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Ich hatte mich schon lange auf den heutigen Halbmarathon gefreut. Ich bin seit Wochen in einem ziemlichen Blindflug unterwegs, wo ich eigentlich in der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon stehe. Meinen Trainingsplan nach Steffny, mit dem ich die Boston-, bzw. London-Qualifikation (3:10Std) erreichen möchte, schaffe ich kaum. Mit den Schlüsseleinheiten (lange Läufe, Intervalle, Tempoläufe) komme ich noch klar, aber da ich die ergänzenden Läufe nicht schaffe, komme ich bei weitem nicht auf die angestrebte Kilometer-Leistung. Ebenso zu weiterer Unsicherheit führt, das ich schon mit dem Hinterkopf beim Ironman-Frankfurt 2013 bin und das Schwimmen und Radfahren nicht ganz vernachlässigen möchte...aber was zählen Radausfahrten in der Marathon-Vorbereitung?

Lange Rede, kurzer Sinn, der Schapener Halbmarathon sollte mir Gewissheit geben, wo ich eigentlich stehe. Aber wie sollte es nicht anders sein, 3 Tage vorher legte mich eine Nebenhöhlen-Entzündung flach. Nachdem ich aber schon durch meinen London-Urlaub 1,5 Wochen im Trainingsplan verloren hatte, durfte es jetzt eigentlich keinen Krankheitsausfall gehen. Samstag habe ich mich ganz ok gefühlt, also stand die Entscheidung: "ich laufe".

Am Start habe ich mir nochmal die Frage gestellt, ob das so alles Sinn macht. Ich hatte irre Kopfschmerzen und auch auf den ersten beiden km sollte es so bleiben. Es fühlte sich an, als ob bei jedem Schritt jemand mit einem Vorschlaghammer auf mich einprügeln würde.

Aber irgendwie habe ich die Kopfschmerzen vergessen, oder sie hörten auf...oder was auch immer. Jedenfalls realisierte ich bei der ersten Entfernungsmarkierung (2,5km), dass ich im Bereich meiner Bestzeit (1:29Std. - 4:15Pace) unterwegs war. So nach 3-4km hatte sich auch das Feld sortiert und ich hatte eine kleine Dreiergruppe, in der ich so meine Runden drehte. Bei km 7 verloren wir aber den ersten Mitläufer. Bei km 9, der zweiten Verpflegungsstation fand ich mich selbst besonders nett ;-) - mein Mitläufer verpasste die gereichten Becher, aber ich teilte meinen mit ihm, statt mir bei der Hitze die zweite Hälfte über den Kopf zu schütten. Das schien meinem Mitläufer zusätzliche Energie gegeben zu haben, denn kurz bevor wir die Ziellinie nach der ersten Runde (10,5km) überquerten konnte ich ihm nicht mehr folgen. Meine erste Runde dauerte etwa 46:30 Minuten.

Er gewann zwischenzeitlich etwa 80m, da die Strecke aber viele lange Geraden hatte, konnte ich ihn eigentlich immer noch sehen. Aber ich drohte noch einen Platz zu verlieren, denn ab km13 hörte ich Schritte von hinten, die sehr schnell näher kamen. Etwa bei km15 wurde ich ein-, nicht aber überholt. Mein neuer Mitläufer lief 2km mit mir mit, statt wie ich erwartete, davon zu ziehen. Dann kamen die beiden kurzen Anstiege so bei km17, die ich einfach nur solide mein Tempo weiterlief. Er schien damit nicht wirklich klar zu kommen und musste wieder abreissen lassen. 2km vor dem Ziel merkte ich, dass auch wieder Chancen bestanden meinen ersten Mitläufer wieder einzufangen, denn er war nur noch ca. 30 Meter vor mir. Ich nahm nochmal die Beine in die Hand und überholte ihn ca. 400m vor dem Ziel. Der Schlusssprint muss auch wesentlich dazu beigetragen haben, dass ich die zweite Runde sogar schneller als die erste lief. Im Ziel wurde ich in 1:32:18 in der Gesamtwertung Siebter.

Für meine Berlin-Vorbereitung bin ich aber genau so schlau, wie vorher. Wie viel schneller hätte ich laufen können, wenn ich körperlich fit gewesen wäre? Daheim angekommen hat es mich erstmal den Rest des Tages langgelegt. Erst nach ein paar Stunden "Siesta" bin ich wieder zu Kräften gekommen. Berlin wird wohl eine Überraschung werden - ich werde mal meine Zieltempo-Pace starten und schauen, wie weit ich damit komme...

Ach ja, der Schapener Volkslauf war toll organisiert - ein echter VOLKSlauf. Sehr familiär alles, gemeinsame Aerobic-Warm-up, Spielecken, selbstgebackene Kuchentheke, Tombola, etc. - eine sehr angenehme Atmosphäre. Wenn der Termin passt, dann bin ich nächstes Jahr gerne wieder mit dabei. Und dann würde ich mir gerne die Nebenhöhlen-Entzündung vorher sparen...

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

Über wenn, wäre, hätte

würde ich mir nachträglich keine Gedanken machen, das lohnt nicht. Berlin ist ein eigener Tag, eine eigene Form und ein eigenens Wetter. Lass krachen! Die Generalprobe ist doch trotz Einschränkungen gut gelaufen.

Also,wenn Du schon trotz Infekt-Rest,

Kopfschmerzen und bei dieser Affenhitze einen Halbmarathon in 1:32 läufst, sehe ich doch für 3:10 in Berlin gar keine Probleme. 5 Minuten haben in Wolfsburg alle schon alleine wegen Hitze draufgerechnet, und wenn Du das dann in die Marathon-Rechner eingibst, bekommst Du zuverlässig Deine sub3:10 angezeigt!

Also, gar nicht so viel grübeln, lauf' auf die Boston-Quali los, das wird! Aber schön ganz auskurieren und nichts Neues holen *droh*!

Tolle Zeit, herzliche Glückwünsche,
LG Britta

Noch jemand aus BS. Hello! :-)

Ja, in Schapen bin ich vor Jahren meinen ersten HM gelaufen. Seither hab ich es aber nicht mehr geschafft, so wie gestern auch wieder nicht.

Aber er war damals schon toll organisiert und bei den Teichen laufe ich auch sehr gerne im Training.

Allerdings. Bei weitem nicht in der von Dir halbkrank hingelegten Pace! Respekt! Ob es wirklich gesund und vernünftig war? Eher nicht. Trotzdem oder gerade deswegen: Klasse Leistung! :-)

Noch jemand aus BS. Hello! :-)

Ja, in Schapen bin ich vor Jahren meinen ersten HM gelaufen. Seither hab ich es aber nicht mehr geschafft, so wie gestern auch wieder nicht.

Aber er war damals schon toll organisiert und bei den Teichen laufe ich auch sehr gerne im Training.

Allerdings. Bei weitem nicht in der von Dir halbkrank hingelegten Pace! Respekt! Ob es wirklich gesund und vernünftig war? Eher nicht. Trotzdem oder gerade deswegen: Klasse Leistung! :-)

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