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Manche Emotionen sind nur schwer zu ertragen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren.
Die einen haben einen Sandsack im Keller hängen, andere spülen die Gefühle herunter, wieder andere gehen power-shoppen.
Ich gehe laufen. Manchmal finden sich Lösungen, oder zumindest relativiert sich alles. Aggressionen werden abgebaut.

Zwei Stunden unterwegs gewesen, ein Drittel des Weges Querfeldein.
Bin nicht müde geworden. Am Ende des Laufes haben die Emotionen für einen Moment geschwiegen. Zu Hause fing ich an zu frieren und zu schwitzen. Ich war ausgepowert. Ich hatte das Laufen gegen mich verwendet.
Nach der Hälfte der Nacht lag ich wach, traurig, machtlos. Nichts hatte sich geändert. Ich hatte mich nur betäubt. Manchen Dingen kann man nicht davonlaufen. Seinen eigenen Gefühlen erst recht nicht.

Das Wetter heute Morgen ist wundervoll. Sonne und Schönwetterwolken. Wenn die Füße nicht mehr schmerzen, werde ich wieder laufen gehen. Eine ganz normale Runde.
Wenn es auch nichts ändert, tröstlich ist es allemal.

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Stimmt -

man kann den Problemen nicht davon laufen - zumindest bringt es auf Dauer nichts. Mir hilft die Bewegung draußen und das Alleinsein dann oft bei der Bewältigung. Nur: verwende das Laufen nicht gegen Dich und Deinen Körper.

Ein schöner Lauf entspannt - danach kann man die Probleme und Sorgen etwas gelassener angehen. Aber ändern kann man nur selber etwas.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

Laufe nicht gegen dich, sondern FÜR dich!

Das Laufen hilft einem, die Dinge mit einer gesunden Distanz zu sehen und die besten Ideen/Lösungen kommen einem oft beim Laufen in den Sinn! Was auch immer der Grund für deine unguten Gefühle gewesen sein mag... bestimmte Dinge kann man nicht ändern, die eigene Perspektive dagegen schon!

Das meint zumindest eine MC, die ihre Kraft aus dem Laufen schöpft, um im Kampf gegen den Hardcorepubertismus etc. gewappnet zu sein! Von daher gesehen: Kopf hoch und wie hatte meine Oma früher immer gesagt: "Kindsch'n, ooch das geht vorbei!"
;-)

davonlaufen...

..funktioniert nicht.
Aber manchmal läuft man den Lösungen entgegen.
Pass nur auf, dass Du nicht mehr läufst, als Dein Körper verträgt.
Alles Gute!

Emotionen

... sind ein Teil von dir und du kannst nicht vor dir selber davon laufen. Wäre ja auch blöd, stelle dir vor du hättest keine Emotionen mehr. ...

Bei mir haben Emotionen genauso eine Existenzberechtigung, wie der Verstand. Letzterer hilft mir Erlebnisse mit einem gewissen Abstand zu sehen. Da kann sich zum Beispiel Ärger relativieren. (Blödes Beispiel: Warum ärgert mich die offene Zahnpastatube? Passiert das wirklich extra, um mich zu ärgern oder aus Gleichgültigkeit? Geht die Welt unter, wenn sie offen bleibt? ... Ist das wirklich wichtig oder könnte ich mich auch alternativ über den Sonnenschein beim laufen freuen?) Wenn ich Emotionen verdränge, macht mir das im Nachhinein Probleme. Emotionen auszuleben geht im Berufsleben aber auch nicht immer. Bei einem langen Lauf hingegen kann ich Emotionen ausleben. Da habe ich auch schon geheult, geschimpft und gelacht. Auch über mich selber und gewundert, warum mich etwas auf die Palme bringen konnte. Mit etwas Abstand entdeckt man leichter übersehene Zusammenhänge. Laufen ist bei mir ein Weg zu mir zu finden und Emotionen in ein Gleichgewicht zu bringen.

An meinem schlechtesten Tag

An meinem schlechtesten Tag der letzten 5 Jahre ging ich ebenfalls laufen.
Ich konnte zwar den Problemen nicht davonrennen, aber ich hatte mehr als 2 Stunden Zeit in Ruhe für mich alleine darüber nachzudenken.

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