Dieses Wochenende stand für mich der erste Wettkampf überhaupt auf dem Plan - und das ist für jemanden wie mich, der Laufen bislang eher als berufsbegleitendes Übel auf sich genommen hat, allein schon erwähnenswert. Gelaufen wurde über 10km und mit dem Ergebnis bin ich, gerade mit Blick auf die Vorbereitung, mehr als zufrieden (und durchaus auch ein bisschen überrascht). Da dies hier mein erster Blogeintrag ist, hol ich aber mal ne Runde aus...

Das erste Mal bin ich mit dem Laufen Ende 2009 in Berührung gekommen, damals jedoch eher im Sinne von "Du bist zu dick, beweg dich!". Im Fitness-Studio war ich schon einige Zeit lang angemeldet, vor geregeltem Ausdauertraining habe ich mich allerdings erfolgreich gedrückt. So lief ich dann 2x die Woche für jeweils 18 Minuten, danach war die Puste nämlich weg und ich schleppte mich mit Ach und Krach nach Hause. Anfang 2010 folgte dann eine berufliche Neuorientierung und damit verbunden eine Menge Sport und Fitness. Die 3000m lief ich eine Weile lang in 13:25 Minuten, ich wurde jedoch auch hier wieder Opfer meines Schweinehundes und gab das intensive Training wieder auf. Die gewonnene Ausdauer versuchte ich jedoch so gut es ging zu halten, so dass ich auch die nächsten beiden Jahre mehr oder weniger locker mal eben 5-6 km laufen konnte.

Vor einem halben Jahr erzählte mir ein Kumpel, dass er sich für den besagten 10km Lauf angemeldet hatte und fragte, ob ich nicht Lust hätte mitzulaufen. Da ich sowieso mal wieder Lust hatte, etwas für den Körper zu tun, sagte ich zu und meldete mich ebenfalls an. Ich nahm mir vor, von nun an regelmäßig 3x die Woche laufen zu gehen um mich so bestmöglich auf den nahenden Wettkampf vorzubereiten. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn das dann alles so gut geklappt hätte... Ich trainierte also 2 Wochen lang regelmäßig, um dann anschließend wieder zum sporadischen "Alle-3-Wochen-mal-ne-Runde"-Trainingsplan zurückzukehren. Ich absolvierte zwischenzeitlich einen Trainingslauf über 10km, den ich in einer ernüchternden Zeit von etwas über einer Stunde absolvierte.

Vor vier Wochen schaute ich dann auf den Kalender und stellte fest, dass wir ja mittlerweile schon September hatten - nichtmal mehr ein Monat bis zum Wettkampftag. Im Internet suchte ich nun einen Trainingsplan (ursprünglich auf 8 Wochen konzipiert, von mir zusammengebastelt für die nun verbleibenden 4) und begann wieder zu trainieren. Zum selben Zeitpunkt kaufte ich mir eine Pulsuhr, um das Training etwas systematischer anzugehen. Tatsächlich hielt ich mich an besagten Plan und lief 3x die Woche. Womit wir wieder in der Gegenwart angekommen wären...

Die letzte Trainingseinheit absolvierte ich am Montag, über den Feiertag lies ich es locker angehen, und kurz vorm Wochenende war ich noch 2x beim Krafttraining. Die letzten Trainingsläufe über 10km ließen eine Zeit von ungefähr 58min erahnen, wobei ich hier auch nicht alles an Energie rausgehauen hab, was zur Verügung steht. So stand ich dann heut morgen auf und erwartete (optimistisch) eine Zeit von um die 56:00 Minuten.

Kurz nach dem Startschuss merkte ich jedoch schon, dass aus dem geplanten "lockeren" 10er heute nichts wird - irgendetwas in mir weigerte sich schlichtweg, diese Unmengen von Menschen ohne weiteres an mir vorbeiziehen zu lassen. Obwohl dies mein erster Wettkampf war, und ich erst in den letzten Wochen der Vorbereitung wirklich Spaß am Laufen gefunden hatte, packte mich in diesem Moment der Ehrgeiz. Ich biss also die Zähne zusammen und zog das Tempo etwas an, so dass ich nach der Hälfte der Strecke das Gefühl hatte, mir fliegt gleich mein Herz um die Ohren (ein Blick auf die Pulsuhr untermauerte dies zusätzlich). Da ich jedoch nicht gewillt war, die Startgebühr umsonst gezahlt zu haben, musste es ja weitergehen.

Letztendlich kam ich mit einer Zeit von 49:40 ins Ziel und platzierte mich so im ersten Viertel der Rangliste. Ich muss vermutlich nicht extra erwähnen, dass dies bislang meine beste Leistung überhaupt darstellt. Ich vermute, dass ich diese Zeit im Training nie gelaufen wäre, dem mangelnden Biss im Training wegen - aber es tut gut zu wissen, was so alles für Energie im Körper steckt, die man nur freisetzen muss. Und - was definitiv noch wichtiger ist, als die Zielzeit: Ich habe endlich Spaß am Laufen gefunden. Nicht nur durch dieses Erfolgserlebnis, sondern auch weil ich im Training vorher bereits kleine Fortschritte erzielte und auch merkbar leistungsfähiger wurde. Auch die Umstellung des Trainings vom "Einfach mal loslaufen" auf einen vernünftigen Plan mit HF-Messung/etc. trugen klar zur Motivation bei.

Ich werde mir jetzt 1-2 Tage Pause gönnen und anschließend mit dem Training für die 5km Distanz beginnen, die ich zukünftig gerne <23 Minuten laufen möchte. Und den 10er werde ich nächstes Jahr selbstverständlich wieder laufen - bin schon ganz gespannt, was man innerhalb eines Jahres so an Zeit rausholen kann.

4.666665
Gesamtwertung: 4.7 (3 Wertungen)

Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Debüt!
Zwei Tage Pause hast du dir wirklich verdient. Mit harten Tempoeinheiten würde ich aber noch eine Woche warten.

Gruß

Sirius
...der auch erst mal Pause macht.

Uff... also jetzt ma

Uff... also jetzt ma ehrlich... dein erster WK... in dieser Zeit!
Und das nach nur einem Monat Training, man! Ich brauch für die Distanz nach nem halben Jahr noch doppelt so lang wie du... ich würd sagen da steckt Potetial in dir!

Und trotzdem würde ich dir raten nicht die ganze Zeit auf die Uhr zu linsen, besser wirst du, auch ohne dir den Stress zu machen :P
Wenn du Ziele brauchst, dann empfehle ich dir dich sofort und gleich wieder bei nem WK anzumelden... vielleicht nen schöner Nikolauslauf oder Sylvesterlauf oder so? - Irgendwas, was nicht so ganz weit wech ist, nicht das du es wieder schleifen lässt ^^

Letztendlich musst du es aber nur wollen, dann klappt das auch mit dem weiter Laufen. Viel Spaß!

LG
Jaimy

PS: Ich brauch auch immer nen TP, sonst lass ich`s schleifen :P

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