler, denn sonst hätte ihn die Organisationsleitung nicht finanziell mit dem kenianischen Sieger gleichgestellt. Und die Trennung der Wechselzonen für die beiden Arten von Staffeln bei gleicher Farbe der Start-Nummern musste zum Wechsel-Chaos führen; da nützten auch die "Tasukis" der Schul-Staffeln (= eine Art Schärpe über dem Lauf-Trikot nach freier Wahl der Staffel) nichts, denn bei vielen Schülern waren Trikot- und Tasuki-Farbe identisch; wie sollte sie ein einsamer Helfer am Rand der Rennstrecke auseinanderhalten können, zumal er wohl gar nicht den Auftrag hatte, sich um die Schul-Staffeln zu kümmern: die sollten ja nur einfach geradeaus weiterlaufen. Wie subjektiv die Wahrnehmung des Wechsel-Zonen-Chaos war, zeigt sich darin, dass ich als ankommender Läufer überhaupt nichts davon bemerkte, wohl aber meine Tochter, die mehr als eine halbe Stunde in der Wechsel-Zone auf mich wartete und die Ängste der falsch abgebogenen Schüler unmittelbar erlebte. –

Ich hätte - ein Lob an die Organisatoren! - erwähnen sollen, dass die Verlegung der Wechselzone von der "Bastei" (2011) in die Nähe des "Bayenturms" (2012) eine sehr große Verbesserung war; offensichtlich lernt das Orga-Team von Jahr zu Jahr dazu. Das ist anerkennenswert!

@cnijogmap: Livestream ist was richtig Tolles! (wenn er richtig gemacht ist) Bei den olympischen Spielen konnte man z.B. die beiden Marathonläufe von Anfang bis Ende ohne Unterbrechung verfolgen, ohne durch den "Talk" (auf deutsch: Geschwätz) der Moderatoren in ARD- und ZDF-Studios unterbrochen zu werden.

@WWConny: Wofür Duschen? Überflüssiger Luxus! Wir Kölschen wohnen doch alle um die Ecke; und wen interessieren schon die paar "Immis"? („Sarkasmus-Modus" nach fazerBS)

@HenryIIX: Du hast das "Wort" (oder "Unwort"? Such Dir´s aus!) des Jahres 2012 geprägt: "Tonloses Interview"; sag mal, ist Dein Orthopäde (taub-)stumm?

@Laufastra: Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen (das ist jetzt absolut ernst gemeint). Die Kölner Organisatoren wollen zu viel auf einmal. Mittlerweile beginnt der Marathon-Lauf nicht mehr um 11 Uhr, sondern um 11:30 Uhr (laut Plan). In den letzten beiden Jahren betrug die Start-Verspätung jeweils etwa eine Viertelstunde; als Staffel-Startläufer habe ich das unmittelbar erlebt (und mich nicht darüber beschwert). Und wenn im Rheinland etwas zweimal nacheinander geschieht, dann heißt das "Tradition" (und ist ein- für allemal festgezurrt).

@Anna Franziska: Einfach nur danke!

@Joleni: Erst mal herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Marathon-Debut! Es war nicht ganz ohne Risiko und hat doch toll geklappt. –

Es ist – auch aus meiner Sicht – klar, dass vieles gut war beim KM am Sonntag. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die in der Lage sind, ein solches Mammut-Ereignis zu planen und durchzuführen. Ich habe das beschrieben in meinem Blog „KM 1 – We are family“: der Sohn, der problemlos den ganzen Marathon-Lauf bestritten hat; die Enkelin, die in einer Schul-Staffel erfolgreich mitgelaufen ist; und schließlich unsere Marathon-Staffel, die unter keinem der von mir beschriebenen Probleme zu leiden hatte (ausgenommen die Verzögerung des Starts, aber als kölnerfahrener Läufer kalkuliert man das sowieso ein).

Zu Deinen Kritikpunkten an meiner Kritik: Alle Welt bejubelt das tolle Köln, am meisten die Kölschen selbst; doch längst nicht alles ist Gold, was in dieser Stadt zu glänzen scheint. Lassen wir die KVB und den WDR außen vor, die haben mit dem Köln-Marathon direkt nichts zu tun; da hast Du recht.

In 2 Punkten bleibe ich bei meiner kritischen Auffassung:

- Der „verführte“ 21jährige Äthiopier bei seinem 1. (!) Marathon-Lauf

Meinst Du, das Orga-Team würde ihn mit dem kenianischen Sieger gleichstellen, wenn es sich um einen „Irrtum“ des Läufers gehandelt hätte? Der Fehler lag nach Aussage des Orga-Chefs Markus Frisch darin, dass die Führungsfahrzeuge unmittelbar vor dem Ziel auf den letzten Metern noch direkt vor den Spitzenläufern herfuhren (Abstand: ca. 4 Meter!) und den Abstand nicht vergrößerten, so, wie ihnen aufgetragen worden war. Wie Du gelesen haben wirst, ist selbiger Fehler in Köln 2008 schon einmal passiert.

- Die fehlerhafte Staffel-Organisation in Bezug auf Start-Nummern und Wechselzonen

Lies bitte oben nach, was ich dfrobeen bereits dazu geschrieben habe.

Was ich zurückweise, ist Deine Beschreibung der „Schüler, die noch nicht einmal 2 km am Stück laufen können und vor der ersehnten Wechselzone kreuz und quer vor den übrigen Läufern umher albern und diese behindern!“ Das ist unzutreffend und unsachlich. An der fraglichen Stelle (Wechselzone in der Nähe des Bayenturms bei km 12) waren die jeweils 2. Läufer der Schul-Staffeln unterwegs, die bei km 5 (= Wechselzone 1 der Schul-Staffeln auf der Boltensternstraße in Niehl) übernommen hatten; sie waren also schon 7 km unterwegs: das ist einfach Fakt. Ich bin meine 12 Staffel-km ständig neben, vor oder hinter LäuferInnen von Schulstaffeln gewesen, habe viele überholt und bin auch von vielen überholt worden; meine Staffel und die Schul-Staffeln sind ja aus demselben Start-Block – dem gelben - gekommen. Ich bin nicht ein einziges Mal von einem Schüler behindert worden; und herumgealbert hat auch nicht einer, sondern alle sind hochkonzentriert, manche sichtbar am Anschlag, gelaufen. Auf meiner Staffel-Strecke bin ich mehrfach angerempelt worden von Läufern: das waren ausnahmslos erwachsene Marathonis, die sich – erfreulicherweise – fast alle entschuldigt haben; passiert ist zum Glück nichts. –

Ich hoffe, das Orga-Team in Köln wird erkannte Fehler abstellen. Auf den „verführten Äthiopier“ braucht man die Organisatoren nicht anzusprechen; das wissen sie selbst, und das war ihnen peinlich – und teuer – genug (in der Kölner Presse war von einer „vierstelligen Summe“ die Rede).

In Bezug auf die Staffel-Organisation werde ich dem Orga-Chef Markus Frisch eine freundliche Mail mit Verbesserungsvorschlägen schreiben; ob sie realisiert werden können, weiß ich nicht, denn ich kenne die Vorgaben und Zwänge nicht, die das Orga-Team beachten muss.

Ich halte das für konstruktive Kritik.

Grüße an alle

Heiner alias alterwalker

P.S. Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen; wenn doch: Entschuldigung!

@ altwalker super

@ altwalker

super kommentiert... einmal den gefällt mir Button gedrückt. :-)

Danke für ein Statement !

Erstmal vielen Dank an Dich lieber Heiner, dass Du Dir wirklich viel Mühe gegeben hast, auf die vielen Kommentare zu antworten.

Sicherlich hat jeder Starter, an welchem Wettbewerb er im Rahmen des Köln Marathons 2012 auch immer teilgenommen hat, seine persönlichen Erfahrungen gemacht, sei es positive oder halt auch negative.

Die Geschichte des Führenden ist in den Medien und allen möglichen Foren bereits hinreichend diskutiert worden und der Veranstalter kommt dem Läufer sicherlich nicht freiwillig finanziell entgegen. Dies jedoch als Mitschuld-Anerkenntnis zu verstehen, ist meiner Meinung nach falsch. Hier will mann offensichtlich die Wogen glätten.

Ich bleibe daher bei meiner Meinung, dass hier den Läufer einen Großteil der Schuld selber trifft. Wie gesagt, dass nach ca. 42 km kurz vor dem Ziel die Begleitfahrzeuge herausgenommen werden ist nicht nur beim Marathon gängige Praxis, sondern wird ja z.B. auch beim Radrennen praktiziert. Und da käme ja auch keiner auf die Idee nach 200 km kurz vor dem Ziel, dem Betreuerwagen oder einem Kameramotorrad in eine Sackgasse zu folgen. Die Sportler werden auch alle vorher "gebrieft" und sollten eigentlich den Streckenverlauf kennen und nicht stumpf einem 4 m voraus fahrenden Motorrads folgen. Es sind schließlich alle Profis, die mit ihrem Sport Geld verdienen. Die einen mehr, die anderen eben weniger.

Bezüglich der Abläufe im Bereich der Wechselzonen, egal ob Schul- oder Staffelmarathon, kann ich zumindest sagen, dass ich immer frühzeitig einen Ordner gesehen und gehört habe, welcher durch Lautsprecherdurchsagen den jeweiligen Läufer ankündigte und den Wechselpartner vorwarnte.

Mir ist es jeweils am Wechselpunkt des Schulmarathons im Bereich der Boltensternstraße und des Bayenturms widerfahren, dass mir untrainierte Schüler (ohne geeignete Laufausrüstung - ich glaube die Schuhe heißen "Chucks") kurz vor der Zone über die Füße getrampelt sind. Sicherlich waren diese beiden Jungs ein Einzelfall, aber wie gesagt, an zwei Wechselstellen habe ich das gleiche erlebt und mich auch darüber geärgert. Des weiteren habe ich teilweise bereits ca. 2 km nach den den Wechselzonen Schüler überholt, welche gemütlich in Richtung nächster Zone spazierten. Daher mein "unsachlicher" Eintrag, die Schüler können keine 2 km am Stück laufen. Diese Jungs, bzw. Mädels waren sicherlich auch nur Einzelfälle.

Ok, wo ich Dir Recht gebe ist der Punkt, dass man die unterschiedlichen Staffelwettbewerbe mit verschieden farbigen Startnummern ausstatten sollte, um es den Ordner leichter zu machen. Die Läufer sollten aber dennoch wissen, wo und wann ihre Wechselzone kommt und sich darauf einstellen.

Sonst sind wir uns ja fast einig :-) und jetzt ist auch gut ...

Ich wünsche allen Teilnehmern eine gute Erholung und
Heiner mit Family weiterhin viele gemeinsame Lauferlebnisse !

Erläuterung

zu meiner pauschalen Kritik:-)
2010 war es warm - sehr warm - ich glaube mehr als 25% der Läufer sind damals ausgestiegen. Zu meiner Kritik:

- die späte (für mich eh schon zu späte) Startzeit verzögert sich um 30 min., soll heißen High Noon.
- das gereichte Wasser, war eiskalt und führte bei etlichen Leuten zu Magenproblemen
- für langsame Läufer war die Verpflegung bei km 35 nahezu aus

wenn ich dies in Relation zu der recht teueren Startgebühr setze und vergleiche mit Münster, HH, und Berlin ziehe - dann komme ich zu dem Ergebnis - nie wieder.

....Nur wer sich auf den Weg macht, wird etwas Neues entdecken.....

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links