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Normalerweise würde ich einen Trainingslauf nicht im Blog kommentieren - sonst würde ich neben der Lauferei nur noch schreiben. Aber die Eindrücke meines gestrigen letzten langen Lauf in der Berlin-Vorbereitung sitzen noch so tief, dass ich sie einfach mal runterschreiben muss.

Die ganze Vorgeschichte beginnt am 30.März, als mich mein Outlook daran erinnert, das ja am Folgetag ein ganzer Haufen Lufhansameilen verfallen werden. Da es eigentlich zu wenig Meilen für irgendeinen interessanten Flug waren, aber zu viele um sie einfach verfallen zu lassen, schaute ich nochmal nach, was man so alles mit der Menge Meilen anstellen kann. In dem Moment fand ich das Angebot, dass im Rahmen der Eröffnung des Flughafen Berlin-Brandenburg (jetzt im Nachhinein..."sehr witzig" ;-) extrem meilenbillige Flüge von Berlin nach ganz Europa angeboten werden.

Also schnell das Hirn angeworfen, wo wolltest Du denn immer nochmal hin? Stockholm...ja, es sollte Stockholm werden. Gebucht und vergessen.

Vor ein paar Wochen fiel es mir wieder ein und ich arbeitete mal eine Wochenendplanung aus. So die logistischen Grundlagen habe ich gelegt - ein echtes Sightseeingprogramm habe ich nicht aufgelegt. Erstens erkunde ich Städte mittlerweile lieber nach dem Motto: mal treiben lassen, als gestresst eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abzuspulen und dabei zu versäumen das Flair der Stadt aufzugreifen.

Außerdem stand ja noch der letzte "27er" der Berlin-Vorbereitung auf dem Programm und der sollte in Stockholm stattfinden. Zum Glück gibt es auch jogmapper in Stockholm und so fand ich über die Streckensuche schnell einen "28er", der sich zum wahrscheinlich schönsten Lauf meiner bisherigen Läufer"karriere" entwickeln sollte.

Da ich Samstag gegen 18 Uhr mit meinem persönlichen Sightseeing durch war und ich mir noch kurz die Muskeln lockern wollte, lief ich schon mal den ersten Teil des Laufs. Einmal rund um Södermalm (Schauplatz der Stieg Larsson Millenium-Trilogie), durch die Altstadt, vorbei am Rathaus (wo jährlich die Nobelpreise verliehen werden) und zurück zur Hostel - am Ende auch schon 15,3km.

Sonntag früh kam dann der eigentliche Lauf, 7:20 Uhr ging es los, damit ich pünklich noch das Frühstücksbuffet der Hostel stürmen konnte. Es sollte eine absolut traumhafte Lauferfahrung werden. Södermalm kannte ich ja schon vom Vorabend, aber es ist nochmal was anderes, wenn man in den Morgen reinläuft. Ein absolutes Highlight sollte dann aber die Umrundung von Djurgarden sein. Die Insel, die nur recht spärlich besiedelt ist, landschaftlich total reizvoll und z.B. das berühmte Vasamuseum beherbergt. Nachdem es während der Södermalm-Umrundung erst noch ein wenig geregnet hatte, boten sich mir zur tollen Landschaft auf Djurgarden dann auch noch phantastische Lichtspiele am Himmel.

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Südseite von Södermalm - hier noch leichter Nieselregen

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rechts die Südküste von Östermalm, links Djurgarden, geradeaus das beeindruckende Gebäude des nordischen Mueseums

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ab Djurgarden kam dann auch die Sonne raus und bot z.T. tolle Lichtspiele

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Blick vom östlichen Ende von Djurgarden

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Südseite Djurgardens

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...und vorbei am Rathaus zurück zur Hostel und einem ausgiebigen Frühstück...das hatte ich mir dann ja auch verdient

Die 28km vergingen wie im Flug. Die Reste vom Frühstücksbuffet habe ich fast im Alleingang aufgegessen und in einer Endorphinwolke eingehüllt verbrachte ich den Rest des Tages in einer der schönsten Städte, die ich bislang kennenlernen durfte.

Es war also das Ende einer durchwachsenen Vorbereitung auf den Berlin-Marathon. Mit dem festen Ziel angetreten mich auf eine Zielzeit unter 3:10 Std. vorzubereiten, kam doch einiges dazwischen. Da ich im Sommer verstärkt das Thema Triathlon gelebt habe, statt nach dem Frühjahrsmarathon mal gemütlich runterzukommen, brauchte ich Anfang August schon mal ungeplant zwei Wochen Pause um überhaupt weiterzumachen.

Ich war platt und Laufmüde. Meine Oberschenkel schmerzten dauerhaft und schrieben quasi nach der Pause. Die war dann auch gut und ich hatte wieder "Lust". Parallel dazu hatte ich mir aber auch eine neue private Baustelle angelacht (so positiv, wie man das Wort Baustelle hier meinen kann), die dann auch wieder Zeit einforderte.

Letztlich verlief der Rest der Vorbereitung eigentlich ganz gut - sämtliche Schlüsseleinheiten (Tempoläufe, Intervalle und lange Läufe) habe ich absolviert. Die lockeren Läufe zwischendurch habe ich ein wenig geschludert. Einerseits war ich aber auch viel auf dem Rad unterwegs, andererseits erschienen mir an der einen oder anderen Stelle eine Stunde mehr Ruhe als die bessere Vorbereitung als diese gestresst doch nochmal loszulaufen.

Vom Trainingspensum fühle ich mich aber insgesamt gut vorbereitet, Sorgen macht mir vielmehr, dass seit 1-2 Wochen meine Achillessehne Probleme macht. Es scheint eine Entzündung im Anfangsstadium zu sein und wenn ich so die Kommentare der Läufergemeinde lese, dann ist das nichts, womit man spaßen sollte - bzw. man tunlichst vermeiden sollte diese zu einem chronischen Leiden zu machen. Der Entschluss steht schon fest, dass ich ab Mitte Oktober für 4 Wochen keine Laufschuhe anziehen werde. Ich werde viel Radfahren (bzw. Indoorcyceln) und schwimmen, schwimmen, schwimmen...schließlich will ich als Nichtschwimmer im Juli nächsten Jahres den Ironman Frankfurt finishen.

Bis zu meiner (Lauf-)Trainingspause muss ich aber irgendwie durchkommen. Jetzt wird eh getapert und die Achillesferse gehegt und gepflegt. Mit Hilfe von Dehn- und Kräftigungsübungen (die "Treppe"...danke an das jogmap-Forum ;-) und regelmäßig kühlen habe ich es im Griff. Nach Berlin soll es dann richtig heilen. Bitte, bitte halt Berlin noch durch...ich habe mich doch so lange darauf vorbereitet.

Bin gespannt, was ich nächste Woche Sonntag nachmittag so zu erzählen habe. Ich konnte selten vor einem Marathon so unkonkret meine Zielzeit antizipieren. Ich werde die 3:10 mal probieren...vor dem Start aufgeben ist nicht mein Ding. Ob es klappt?

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (4 Wertungen)

Stockholm ist wunderbar

Vielen Dank fürs Mitnehmen auf diesen schönen Trainingslauf mit Fotos - ich war letztes Jahr auf Dienstreise in Stockholm und fand es wunderbar. Jetzt wünsche ich Dir erstmal einen friedfertigen Achilles und gutes und schmerzfreies Durchkommen am Sonntag. Kommst Du am Samstag ins Tomasa?
Vielleicht bis denn
yazi

habe Dank für deine Eindrücke

.... und warte in Berlin im Ziel auf mich. :-)
Ich folge dir auf den Fersen und wünsche uns allen einen wunderbaren Tag.

Anmeldung

für den Stockholm Marathon schon draußen? Steht auf meiner Hitliste ganz weit oben.

Danke für die Bilder,
Karen

....Nur wer sich auf den Weg macht, wird etwas Neues entdecken.....

Das war bestimmt ganz viel

Das war bestimmt ganz viel Motivation für den Kopf, und das ist wichtig! Sieht schon auf den Bildern toll aus, aber Du hast da Ganze ja "in echt" im Kopf, das wird so manchen langweiligen Füll-Lauf mehr als ersetzten.

Bis Samstag,
LG Britta

Danke,

für das Auffrischen der Erinnerungen an meinen zweiten Marathon.

Viel Erfolg in Berlin.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

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