Benutzerbild von Kasi504

So Ihr Lieben,
der Job und damit die Pendelei haben mich wieder und ich Schussel komm' kaum noch zum Laufen, geschweige denn zum Schreiben :-(. Aber, wenn ich jetzt schon noch im Büro hänge, kann ich es auch endlich loswerden :-):

ES WAR DER OBERHAMMER UND JAAAAAA ES HAT GEKLAPPT!

Keine Ahnung wo ich anfangen soll, mein Hirn ist noch in Elternzeit, aber Versuch macht klug oder so :-).
Irgendwie war das Ganze ja eher eine absolute, spontane Schnapsidee, die sich aber recht fest in meinem Hirn festgesetzt hatte. Klar war, dass ich nach Rüningen wollte, eigentlich auch nur um die Ruhries wieder zu treffen. Aber wenn man/frau schon mal da ist, könnte man/frau ja auch vielleicht eventuell einen ziemlich unrealistischen Debütversuch starten. Immerhin lagen zwischen Anmeldung und Lauf nur noch 8 Wochen und das nach der langen Laufpause… Egal…
Der Marathonplan, der mich ideell vorbereitet und locker flockig über die Strecke bringen sollte, wurde bereits frühzeitig um die Tempoeinheiten beschnitten, später ganz über Bord geworfen. Dafür gab es ziemlich unkoordinierte lustige Läufe mit Jogmappern oder auch ungeplante Bergläufe wie die Panorama-Tour durch die Sächsische Schweiz. Hier habe ich immerhin einen von insgesamt zwei 30ern geschafft, der auch noch ziemlich super lief :-). Der Termin ist für nächstes Jahr bereits fest gebucht, da auch dieses Wochenende ein absolutes Lauf-Highlight war. Nach der Tour hatte ich allerdings keine Lust mehr auf Laufen, was eine laaaange Pause zur Folge hatte, die durch meinen Wiedereinstieg in den Job nicht wirklich unterbrochen wurde. Gott sei Dank gab es im Pott direkt einen 5,8km Firmenlauf (boah war der anstrengend, aber in der Firma war ich direkt die zweitschnellste Frau :-)) und einen CPM-Lauf, so dass sich meine Beine zumindest an die Kurzstrecke gewöhnen konnten. Aber wirklich lange Läufe gab es irgendwie nicht mehr, naja abgesehen von den 22,5km am letzten Sonntag vor Rüningen rund um den Baldeneysee - sehr schöne Strecke, allerdings bin ich zu spät los und damit in der Dunkelheit zurück gelaufen. Die Panik hat die Pace ordentlich nach oben geschoben.
Tja und dann kam sie die Woche der Wahrheit und ich wurde richtig nervös. Jetzt weiß ich, was ‚hibbeln‘ heißt. Mein Umfeld wurde komplett verrückt gemacht, Einkaufslisten mussten geschrieben, Kuchen gebacken und neue Laufschuhe (Puma Fass 500) gekauft werden. Die Schuhe habe ich immerhin knapp 6km lang eingelaufen – es lief super . Freitag Abend verlief unspektakulär, dafür wurde der Samstag umso hektischer. Das ist jedesmal ein Aufwand, mit Kind, Kegel und Gepäck loszukommen – boah anstrengend. Natürlich kamen wir zu spät los, standen im Stau und haben somit direkt den Start in Rüningen verpasst. Aber was soll’s , wir haben ja 24h Zeit. Nach dem Einchecken ging es direkt auf den Sportplatz. Ein großes Hallo folgte, meine Männer wurden vorgestellt und sofort assimiliert und somit hatte ich keine Ausrede mehr. Mit Vic97 ging es auf die Strecke und die ersten Runden. Ich konnte mir das Rundendrehen ja nicht wirklich vorstellen, aber es ist cool: man trifft immer jemanden, kann aber auch allein laufen, die Möglichkeit auszusteigen kommt jeden km und liefert ein beruhigendes Gefühl, auch das Support-Team kann alle 6-7min abgeklatscht werden, wenn es einen denn sieht usw usf. In der Zwischenzeit hatte sich Thor3108 zu uns gesellt , irgendwann waren Beide wieder weg. Bei km 12 oder 13 war Thor wieder da, legte aber ein unglaubliches Tempo vor, so dass er mit Tintin von dannen stob und ich mit Holgi weiterlief. Ein sehr angenehmer und ultraerfahrener Zeitgenosse, der als Bremsläufer einen hervorragenden Job gemacht hab. Tja und ab km 15 hatte ich Thor und damit meinen perfekten Hasen wieder. Wir unterhielten uns blendend, die Zeit verging. Es wurde dunkel, eine Live-Band spielte, der Vollmond schien. Mein Support-Team musste ins Hotel, da es für den Kleinen zu kalt wurde und wir liefen und liefen und liefen. Fies war, dass der Rest grillte und uns ständig ein extrem leckerer Fleichgeruch in die Nase stieg. Thor passte auf, dass regelmäßig getrunken und gegessen (Obst, Schokolade) wurde – ich hätte das vor lauter Plauderei direkt vergessen – und hielt einfach mein Gebrabbel aus. KM 30 kam und damit völlig unbekanntes Terrain. Ich wusste nicht, wie sich Magen, Knochen und Gemüt verhalten wurden, aber es lief. Es tat nix weh, es fühlte sich noch nicht einmal anstrengend an, alles Bestens also. Bei km 35 meine naive Frage, ob es denn jetzt noch kritisch werden könnte. Nö, war die knappe Antwort, ergo fing ich schon mal an, mich zu freuen. Vor dem richtigen Freuen kamen allerdings noch km 38 – 40, hier hatte ich keine Lust mehr und irgendwie war auch die Kraft weg, ich hatte nicht mal mehr Lust zu reden und das will was heißen. Das war der einzige Punkt, wo ich mich gefragt habe, was ich hier mache. Lustigerweise ging alles ab km 40 wieder . Es folgte noch eine kurze Diskussion, wie weit wir laufen wollten – man muss dazu sagen, dass die Garmine zu dem Zeitpunkt locker 4km mehr anzeigte. Ich wollte es aber schwarz auf weiß und offiziell, also hieß es weiterlaufen bis zum Ende und das kam auf einmal ganz plötzlich. Und damit war es geschafft, fassen konnte ich es nicht, auch nicht beim Duschen, auch nicht beim anschließenden leckeren Essen und Beisammensitzen. Den Moonlightrun habe ich ausfallen lassen, Thor ist mit der Horde noch mal auf die Strecke. Ich habe es vorgezogen, mit einigen Anderen viel zu viel Jägermeister und andere Leckereien zu trinken und weiter zu klönen. Ich weiß noch nicht mal, wann ich ins Bett bin, es war früh . Viel zu wenige Stunden später, war denn auch mein Support-Trupp wieder wach und wir entsprechend wieder auf dem Platz. Und was soll ich sagen, ich hatte einen Kater, aber keinen wirklichen Muskelkater. Rumpfstabi muss ich mehr machen und mir eine andere Laufhose kaufen, dat war es aber auch. Am Sonntag wurden noch 2 Runden gelaufen, eine spaziert und nur noch genossen. Kolja durfte endlich auf die Strecke und hat 10km absolviert. Für ihn eine kleine Sensation, da es nun nach fast drei Jahren Pause auch für ihn endlich wieder läuft. Ergo war auch er glücklich und zufrieden . Die Autofahrt habe ich schon verschlafen, auch der folgende Abend fiel sehr kurz aus.
Lange Rede, kurzer Sinn: Rüningen hat jetzt einen festen Platz in meinem/unserem Laufkalender. Es ist ein Fest, für mich final ein ganz besonderes und lässt sich eigentlich nicht beschreiben – man muss es erleben. Ich weiß jetzt, ich kann Marathon und wahrscheinlich auch ein bisschen mehr. Die Strecke hat ihren Schrecken verloren, Respekt habe ich immer noch. Jetzt heißt es also fleißig weiter laufen, damit es bei den geplanten Unternehmungen im nächsten Jahr unter sicherlich nicht ganz so perfekten Bedingungen ähnlich viel Spass macht. Ich freu mich drauf :.).

Kleiner Nachsatz samt Fazit:
- Frau kann Marathon ohne viele 30+ Läufe
- Frau kann Marathon auch mit neuen Schuhen -> aber ob frau das Risiko noch mal eingehen wird?
- Frau kann Marathon ohne vorher Carboloading zu betreiben, McDove reicht
- Frau kann Marathon auch ohne Cola, davon muss frau nur aufstoßen -> war eklig
- Frau kann Marathon mit ganz viel Spass, wenn nur langsam genug gelaufen wird (der Schnitt lag bei 6:30)
- Tempo wird überbewertet, ein Lauf mit tollen Menschen ist durch nix zu toppen

Und was kommt nun: der Borsberglauf und der 6h Lauf in Freiberg sind fest eingeplant. Am Samstag gibt es einen 'Quer durch die Heide'-Lauf, der ja mit 22,5km ein toller betreuter Lauf wäre... Grübel.

Auf jeden Fall würde ich mich freuen, den ein oder anderen von Euch demnächst wieder mal persönlich zu treffen :-).

Bis dahin liebe Grüße,

Kasi

Und ich dachte schon, du redest nicht mehr mit uns ;-)

Danke für den Bericht, ich hab schon so lange drauf gewartet!
Ich gratuliere dir recht herzlich zu deinem Debüt und ich muß neidvoll anerkennen, dass du das viel lockerer gemeistert hast als ich im April. Bei mir ging schon ab km 35 nichts mehr und mir war nicht nur reden zuviel, sondern dann auch zuhören und meine Durchschnittspace war 6:55 min/km. Aber egal, Marathon ist Marathon.

Ich fand solche Rundenläufe ja immer doof, aber je mehr ich darüber lese - ich glaube, ich probier das nächstes Jahr auch mal. Vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit?!

Solltest du dich für QdH 22,5 am Samstag entscheiden, sehen wir uns - ich lauf da auch.

Liebe Grüße!
Rosamia

Herzlichen Glückwunsch

zum Debüt!!! Du hast das toll hingekriegt. Aber nach der Panoramatour hatte ich eigentlich keine Zweifel, dass es Dir gelingen wird. Und Deine Schilderung macht wirklich Lust, selbst dabei zu sein.

Wir sehen uns in Freiberg - und da hoffe ich auf einen ausführlichen Bericht. Hoffentlich reichen die 6 h dafür ;-)

LG Petra

Herzlichste Glückwünsche

und vor allem willkommen im Club der Marathonis!

Ein toller Bericht, der Lust macht, so was auch mal zu testen. Aber erst mal sind regional näher liegende Läufe dran.
Borsberg möcht ich gern, werd ich aber wohl eher gaannzz kurzfristig entscheiden. Freiberg ist eingeplant, muss nur noch Feintuning in der Planung machen.


Laufen formt Körper, Geist und Seele.

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