Benutzerbild von thebestcoach

Mein erster Mehretappenlauf und zwei Etappen davon lassen das Herz eines Trailläufers richtig schnell schlagen.
Über den Arbeitgeber eines Laufkollegen bekam ich einen Startplatz beim 4. SALOMON KEEP ON RUNNING St. Wendel vom 05. bis 07. Oktober 2012 gesponsert. Durch das Sponsoring bemerkte ich jetzt erst was ich die letzten Jahre nur so am Rande über die Veranstaltung erzählt bekam. Ein perfekt durchorganisierter Lauf mit einer Streckenführung die es nur so in sich hat.

Die einzelnen Etappen setzten sich zusammen aus:

Tag 1: Citynightsprint über 3,1 km
Tag 2: Spiemont-Trail über 31 km mit 676 HM
Tag 3: Bosenberg-Trail über 21,1 km mit 592 HM

Freitagsabend ab 19 Uhr ging es los. Die Läufer wurden alle mit 10 Sekunden abstand einzeln auf die 3,1km lange Stadtrunde geschickt. Durch Zufall einen Zufall startete strider 10 sek vor mir. Mein Start war um 19.40 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war es schon dunkel und die Strecke forderte vollste Konzentration. Teilweise war sie mit Fackeln und Kerzen erhellt. Es waren aber auch Passagen dabei da sah man den Boden nicht und musste sehr vorsichtig sein. Die 3,1 km gingen kreuz und quer durch die St. Wendeler Innenstadt. Gespickt mit vielen kurzen Anstiegen, über Treppen hoch und runter, eine Wendeltreppe hinauf durch das Parkhaus, ein Hindernisparcour mit Strohballen, durch den mit Fackeln beleuchteten Stadtpark (leider war dort das Absperrband gerissen und ich machte einen Ausflug in die falsche Richtung) und bevor es ins Ziel ging war nochmals Treppen hinauf zu bewältigen. Es waren zwar nur 3,1 km aber durch die anspruchsvolle Strecke wurden die zur Ewigkeit und nahmen auch sehr viel Kraft in Anspruch. Die natürlich für die darauf folgenden Tage noch benötigt wird. Nach 12:37 min war ich endlich im Ziel. Die ersten Meter waren noch leicht aber der letzte Kilometer war schon hart. Nach kurzer Zeit in der Zielbox wurde dann strider in Empfang genommen. Sie hatte eine Bombenzeit hingelegt und viele Männer weit hinter sich gelassen (bis zu 3 min). Zum Abschluss des Tages ging es dann auf die Pastaparty um die Speicher nochmals zu füllen.

Samstags war dann der Spiemont-Trail mit 31 Km und 676 HM an der Reihe. Nach ein paar Minuten Einlaufen, aua da ist alles hart vom vorhergehenden Tag, ging es zum Start. Dieser Lauf ging nach ein paar Metern durch den Ort direkt in den Wald. Und mit einem sehr langen Anstieg am Anfang waren alle direkt wieder auf Betriebstemperatur. Heute erwarteten die Läufer viele lange Anstiege, lange Singletrails entlang von Flussbetten hinunter, Holzbrücken, steile Abhänge hinunter auf allen vieren, sowie tiefe Gräben die nur mit Hilfe eines Seiles zu bewältigen waren. Durch den Regen der letzten Tage war der Boden richtig aufgeweicht und viele Passagen waren nur mit Cross-Schuhen zu bewältigen. Die Strecke forderte wieder vollste Konzentration um nicht einen Abflug zu machen. Nach 22 km gingen mir die Beine zu und Hindernisse, wie Bäume, die zu Überspringen waren musste ich mit Vorsicht nehmen. Ich lief die letzten Kilometer kurz vor dem Krampf. In der Ebene ging es aber sobald ich die Beine ruckartig nach oben bewegte kam sofort die Rückmeldung der Beinbeugermuskulatur „ich will nicht mehr“. Den Lauf habe ich fast komplett mit einem Mitläufer alolviert der das gleiche Tempo wie ich lief und in seiner vierten Auflage endlich mal unter die 3h Marke kommen wollte. Das war auch mein Ziel an diesem Tag. Bei km 26 lag ich richtig gut in der Zeit und rechnete hoch 5 km locker in 30 min und es steht am Ende eine knappe 2:45h da. Nur hatte ich die Rechnung gemacht ohne die Strecke zu kennen. Die letzten Kilometer waren so anspruchsvoll dass mir hier nur so die Zeit davon lief. Einen Zielsprint gab s heute nicht, dafür waren die Beine zu schwer aber mit meiner Zeit von 2:54:01 h war ich vollkommen Zufrieden. Schließlich war es mein erster Trail überhaupt.
Nach ein paar Minuten im Zielbereich ging es dann nochmals Rückwärts auf die Strecke, zum Abholen und Begleiten von strider auf ihren letzten Metern. Auch sie hatte einen super Lauf hinglegt!

Die Abschlussveranstaltung war dann sonntags. Der Bosenberg-Trail war zwar nur 21,1 Km lang hatte aber fast die gleichen Höhenmeter wie am Vortag (592 HM). Dieses Mal waren es kurze, dafür aber sehr steile, Anstiege. Diese waren meist gefolgt von einem schnellen und kurzen Single-Trail wieder hinunter. Heute war es ein Mix aus schnellen Passagen und steilen Anstiegen. Es warteten viele Single-Trail’s auf das Läuferfeld an denen ein Überholen nicht möglich war. Steinbrüche hinauf, schräg an Abhängen das Flussbett hinunter, über Rampen hinauf und alles abseits befestigter Wege. Da es die Nacht über bis zum Start nur geregnet hat war es eine Schlammschlacht vom feinsten. Ein Bekannter von mir sagte mit einer Zeit unter 2h bist du hier schon richtig schnell und fast am Limit unterwegs. Tzzzt 21 km in 2h, das packe ich doch locker. Naja, so locker war es dann auch nicht. Vom ersten Meter an war die Strecke schon hart. Bergab wurde ich oft überholt, die schnellen Trails steil hinunter gehe ich doch mit Zuviel Respekt an. Vielleicht liegt es an der mangelnden Erfahrung mit diesen Läufen? In der Ebene konnte ich durch meine Grundschnelligkeit aber wieder kontern und kämpfte mich wieder nach vorne. Es hat einen Mordsspaß heute gemacht diesen Trail zu Laufen. Aber die Zeit rannte wieder nur so davon. Nach 16 km blickte ich auf die Uhr, noch mehr als 5 km. Jetzt war kämpfen angesagt. Zuviel Zeit ging drauf bei den harten Anstiegen. Ein Streckenposten sagte mir, los gib alles du bist hier nicht im Urlaub. Es geht jetzt überwiegend nur noch flach zu, die Berge sind alle bewältigt. Von hinten hörte ich nun mehrfaches Schnaufen und Stimmen die sich gegenseitig Mut aussprachen „die da vorne überholen wir noch“. Nein, ich will mich jetzt nicht mehr überholen lassen. Die ganze Zeit waren sie hinter mir, dann können sie auch jetzt hinter mir bleiben. Die folgenden 4 Kilometer lag dann mein Schnitt um die 4:50. Die Stimmen hinter mir waren aber immer noch da. Jetzt hilft nur nochmals alle Kräfte zu mobilisieren, das Ziel ist Nah. Den letzten Kilometer ging ich dann nochmals schärfer an. Es wurde endlich leiser hinter mir aber meine Atmung war jetzt lauter als die Stimmen hinter mir. Geschafft! Sogar der Sprecher im Ziel sagte da kommt einer, gefolgt von Dreien, mit einem Zielsprint hinein. Boah, der letzte in 4:04 war hart.
Glücklich sah ich meine Zeit, eine 1:58:54h stand da. Welch ein Lauf! Jetzt bin ich mächtig müde.
Mit reichlich Cola wurde der Durst gestillt, etwas verschnauft und abermals ging es rückwärts auf die Strecke. Ich hatte ja ein Versprechen gegeben. Strider war noch auf der Strecke. Nach einiger Zeit traf ich auf sie. Da ich meinen Zeitmesschip schon abgab konnte ich dieses Mal auch auf der Strecke bleiben und lief mit ihr nochmals ins Ziel. Meine Güte legte die noch einen Sprint dahin. Das sah so locker aus. Ihre Endzeit konnte sich sehen lassen. Super gemacht.
Nach dem Duschen ging es zur Abschlussveranstaltung zum Ausklang des Sport-Wochenendes.

Meine Gesamtzeit setzt sich zusammen aus:
Tag 1: 3,1 km in 12:43 min (Pace 4:04); Platz 33 Master Men
Tag 2: 31 km in 2:54:01 h (Pace 5:38) ; Platz 20 Master Men
Tag 3: 21,1 km in 1:58:54 h (Pace 5:36) ; Platz 15 Master Men
Mit 5:05:39 h landete ich dann auf Platz 18 in der Master Men Kategorie

Fazit: Was für einen tolle Veranstaltung, jederzeit wieder.

0

Na Kein Wunder

das strider ständig solche Hammerdinger liefert - bei so nem Coach :-)
Diese Trails habt ihr echt gerockt - großen Respekt und Gratulation !
Viele Grüße

immer diese Hektik ;-)

Am Ende des Feldes war es viel gemütlicher ;-))

Ja, du bist ein Trailläufer, aber wieso brauchtest du vier Jahrzehnte um das zu erkennen???

War einfach ein tolles Wochenende ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ah ja,

das mit der Zeit auf den Trails ist wirklich relativ. Ich war am Wörthersee auch ganz fertig, als ich irgendwann mal auf die Uhr schaute und schon 2h um waren - aber das Schild für 20km noch nicht vorbei.

3 Tage hintereinander hört sich richtig anstrengend an. Hast Du gut gemacht. Und manche Dinge brauchen eben Zeit, bis man es erkennt. Da kannst Du strider mal beruhigen. Du hast ja auch noch andere Qualitäten - und alle gleichzeitig geht dann auch nicht zu pflegen.

Erholt euch gut, ihr Trailläufer!

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links