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Mit etwas Verspätung ein Bericht zum Lauf am 18.8.2012.
Der Müritz-Lauf, 75 Km um Deutschlands größten Binnensee, war mein vierter, genaugenommen fünfter Ultra (wenn man die 44,272 Km von Kaltehofe/Hamburg, ein Lauf aus dem Hause Hottas, mitzählt) in diesem Jahr.

Ein Lauf von dieser Länge mitten im August kann bei Hitze schon mal anders verlaufen als unter normalen Bedingungen. Nun war dieser Sommer ja sehr läuferfreundlich, ich war für diesen Lauf gut vorbereitet und bin deshalb am Freitag Richtung Waren aufgebrochen, um mich erst nachzumelden und dann noch eine kleine Gruppe von S-Hlern auf dem Campingplatz Ecktannen zu treffen, wo wir auch unser Quartier hatten.
Wie es dann nun mal so kommt, sollte dieses Wochenende das heißeste des Jahres werden.

Für uns drei Ultraläufer, glycerin7, Haderlomp und Meinereiner, war die Nacht um 5:30 Uhr zu Ende. Da ich nach dem Lauf nach Hause fahren wollte, musste morgens noch schnell das Zelt abgebaut werden. Nach dem Auschecken ging es dann um 7:00 Uhr nach Waren zum Stadthafen.Hier trafen wir noch speedygonzales und Unit-MK1. Bereits jetzt war es schon sehr warm.

MakesIT, Entenfrau und Sonnenschein 2010 starteten um 11:00 Uhr beim Städtelauf über 26 km.

Start für die knapp 120 Ultras war um 8:00 Uhr (mMn 2 Stunden zu spät für einen Ultra im Sommer). Über die Renneinteilung macht man sich natürlich vorher Gedanken. Natürlich ist es auch, dass man etwas zu schnell angeht. Max. Tempo sollte für mich 6:30 Min/Km sein. Nach dem ersten Verpflegungspunkt bei rd. 11 Km war das Tempo doch deutlich schneller, so dass ich mich entschied, mich von glycerin7 und Haderlomp zurückfallen zu lassen und mich einer anderen kleinen Gruppe anzuschließen.

Überhaupt kam mir das Anfangstempo von allen Läufern recht schnell vor. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, trotz des für mich etwas zu schnellen Tempos, relativ weit am Ende des Feldes zu laufen. Wahrscheinlich sind bei solchen Läufen nicht viele Anfänger dabei, sondern eher gestandene Ultraläufer. Wie auch immer, alle hatten die 75 Km noch vor sich und später die nicht zu unterschätzende Hitze. Für mich hatte ich eine Zeit von 9 Stunden grob hochgerechnet, also, wenn es geht unter 9 h bleiben. Jetzt hieß es Geduld, Geduld und noch mal Geduld haben, lass die anderen laufen, lass dich nicht verrückt machen, heute herrschen andere Gesetze, der Lauf fängt heute erst nach 5 Stunden richtig an.

Gut drei Stunden lief ich im Schatten, dann war es aber mit den noch angenehmen Temperaturen vorbei. Zum Glück wehte ein frischer Wind, der zumindest etwas kühlte, aber eben nur, wenn er von vorne kam und das war nur auf der ersten Streckenhälfte der Fall.

So verging Stunde um Stunde. In den Nachmittagsstunden waren die Temperaturen schon sehr grenzwertig, dazu dann Rückenwind, der überhaupt nicht kühlte, es fühlte sich teilweise an wie im Backofen. Es gab reichlich Verpflegungspunkte, vor allem konnte man sich mit viel Wasser abkühlen, damit komm ich dann ganz gut bis zum nächsten VP. Mittlerweile lege ich kurze Gehpausen ein, um mich zu erholen, durchlaufen tut sowieso niemand.

Nach 4,5 – 5 Stunden fange ich langsam an, Läufer zu überholen, natürlich ohne selber schneller zu werden. Jetzt, da die Temperaturen weiter steigen und kein Schatten in Sicht ist, zahlt sich das ruhigere Anfangstempo aus. Wenn es zu heiß wird, nehme ich Tempo raus oder gehe ein paar Schritte. Da gehe ich lieber auf Sicherheit, wenn noch ein paar Stunden vor mir liegen. Von Zeit zu Zeit habe ich neue Laufpartner, mit den ich ein paar Kilometer weiter laufe. Die Verpflegungspunkte sind zum Glück zahlreich. Km-Angaben gab es nur an den VP's, das stört mich aber nicht, da ich von meiner hochgerechneten Zeit runterrechne. Das klappte bei meinen Ultras sehr gut. Kleine Durchhänger, logisch, waren auch dabei. Einen richtigen Einbruch hatte ich aber nicht und ich konnte ohne große Quälerei den Lauf zu Ende bringen.

Auf den letzten gut zwei Km konnte ich ein neongelbes Shirt in der Ferne ausmachen. Sowas gibt nochmal Auftrieb, plötzlich war wieder Kraft da und ich konnte noch zulegen. Einholen konnte ich ihn jedoch nicht mehr, den Haderlomp, 35 Sek. war er vor mir im Ziel.

Mit meinen 8:50:54 Std. - 7:05 Min/km - bin ich sehr zufrieden bei diesen Bedingungen. Platz 61 von 100 Männern. Das Frauenfeld fand ich besonders stark. Von den 15 Frauen im Ziel waren 12 schneller als ich.

Die langen Strecken über Marathon hinaus haben für mich derzeit den größten Reiz, der Ultra wird wohl zu meiner Hauptdisziplin werden, zumal hier auch noch Steigerungspotenzial vorhanden ist und ich mich nicht mit Tempobolzerei im Training für kürzere Strecken quälen muss.

Nächster Ultra am 28.10. beim Röntgenlauf.

Erfahrung ...

... zahlt sich offenbar aus. Toll wie du dir das eingeteilt und es dann durchgezogen hast. Es war wirklich warm an dem Tag. Super Leistung. ... Vielleicht sollte ich mir bei dir mal ein paar Tipps für den 6-Stunden-Lauf in Bokel holen.

Danke, danke, und nochmals danke ...

... durch deinem Bericht habe ich u.a. ein neues, festers Ziel für 2013,
( ok ich wollte schon dieses Jahr mal einen ULTRA-Lauf ... )
doch nun ist dieser Wunsch noch verstärkt worden!

Und bis dahin werde ich mir eines zu Herzen nehmen: "GEDULD".

... und so unter uns ... Ich war heil froh an diesem Tag mitzubekommen, dass Ihr alle
(unbeschadet) gefinished habt, bei diesen "afrikanischen" Temperaturen !
Klasse Leistung, du kannst wahrlich stolz auf dich sein!

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Super gemacht.

Du hast wirklich alles richtig gemacht. Klasse Einteilung deiner Kräfte. Und es war wirklich heiß an diesem Tag.
Eine tolle Leistung. Glückwunsch.

Und danke für den Bericht. Vielleicht bin ich irgendwann auch mal dabei.

Viel Spaß beim Röntgenlauf. Den kenne ich ja vom letzten Jahr und kann ihn nur empfehlen.

Wir sehen uns bald :-)
Schöne Grüße
Uli

Alles richtig gemacht!

Glückwunsch!

"Ein Leben ohne Ultralauf ist denkbar, jedoch sinnlos"

Schleswig-Holstein im Herzen,
BORN im Kopf

Nur die kleine Strecke gelaufen

Respekt für alle, die an diesem Tag die große Runde gelaufen sind. Die 26 von Röbel nach Waren waren für mich genua richtig, sollten ohnehin "nur" als Vorbereitung auf meinen ersten Marathon am nächsten Wochenende dienen.
Die Temperaturen waren schon sehr warm, aber die Versorgung mit Getränken an der Strecke mehr als ausreichend.
Ich bin sicher, ich komme wieder, irgendwie reizen die 75 km ;-)).

Mannometer,

nicht nur zufrieden, STOLZ kannst Du darauf sein! Ganz fetten Glückwunsch!!! Ich finde auch, dass ihr 2 h hättet früher starten sollen. Um 8 Uhr kann es im März losgehen, aber im August? Ich mag übrigens auch lieber Mara als HM laufen, eben weil ich einen Mara viel langsamer angehe. HM ist tötlich für mich. Da packt mich der Ehrgeiz und es wird eine einzige Quälerei.

Tame:-)

Meine Bewunderung an dich

Meine Bewunderung an dich und alle die diese Strecke bei der Hitze geschafft haben... ich fand es schon mehr als anstrengend die kurze Strecke zu bewältigen... viel Luft war da nicht mehr.

Habe Deinen Bericht erst

Habe Deinen Bericht erst heute gelesen. Welch eine Leistung! Nicht nur, dass Du so unglaublich weit gelaufen bist, sondern dass Du es bei den sehr warmen Temperaturen gemacht hast, erweckt größten Respekt.
Hut ab und tiefe Verbeugung!


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

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