Den ganzen Morgen hat es geschüttet, wie aus Eimern. Um 12:30 Uhr hellt sich der Himmel auf und ich starte meinen heutigen Trainingslauf.

Es geht bergan, wie meistens bei meinen Strecken. Nach gut 500 m fällt mein Blick zu der Stelle, wo immer diese wunderschönen orange-gelben Baumpilze zu sehen sind. Traurig stelle ich fest, dass diese jemand wohl mutwillig zertrampelt hat. Verstehe ich nicht, warum Menschen immer alles kaputt machen müssen.

Heute möchte ich einfach nur mit meinem Wohlfühlpuls rauf in meinen Berg. Es ist ruhig, schon fast gespenstig ruhig um mich, ich höre nur das Rascheln des Laubes, welches meine Schuhe durchpflügen, das Plätschern des kleinen Bergbaches und das Knirschen der Steinchen auf dem Waldweg. Auch die Vögel sind recht still. Die Wipfel der Bäume liegen im Nebel, das Licht ist diffus.

An bekannter Wegstelle bemerke ich, dass mir Garmin gut 250 m Strecke unterschlagen hat. Vermutlich schlechter Empfang bei diesem Nebelwetter.

Durch den starken Regen hat sich mein erster Trailabschnitt in ein kleines Bachbett verwandelt und ich versuche mich möglichst trockenen Fusses noch oben zu manövrieren, was mir auch recht gut gelingt. Feiner Nieselregen benetzt meine Haut. Es ist nicht kalt. Es tut gut. Oben geht es wieder auf einem breiteren Waldweg weiter. Ich inhaliere den leicht modrigen Geruch des Waldbodens. Nichts kann mich aus meinem Takt bringen. Im nächsten Trailbereich trabe ich leicht über die runden Kieselsteine und versuche den Brennnesseln rechts und links des Weges ein wenig auszuweichen. Heute schwebt es irgendwie. Als ich weiter oben eine flachere Teilstrecke erreiche, muss ich meinen Körper erst mal auf "gerade" justieren, um dann nach kurzer Strecke wieder bergauf zu laufen. Hier habe ich einen Greifvogel aufgeschreckt, der hektisch flatternd meinen Laufweg überfliegt. Also alleine bin ich demnach doch nicht. Jetzt noch mal um die eine Kurve, dann bin ich oben auf dem Gratweg, dem ich dann noch gut 2 km folge. Fernsicht auf die Berge habe ich heute leider nicht, es ist viel zu neblig.
Für den Rückweg nehme ich mir vor, weiter in diesem Wohlfühlpuls zu laufen und ganz viel von meiner Umgebung auf zu nehmen. Ich geniesse den Duft des frisch geschlagenen Holzes, das am Wegrand lagert. Ich lasse mich nicht verleiten, den Ablauf, wie sonst üblich, schnell zu laufen. Nein, solche Stimmungen muss man wirken lassen. Ich bin in grossem Frieden mit mir und meinem Körper.
Noch ein paar Meter und mein Dorf kommt wieder in Sichtweite. Mittlerweile sind meine Schuhe durchnässt und ich laufe lächelnd in meine Strasse.

14 km Genuss pur mit 556 Höhenmetern in 72 % durchschn. Puls, 78 % max. Puls. Keine Hektik, kein Schnaufen, nur innere Ruhe. Mittlerweile scheint sogar die Sonne und an einem blauen Himmel mit Wolkenfetzen.

4.8
Gesamtwertung: 4.8 (5 Wertungen)

Bei uns ...

schießen auch grad die Pilze mit aller Gewalt ganz plötzlich aus dem Boden...schau mal :o)

Plöpp!

Lieben Gruß Carla, die auch einen Blick für Pilze hat...ach, möchte noch jemand Suppe??;o))

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

bei mir ...

im garten hab ich gestern was schleimig-blaues pilziges entdeckt....leider hab ich´s nicht abgelichtet und blöderweise auch nicht geerntet - vielleicht hätt ich es trocknen sollen und später im inhalierten zustand fabelhaft nutzen können
;))))

buchtip : die dunkle seite des mondes/ martin suter

gelbe baumpilze

hört sich nach Schwefelporlingen an google mal nach;) könnten natürlich auch Hallimasch oder Schwefelköpfe sein ;)stockschwämmchen wäre auch noch eine möglichkeit
Gruss Andrea

Es ist ein Schwefelporling

Das hast du richtig erraten, moselrun.

lg

wenn die ganz jung sind

wenn die ganz jung sind kannst du die anbraten schmecken wie hühnchen, je älter die allerdings werden umso zäher werden sie.....

Wunderbarer Lauf und

Wunderbarer Lauf und Bericht. Wald ist einfach herrlich im Herbst und Frühjahr, oft auch im Sommer und im Winter sowieso. :-))


Komm Schweinehund - wir gehen laufen.

Schön

zu lesender Laufbericht. Man kann Ihn richtig nachempfinden. Es ist halt schön bei uns im Schwarzwald ;-)

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