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Heimlich still und leise hab ich nun wieder mit Laufen begonnen und hab nun auch schon wieder 72 Nach-OP-Km auf dem Konto. Natürlich noch gaaaaanz langsam und gaaaaanz vorsichtig.

Vorsichtig? Na ja, eigentlich schon. Bis auf einmal, aber das war eine Ausnahme. Versprochen. Sonst laufe ich ganz brav... ;-)

Aber letzte Woche war ich mal wieder in meiner Heimatstadt Kassel. Und wer Kassel kennt, weiß, dass es da nicht gerade flach ist. Jedenfalls nicht im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe. Der dortige Bergpark war nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernt, und ich hatte meine Laufschuhe dabei. Und meine OP war genau 6 Wochen her. Ich durfte also wieder offiziell laufen...

Vom Schloss ging es also erst einmal auf Parkwegen hoch zum Neptuntempel. Boah, war das früher auch schon so steil? Ein Jogger überholte mich locker und leicht. Aber 300 m weiter, stand er und sammelte wieder Kräfte, während ich an ihm vorbei keuchte. Dann überholte er mich wieder und wir trieben das Spielchen noch bis oben am Herkules. Er sah deutlich besser aus (zumindest was die Kondition anging), aber letztendlich war er auch nicht schneller.

Am Neptuntempel kam dann der schwierigste Teil, die Kaskaden. Das sind 885 Stufen bis zum Herkules hoch, dem Wahrzeichen Kassels. Hier rauscht im Sommer zweimal in der Woche das Wasser herunter, einmal im Monat auch nachts - die berühmten Wasserspiele. Da wollte ich am nächsten Abend hin. Jetzt war noch alles trocken, aber die Stufen hoch zu laufen war schon sehr schwer.

Und das bei einem meiner ersten Läufe seit langer Zeit. Aber so oft bin ich nicht mehr in meiner Heimat. Leider, denn hier bekäme ich so richtig Kondition für Rennsteig, Swissalpine und Co.

Beim Abstieg sieht man gut, wo ich noch runter mußte. Zum Glück war es jetzt etwas leichter, obwohl ich bergab auch ganz schön auf mein Knie aufpassen muss.

Insgesamt waren es zwar "nur" etwa 5 km, dafür brauchte ich aber dennoch fast 53 Minuten. Also war ich doch gaaaaaaanz vorsichtig... ;-)

Am nächsten Abend war ich dann bei den Wasserspielen, was man sich auf keine Fälle entgehen lassen sollte, wenn man in Kassel ist. Schon tagsüber recht beeindruckend, aber nachts einfach gigantisch!

Das Wasser speist übrigens die mit 52 m höchste von Wasserkraft betriebene Fontäne Europas (nur die in Genf ist höher, aber wird von Pumpen betrieben).

So, Ende mit der Fremdenverkehrswerbung. Eigentlich wollte ich ja nur erzählen, dass ich wieder da bin... ;-)

Kommendes Wochenende steht dann der 100er in Unna an. Keine Sorge, ich laufe da keine 100 km. Ich will da lediglich ein paar Kilometer beim Start und ein paar Kilometer beim Zieleinlauf mitlaufen. Den Rest lass ich mich im Auto durch die Nacht kutschieren und helfe an den Verpflegungsstationen...

Wieder laufende Grüße
Renate

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4
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Cool -

ich freu mich mit Dir und wünsche Dir ganz viele schöne km auf der Piste! Ach ja, Urlaub - wo ich noch alles hinwill. Kassel hört sich auch gut an.

ein

schöner bericht mit schönen bildern.
pass ja auf dich auf renate, lg

welcome back

wie schön, dass du wieder da bist.
Pat

Kassel

Kassel war drei Jahre lang meine Heimat. Der Bergpark ist wirklich toll, man kann Stunden darin verbringen. Der Park und die Treppen zum Herkules haben es in der Tat richtig in sich, wer da nicht ins Schnaufen kommt, muss wirklich absolut top in Form sein.
Auch eine schöne Ecke sind die Aue und die BuGa-Seen. Dort kann man mit weniger Höhenmetern ebenfalls wunderbar laufen.
Den Rest der Stadt wirkt leider weitaus weniger einladend: Hässliche 50er Jahre Bauten und die Bevölkerung ist teilweise auch ziemlich gewöhnungsbedürftig (viele pöbelnde Jugendliche, Alkoholabhängige und Junkies).
Aber Herkules, Aue und BuGa-Seen sind einen Lauf definitiv wert.

Ja, in der Karlsaue...

...sind wir früher auch häufiger spazieren gegangen. Ich war ja Innenstadtkind, Wilhelmshöhe war etwas weit weg, da waren wir dann an den Wochenenden.
Wenig einladend... Na ja, da mußt Du auch die Geschichte Kassels berücksichtigen. Die einstmals schönste Stadt Deutschlands ging am 22. Oktober 1943 im Bombenhagel und anschließenden Feuersturm unter - meine Mutter war da mitten drin. Danach war nicht mehr viel wieder aufzubauen. Man hat dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht und die Straßen dem (damaligen) Verkehr großzügig angepaßt, heute sind sie schon wieder zu eng. Und der Wiederaufbau, an dem meine Mutter als Trümmerfrau beteiligt war, war nun mal in den 50er Jahren. Daher dieser Charme. Sicher hat man damals viele Bausünden begangen, aber es fehlte an Zeit und Geld. So richtig runtergekommen war Kassel aber erst in den 80er Jahren, seitdem hat sich vieles wieder gebessert und heute gefällt mir Kassel wieder sehr viel besser. Auch mit der Rekonstruktion der wenigen Gebäude, die noch wert waren restauriert zu werden, z.B. der Orangerie, kann man nur zufrieden sein. Kassel ist allemal schöner als Krefeld, wo ich jetzt wohne...
Ach ja, ich sehe, Du wohnst in Münster, wo ich auch 15 Jahre gewohnt habe. Münster hatte ja auch ähnliche Probleme wie Kassel nach dem 2. WK. In Münster hat man zum Glück diese Bausünden wie in Kassel versucht zu vermeiden, indem man den Prinzipalmarkt zwar nicht original, aber vereinfacht wieder aufgebaut hat. Dennoch, die frühere Schönheit Kassels läßt sich nun mal nicht wiederherstellen. Aber inzwischen hat Kassel wieder ein ganz eigenes, neues Gesicht.

Nachdenkliche Grüße
Renate

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Kassel

Ohne Zweifel hat Kassel im 2.WK viel abbekommen, unter anderem auch wegen der Henschel-Werke. Ich finde es nur schade, dass man die Gebäude danach nicht rekonstruiert hat und versucht hat, den alten Charme wiederzubeleben. Natürlich kann man jetzt sagen, dass die Leute zur damaligen Zeit andere Probleme hatten, aber wie du schon erwähntest, haben andere Städte es trotzdem auch hinbekommen. Leider lässt sich das in Kassel jetzt nicht mehr ändern.
Ich muss gestehen, dass ich ziemlich froh war, als ich aus Kassel wegzog. Ich habe mich dort einfach unwohl gefühlt. Ich bin kein sonderlich ängstlicher Mensch, aber wenn ich abends noch von der Uni, die in Nord-Holland liegt, mit der Tram zurück fahren musste, hatte ich wirklich oft Angst vor Übergriffen. Nicht unbegründet, wie ich leider des öfteren von Freunden hören musste. Selbst in der Fußgängerzone in der Innenstadt ist es leider nicht sicher.
Ich will Kassel nicht schlecht machen, aber für mich persönlich ist es einfach kein Ort zum dauerhaften leben. Trotzdem vermisse ich die Läufe in der Aue sehr. Gartenarchitektonisch hat die Stadt schon einiges zu bieten und auch das Umland mit dem Reinhardswald ist wunderschön, vor allem im Herbst mit seinem bunten Laub.

Ja, gerade in Nord -Holland...

...wo meine Großeltern lebten, war es in den 80ern und 90ern besonders schlimm. Es war dreckig und die Holländische Straße war noch nie eine besonders schöne Straße und ist es auch heute noch nicht. Aber wie schon gesagt, es ist schon wieder besser geworden, vor allem nachdem der Königsplatz wieder von dem "Brückenkunstwerk" befreit und mit dem Brunnen verschönert wurde. Und von der Orangerie (die ich eigentlich gern als Ruinen-Mahnmal behalten hätte, aber heute bin ich froh, dass sie wiederaufgebaut wurde)hatte ich ja schon geschrieben.
Was die pöbelnden Jugendlichen angeht, kann ich nichts dazu sagen. Als ich damals in den 60ern dort zur Schule ging, gab es sowas nicht, wir waren alle gut erzogen... ;-)
Mit dem Reinhardswald hast Du recht, der ist wunderschön, genauso wie der Meißner oder der Edersee ganz in der Nähe.

Heimatliche Grüße
Renate

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Meißner

Ja, die Orangerie ist wirklich schön.
Auch in Wilhelmshöhe gibt es vereinzelt doch ein paar richtig schöne Gebäude, die sehr sehenswert sind.
Auf den Meißner habe ich es leider nie geschafft. Ich wollte immer, kam aber irgendwie nicht dazu. Schon gar nicht laufend. Da habe ich wohl was verpasst. Schade.

Ja, Petra

... mach schön langsam. Gegen Deine OP war meine ja ein Kindergeburtstag. Allerdings ist mit einer Arthrose III. Grades auch nicht zu spaßen. Ich glaube aber fest daran, dass wir auch mal zusammen laufen werden. Aber vorher sehen wir uns sicher noch, z.B. in Bottrop .

Gute Besserung wünschende
Renate

Zurück auf der Piste

Zufällig...

...kommt heute um 21 Uhr gerade ein Film über den Bergpark Wilhelmshöhe und die Wasserspiele im Hessischen Fernsehen. Wer sich dafür interessiert oder schauen möchte, wo ich mein Berglauftraining gemacht habe und das Hessische Fernsehen empfangen kann, sollte sich das anschauen.

Empfehlende Grüße
Renate

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welcome kassel :)

auch ich war mal ein jahr in kassel, am theater , vor ziemlich genau 20 jahren :) .
von pöbelnden jugendlichen hab ich da auch spätabends nix mitbekommen, allerdings musste ich auch nur wenige stationen bis zu meinem appartment in der kantstrasse fahren . hässlich fand ich vor allem die leeren riesigen plätze, aber die wilhelmshöhe bin ich damals auch gerne runtergewandert ( hatte mit laufen noch nix im sinn ) und meine wanderung im rheinhardtswald dauerte fast so lang, dass ich grade noch pünktlich zum dienst kam . ansonsten hab ich die zeit in guter errinnerung, nette kollegen und schöner spielplan .
soviel zu kassel - und ein fröhliches
welcome back renate will ich nicht versäumen
:)
g,c

Toi toi toi

Ich drücke beide Daumen für einen sanften und erfolgreichen Wiedereinstieg !!!

Viele Güße,
Holger

Ich auch, Renate!

Ich drück Dir alle Daumen, dass es jetzt wieder hält und Du bald Deine
Laufform wieder hast. :o)

Lieben Gruß Carla

Willkommen zurück...


... und alles Gute für den weiteren Wiedereinstieg!
Viele Grüße
Jens

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