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Im Sommerurlaub war ich eineinhalb Wochen auf Teneriffa. Hier mal kurz meine Erfahrungen dazu.

Meine Befürchtungen, dass es dort zu warm zum Laufen sein würde, haben sich nicht bestätigt. Zwar bin ich trotzdem schon oft deutlich vor Sonnenaufgang (der war um kurz nach 7) losgelaufen, um noch die "Kühle" der Nacht zu genießen. Nachts war es aber mit 23° nur wenig kühler als tagsüber (meist 26°-28°). Trotzdem war das Laufen in der direkten Sonne tagsüber schon deutlich anstrengender, auch wenn durch die Passatwinde fast immer eine kühlende Meeresbrise wehte.

Wir haben uns im Süden untergebracht, dort ist das größte Touristikzentrum der Insel: Los Christianos, Playa de las Americas, Costa Adeje und La Caleta heißen die Küstenorte, die zu einem einzigen großen Hotelstreifen zusammengewachsen sind. Los Christianos ganz im Süden und Playa de las Americas werden an der Küste von wenig ansehnlichen Bettenburgen beherrscht. Je mehr man Richtung Costa Adeje kommt, desto mehr fallen die luxuriösen 4- und 5-Sterne Hotels mit ihren ausgedehnten Gartenanlagen auf. La Caleta ist ein ursprüngliches Fischerdorf am Nordende dieses Küstenstreifens, das nur ein größeres Hotel hat, in dem wir untergebracht waren.

Alle Strände dort sind durch eine lange beleuchtete Strandpromenade barrierefrei miteinander verbunden. So kommt man auf eine stattliche Strandpromenade von knapp 10km Länge, der Großteil davon ist Fußgängerzone. Da hier das Höhenprofil mal wieder nicht funktioniert, habe ich die Strecke mal bei der Konkurrenz hochgeladen, ich hoffe mein Blogeintrag wird jetzt nicht gelöscht: Strandpromenade von Los Christianos nach La Caleta.
Ich bin die Strecke natürlich immer in umgekehrter Richtung (und wieder zurück) gelaufen und hatte damit den recht welligen Nordteil immer mit drin. Das war anspruchsvoll, aber so wurde es nicht langweilig, obwohl ich immer nur dort gelaufen bin.


Strandpromenade bei Los Christianos (wikipedia.org)

Nur für meinen langen Kanten reichte mir die Promenade nicht aus. Da habe ich mir in den Kopf gesetzt, an der Küste weiter bis nach Palm-Mar und dann evtl. bis zum Leuchtturm "Faro de Rasca" zu laufen. Da war nur ein großer Hügel zwischen Los Christianos und Palm Mar zu überwinden (am rechten Rand im oberen Bild), den ich weder im Aufstieg noch im Abstieg wirklich laufen, sondern nur gehen konnte. Das sah aus der Entfernung gar nicht so steil aus. Hier ist die Strecke: Los Christianos - Faro de Rasca.
Das war also meine erste echte Trailrunning-Erfahrung. Zum Schluss wurde es dann sowieso mehr eine Trail*walking*-Erfahrung, weil ich dummerweise kein Geld dabei hatte und eine versteckte 0,5l-Flasche Wasser wartete in Los Christianos auf meine Rückkehr. Ziemlich entkräftet und dehydriert konnte ich den Hügel dann nur sehr langsam überqueren. Nach der lang ersehnten Trinkpause in Los Christianos konnte ich den Rückweg über die Strandpromenade immerhin in normalem Lauftempo fortsetzen. Trotzdem brauchte ich für die Tour fast eine Stunde länger als geplant.


Palm Mar und im Hintergrund Faro de Rasca vom Hügel aus

Sicherlich findet man speziell fürs Trailrunning mehr als genug andere Strecken. Denn Trails gibt es da wirklich wie Sand am Meer. Nicht nur am Meer entlang, sondern auch in den Bergen. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Schlucht von Masca, die Bucht dort ist wirklich traumhaft.


Bucht von Masca

Auch diese Wanderung von uns ließe sich sicherlich auch zu einer schönen Trailrunning-Strecke ausbauen: Las Carboneras - Chinamada - Las Carboneras

Dem Teide-Nationalpark sollte man unbedingt auch einen Besuch abstatten. Ob als (Trail-)Läufer, Fahrradfahrer oder Busgruppen-Tourist (wie ich).


Im Teide-Nationalpark

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

jaaaa....

eine wunderschöne Insel.......zum entspannen, baden und laufen. Die Promenade ist echt genial. Als ich den Bericht gelesen habe, dachte ich: musst auch mal wieder in.

Hach, das macht gleich Lust auf Laufurlaub!

Danke für diesen schönen Blog.
Das Laufen dort war bestimmt herrlich!

Wenn Du mal ein paar mehr Trails und Berge gelaufen bist,
wirst Du sicherlich einen Trinkrucksack zu schätzen wissen,
denn die Berge sind nicht immer so berechenbar.
Und "Gehen" gehört (die Profis können das auch laufend) zum Genießen einfach dazu.
Da darf man die Flachlandzeiten einfach nicht als Maßstab nehmen.

Mit ein bisschen Bergtraining kann man relativ schnell lernen, dass hier ein anderer Rhythmus herrscht, der bei jedem individuell ist.

Lieben Gruß Carla

schöner Bericht

und deine Erfahrung konnte ich im vergangenen August selber erfahren. Es war einfach nur schön (zwar schwierig und anspruchsvoll) und genial auf Teneriffa. Playa Las Americas muss ich jedoch davon ausnehmen, denn diese Touristenhochburg ist einfach nur grausam.

Me gusta Tenerife mucho....

LG
Many

Schöner Bericht

Bin fast die gleiche Strecke-bis La Caleta schon 1999 gelaufen-hatte damals aber
den Vorteil das noch viele Straßen in Costa Adeje nur fertig waren noch keine
Hotels-dadurch hatte man viel Platz und Ruhe zu Laufen-bin aber auch im Ort gelaufen. Da wo heut das Stadion ist. Hatte damals auf Karten sogar längere
Strecken geplant. Ist aber nicht dazu gekommen.Ich kann die Ecke zw. Los Christianos-und La Caleta zu Training nur empfehlen. Bei guter Kartenvorbereitung
(War damals-nur in Papierform möglch) kann man sehr viel Abwechslung rein bringen.
Grüße von einem ehm. marathoni(Heute Walker)
Youtube.com/Runnermanni's Channel

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