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Rekord-Woche - der Wandel der Dinge
Nachdem am Montag ca. 13km auf's Konto geflossen waren und am Mittwoch beim Lauftreff weitere 16,7km, brachte der Sonntag dann weitere 19,6km.

Lauftempo war mit zwischen 5:06 & 5:41min/km ziemlich (eigentlich zu) einheitlich.
Aber da ich derzeit keine Wettkämpfe in Planung habe (erst wieder Lev-HM, Juni 2013) spricht ja auch nix dagegen, einfach nach Lust und Laune zu Laufen.
Was das angeht habe ich mich ja in den letzten 10 Jahren sehr verändert. Früher war eine Laufstrecke für mich eher etwas wie ein Trainingsgerät - auf irgendwas muss man ja Laufen - für jede sinnvolle Distanzstufe gab es eine Strecke, ob die nun "schön" war, war egal - Hauptsache sie ließ sich gut und flott laufen, meistens auf Asphalt, meistens eher eben, gelaufen wird weil und wie es was für die WK-Zeiten bringt. Heute laufe ich einfach, weil es schön ist und so bastle ich mir auch dauernd neue Strecken und ob's da nett ist interessiert mich sehr wohl und bucklig darf es auch gerne sein oder gebirgig - früher hab/hätte ich sowas nur gemacht, weil's der Koordination und der möglichen Schrittfrequenz förderlich ist.

Es kamen jedenfalls etwa 49km diese Woche zusammen, und dass ich mehr hatte ist schon über ein Jahr her und das war auch die einzige Woche in 2011, wo es so "viel" war.

Fragwürdige Begleitumstände
Am Sonntag fand sich die Zeit zum Laufen eher wider Erwarten und das dann zur Mittagszeit - hmmnaja …
Am Vorabend war ich noch auf der "Opladener Bierbörse" gewesen, um 1:00 zu Hause und in der Zeit hatte ich's auch geschafft einige (recht viele) Biere zu probieren.

Pfadfinder
Aber gut, das Wetter war schön, wo nicht gar toll, und ich gedachte die Zeit zu nutzen und mir was Langes unter die Hufe zu nehmen.
Wunsch war eine 23,5km-Runde mit abgewandeltem Beginn. Ich hatte nämlich bei OSM einen Weg entdeckt, den ich noch nicht kannte & dessen Existenz ich auch in Frage stellte. Also los und den Einstieg suchen. Dabei verfranste ich mich zweimal - Weg endete einfach im Busch - aber irgendwann hatte ich ihn dann wohl gefunden. Dabei hatte ich schon gemerkt, das meine Waden merkwürdig drauf waren: gerade mal 7 Minuten unterwegs und sie zogen schon wie blöd - Driss, sollte das im Wadenkrampf enden oder wie?! Endete es nicht, wurde aber auch nicht wirklich viel besser.
Jedenfalls folgte ich dem "neuen" Weg und landete dann auf einer Wiese, die außer dem Weg, auf dem ich gekommen war, komplett von Brennnesseln umstanden war - prächtig! Dass ich bei dem Wetter 'ne kurze Hose an hatte, versteht sich von selbst. Ich fand dann eine kleine Lücke, ohne "Verbrennungen" ging es natürlich trotzdem nicht ab aber ich konnte dann, oben angekommen, über die Leitplanke auf die Straße klettern, die kurz überqueren und ich war wieder auf bekannten Pfaden, bzw. dem geplanten Weg. Fazit: Den Weg kann man dann wohl vergessen.

Zeitprobleme
An der Wupperaue traf ich dann Freunde aus unserem Lauftreff (Die Stichlinge mit radbegleitender Tochter) und wir quatschen erst mal ein paar Minütchen, bevor es dann weiterging. Da sie mir entgegen kamen war's nix mit zusammen laufen.
Nu hatte ich doch einiges an Zeit "vertrödelt", erst Suchen, dann Schwatzen und soo riesig war mein Zeitfenster (2h) dann auch nicht, zumal die Strecke doch einigermaßen anspruchsvoll ist. Also hatte ich schon eine Verkürzungs-Option im Kopf, nämlich durch Tirol, allerdings nicht das, wo wir noch vor Kurzem in Urlaub waren, sondern den "Stadtteil" Leichlingens, der eigentlich nur aus einem Haus besteht; nämlich dem "Haus Tirol". Als ich da im Februar mal her gelaufen war, waren es -6°C gewesen und ich hatte nachher Eisbröckchen in den Haaren - diesmal war's doch etwas anders, nämlich etwa +25°C im Schatten und strahlend blauer Himmel.

Lieber abkürzen
Die Hitze war aber, trotz Mittagszeit gar nicht so schlimm, eigentlich war es sogar ganz angenehm, ich lief nun durchs bewaldete Weltersbach-Tal und hatte reichlich Schatten, ein Bach lief parallel, oder vielmehr ich lief, er lag, und ein angenehmes Lüftchen wehte. So ließ es sich aushalten :-)
Ich hatte beschlossen, mal zu schauen, wo ich denn nach einer Stunde wäre und dann zu entscheiden ob lieber abkürzen oder der ursprünglich geplanten Strecke folgen. Nach ziemlich exakt einer Stunde war ich genau am Abzweig zur Abkürzung und meine Waden zogen auch immer noch: Also heimwärts.
Nach zunächst reichlich verwilderten Pfaden - autsch, schon wieder Brennnesseln! - mit reichlich Wurzelwerk und waghalsigem Bachübersprung ging es dann noch ein Stück durch das Naherholungsgebiet Diepentalsperre, wo natürlich richtig was los war. Keine Läufer mehr, anfangs war ich ja noch einigen begegnet aber die waren wahrscheinlich alle früher los gelaufen und längst zu Hause - sehr vernünftig; aber dafür halt alles andere: Spaziergänger, Radfahrer, etc. => Slalom-Lauf.

Heimwärts krabbeln
Gegen Ende fiel es mir dann doch recht schwer, ich hatte nochmal 30Hm in 400m zu überwinden und das war dann schon eher Kletterei als geschmeidiges Laufen ;-) Aber es war ja nicht mehr weit.
Zu Hause angekommen noch ein bisschen dehnen, wobei: die Stahlblöcke (so fühlten sie sich an), die sich meine Waden schimpfen, waren quasi nicht mehr dehnbar.
Dann also die Treppe zum Bad hoch gekrochen und erst mal Duschen und dann wieder die Treppe runter zum Essen - wuaaa! So kannte ich das bisher eigentlich nur vom Folgetag eines Marathons und das auch nicht immer.

Nachbereitung
Nach dem Essen und einen kurzen Nickerchen ging's dann mit Holder und Sohnemann ins Freibad - sehr schön aber beim Fußballspielen musste ich mich doch echt zusammen reißen um noch ein bisschen Laufen zu können.
Außerdem hab ich 3 Bremsen-Stiche erwischt - na, meine Haut hatte ja was auszuhalten ;-)

Heute Morgen war mein Marsch die Treppe runter wohl auch echt sehenswert - ein 100-Jähriger kann's bestimmt kaum schneller ;-) Aber jetzt merke ich, dass es langsam etwas besser wird, besser wärs.

Zusammenfassend:
19,6km, ±337, H.diff-max: 148m mit ein paar Trail-Passagen, sonst viel Waldwege in 1:49:54 => 5:36min/km.
Nicht umwerfend aber (bis auf das Waden-Gedös) sehr schön.

P.S.:
In the Wilderness
Eins hätte ich ja fast vergessen, das liegt wohl auch daran, dass es schon während des Laufes nur verzögert in mein Bewusstsein drang:
Irgendwo beim Durchqueren einer Lichtung "in der Wildnis" hatte ich Vogelschreie gehört aber erstmal gar nicht geschaltet. Aber dann sah ich aus dem Augenwinkel einen Vogel und dann dämmerte es mir. Ein Bussard, der war aber schon wieder im Abdrehen als ich ihn sah und dann kam ich erst auf den Trichter, dass der mich wohl gerade in feindlicher Absicht, allerdings ca. 2m über meinem Kopf, überflogen hatte. Tja, man sollte schon lieber mit geschärften Sinnen durch die Pampa streifen, statt da im Volltran dahin zu schlurfen ;-) Hätte auch schief gehen können - aus unserem Lauftreff hat's schonmal jemanden erwischt - musste genäht werden am Kopf …

P.P.S.:
A-Sehne schweigt endlich
Noch was erfreuliches: Zum 1. Mal seit gefühlt einer Ewigkeit hat meine rechte A-Sehe bei diesem Lauf komplett gar nicht gemeckert. Hab sie gar nicht gespürt, sogar als ich mal dran dachte und reingehorcht habe, wahrscheinlich hatte ich sie zu Hause vergessen und die Linke gleich mit - deshalb auch die Wadenprobleme ;-)

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC!

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

So tröstlich...

dass andere auch in den Brennesseln stehen... in der kurzen Hose versteht sich. Obwohl, dieses Wochenende waren es bei mir nur die Brombeeren. Und dass nur, weil ich in die Büsche... ;-)
Aber was ist das schon gegen NEUE STRECKEN :-)

So ist das :-)

"In den Büschen" war ich bei dem Lauf auch; aber GottSeiDank ohne irgendwelches Stachel oder Brenn-Zeugs, dafür auch ohne Taschentücher oder ähnliches aber da waren ja Blätter und die piekten auch nicht …

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC!

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