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... der Satz, den ich am wenigsten von meinem Arzt hören wollte.

Aber der Reihe nach. Nach meinem Beschwerden in Folge des Münster-Marathons am 9. September stand am vergangenen Freitag die Untersuchung im MRT an. Bis dato war mein Arzt/Orthopäde noch von einer Verletzung am Kreuzband und/oder am Meniskus ausgegangen.

Nach ca. 40 Minuten im Magnetresonanztomographen (unglaublich, wie laut die Dinger sind) konnte ich dann gemeinsam mit dem Radiologen die Innenansicht meines Knies bewundern. Das (wenige) positive zuerst - der Meniskus ist heil und das Kreuzband nicht gerissen oder angerissen, aber wohl stark gedehnt.

So weit war ich erleichert, bis der Arzt mir das starke Knorpelödem mit beginnendem Knopelschaden näherbrachte und erläuterte, das zudem die Gelenkfläche des Schienbeinkopfes mit multiplen mikroskopisch kleinen Haarrissen versehen ist. Eigentlich eine typische Reaktion auf eine lang andauernde Überlastung - wenn ich denn nur mal irgendwas davon bemerkt hätte.

Heute dann die Planung des weiteren Vorgehens beim Orthopäden, die mit eingangs erwähntem Zitat begann. Zunächst ist sechs Wochen lang eine Knieorthese vorgesehen, dann noch einmal 6 Wochen Ruhe, insgesamt 3 Monate. Dann mal sehen, wie sich alles entwickelt. Speziell die 3 Millimeter zuviel "Spiel" im Gelenk lassen lt. Arzt eine Entwicklung in alle Richtungen zu, von vollständiger Heilung bis zu einer andauernden Beeinträchtigung.

Insgesamt wird es wohl wieder werden, aber ob mir künftig noch intensiveres Laufen größerer Strecken möglich sein wird steht in den Sternen.

Mir geht nun einiges im Kopf rum. Klar, dieses Jahr waren es bislang über 2.800 KM, verglichen zu geschätzt ca. 1.200 im letzten Jahr (2011 größtenteils nicht bei jogmap.d eingetragen). Verunsichert bin ich jedoch darüber, das ich zu keiner Zeit nennenswerte Knieschmerzen verspürte, und mich nun auf einmal mit ernstzunehmenden Abnutzungserscheinungen (Knorpel) bzw. einem Schienbeinkopf "kurz vor dem Ermüdungsbruch" konfrontiert sehe - Gelenk- oder Knochenprobleme hatte ich z.B. nach über 20 Jahren Fußball nicht, wenn man von den üblichen Sprunggelenksgeschichten mal absieht.

Könnte im Moment wahnsinnig werden. Sech Wochen mit dieser Schiene, mit der ich zumindes heute am Tag 1 nicht wirklich zurecht komme, gefühlt geht es ohne besser. Nächste Woche geht es in den Urlaub, den ich zwar antreten kann, der aber von der Gestaltung her doch komplett umgeplant werden muss.

Und dann die Frage, wie es mit dem laufen weitergeht. Wenn überhaupt. Röntgenlauf im Oktober ist natürlich Geschichte und für nächstes Jahr hatte ich mich eigentlich auf Sachen wie den Seilersee oder Rüningen vorbereiten wollen ... statt dessen sitz ich jetzt hier mit einem kaputtem Knie, bin schon ziemlich unausgeglichen wegen einer Woche ohne anständige Bewegung und mag mir gar nicht ausdenken wie das weiter geht. Es ist zum verrückt werden.

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My five pence...

"Spiel im Knie" sind bei einem ueberdehnten Kreuzband genau das was man erwartet. Da wuerde, sobald der Akutschmerz nach wenigen Wochen nachlaesst, eine gezielte Kraeftigung der Oberschenkelmuskulatur angebracht erscheinen. Inwieweit dies mit einer Knieorthese erreicht wird: kein Kommentar.

Du hast 20 Jahre lang Fussball gespielt? Stammt daher vielleicht bereits die Kreuzbandverletzung? Lange Kreuzbaender ziehen IMMER eine staerkere Knorpelabnutzung mit sich, Fussballspielen uebrigends auch. Wie alt bist Du? Ab 40 hat da eigentlich jeder Abnutzungserscheinungen!!

Du schreibst Du hast in den vergangenen Monaten "keine nennenswerten" Knieprobleme gehabt. Keine NENNENSWERTEN. Aber das da was nicht stimmte hast Du irgendwie doch bemerkt? Deine km Leistung ist in der Tat beachtlich, vielleicht musst Du in Zukunft Dein Niveau herunterfahren, aber Das Verdikt muss nicht unbedingt "nie wieder lange Strecken laufen" heissen

Ich wuerde jetzt erstmal nicht allzu schwarz sehen.

Erstmal gute Besserung, ich konnte zu Beginn (mehrere Wochen) keinen Richtungswechsel GEHEN vor Schmerzen, heutzutage ist bei mir alles andre oefters kaputt als das Knie

cour-i-euse
Seit etwa 20 Jahren kreuzbandlaediert

das wird wieder

Hallo chardes,

ich würde da den Mut nicht verlieren. Ich kann Dir zur Aufmunterung etwas von meinen Wehwehchen erzählen, die in die gleiche Richtung gehen:

Bei mir wurde mit 25 auch eine Abnutzungserscheinung der Knorpel im Knie festgestellt. Vor allem an der Außenseite, auch bedingt durch die Kniescheibe. Damals bin ich ca. 2000km pro Jahr gelaufen und zusätzlich ca. 10000km Rad gefahren. Wenn es bei Dir auch unregelmäßig ist, kann man evtl. einiges von meinen Maßnahmen ebenso verwenden.

Man kann sehr viel dagegen tun. Hier einmal eine Auflistung der Maßnahmen, welche ALLE bei/an mir durchgeführt wurden bzw. von mir durchgeführt wurden. Ich bin seit langem beschwerdefrei und laufe bis zu 120km die Woche (3000-3500km sind dieses Jahr geplant):

1) Für die ganz akuten Phasen hatte ich Bandagen, welche die Kniescheibe etwas in die Mitte gerückt haben. Etwas unangenehm damit zu laufen bringen aber etwas. Seit 10 Jahren nicht mehr benutzt.

2) Meine Fußstellung beim Laufen wurde analysiert und ich habe Einlagen für die Schuhe bekommen und stützende Schuhe (nutze beides nicht mehr). Die richtigen Schuhe sind vermutlich bei Dir auch sehr wichtig. Ich habe erst mit Minimalschuhen das Problem richtig im Griff.

3) Mir wurde empfohlen mehr zu schwimmen. Insbesondere der Kraulbeinschlag trainiert den inneren Oberschenkelmuskel (im Gegensatz zum Laufen und Radfahren) und zieht die Kniescheibe nach innen. Damals war es dann 6x Woche Schwimmen, jetzt noch 2x Woche

4) Ich habe Gelatinekapseln verschrieben bekommen. Habe die irgendwann durch Gummibärchen ersetzt. Funktioniert auch, aber ich mag Gummibärchen nicht mehr. Wenn ich Richtung 100+ km die Woche laufe esse ich noch 50-100Gramm pro Tag

5) Aquajoggen: Schmiert die Gelenke und hilft dem Knorpel zu regenerieren, ohne eine große Belastung. Bei den 90+ km Wochen lege ich 2 Aquajoggen Einheiten ein. Meistens jeweils 20-40 Minuten

Die Umfänge standen eigentlich nie zur Debatte. Die ganzen Maßnahmen sind mittlerweile 15 Jahre alt. Da gibt es bistimmt noch mehr was man mittlerweile machen kann. Daher Kopf hoch! Es gibt wirklich sehr viele Möglichkeiten.

Meine Bänder sind übrigens auch überdehnt (bei den Sprunggelenken) --> ich sehe das als Vorteil, da ich mich beim Umknicken nicht mehr verletzte. Zumindest seit ca. 20 Jahren nicht mehr.

Schönen Gruß

Ufff

eigentlich würde ich sagen, dass das gar nicht sooo schlecht ist! Ein ruinierter Miniskus wäre schlimmer!!!
Also muß das Laufen halt erst mal etwas ruhen. So what? Geh schwimmen, fang mit dem Radfahren an und bau deine Beinmuskulatur durch Gymnastik und Studio auf. Lass einfach was Zeit ins Land gehen und warte wie weit alles heilt.

Versuchs vielleicht mal mit Glucosamin.

Gute Besserung und Kopf hoch!

Mach' erstmal halblang.

Und krieg' nicht mehr Panik als nötig.

Meine Diagnose im Februar nach MRT: Knorpelschaden Grad 3, retropatellarer Riss im Knorpel. Empfehlung: sofort aufhören zu laufen. Am Besten für immer. Nur noch knieschonende Sportarten. Glucosamin schlucken. Krankengymnastik. Einlagen. Befreundete Orthopäden haben mir immerhin vom Laufen abgeraten, Marathon sowieso.

Laufen ging zu dem Zeitpunkt wirklich gar nicht. Selbst im Alltag hatte ich Schmerzen. Gut, wenn man als Lieschen Müller meint, mal eben an die 2000km jährlich rennen zu müssen - - kann der Körper schonmal meckern, ne. Und er HAT gemeckert, im Knie, schon lange. Was man nicht brauchen kann, verdrängt man einfach.

Seit Juni lief es dann wieder. Glaub die Behandlung des ISG hat am meisten gebracht. Oder die sportliche Auszeit? Oder war es gar die Erkenntnis dass Laufen nicht lebensnotwendig und Leben auch ohne Laufen schön ist?!

Vor 3 Wochen war ich nochmal im MRT.
Diagnose: dieselbe. Nichtmal die Quadrizeps-Sehne war wieder völlig ok. Dann mal den MRT-Orthopäden gefragt.
"Also, wie alt sind Sie? Sie wissen ja, der Körper altert ab 20 Jahren. Das wollen Sie jetzt sicherlich nicht wissen. Ihr Knorpel ist kaputt, aber altersgerecht. Der darf so sein. Wenn Sie jetzt weiterlaufen, haben Sie vielleicht mit - 80? - keinen Knorpel mehr, dann reibt Knochen auf Knochen. Aber, dann haben Sie wahrscheinlich auch keinen Meniskus mehr. Und laufen wollen Sie dann sowieso nicht mehr. Also, probieren Sie, was geht, und hören Sie dabei auf Ihren Körper."

Danke, Herr Doktor!

Halt also erstmal die Füße still. Verlier' nicht die Hoffnung. Komm' runter von dem Gedanken "Ohne Laufen kann ich nicht leben." Du kannst. Gut sogar, erst Recht wenn es nur für ein paar Monate ist. Dein Körper dankt es Dir!! Und glaub' mir, es werden sich viele tolle neue Möglichkeiten für Dich auftun. Vor allem - eine ganz neue Einstellung zum Sport. Und zum Leben. Und so ...

Viel Kraft zum Loslassen wünscht Dir
RE

Alles wird gut!

Hallo, vielen Dank für

@ cour-i-euse: vielen Dank für Deine Zeilen,

jepp, 20 oder 21 Jahre Fußball, von 8 bis 29, seit zehn Jahren nicht mehr, bin jetzt 39. Habe in dieser Zeit grob erinnert nie Knieprobleme gehabt, beidseitig zwar mehrere Bändergeschichten in den Sprunggelenken, aber Knieprobleme nie. Auch jetzt zuletzt beim laufen nicht, wenn man mal von der normalen (oder von mir als normal erachteten) Erschöpfung nach dem laufen absieht.

Der Akutschmerz ist erträglich, auch wenn es seit der vergangenen Woche etwas zunimmt. Spürbar ist halt die Instabilität des Knies, was beim gehen recht schnell zu einem "verkanten" führt. Das ist dann der Moment, in dem es richtig schmerzhaft wird. Die Muskulatur dürfte eigentlich ausreichend stark sein, zum einen neige ich seit jeher zum schnellen Muskelaufbau und betreibe seit Jahren durchgehend Krafttraining für den gesamten Bewegungsapparat. Werde mich natürlich dennoch schlau machen, ob man da noch gezielt etwas spezifisches tun kann.

Der letzte Satz beschreibt mein aktuelles Problem recht gut - Richtungswechsel sind das schlimmste. Ist mit der Orthese momentan doch deutlich besser, auch wenn ich mich sonst wenig damit anfreunden kann. Wird spannend, damit kommende Woche 20+ Stunden im Flieger zu sitzen, hab ein Jahr auf Australien gespart und alles bezahlt, wird jetzt eh schon mehr eine Mietwagentour den das gewohnte Backpacking.

Mal sehen was wird. Danke!

@ Monti00:

auch Dir vielen Dank! Deine Erzählung macht mir etwas Hoffnung, zukünftig noch mal in bekannter Form laufen zu können. Laufanalysen hatte ich schon (- auch alle mit dem gleichen Ergebnis), allerdings noch keine wirklich medizinisch fundierte. Mir ist auch von anderer Stelle bereits geraten worden, das einmal z.B. an einem sportmedizinischen Institut durchzuführen und vielleicht mit Einlagen noch eine Verbesseung der Situation zu erreichen.

Schwimmen ist eigentlich so gar nicht meins - weder von der Technik her, noch von der Lust. Aber ich werde mich absehbar wohl damit anfreunden müssen, die Radfahrsaison geht zu Ende und aus Sicht der Gelenkschonung wird Schwimmen wohl das erste sein, was wieder gehen wird.

Gelantinekapseln oder andere Medikamente standen bis jetzt noch nicht auf der Agenda. Werde meinen Arzt nach der ersten akuten Phase darauf ansprechen, bzw. wenn der Verlauf der Heilung abzusehen ist.

Nochmals Danke, dein Beitrag stimmt mich hoffnungsvoller!

@ ronnin:

Jepp, Du hast irgendwie recht, ein kaputter Meniskus wäre noch schlimmer gewesen und hätte wohl zeitnah eine Operation nach sich gezogen - so gesehen - trotz allem irgendwie noch Glück gehabt. Es wird dann in einigen Wochen erst mal das Studio, der Ergometer und das schwimmen werden ... und hoffentlich dann irgendwann wieder das laufen, was für mich in den vergangenen Jahren mental wichtiger geworden ist als körperlich.

Auch Dir vielen Dank!

@ RelliElli:

Wow, Deine Diagnose liest sich ja noch entmutigender. Unterschied halt zu mir - ich habe wirklich nichts gemerkt im Knie. Klar, ich hatte längere Streaks dabei, wo ein paar Tage mehr Pause sicherlich gut gewesen wären - aber ich musste nie "Schmerzen weglaufen" oder so etwas. Daher war ich auch so vor den Kopf gestoßen wegen der Verschleißerscheinungen, auch wenn natürlich ein großer Anteil davon altersgerecht ist.

Nun ja, ich werde sehen müssen was kommt, ist alles halt noch zu frisch. Schön zu hören, das bei Dir anscheindend jetzt wieder schmerzfreies Laufen möglich ist - auch mit der Diagnose, das gibt mir Mut. Danke!

Nochmals euch allen mein Dank, werde mich nun in Gedult üben müssen und hoffe das beste. Mal eine andere Art von Herausforderung.

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