Hallo Zusammen!

Ich muß kurz ausholen, wie ich ja schon hier in anderen Blogs schrieb, war ich die letzten Wochen/Monate etwas verletzungsgeplagt. Zum einen zickte die Achillessehne, und zum anderen hatte ich (dachte ich zumindest) eine Muskelverhärtung auf der anderen Seite.

Das mit der Sehne bekam ich ganz gut in den Griff, das müsste abgehakt sein denke ich.

Aber die andere Seite, die Wade bzw. der Unterschenkel machte mir echt Kopfzerbrechen. Erst wurde es wieder etwas besser, dann bin ich gelaufen, dann wurde es wieder schlimmer, dann wanderte der Schmerz, erst dachte ich es wäre eine Verhärtung, dann passten die Symptome aber irgendwie doch nicht mehr, also vielleicht doch was mit dem Knochen? Oder doch wieder der Muskel? Vielleicht eine Zerrung?

So ging es die ganze Zeit. Zum Arzt wollte ich nicht, ich hatte Angst, dass er mir das Laufen verbietet und ich wollte doch unbedingt den HM in Lindau laufen, darauf war alles ausgerichtet. Völlig beknackt, das weiß ich.

Also weiter an mir rumgedoktert, Ibuprofen geschluckt, Voltaren geschmiert, Franzbranntwein geschmiert, dann mal zwei Wochen gar nicht gelaufen sondern nur auf dem Rennrad trainiert, dann kurze 4 km gelaufen, danach wieder Schmerzen gehabt - uuups, und dann war auf einmal Wettkampftag...

Ich war mir bis kurz vorher nicht sicher, ob ich wirklich starten soll oder doch lieber vernünftig bin. Was soll ich sagen, ich war natürlich NICHT vernünftig und bin gestartet.

Und jetzt nicht schimpfen, ich habe das getan, was man nicht tun sollte, ich habe mir kurz vor dem Start Schmerzmittel reingepfiffen. Total bekloppt, das weiß ich, aber in dem Moment war mir das völlig egal, ich wollte einfach nur irgendwie durchkommen.

Und dann bin ich den Halbmarathon am Bodensee im strömenden Regen gelaufen. Ich hatte während des Laufens überhaupt keine Schmerzen, es war einfach nur toll. Die ersten 10 km konnte ich sogar eine für mich super Pace halten, ich war die ganze Zeit nur am Grinsen. Trotz des Mistwetters hatte ich einfach nur Spaß, die Leute am Rand waren super, die Stimmung war super, es lief gut, perfekt.
Dann wurde ich deutlich langsamer, die Pace konnte ich dann doch so nicht durchhalten und die letzten 3 km bin ich ziemlich weggebrochen und musste oft gehen. Aber auch kein Wunder bei der Vorbereitung, da merkte ich deutlich die ganzen fehlenden Trainingsläufe. Aber völlig egal, ich konnte finishen, mehr war unter diesen Voraussetzungen echt nicht drin.

Tja, und heute war ich dann endlich mal vernünftig und bin zum Arzt gegangen, weil die Schmerzen nun seit Sonntag schon ziemlich fies sind, ich kann nicht mal normal gehen ohne zu humpeln.

Diagnostiziert wurde nun eine Knochenprellung und Knochenhautentzündung durch Überlastung. Einseitig ist das Ganze deshalb, weil ich einen Hüftschiefstand habe (das wusste ich, habe ich schon immer) und sobald ich müde werde fange ich an zu latschen und knalle unbewusst mit zu großer Wucht auf das kürzere Bein, deshalb die einseitige Überlastung. Mir hilft jetzt eigentlich nur weiterer Muskelaufbau und Konditionsaufbau um diesen Punkt immer weiter nach hinten zu schieben. O-Ton Doc, "dann passiert Ihnen das irgendwann nur noch nach extrem anstrengenden Wettkämpfen".
Na dann... :))

4
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KOPFSCHÜTTEL! time waits

KOPFSCHÜTTEL!

time waits for no one ...

Bekenntnisse einer Abhaengigen

Tja, wenn man sich auf Laufveranstaltungen mal genauer umsieht, bist Du mit dem Einwurf von Schmerzmitteln nicht allein. Aber wuerdeste es wieder tun? War es das wert? Wirklich? Ist Deine Hemmschwelle jetzt eher hoeher oder niedriger dadurch dass Du es "schon einmal getan hast"?

Abgesehen davon sitze ich im gleichen Boot. Ich doktore ebenfalls wegen eines Beckenschiefstandes seit geraumer Zeit an Wadenproblemen herum und habe schon mehrere Wettkaempfe abgesagt. Ich drueck Dir die Daumen dass es bei Dir bald wieder laeuft, dann eruebrigen sich die Tabletten. Drogen sind doch keine Loesung!!

cour-i-euse

Öhm

ja, was soll man da sagen!! Ich hoffe dir ist klar, was du dir und deinem Körper angetan hast!

Beckenschiefstand hab ich auch, aber auch ein super Krafttrainingsprogramm.

Schau, das du gesund wirst und sei dann in Zukunft vernünftig! Zumindest, wenn du schon laufen willst, dann ohne Schmerzmittel!!

GT

"laufend laufen, laufen wir laufend!"

Naja, dass ich mir mit

Naja, dass ich mir mit dieser Aktion hier keine Freunde gemacht habe ist mir schon klar. Ich hatte oben ja auch geschrieben, dass das eine schwachsinnige Idee war und mir das durchaus bewusst ist.

Interessant ist für mich gewesen, mich selbst quasi zu beobachten, was muss passieren, dass ich meine Prinzipien über Bord werfe. Ich bin selber beruflich im Gesundheitssystem unterwegs und mir ist durchaus bewusst, dass das keine gute Idee ist den Körper unter Schmerzmitteln zu belasten.

Aus persönlichen Gründen war mir ausgerechnet dieser eine Lauf sehr wichtig, und da habe ich es getan, eine Tablette geschluckt. Würde ich es wieder tun? Eher nicht, dieser persönliche Grund fällt weg. Jeder andere Wettkampf ist mir quasi deutlich egaler als dieser eine.

Aber wie gesagt, interessant für mich ist wirklich gewesen mich selbst zu beobachten die letzten Wochen, jetzt so im Nachhinein. Gelernt habe ich jedenfalls, dass ich mich nicht wieder irgendwo mit erhobenem Zeigefinger hinstellen werde, wenn andere mit vollem Bewusstsein Sachen machen die eigentlich schädlich sind und die es auch noch selber wissen. Man weiß nie was dahinter steckt...
Damit will ich die Aktion natürlich nicht entschuldigen, nicht falsch verstehen...

Meinen ersten HM...

hab ich mit Shin-Splints gelaufen und durchgezogen und ich war megastolz, ohne Schmerzmittel, dafür mit 5 Wochen Zwangspause danach.

Meinen Hausmarathon in Münster letztes Jahr hätte ich fast mit Schmerzmitteln angetreten, hätte keinen Spaß gehabt und bin stolz, es nicht gemacht zu haben.

Über diese Schwelle möchte ich nicht gehn, das hab ich mir fest vorgenommen.

Aber Deine Gedanken vorher hatte ich auch so, das gebe ich offen zu. In der Not frisst auch der Kater Fliegen! Soll heißen, ich bin sehr bemüht, es zu vermeiden, heißt aber nicht, dass ich unter gewissen für mich höchst wichtigen Umständen nicht schwach werden könnte.

Mach lieber was an der Ursache, wobei ich ziemlich sicher bin, dass mehr möglich ist, als nur Ausgleich durch Muskel-/Kraft- und Konditionsaufbau.

Wenn die Beinlängendifferenz zu groß ist und nicht durch Graderichtung des Beckens korrigiert werden kann, müsste evtl. über eine passende Einlage doch was möglich sein zum Ausgleich.
Geh mal zum Spezialisten mit Laufanalyse, da geht bestimmt noch was.
Dieses eine Urteil würde mir nicht reichen und ist mir zu pauschal!

Lieben Gruß Carla

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Ich habe auch bisschen Shin

Ich habe auch bisschen Shin Splitts gehabt und ich habe auch Beckenschiefstand, laufe immer ohne irgendwelche Erhöhungen usw. ..mit bisschen dehnen immer nach jedem Training und war es wech...zumindest jetzt..

Bei mir kam es daher, dass ich Umfänge und Tempo gleichzeitig erhöht habe. Also eine Doppelbelastung. Du solltest bei dir auch mal die Ursache überlegen. Höre rein, was war anders als vorher? Vermute das war bei dir ähnlich, von daher vorher einen guten Plan suchen, dann schon Wochen im Voraus die KM erhöhen und nur moderat am Tempo feilen. Im Plan dann das richtige Tempo anschlagen, denke so bekommst du sicher keine Probleme mehr.

Gruß
Sven

http://www.facebook.com/RunningSven

die knochenhautentzündung

und der Halbmarathon interessiert mich wenig bis gar nicht, mich interessiert was einen so alles dazu motiviert einen solchen Blog zu schreiben.
Manch eine(r) hat eben noch nicht das Laufen begriffen

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

Ja, runandbike1,...

manchmal muss man die Fehler selber erst machen, um zu begreifen, dass es wirklich ein Fehler war.
Die Nachbetrachtung des ganzen ist nicht falsch.
Ich finde es mutig, sich hier zu outen und ich wette, sehr sehr viele hier haben auch schon mal drüber nachgedacht und so manche tatsächlich diesen Fehler auch schon begangen.
Sie weiß ja, dass sie mit Schelten rechnen muss.

Gut wäre es auch, wenn jemand mal über die negativen möglichen Folgen von Schmerzmitteleinnahme bei Wettkämpfen zu berichten.
Viele wissen gar nicht, was da alles passieren kann.
Dazu kommt, dass es kein sauberer Sport ist!
Warum ihr also nicht helfen, dieses diskutieren, um in Zukunft diesen Fehler zu vermeiden?!

Wie soll man denn Laufen begreifen, wenn man nicht drüber spricht oder schreibt?!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

so

kann man es auch sehen....
Man muß unter erwachsenen Menschen aber auch nicht jeden Blödsinn diskutieren.
Und man muß nicht immer über Dinge reden um sie zu begreifen.
Es liegt in der Natur des Menschen vernünftig zu denken und unvernünftig zu handeln.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

Da

hat Carla vollkommen Recht!! Auch solche Dinge sollten berichtet werden, gerade um anderen zuzeigen wie schnell es geht.

Um aber auch mal ein negativ Beispiel zu nennen: Ein sehr sehr guter Freund, hatte sich im Fusballtraining irgendwie am sprunggelenk verletzt. Ist nicht so tragisch dacht er sich. Schmerzmittel rein, Eisbeutel drauf. Nach zwei Tagen wollte er einen 10er laufen. Der komplette Unterschenkel war eingeschwollen, egal er "PFiff" sich ein Schmerzmittel ein. Damit die anderen (ich war auch dabei), nichts mitbekamen zog er eine lange Jogginghose an.

Keiner hat sich was dabei gedacht. Nach ca 3 KM haut es ihn hin, aber so richtig. Die Details erspar ich euch! Sein Waden und Schienbein war gebrochen. Das Gewebe wurde beim Sturz in mitleidenschaft gezogen. Es sah übelst aus!!

Tja, die nächsten 12 Monate waren hart für ihn. HEute kann er nur noch nordisch Walking machen. alles andere verursacht Schmerzen.

Ohne die Mittel wäre er zum Arzt und nicht gelaufen!!

GT
"laufend laufen, laufen wir laufend!"

Ich finde den Beitrag und

Ich finde den Beitrag und die Diskussion sehr interessant, weil ich noch nie darüber nachgedacht habe. Keine Ahnung, ob ich hätte oder nicht, wenn Schmerzmittel vor einem Wettkampf Thema geworden wären. Aber durch die Diskussion gehe ich davon aus, dass ich nicht und mich mal über das Thema informiere. Von daher: Danke für den Beitrag.


Komm Schweinehund - wir gehen laufen.

niemand ist immer vernünftig

und jeder von uns ist alt genug seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Finde ich gut, dass du so ehrlich geschrieben hast! Gute Besserung!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

ich finde es auch gut...

...dass du das hier so offen schreibst.
du hast etwas getan, von dem du weißt, dass es nicht richtig war und hast nun die konsequenzen zu tragen. ok.
der mensch ist nun mal nicht immer vernünftig und warum sollte nicht auch darüber gebloggt werden?

@runandbike: sicher, es muss nicht immer alles ausdiskutiert werden. aber was du diskutieren willst und was nicht, entscheidest du für dich selbst und andere für sich und ich entscheide es für mich und deshalb "diskutiere" ich hier. ganz einfach!
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laufend wünscht gute besserung: happy™

Für was sind

sie denn oder warum werden sie in Hülle und Fülle gekauft?
So schlimm können Scherztabletten nicht sein und wenn Scherzen
klar ein Tablettchen.
Ich sehe es cool und nicht so schlimm.
Bin leider gesund so das ich auf die Dröhnung verzichten muß.

Schmerztabletten sind nicht

Schmerztabletten sind nicht schlimm? Woher hast du denn das? Schmerzmedis sind blutverdünnend, das Körpergefühl lässt nach und bei Überdosierung oder körperlicher Anstregung gibt es mit ein bisschen Glück noch ein Nierenversagen dazu... Und das ist nicht schlimm?

Jeder muss selbst entscheiden, ob, wann und wie viele Tabletten geschluckt werden und mit den Nebenwirkungen leben. Ich persönlich würde lieber aus einem Wettkampf aussteigen als Tabletten zu schlucken, denn auf eine Leistung mit Doping könnte ich nicht stolz sein. Wenn andere Tabletten schlucken, dann sollen sie das tun - schließlich ist es deren Gesundheit. Und wenn ich sehe, wieviele Tablettenpackungen beim Berlin-Marathon rumlagen, dann ist es sicherlich kein Einzelfall.

@Baldine

meinst du jetzt wirklich "Scherz"tabletten oder doch Schmerztabletten??
Gegen ersteres wäre nichts einzuwenden.

Aber bei Schmerztabletten kann ich deine Aussage nicht nachvollziehn! Warum man die kaufen kann, ganz einfach weil wir ein "Pack von Weicheiern" sind.
Bei jedem kleinsten Zipperlein greifen manche Menschen zu Tabletten, damit sie es besser aushalten. Warum glaubst du bekommt man die richtigen Schmerzmittel nur auf Rezept, warum glaubst du das jährlich tausende Menschen einen Entzug wg Schmerzmittelmissbrauchs machen müssen.

Verharmlose es nicht und lies dir beim nächsten mal die Nebenwirkungen durch!!!

GT

"laufend laufen, laufen wir laufend!"

meine liebe @happy,

so wars ja gar nicht gemeint wie du das vermutlich aufgefasst hast.
Jeder kann natürlich diskutieren wann und was sie/er möchte. Aber daß wieder so ein Scherzkeks dabei ist der gerne Scherztabletten nehmen würde hab ich schon geahnt,
viel Spaß noch......

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

@rundandbike...

... nix für ungut ;-)
____________________
laufend fehlt beim lesen manchmal einfach die intonation: happy™

Noch mal zur Info

Find ich ganz schön erschreckend...

http://www.aerztezeitung.de/su/824259.html#.UH_BGrCr77I.facebook

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

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