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Warum mache ich Triathlon? Schwimmen muss man doch nicht können. Es gibt doch Boote für so etwas. Radfahren und Laufen reichen doch vollkommen aus!
Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren für Köln. Mittwochs wurden 2 km mit dem Neo im Freibad absolviert. Puh war das zäh und nass. Die letzte Laufeinheit wurde auf Donnerstag geplant mit 10 km in 5:20. Aber mangels Lust und Zeit dann auf Freitag verschoben. OK, 8 km locker in 5:00 mit einem Puls von 124 reichen auch, sonst komme ich noch ins Schwitzen und muss Duschen gehen.
Jetzt fehlte noch das Bike. Neue Schlappen müssen endlich mal drauf. Striders Bike hatte eine Woche vorher eine Verjüngungskur bekommen. Am Samstagmorgen wurden die neuen Reifen noch etwas eingerollt. Knappe 15 km im 30’er Schnitt. Laufen super die neuen Mäntel. Ein ganz anderes Fahrgefühl. Trotz 8,5 bar nicht so hart wie die anderen welche schon über 2 Jahre auf dem Buckel haben.
Jetzt ging es ans Packen des Autos und ab nach Köln. Mit einer Verzögerung von 2,5 h und mind. 5000 Kalorien im Bauch (Spontanbesuch in Hermeskeil bei Anne, Kuchen in allen Variationen) kamen wir am Fühlinger See auf der Regattabahn in Köln an. Räder auspacken und ab zum Check-Inn an der ersten Wechselzone. Da wir einen Tag vorher schon die Räder abgaben war diese noch fast leer und wir hatten freie Auswahl des Platzes. Die Räder wurden schön abseits geparkt das erleichtert das finden des Rades im Rennen.
Nach dem Einchecken im Hotel gab es noch einen Rundgang durch die Stadt. Die obligatorische Vorabend-Wettkampf Pizza Diavolo durfte nicht fehlen. Die Peperoni ist gut für den Magen ;-)
Viel zu schnell war der Sonntagmorgen da. Die Zeit lief nur so davon. Die drei Wechselbeutel wurden nochmals kontrolliert und los ging es zur Wechselzone 2 zur Abgabe des Beutels und zur Begutachtung der Wechselzone. Danach ab zum Bustransfer an den See in die Wechselzone 1. Jetzt heißt es noch einmal Räder mit Getränken ausrüsten. Schuhe einklicken, Wechselbeutel auf die Seite legen.
Die Zeit rannte immer schneller. Nach der Wettkampfbesprechung ging die erste Startergruppe ins Wasser. Ich war in der Zweiten und strider hatte für sich die dritte Startgruppe gebucht. Mit einem Feuerwerk wurden die Startergruppen alle 10 min ins Rennen geschickt. Das Wasser war klar und da es sich um einen Regattabahn handelte war die Orientierung durch die Bojen sehr leicht.
Auf Gerangel hatte ich als schlechter Schwimmer gar keine Lust und hielt mich abseits der Massen. Ich schwamm mein Tempo. Konstant langsam aber total gleichmäßig und ruhig. Es war das erste Mal dass ich überhaupt die komplette Strecke mit Kraulen absolvierte. Wurde zwar von vielen aus der dritten Gruppe überschwommen aber es war entspannt da ich mir um die Schwimmzeit keinen Kopf machte. Meine Disziplinen kommen ja erst. Nach 52:18 min ging es für mich raus aus dem Wasser. Der ungeliebte Teil wäre geschafft.
Auf dem Weg in die Wechselzone wurde der Neo teilweise gestrippt und ab zum Rad. Alles lief jetzt rund. Warum parke ich mein Rad nur so Abseits? Ah, dass ich es besser finde. Ok, aber wenn ich aus Wasser steige ist die Wechselzone sowieso leer und nur noch mein Rad steht da. Helm, Startnummer und ab mit dem Rad hinaus. Das Ganze in 3:11 min mit einer super Zeit trotz der langen Wege vom Wasser zum Rad.
Perfekter Aufschwung und los ging die Fahrt. Das rollt mächtig gut auf den ersten Metern. Schnell waren die ersten Mitstreiter eingeholt. Der Kilometerschnitt pendelte sich bei weit über 30 ein. Ich fegte nur so durch das Feld. Es rollte einfach super. Bei Kilometer 11 und 41 kam mir strider entgegen, sie sah mich aber nicht. Dafür merkte ich nicht dass ich sie kurzzeitig neben mir fuhr. Sorry, ich war in meinem Element. Überholt wurde ich nur von ganz wenigen der Topstarter noch. Dafür war meine Reisegeschwindigkeit zu hoch gewesen. Auf der Strecke wurde alles was die Streckenposten angereicht haben gegriffen und vertilgt. Ohne ausreichende Nahrung hätte ich das Tempo nicht halten können. Die 90 km vergingen viel schneller als gedacht in 2h35min38sec mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,7 km/h war ich in der zweiten Wechselzone gelandet. Und nach 1:50 min auch wieder draußen auf der Laufstrecke.
Es lief richtig rund. Jetzt nur noch einen Halbmarathon. Das Ziel ist nah und greifbar. Schön langsam und gleichmäßig angehen. Naja der erste Kilometer war dann mit 4:24 und der zweite mit 4:40 verbucht. Etwas zu schnell, fühlt sich aber immer noch gut an. Die Atmung ist ruhig. Der Laufstil locker und flüssig. Hauptsache ankommen und durchlaufen ist die Devise bei der Veranstaltung. Langsam pendelte sich das Tempo ein. Der geplante Schnitt von 5:00 war viel leichter zu bewältigen als Gedacht. Selbst bei dem Tempo ging es nur vorwärts durch das Teilnehmerfeld. Viele waren schon damit beschäftigt zu Gehen. Die Stimmung an der Strecke war genial und die Laufstrecke mit zwei Runden abwechslungsreich. In Schlangenlinien ging es hinab und über Wendeltreppen die Brücke hinauf. Das war hart aber das Bad in der Menschenmenge danach spornte alle Starter an das Rennen erfolgreich zu beenden.
In der zweiten Runde wurden viele noch langsamer. Ich konnte mein Tempo gut halten. Nach 15 km kam mir strider auf der Wendestrecke strahlend entgegen. Abklatschen, das Tat gut. Und weiter ging es vorwärts durch das Feld. Nach ein paar weiteren Metern lief ich auf einen Mitstreiter auf. Er lief zwar etwas langsamer aber wir einigten uns schnell auf ein gemeinsames Tempo und liefen die letzten 5 km bei besten Gesprächen zusammen Richtung Ziel. Es war auch seine erste Halbdistanz gewesen und mit Unterhaltung lief es sich noch besser. Es ging noch einmal die Wendeltreppe hinauf und die letzten Meter Richtung Ziel wurde noch einige überholt.
Die letzten Meter waren gigantisch, die tobenden Menschen, der Blick zum Kölner Dom, noch eine Kurve, ein Sprint und es war geschafft. Auch die Laufstrecke war jetzt bewältigt in 1h47min21sec. Genial, eine Pace von 5:05 min/km.
Glücklich sah ich meine Endzeit von 5h20min20sec für die erste Halbdistanz auf der Anzeige im Ziel.
Es lief alles perfekt. Keine Einbrüche, locker durchgekommen, keine Krämpfe, super Verpflegung, super Coaching. Es war einfach alles perfekt, wenn man von der Schwimmzeit absieht. Da ist immer noch viel Technik-Training von Nöten.
Jetzt hieß es für mich noch etwas Geduld haben. Strider war ja noch auf der Strecke. Die Zeit in der sie noch unterwegs ist nutzte ich um mich ein wenig zu stärken mit etwas Erbsensuppe und reichlich Getränken. Kurzer Blick auf die Uhr, jetzt aber schnell zurück ans Ziel. Sie war schnell unterwegs und bevor sie noch am Ziel vorbeiflog fing ich sie mit meinen Armen auf. Das tat gut. Alle Anstrengung an diesem Tag waren sofort vergessen. Aber diesen Tag vergisst man so schnell nicht mehr.
Köln, wir kommen noch einmal zum Triathlon. Aber beim nächsten Mal sind wir bestimmt nicht so schnell im Ziel ;-)

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Und das nächste Mal ...

... quatscht ihr nicht den letzten Fünfer, sonder lauft gefälligst! Oder seid ihr etwa bei den Mädels gestartet?
Klingt nach nem geilen Wettkampf. Die drei todos sind ja schon definiert: Schwimmtraining, Schwimmtraining, Schwimmtraining!
Ich weiß, warum ich Laufen mag.
;-)
PS: Das coaching von Strider war ja auch der Hammer! Habt ihr beide klasse Zeiten hingelegt! Glückwunsch!

fiese Taktik

und ich behaupte ja immer noch, dass das einfach eine ganz fiese Wettkampftaktik ist: sich auf der Schwimmstrecke ausruhen und die anderen in Sicherheit ihres Vorsprungs wiegen um sie dann auf dem Rad genüsslich zu überrollen.... ;-))

Du alte Unke, lief doch alles wie am Schnürchen! War ein wunderbares Wochenende und Köln sieht uns wieder ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Menno,

für nicht Schwimmen können war das eine gute Zeit - und komplett durchkraulen könnte ich das nicht, denn sonst würde ich nie ankommen!

Hach, und dann durfte das Radlerherz jubeln und auch noch das Läuferherz. Das hört sich nach Planung für die doppelte Distanz im nächsten Jahr in Köln an.

Genießt diesen schönen, gemeinsam verbrachten Tag (wenn auch teilweise getrennt) noch lange nachträglich und erholt euch mal ausnahmsweise vor den nächsten Aktivitäten.

einfach nur GLÜCKWUNSCH ( an euch Beide ) !!!

Wenn DU nicht schwimmen kannst, kann ich mich nur, so gerade und eben "über Wasser halten" !
Es war das erste Mal dass ich überhaupt die komplette Strecke mit Kraulen absolvierte.
( man(n) muss nicht immer so "tief stapeln" ) ;-)

Das hast du ja wirklich eine super Aufhol-Jagt beim "Radeln" und "Joggen" gehabt, denn
immerhin bist du unter den TOP 3 der 2. Hälfte - Männer Ges. !!!

Schön das Ihr Beide so ein schönes und erfolgreiches Wochenende hattet.

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden
( wenn ich irgendwann mal gross bin ... )

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