Benutzerbild von chardes

Eigentlich lief es ganz gut, gestern beim Marathon in Münster. Sonniges Wetter, auch wenn es drohte heiss zu werden. Aber immerhin kein starker Wind, dazu fühlte ich mich gut und war sogar einmal ausgeschlafen. Der Start war um neun Uhr, da mein Garmin gerade ausgetauscht wird und ich keine Lust hatte, ein GPS-Handy mitzuschleppen beschloss ich, grob nach Gefühl zu laufen und mich ein wenig an den Zugläufern zu orientieren. Es ging dann einigermaßen zügig los, auch wenn es so ab ca. halb elf sehr warm wurde. Die Halbmarathon-Durchchangszeit lag bei 1:33:38, mir war allerdings klar, das ich das nicht halten konnte. So wurde es dann auch zusehends langsamer.

Am Verpflegungspunkt bei KM 30 in Roxel ist es dann passiert. Ich laufe etwas langsamer, drehe mich nach rechts, um den Becher Elektrolytgetränk aus der Hand der Helferin zu nehmen und rutsche dabei mit dem rechten Fuß auf einer Lache verschütteter Cola aus, die auf dem glatten Asphalt einen rutschigen Belag gebildet hatte. Mein linker Fuß steht im trockenen, rührt sich darob keinen Milimeter und so mache ich sprichwörtlich "die Grätsche", wobei das linke Knie ungesund einknickt. Schmerzen habe ich nicht großartig gespürt, klar, bei den Endorphinen im Blut und dem Schreck beim wegrutschen. Also wieder aufgesprungen und weiter, ohnehin schwer genug bei den jetzt anzutreffenden 30 °C.

Irgendwie ging es dann weiter ins Ziel, vom Knie war zunächst nichts zu merken. Die Pace litt beständig, schließlich landete ich bei 3:22:18, weitaus besser als ich gedacht hätte. Medaille, drei Becher Wasser und dann mit einem alkoholfreien Weizen erst einmal auf die im Zielbereich aufgestellten Bänke.

Da kam dann ca. 10 Minuten später das böse erwachen - als ich wieder aufstand konnte ich mit dem linken Bein nicht mehr auftreten, ein heftiger Schmerz bei Belastung des Knies, als würden die Knochen direkt aufeinander reiben. Ohne das ich im bemerkbar machen musste hatte mich schon ein Physio der Johanniter entdeckt und stützte mich die paar Meter bis zum Behandlungszelt. "Könnte was am Meniskus sein" schloß er schließlich, was bedeutete, das der Mittag noch eine Fortsetzung im Krankenhaus finden würde. Mit einigen Schwierigkeiten aufgrund der Straßensperrungen brachte mich dann ein Rettungswagen in die Raffaelsklinik, wo man sich auch mal über einen ansprechbaren Marathonläufer freute, die restliche Kundschaft des Tages litt eher unter Kreislaufkollapsen und war dementsprechend weniger sortiert. Zwischen längeren Wartezeiten wurde dann untersucht, geröngt und weiter untersucht, Knochenabsplitterungen und Brüche konnten ausgeschlossen werden, was mit Kreuzband und Meniskus ist würde nur ein Kernspin/MRT zeigen können.

Heute dann der Besuch beim Orthopäden, mit dem Ergebnis, das das Knie links einen "deutlich spürbar viel weicheren Anschlag hat" als das rechte, die Messung mit einer speziellen Schiene ergab dann auch, das der Unterschenkel im Gelenk links drei Millimeter mehr Spiel hat als im anderen Bein. Dazu kommen Schmerzen an der Innenseite des linken Knies, beim durchstrecken ein "Verkanten" und das Gefühl, das da irgend eine Sehne über den Gelenkkopf wandert. Kann jetzt ein Kreuzbandanriss oder eine Verletzung des Meniskus sein, für Freitag steht der Termin zum Kernspin an, was hoffentlich Klarheit bingt. Vermutlich bittere Klarheit.

Verdammte Cola!

4
Gesamtwertung: 4 (1 Bewertung)

Schxxxx

Doof, ...

... aber erst mal abwarten. Erst mal bis Freitag die Knochen den Marathon vergessen lassen und dann schauen.
Ich drück dir die Daumen!
;-)
PS: Bei km 30 schon Cola. das ist eh viel zu früh!

Cola immer nur auf den letzten Kilometern....

Mist! - Gute Besserung!

"Ein Leben ohne Kommentar ist denkbar, jedoch sinnlos"

Schleswig-Holstein im Herzen,
BORN im Kopf

Da ich mich üblicherweise eine Stunde nach Dir...

...in's Ziel schleppe, hätte es meine Cola nicht sein können. Ja ja, ich gebe es zu - Cola bei km 30 baut mich auf.

Dir wünsche ich von Herzen gute Besserung !!!


@ ronnin Du sagst es. So

@ ronnin

Du sagst es. So richtig Schxxxx ...

@ Schalk

Danke fürs Daumendrücken. Komme mit Schiene Bandage so einigermaßen zurecht, aber ab und an verkantet etwas im Knie, dann wirds übel. Aber Du hast Recht, mal sehen was Freitag bringt und das beste hoffen.

Bei 30 Cola fiele mir auch nicht ein, ich hatte vorne schon ein Wasser genommen und wollte dann noch was isotonisches, weil es sonst nichts mit Salz gab. Wobei ich dem Powerade-Zeug, gerade dem blauen, nicht wirklich was zutraue, schmeckt einfach wie süßer Saft. Es gab leider in MS nichts anderes.

@ scooby

Danke!

@ Holgi68

Danke für die guten Wünsche! Habe drüber nachgedacht, wie es etwas später an den VPs aussehen muss, wenn noch mehr Läufer vorbei waren. Naja, vermutlich können die meisten ihre Beine besser sortieren als ich, diesmal ist es halt im buchstäblichen Sinne "dumm gelaufen".

Ist das Powerrade ...

... das Zeugs, was es auch in Frankfurt geben soll. Hab ich bisher nur schlechtes von gehört. In Frankfurt hat wohl schon so mnacher seinen Mageninhalt ausgeleert.
Bei Iso bin ich immer seehr vorsichtig - wenn ich es nicht kenne.
Morgen ist Freitag! Die Beine/Knochen dürften sich langsam beruhigt haben und somit "nur" noch "Nachhaltiges" übriggeblieben sein.
Viel Glück.
;-)

Danke für die guten

Danke für die guten Wünsche! Es hat sich beruhigt, was sich beruhigen konnte. Was übrig blieb ist ein Befund, der mich nicht wirklich positiv stimmt. Sieht nach einer langen Laufpause aus und ob es noch mal über längere Strecken gehen wird bleibt fraglich. Habe einen neuen Eintrag dazu verfasst.

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links