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Letzten Montag war scheixe. Vertikalkilometer verkackt. Umknicken schon kurz nach dem ersten Anstieg. Und das nur, weil ich der Ansicht war, ich wäre schon routiniert genug, technisch schwierige Abwärtspassagen mit Musik auf den Ohren laufen zu können. Wer braucht schon Konzentration, wenn einem runterwärts Wurzeln, Geröll und spitze Steine unter die Füße kommen. Klada doch nicht! Ähem, ja, das Ergebnis war dann hier nachzulesen.

Umgeknickt mit links, dem operierten Problemfuß. Aber anders als sonst, hat mich das Malheur nicht nervös gemacht. Ich würde schon wieder rechtzeitig zum Trans Alpine Run in Gang kommen. Und so bin ich heute in aller Frühe, nach einer Schonungswoche mit nur 65 km, wieder zu meinem Hausberg hin. Mit Auto. Also mal keine Hektik mit dem Bus. "Problemfuß ist kein Hasenfuß!" sollte für heute mein Motto lauten, denn am Samstag merkte ich noch deutlich, dass ich arg im Sicherheitsmodus unterwegs gewesen war. Und damit fällt man ja meist noch schneller auf die Nuss als wenn man's rollen lässt.

Also wieder schön Musik auf die Ohren und los. Wollen wir doch mal sehen, ob's nicht doch mit Musik läuft ... . Nee Quatsch, so bescheuert bin ich nur manchmal, aber garantiert noch nicht um 6:30 Uhr. Oliver, mein Laufpartner von Samstag, hatte mir, als wir auf unserer langen Runde an meinem Vertikaltrainingsberg vorbeikamen, noch einen kleinen Trail gezeigt, mit dem ich die Runde abkürzen konnte ohne viel Höhenmeter zu verlieren. Ich würde, so schätzte ich, 13 Mal hoch- und runtermüssen, um den vertikalen Kilometer zusammenzubekommen, hätte aber dann 2 km weniger Strecke auf der Uhr. Und damit einen signifikant höheren Quälixfaktor, nämlich 67. Was für ein Anreiz.

Ich bin noch verdammt müde, und die Lichtverhältnisse auf dem Downhill sind bescheiden. Eine ideale Mischung, um sich ganz gepflegt auf die Fresse zu legen. Und überhaupt, 13 Runden. Warum wagte ich mich an eine Unglückszahl? Aber zum Glück bin ich ja nicht abergläubisch. Na ja, vielleicht ein bisschen. Unter einer Leiter gehe ich nicht her, schwarze Katzen, die von links nach rechts meinen Weg queren, bringen mich nächtelang um den Schlaf, der Fan-Schal meines Vereins kommt nach einer Niederlagenserie in den Giftschrank, Socken, mit denen es bei einem Ultra schlecht lief, leg' ich dazu ... Aber sonst?

Die erste Runde ist mühsam, auch die zweite. Hochzu war's okay, aber runterwärts blieb ich einfach zu vorsichtig. Die Sicht war nicht optimal und die Vorsicht auch nicht. Mit dem Sonnenlicht kam immerhin ein bisschen Mut, und ich konnte es zumindest ein bisschen lockerer laufen lassen. Verdammt einsam, hier am Berg, aber schön. Es riecht nach Wald und das Vogelzwitschern sorgt für Naturmusik. So laufe ich Runde um Runde. Ruhig. Autopilot.

Auf Runde 8 kommt mir am Anstieg eine hübsche Amazone auf einem prächtigen braunen Ross entgegen und lächelt mich an. War das Mitleid? Oder einfach nur nett gemeint? Egal. Oben angekommen, laufe ich die Spitzkehre, die über einen schönen Trail nach unten führt. Plötzlich ein undifferenzierbares Vibrieren am Boden. Was ist das, verdammt noch mal? Wildschweine? Bitte nicht so früh am morgen. Und dann taucht etwas großes Braunes aus der Tiefe auf. Die Amazone hatte ihren Zossen doch tatsächlich hochzu über diesen Trail geführt. Donnerwetter! "Da haben Sie sich aber einen heftigen Weg ausgesucht", sagt die Amazone zu mir, "laufen sie hier öfter?" Natürlich hätte ich mit einem einfachen "Ja" antworten können, aber verdammt, das war doch die Chance, einen auf dicke Hose zu machen. Wenn man schon im Rennen weit hinterherläuft und keinen beeindrucken kann, dann vielleicht hier. "Dreizehnmal heute." Aber ihre Kinnlade fällt nicht. Statt dessen lächelt sie mich milde an. Boah klada, wie bescheuert war das denn jetzt? Na ja, zum Glück kennt die mich ja nicht. Und ich seh' die auch nie wieder.

Und dann kommt irgendwann auch Runde dreizehn. Hochzu läuft's, ich war ja im ruhigen Modus, aber runterwärts wenigstens noch einmal richtig über den Trail fliegen, das wär's doch. Gedacht, getan. Als die Stelle kommt, an der ich letzten Montag umknickte, denke ich, hier bist also umgenickt. Hoffentlich knickst du nicht ausgerechnet jetzt, in der dreizehnten Runde, genau an dieser fiesen Kaaahh... puh, Glück gehabt. Sauber rübergekommen, nix passiert.

Ich laufe locker bis zum Reitstall aus, wo ich mein Auto abgestellt hatte, und wen sehe ich da? Genau, die Amazone. Sie lächelt. Bloß schnell weg hier.

3.5
Gesamtwertung: 3.5 (2 Wertungen)

Ich wars nicht!

Mein Pferdchen ist ein Fuchs und ich hätte diese Basis-Frage nicht gefragt, sondern nach dem großen Ziel bei diesem Training!
Oder nach dem Puls....oder nach den schönen Trailschuhen....oder,oder,oder...
Und wahrscheinlich hätte ich mit meinem derzeitigen Puls von max. 60 auf dem Pferd angegeben!:o)))
Hihihiii....vielleicht kannte sie sich ja auch mit Trailrunning aus?!?;o)

Lieben Gruß vom "Pferdchen";o)

Ich laufe locker bis zum

Ich laufe locker bis zum Reitstall aus, wo ich mein Auto abgestellt hatte, und wen sehe ich da? Genau, die Amazone. Sie lächelt. Bloß schnell weg hier.

Beeep! DEN Kaffee hätte ich aber mitgenommen
Vor ner Amazone muss man doch nicht weglaufen *frechgrins*

---------
Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später. - Wilhelm Busch

Ähm, wie jetzt?

Auto statt pünktlich wartenden Bus? Du Memme!

Trotz vollem Risiko

ist alles gut gegangen, puh Glück gehabt. Hättest auch einen Satz "heiße Ohren" verdient, wenn Du wieder mit "Musik auf den Ohren" umgeknickt wärst;-))) Sei man froh, dass Du nicht weißt, was lächelnde Amazonen denken, *kicher!*
Tame,
drückt Dir weiterhin für verletzungsfreie Trainingsläufe die Daumen!!!

Problemfuß ist kein Problembär!

Also Ommmhhh und die Amazone war zu höflich, dich als bekloppt zu bezeichnen!
;-))

Carla ...

... echt kein Witz, im ersten Moment dachte ich "das wär' jetzt cool, wenn dir Carla auf 'nem Pferdchen entgegen käme". Wer weiß, vielleicht wage ich auch mal so einen Ritt. Aufregend ist's bestimmt. Aber ich habe halt kein Pferd. Und wie man so einen Zossen reitet, weiß ich auch nicht.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Petra ...

... ich hatte echt auch Angst in Runde 13, Doppelschwör! ;-).

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Bikerpete ...

... auf die Option mit dem Kaffee bin ich gar nicht gekommen ;-). Ich war einfach noch zu sehr Schäm-Modus.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

fazer ...

... also echt gezz noch auf dem Bus rumreiten, also wirklich ... ;-)

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Tame ...

... okay, ich gestehe, dass ich schon am Donnerstag wieder mit Musik auf den Ohren gelaufen bin. Aber da war der Boden schön eben, und ich wollte ein bisschen Tempo machen ..

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Danke MC ...

... wenigstens du kannst meine Scham nachvollziehen ;-)

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Schade waxl, keine Amazone oben ...

... ohne ... , ähem, ... ohne Witz, ohne Amazone ist's weniger schön da oben. Sollte sie mir noch mal begegnen, nehme ich den Kaffee, von dem bikerpete gesprochen hat. Wenn ich den überhaupt gekriegt hätte ;-)

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Klada, bei Deiner....

gehäuften Unfälligkeit solltest Du, als Schulster lieber bei Deinen Leisten bleiben.
Da seh ich Dich doch lieber auf zwei schnellen Beinen am Berg mit Deinem Freund Kilian Jornet, als auf Krücken oder so!;o)
Und den Kaffee, joa, den hätt ich sogar genommen. :o)
Der hätte von Dir spendiert aber bei meiner Kaffee-Sensibilität für enorme Pulswerte gesorgt...so oder so!;o))

Lieben Gruß Carla

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