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Hey ihr Lieben!!! Ein Meilenstein jagd den nächsten...
Nach dem optimalen Start bei der Berliner City-Nacht am 04.08. war es natürlich nicht so einfach, die richtige Vorbereitung für den nachfolgenden Halbmarathon am 26.08.2012 zu finden. Ich hab mich pö a pö von 10 auf 14km gesteigert, dann noch ein paar Steigerungsläufe im Motorikpark. Den Rest hab ich auf Easy als Cardio bei Puls 130 im Studio auf dem Laufband abgespult...

Tja, da war die Zeit auch schon ran. Diesmal hatte mich in der letzten Woche sogar noch meine Polar angemotzt, von wegen regelmäßiges bzw. stagnierendes Training. Sie wusste ja "anscheinend" nicht, dass ich am Sonntag den August-Halbmarathon auf dem Programm hatte. Der Ruhepuls war erstmals auch wieder auf über 50 gestiegen. Wahrscheinlich, weil ich die Nacht keine Auge zugedrückt hatte, da die Nachbarn unbedingt ne Techno-Party feiern mussten! Witziger Weise bin ich dann in Sportklamotten eingepennt (die zieh ich rituell immer probehalber vorher an). Öfter mal was neues. Bin dann auch gleich früh aufgewacht. Mit zwei Bananen und nem Fencheltee im Magen (ist auch schon Usus, denn mehr verträgt er jetzt sowieso nicht), ging´s mit der S-Bahn nach Steglitz. Viel zu früh, naja, nutze die Zeit, laufe ein bisschen rum, die anderen bauen grad noch die Stände auf. Herrscht ne Menge Trubel, es wird einiges geboten (BMW - Spinning, Carrerabahn und Medaillenaktion; DAK - mit Fotoservice, Garmin, MyTomato, Compeed und wie sie alle heißen). Ne dreiviertel Stunde vor dem Start laufe ich mich langsam warm. Die Leute beobachten, ist ne willkommene Abwechslung, denn jeder scheint hier total in sich vertieft zu sein...

Der Kreislauf kommt langsam auf Touren. Ich geh langsam (schneller gehts auch nicht, denn den Gedanken hatten noch Hundert andere vor mir) zur Startaufstellung. Oh Mann, ich krieg schon wieder nen Augenfehler. Soweit man schauen kann, Tausende gleichfarbiger Shirts. Eben jedem sein BMW. Egal nur noch Minuten bis zum Start, kein Spruch, es gibt tatsächlich auch hier noch Leute, die sich unbedingt nach vorne drängeln müssen (?!?!) 9:00 Uhr, den Startschuss höre ich nicht, aber das Feld bewegt sich in Zeitlupe... das kennt man ja und plötzlich kommt die imaginäre Linie, die Polar wird gestartet und auf geht´s!!! Das Feld zieht sich schon am Start extrem auseinander, man hat das Gefühl den Anschluss verpasst zu haben. Doch hier starten 10 und 21km ja gemeinsam. Ne gute Erklärung, für die eigene Schwäche, denn die Steigung zum Botanischen Garten zieht sich gleich elendig lang hin. Ein flüchtiger Blick auf die Uhr verrät aber ne lockere 5er Pace (?), darüber bin ich dann schon mehr als zufrieden. Halte das Tempo, will nicht zu schnell angehen. Das dumme an diesem Rennen ist leider, dass man die 10,5km ja 2x laufen muss und es so gar keinen Flair hat, stumpf über den Asphalt zu prügeln. Gönne mir unterwegs die Plastikbecherration von kühlem Nass und freue mich auf die ein oder andere Aufmunterung des Berliner Publikums. Die 10km kommen dann allmählich in greifbare Nähe, staune nicht schlecht, als mich freudig 52min ansmilen. Nun gut, denk ich, zieh dir gleich mal ein PowerGel zur Belohnung rein (in der Hoffnung es bringt was) nehme ich die Steigung zum 2. Mal...

Ehrlich Leute, ich frag mich bei jedem Lauf, warum wir uns das unbedingt antun müssen? Ich verliere an Pace und bei jedem Schritt wird der leichte Schmerz in den Knien deutlich spürbarer... Mein Shirt ist vollkommen durchgeschwitzt, zum Glück hab ich meinen Bauch diesmal geschützt, doch die Tüte ist jetzt nass und fängt an zu rutschen (kann ich aber jedem Langläufer trotzdem nur empfehlen). Diese Runde hat nichts mehr von der ersten, stelle alles in Frage und ab Km 14 werde ich von einer blinden Läuferin und an Km 17 von einem Barfußläufer überholt... dabei hab ich im Kopf noch an der Zielzeit gerechnet. Am wilden Eber angekommen, krieg ich ne echte Gänsehaut, vor Kälte, oder von den geilen Samba-Rhythmen, der Schauer hält ne Weile an. Ach Leute, bei Km 19 verschlucke ich mich beinahe noch an dem Traubenzucker, den ich mir für den Schluss aufgespart habe.

Auf der Zielgeraden empfängt mich dann auch noch ein strammer kalter Windzug, der den unmöglichen Schlussspurt auch noch zu verhindern weiß... Es ist eine Erlösung mit nahezu religiösen Zügen, die Ziellinie endlich passiert zu haben. Die Medaille spendet kaum Trost. Erst der Blick auf die Polar löst dann endlich das Geheimnis auf... 1:52:21 Jetzt wisst ihr warum ich so verzweifelt bin. Nur eine Minute langsamer als meine Persönliche Bestzeit aus dem Jahre 2009, aber jetzt kommt´s, dafür 8 Minuten schneller als bei meinem besten April-Lauf in diesem Jahr. Ich frag Euch, was wiegt schwerer???

Apropos Meilenstein, wisst Ihr was wirklich Trost spendet? Wenn dich die Liebste im tiefsten Oderbruch von der Bahn abholt, und dich dann den zukünftigen Schwiegereltern vorstellt. Da vergisst du locker die eine Minute und wanderst meilenweit dafür...

Weiterhin viel Erfolg mit ♥ dabei
Euer Gokhlayeah

Ach ja, die Liebe :) Toller

Ach ja, die Liebe :)

Toller Bericht und supertolle Leistung. Bei Euch bietet Sportscheck auch die 21 km an? Bei uns in Magdeburg beim Nachtlauf sind es 5 und 10 km.

Laufende Grüße
AnnettIrene

Durchhalten

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