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Wo soll ich diesen Beitrag am besten chronologisch anfangen? Dabei wie ich vor 1,5 Jahren mit dem Laufen angefangen habe? Wie ich in Düsseldorf 2011 mit zwei Wochen Vorbereitung meinen ersten Marathon gefinished (4:13) habe? Wie ich daraufhin Lust auf mehr bekam und eine vernünftige Vorbereitung auf die Herbstmarathonsaison startete? Wie ich beim eigentlich geplanten Höhepunkt in Köln bei 28 Grad erstmals völlig unter meinen Erwartungen und Möglichkeiten blieb (3:45) um dann eine Woche später beim "Spaß-Marathon" in Portland, Oregon in 3:32 meine Bestzeit zu laufen? Oder wie ich dann nach einer Leistungsdiagnostik im Februar als Ziel die Qualifikationszeit für Boston (3:09) ausgerufen habe und meinen 2012-Trainingsplan auf den gestrigen 30.09. in Berlin ausgerichtet habe? Wie ich schon in Hamburg dieses Jahr mit 3:12:27 fast das definierte Ziel für September erreicht hatte und im Juni in San Diego ohne jegliche Vorbereitung und 5 Bier am Vorabend mit einer 3:16 die Hamburger Zeit nochmal bestätigt habe? Wie ich danach dann meinen Trainingsplan noch spezifischer auf die 3:09 ausgelegt hatte um auch ja ganz sicher zu gehen?

Nein, das habe ich alles irgendwo hier in den Blogs schon zur Genüge strapaziert und ich will mich auch nicht mehr auf diese Gesamtstory berufen. Gestern war Berlin und ich habe recht offensiv der ganzen Welt (inkl. der Jogmap-Community) mitgeteilt, dass ich die 3:09 laufen will. Das ist die einzige Story, die hier jetzt zählt.

Ich fange dennoch nicht beim "Gestern", sondern beim "Vorgestern" an. Und zwar bei der Fahrt zum Tomasa. Ich war ganz gespannt erstmals überhaupt Jogmapper in Realität zu treffen. Viele habe ich auf den Wettkämpfen ja schon gesehen, aber nie unter dem Aspekt "Jogmapper". Ich hatte mich wirklich auf den Abend gefreut.

Noch 4 Minuten zeigte mein Navi an als ich mit 50 auf der Linken Spur der Yorckstr. fuhr, dann ging es alles ganz schnell. Ein dunkler Schatten auf dem Grünstreifen in der Straßenmitte. Dieser entwickelt sich zu einem großen schwarzen "Etwas", was ca. 3 Meter vor mir auf die Strasse läuft, ein lauter dumpfer Knall, eine schnelle Bremsung und dann erstmal im Schock realisieren, was passiert war. Ich könnte allein darüber einen langen Blogeintrag schreiben, aber der gehört eher ins Tierschützerforum, denn in eine Läufercommunity. Die Kurzform ist: es war ein schwarzer Labrador, der offensichtlich seinem Herrchen entwischt ist und lt. Beschreibung eines Zeugen schon vorher recht panisch die Straße entlang lief. Direkt nach dem Crash war ich mir sicher, dass er tot ist - hat sich auch minutenlang nicht bewegt und wir haben überlegt, was wir jetzt mit der Tierleiche tun. Dann fing er an sich zu bewegen und schnell wirkte er recht gefestigt, konnte aber seine Hinterbeine offensichtlich nicht bewegen. Die Polizei kam recht schnell, es dauerte aber fast 2 Stunden bis der Hund dann von der Feuerwehr abgeholt wurde. Die Story ist, dass der Hund (insgesamt gepflegt und mit Halsband etc.) nicht eindeutlich einem Besitzer zugeordnet werden konnte und damit keine Institution bereit war diesen aufzunehmen und seine wahrscheinlich schweren Verletzungen zu versorgen. Es wäre die Aufgabe des Tierheims und er angebunden Tierklinik gewesen, aber die war leider seit 16:30 Uhr unbesetzt. Als Hund hätte ich mich für diese Umstände bedankt und mich als Fahrer, der sich dem Tier gegenüber verpflichtet fühlte kam auch immer wieder die Wut hoch.

So jetzt aber genug vom Hund. Ich war sehr froh, dass trotz meiner dann doch deutlich späteren Ankunft noch einige Jogmapper im Tomasa waren und mich ein wenig ablenkten. Hat Spaß gemacht Euch zu treffen, auch wenn ich leider sicher über die Hälfte schon verpasst haben dürfte.

Ich hatte eigentlich ganz gut bei einem Freund auf dem Sofa geschlafen, fühlte mich zwar morgens etwas "Matsche", aber nachdem ich dann zum Start gefahren bin, eigentlich ganz gut für den bevorstehenden Marathon. Ich reise immer recht knapp zum Start an, daher habe ich erstrecht den echten Engpass in Berlin identifiziert: die Toiletten im Startbereich. Um 8:40 Uhr bin ich dann nochmal zurück zum Hauptbahnhof, weil es mit Fußweg dorthin, Nutzung der McD-Toilette und wieder zurück immer noch schneller war, als auf die streng limitierten Dixi-Klos anzustehen.

2 Minuten vor dem Start war ich im richtigen Block. Punktlandung und auch wenn es anders klingt auch nicht total gestresst.

Die nächsten 2 Stunden sind schnell erzählt. Es lief eigentlich alles perfekt. Schon nach 2km hatte ich meine Wunsch-Pace (4:20-4:25Min/km) gefunden. Die ersten 10km verliefen wie im Flug. Durch die Menschenmassen war es immer noch so dieses "im Rennen zurecht finden". Sonst geht es mir nur 2-3km so, dann sind es schon deutlich weniger Menschen um einen rum und man beginnt "sein" Rennen zu laufen. Wie gesagt - das kam in Berlin erst so nach 10km. Mein Puls war niedrig - immer noch deutlich im GA1-Bereich und es fühlte sich sehr gut an.

Bei km19 kam die erste Unregelmäßigkeit - ein kurzer Dixi-Stopp. Es ging alles schnell und ich habe nur 45 bis 50 Sekunden auf dem km verloren. Das einzige, was etwas nervig war, war das es kein Papier dort gab. Nach kurzer Zwischenüberlegung ein paar Passanten drumherum nach einem Taschentuch zu fragen entschied ich mich für Plan B...nach getaner Arbeit Hose hoch und weiter...weitere Details erspare ich Euch, es sollte aber auch keinerlei Einfluss auf den weiteren Rennverlauf haben.

HM in 1:33:18 - ich hatte also schon fast 2 Minuten Puffer rausgelaufen und es fühlte sich immer noch alles total easy an. Meine Kalkulation war wenn ich bis zum HM bis zu 10Sek/km rauslaufe, dann kannst Du danach eben diese 10Sek wieder verlieren. Aber bis km25 lief ich weiterhin meine 4:25Pace-km ohne irgendwelche Bedenken, dass ich das Rennen nicht durchziehen kann. Bis km30 war ich dann so in der Ziel-Pace, knapp über 4:30...aber dafür hatte ich ja den Puffer aufgebaut und es waren ja nur noch 12km.

Aber wie hat cocobolo eben nochmal so schon in ihrem Blog geschrieben: der Marathon beginnt bei km30. Berlin war mein achter Marathon und ab dem zweiten war der "Mann mit dem Hammer" ein Fremdwort für mich. Nicht so in Berlin. km30 bis 35 rutschen meine Durchschnittszeiten auf 4:45Min/km ab und bei km34 war erstmals der Moment erreicht, dass ich die Pace die ich da hatte hätte halten müssen um die angestrebten 3:09 zu laufen. Ich merkte aber leider, dass es nicht geht - so bei km37/38 wusste ich, dass es nur noch über eine Endbeschleunigung klappen könnte. Da ich aber gleichzeitig merkte, dass mir definitiv nach allem, nur nicht nach Endbeschleunigung war, beschäftigte ich mich zum ersten Mal mit dem Gedanken, dass es nicht klappen könnte.

Das muss dann auch das Schlüsselsignal gewesen sein.
- Kopf an Beine (irgendwo bei km37): "Ziel verfehlt, locker zu Ende laufen"
- Beine an Kopf : "warum zu Ende laufen, wenn das Ziel verfehlt ist. es tut weh und für eine 3:11 können wir uns auch nichts kaufen"
- Kopf an Beine: "doch können wir, dann es wäre immer noch schneller als die bisherige Bestzeit"
- Beine an Kopf: "ja aber wir wollten doch 3:09 Laufen und nicht 'nur' Bestzeit"
- Kopf an Beine: (mittlerweile ca. km38) "OK, verstanden und dank der Diskussion haben wir das Thema Bestzeit auch schon erledigt. Wenigstens schneller als in San Diego (3:16) - den sind wir als Spaßmarathon ohne Vorbereitung gelaufen"
- Beine an Kopf (am km39-Schild): "Nein, also das ist mir jetzt alles zu doof. WIR WOLLEN NICHT MEHR!!! Wir GEHEN!!!"
- Kopf an Beine (gerade auf "Unter den Linden" abgebogen, ca. km41,2): "Wenigstens unter 3:20 - sonst lachen mich ALLE aus, denen ich vorher erzählt habe, dass ich 3:09 laufen will. Seht mal, da vorne ist schon das Brandenburger Tor"
- Beine an Kopf: "Na gut...Dir zuliebe und auch nur, weil wir das Ziel schon sehen...es ist direkt hinter dem Brandenburger Tor"
- Kopf an Beine: "Ups...neue Erkenntnis - das Ziel ist gar nicht direkt hinter dem Tor...da kommen noch ein paar Meter."
- Beine an Kopf: "Du hast uns verarscht...das zahlen wir Dir heim. Aber erst nach dem Ziel - hier sind lauter Fotografen und Kameras - Gehen auf den Finisher-Fotos sieht auch doof aus. Außerdem hat Dir gerade Deine Schwester beim km42-Schild nochmal zugejubelt"
- Kopf an Beine: "Danke für die 3:19:08, damit habt ihr mir immerhin noch das kurzfristigste aller Ziele ermöglicht. Aber NICHT Danke, dass ihr mir die 3:09:xx versaut habt."

Was danach kam, war die Enttäuschung. Ich habe es nicht geschafft und ich habe auch keine Ausrede dafür. Das Wetter war pefekt, dir Rahmenbedingungen. Es lag an mir...

Ich habe viele Glückwünsche für die Zeit bekommen...vielen Dank dafür. Aber ich persönlich muss darüber noch ein paar Tage nachdenken. In ersten SMS gestern mittag habe ich sinngemäß geschrieben "das wird schon wieder...ist ja "nur" Hobby". Aber jetzt bin ich ein wenig schlauer...das will aufbereitet werde und ich werde mir die Zeit dazu auch nehmen.

Ich gratuliere allen Finishern, ziehe meinen Hut vor allen, die einigermaßen durgelaufen sind...egal in welcher Zeit. Ich habe dies nicht geschafft. Hut ab vor Christian, der mit der 2:43:44 die NY-Quali gesichert hat. RESPEKT!!!

Das ist das Problem mit den Quali-Zeiten. Wenn Du einfach mal auf eine 3:30 trainierst und am Ende eine 3:31 läufst, dann kannst Du trotzdem zufrieden sein. Wenn Du aber eine sub2:45 für NY laufen musst, dann darf es halt keine 2:45:13 sein, dann würde man sich darüber maßlos ärgern (Fragen wir Anna Hahner mal zu dem Thema). Christian, Du hast es geschafft. Der Wahnsinn!!! Ich muss einen neuen Anlauf nehmen und das fühlt sich im Kopf gerade sehr sehr schwer an...

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

Da hat mir doch einer

den Blogtitel "geklaut". ;-))
Unangeleinte Hunde sind ein Graus.

So wie du mir gratulierst, so gratuliere ich dir zu deinem Ergebnis und ziehe meinen Hut vor der Leistung.
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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Ach, mann, wie schade. Da

Ach, mann, wie schade. Da habe ich mir im Tomasa ja nicht so ganz umsonst Sorgen gemacht, wo Du bleiben könntest. So haben wir uns wieder verpaßt, aber die Umstände auf Deiner Seite waren ja echt aufwühlend. Sowas hätte mich total aus der Spur geworfen, obwohl ich selbst noch nicht einmal Hundebesitzer bin.

Tja, und der Lauf... der Humor am Ende ist sehr schön geschrieben :) Und das so spät nach einem bis dahin tollen Lauf trotz allem... das ist echt schade und sicher schlimm für Dich. Ich hatte das so ähnlich (in anderen Pace-Bereichen aber auch spät in den 30er-Kilometern) in HH, aber da kam es bei mir nicht auf die Minute an. Wie Du schon schreibst: Bei Qualis kommt es auf die Sekunde an. Da reicht es dann wohl nicht, sich wie immer bei den Mental-Strategien empfohlen, mehrere Ziele absteigend zu setzen, von denen man sicher eins erreicht und mit dem man trotzdem noch glücklich sein kann.

Oder man ist so gut, daß man nicht so fokussiert auf das eine Ziel sein muß... aber wer ist das schon?!

Ich bin heute nicht so der beste Berlin-Tröster... aber auch von mir ganz herzliche Glückwünsche zur Zeit! Und noch einmal mein Mitgefühl für den Abend vorher. Und für die verpaßte Quali. Vielleicht fällt sie mal ab, wenn Du gar nicht so drauf schaust?! Das Potential hast Du auf jeden Fall, und gegönnt hätte ich sie Dir von Herzen.

LG Britta

...können auch mal gemein sein!

Du läufst auf einem hohem Niveau, hast sehr viel in kurzer Zeit erreicht, du wirst auch lernen müssen, dass nicht immer alles sofort erreichbar ist, manchmal braucht man ein paar Anläufe, das ist normal.
Analysiere jetzt woran es lag, zu viel in zu kurzer Zeit oder einfach shit happens und hack es ab, eins kann ich dir sagen: "an deinem Gewicht lag es nicht." ;O)

Geh Schwimmen, entspann dich und freue dich auf die netten Dinge die in drei Wochen? kommen.

3:09, du schaffst das, vielleicht erst morgen, so what.

Vielleicht war das Desaster vom Vortag

noch unterschwellig da - die Diskussion ist jedenfalls sehr erbaulich zu lesen. Auch wenn Du sie nicht erbaulich fandest zu dem Zeitpunkt.

Quali verpasst - und doch einen schönen Lauf gehabt? Wie wichtig ist die Quali sofort? Oder hat es noch ein wenig Zeit?

Klar ist es nicht toll, wenn man die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht - aber wenigstens musst Du damit nicht Deine Brötchen verdienen und hast so die Diskussion mit Sponsoren, Managern, etc. gespart!

Neuer Lauf - neues Glück. Du bist auch so eine tolle Zeit gelaufen, wenn auch unter Deinen Erwartungen. Auf einem Marathon kann eben viel passieren.

trotzdem:...

...einen ganz herzlichen glückwunsch zu der zeit. mit der brauchst du dich nicht verstecken! du läufst auf echt hohem niveau!
und wie henry schon sagt: zwei tage warten, dann kommt die freude. und mit etwas abstand lässt es sich auch besser analysieren!
____________________
laufend würd auch zu gern wissen, was aus dem hund geworden ist: happy™

Beim nächsten mal klappt das

Auch wenn es nicht mit der Quali-Zeit geklappt hat ist es dennoch ne Traumzeit.
Es war schön dich und deinen Anhang kennengelernt zu haben...

Erstmal muss ich sagen: Ich

Erstmal muss ich sagen: Ich weiß ungefähr wie sich das anfühlt. Das war jetzt in Berlin mein fünfter oder sechster Anlauf auf die New York Quali, davon bin ich dreimal deutlich weniger als eine Minute an der Zielzeit vorbei geschrammt. (Im letzten Jahr war die Quali ja noch bei 2:55/1:23.) Zweimal blieb mir nach dem Rennen auch nicht mal mehr eine tröstende Bestzeit übrig, ich bin da wirklich nicht mit mehr rausgegangen als einer Erfahrung und einem wertvollen Erlebnis reicher.
Aber man kommt aus dem Stimmungsloch schnell wieder heraus!

Du läufst erst seit anderthalb Jahren, du wirst die 3:10 ganz bestimmt noch schaffen, möglicherweise sind sogar sub 3h drin.

Zu deiner Strategie erst einen "Puffer" herauszulaufen: Wenn du da nicht umdenkst, wird dich das meiner Meinung nach einiges kosten. Vielleicht hast du dich ja von mir überzeugen lassen, am Start nicht dem 3:00-Ballon hinterherzulaufen. Trotzdem ist eine 1:33 Halbzeit mit Ziel 3:09 zu schnell. Viel schlimmer noch finde ich die "Zielpace" von 4:20 für den ersten KM bei einer eigtl. "Wunschpace" von 4:29. Der erste KM wird doch sowieso eher zu schnell gelaufen, da braucht man sich nicht noch mehr vornehmen. Selbst wenn nicht: Ein zu langsam gelaufener KM 1 ist wesentlich besser als ein zu schneller. Klingt banal, aber eine Aussage dazu von einer wirklich guten Läuferin: Wenn der erste Kilometer 15 Sek. zu schnell ist, dann kannst du das Rennen schon vergessen! (So drastisch würde ich das auch nicht sehen, aber ich denke da ist was dran.)

Die andre Sache ist die: Du läufst seit eineinhalb Jahren und das war dein sechster Marathon? Vielleicht solltest du deinem Körper mal mehr Erholungspausen geben. Die braucht er, um gestärkt daraus hervorzugehen. Klar, das Training nach einer Pause fällt immer erst mal schwer und du bist sau langsam. Nach 20KM ist Ende und mehr geht nicht. Aber wenn man sich durch dieses Tal durchkämpft, dann kommt man dann da wieder raus wie der Phönix aus der Asche!

Ich kann natürlich aus der Ferne so viel gut gemeinte Ratschläge tippen wie ich will - ich kenn dich gar nicht und vielleicht ist bei dir auch alles anders als bei mir, kann ja sein.

Danke!!!

@alle: vielen Dank für die aufmunternden Kommentare. Ihr habt schon recht - jetzt, knapp 2 Tage später fühlt es sich schon wieder deutlich anders an. Ich habe auch gestern nochmal detailliert mein Rennen anhand der km-Zeiten analysiert und für mich verstanden, dass ich wirklich ganz knapp dran war. Bis km35, vllt. sogar 36 war ich wirklich noch voll im Plan. Es wäre eng geworden, aber nur eine leichte Endbeschleunigung hätte gereicht um die 3:10 zu knacken. Ich glaube ich war im Kopf zu schnell, oder habe einfach mal falsch gerechnet und war so bei km 36 der Meinung, dass ich es nicht mehr schaffen kann. Vielleicht hätte ich noch 2km durchhalten müssen und dann wäre vielleicht die Schlussoffensive gekommen, bei der ich das letzte aus mir raus geholt hätte und vllt. die Endbeschleunigung sogar auf die Reihe bekommen hätte. Ich glaube der Totalzusammenbruch ab km39 kam dadurch, dass ich die Enttäuschung von km36/37 verarbeitet hatte, dass ich die 3:10 nicht mehr schaffen werde. Hätte ich diesen Effekt noch 2-3km herausgezögert wäre vllt noch was gegangen...und wenn es einfach "nur" eine neue Bestzeit gewesen wäre.

@running_with_sc: vielen Dank nochmal für die detaillierte Analyse und die Tipps. Du hast schon recht, das Du der Auslöser warst, dass ich nicht den 3:00-Ballonen hinterhergerannt bin. Dennoch war ich mir sicher, dass es eine gute Taktik war auf dem ersten HM so 5-10Sek/km herauszulaufen um so am Ende etwas Luft bei einbrechender Müdigkeit zu haben. Ich habe mir mal die Zwischenzeiten einiger Teilnehmer angesehen (erst die, die ich kannte und dann ein paar zufällige weitere). Alle sind ca. 30-35km eine einheitliche Pace gelaufen und haben dann 10-20 Sek/km verloren. Ein Kollege wollte eine 3:30 laufen und ist genau so eine 3:31:xx gelaufen. Er freut sich, aber das ist halt das Phänomen mit den Qualizeiten...da ist das dann zu langsam. So ist es mir ja auch in Hamburg ergangen.
Mit der Anzahl der Marathons hast du schon recht, habe ich aber auch schon erkannt. Ich bin im letzten Jahr 5 gelaufen und habe für dieses Jahr auf 3 reduziert. In beiden Jahren habe ich aber auch drauf geachtet, dass es immer nur 2 "Hauptläufe" gibt (einen im Frühjahr, einen im Herbst) und der Rest eher Sightseeing oder langer Lauf-Trainingscharakter hat.
Ich nehme die Punkte mal in meinen Gedankenspielen mit...vielen Dank nochmal für die Anmerkungen. Jetzt kommt definitiv eine Laufpause bei mir...ich bin für dieses Jahr echt "durch".

Quali-Zeit(en)

... im Fussball würde man sagen: "Das Spiel dauert 90 Minuten" und "das Runde muss ins Eckige"

Ich will damit sagen: Wenn man sich für Etwas quallifizieren will,
dann muss schon sehr vieles Stimmen ...
- ein Marathon endet erst beim Überlaufen der Zielmatte !
- auf der Strecke darf man NIE das Ziel aus dem Kopf lassen ! ( ein Mara wird im Kopf entschieden )
- schon vor den Start sollte man sich auf kleiner Eventuallitäten vorbereiten
- und, und, und ... etc.

Ganz wichtig ist jedoch auch - Auf den eigenen Körper hören, denn erzwingen kann man nichts!

Ich hätte dir die QUALLI sehr gegönnt !
Lass den Kopf nicht zu lange hängen - auf ein Neues.
Irgendwann schaffst du das (DEIN ZIEL), bestimmt !

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Grundlegend kann ich dir

Grundlegend kann ich dir leider keinen Tipp im Marathon bereich geben...ich überlege aber auch nächstes Jahr in San Diego zu starten..

Gruß
Sven

http://www.facebook.com/RunningSven

Erst mal Glückwunsch zu der Zeit!

... auch wenn du schneller wolltest. Aber genau da möchte ich noch mal einhaken.
Du hast deine Zeiten noch mal analysiert und gefunden mental wäre vielleicht was gegangen. OK, dann bin auch ich falsch. Aber ich glaube eher nicht. Es ist nicht nur einfach eine Weisheit, es ist so: Die Minute, die du vorn zu schnell läufst, hängst du hinten mindestens doppelt dran.
Die Tips bzgl. 1.km und der Renneinteilung auf HM in 1:34:30h sind richtig. Ich bin schon einige M und längere Läufe auf Tempo gelaufen. Du bekommst hinten das Tempo nicht mehr hoch. Vorn 5sec langsamer und du hast die Kraft sogar auf dem letzten 5er noch zu beschleunigen. Dann kommst du in ein mentales Hoch und es geht noch mehr. Wenn die Beine schwer werden, macht der Kopf zu. Das hast du erlebt. Das Messer zwischen den Zähnen ist eins, aber du mußt das dann auch noch umsetzem können. Und genau das geht eben nicht mit "raus laufen". Running_with_sc ist da genau auf der richtigen Spur. Folge ihm da einfach. Laufen kann so einfach sein, wenn man nicht versucht es neu zu erfinden. Diese Weisheiten haben ihre Berechtigung.
Viel Spaß beim Umsetzen nächstes Mal.
;-)

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