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der Kopf sagt: "heute kommt die neue PB auf der Hausstrecke". Schon den ganzen Tag. Eigentlich ist es also klar, die Strecke bekannt, das Training bisher lief gut. Ein Tag Pause war auch - und dann? Was für eine Lehre! Aber der Reihe nach:
Der Kopf will unbedingt laufen – Du kennst das Gefühl. „Man kann schließlich, wenn man nur will! Alles eine Frage des Kopfes.“
Aber dann lief der Tag heute ganz und gar nicht optimal.
Endlose Konferenzen, ermüdende Mails, viel zu späte Mittagspause (1400h) und auch noch gehetzt nur ein Belegtes…
OK, eine Stunde später den knurrenden Magen mit Eiweiß-Shake beruhigt… trotzdem nie ein sattes Gefühl. Viel zu viele Erdnüsse in Schokki stattdessen anstelle vernünftiger Nahrung. Dann endlich raus um kurz nach fünf und… Volle Pulle rein in den Mega stau => 50 Minuten für die ich sonst 15 brauche. Zuhause, endlich.
Müde – aber die Sonne scheint. Der Kopf will unbedingt, schnell noch eine Tasse Tee, ein weiterer Eiweiß-Shake und ein Viertel Ritter-Sport Trauben-Nuss…
Rein in die Klamotten und los geht’s. Aber was ist das?
Die Beine sind müde, die Atmung geht schleppend, ich laufe schneller als gewohnt los, will ja die PB auf meiner Hausstrecke…
Boston spielen „A man I’ll never be” – wie passend!
Danach Iron Maiden „Run to the Hills” es geht bergauf dabei, ich wunder mich ueber mein Handy, dass scheinbar weiss welche Musik ich jetzt brauche ...
1km – 0:04:58
Fuehlt sich aber zaeh an.
Inzwischen laufen die Foo Fighters mit „Times like these“ – ich kann mir das Grinsen nicht mehr verkneifen. Ich schwoere, der Player ist auf Random eingestellt.
2km – 0:04:33
Ueberrascht bin ich schon – der Atem keucht immer noch und die Beine sind kraftlos. Aber schmerzfrei lauf ich weiter. Die Lunge ist heute der limitierende Faktor.
3km – 0:04:20
Die „Rock and Roll Band“ von Boston heizt mir jetzt ein. Ein guter Beat zum Laufen.
OK, das ist die bergab Passage und ganz ok, aber ich war da schon deutlich schneller, nur heute, mit diesen Beinen….
4km – 0:04:35
Ich überschlage kurz im Kopf worauf das rausläuft während es wieder bergauf geht. Das Keuchen hört nicht auf. Erste Gedanken Pace rauszunehmen, das wird heut nichts mehr. Schwere Beine, immer noch… Dazu Foo Fighters „Erase/Replace“ Ich zieh das Langarmshirt aus und knote es mir um.
5km – 0:05:03
Die Gegengerade ist zäh außerdem meldet sich der Darm und möchte unbedingt eine Entlastungspause… und ich verdränge den Gedanken und versuche mich auf den Lauf, die Atmung und die Armhaltung zu konzentrieren. Dann kommt der Schwalbenschwanz und ich muss über einen Hund springen, der nur 1m vor mir beschließt, die Straßenseite zu wechseln… GRRR… die Besitzerin zieht hilflos die Schultern hoch und lächelt mich unsicher an. Ich lächle freundlich zurück… es ist ja nichts passiert. Coldplay spielt „Speed of Sound“ das kann man auch zynisch verstehen…
6km – 0:04:57
Die Dame im Kopfhörer sagt „ six kilometers in twentyeight minutes and twentysix seconds.“ – Der Glaube an die Leistung ist wieder da, aber das schwerste Stück steht mir noch bevor, jetzt geht es bergauf dann auch noch Foo Fighters mit „Statues“ jaja, „Macht Euch nur über mich lustig!“– PB wird das heute keine mehr. Es fehlen fast 2 Minuten! Trotzdem will ich jetzt wissen wo ich stehe.
Der langsamste Kilometer, aber das ist auch das steilste Stück.
An der nächsten Biegung ein Dalmatiner mit weiblicher Begleitung und dahinter, gut 500m voraus ein Jogger- Mein Pacemaker!!! ;-)
7km – 0:05:08 => 0:33:34
Also dran gehängt – und siehe da, es geht noch. Endlich kommt auch wieder passende Mukke Foo Fighters singen „Come alive“ und das mach ich dann auch.
Als ich bis auf 50 Meter dran bin biegt er aber ab, bevor ich den Triumph einheimsen kann.
Und es geht die Zielgerade hinunter – viel langsamer als gewohnt, ich kann nicht mehr schneller
Paramore spielt passend dazu ihr „Careful“
Zuhause steht die Uhr bei 0:36:27 eine Minute langsamer als zuletzt – aber ich fuehl mich gut trotz ausgefallener PB.
Erst jetzt merke ich, das ich unter dem kurzen Laufshirt auch noch mein T-Shirt (jetzt klatschnass) an habe…. Gewiss seit langem der am schlechtesten vorbereitete Lauf… aber ich grinse und das zählt.
Die gute Nachricht? Die Form ist bestätigt, wenn ich wollt könnte ich die 10km in Esslingen unter 45min anpeilen – aber wozu?
Und noch etwas ist mir klar geworden - wenn man schon mit dem Kopf laufen geht, sollte man ihn auch BENUTZEN bevor man losrennt!

Jetzt aber erstmal Lasagne und ein Filmchen
Quasi

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Ganz interessant zu lesen...

... was in einem Kopf vorgeht, mit dem gelaufen wird :-D

CU in Esslingen!

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