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Der Teufel, der mich ritt

Heute habe ich meinen ersten Laufwettkampf absolviert. Eigentlich hatte ich immer eine Aversion gegen solche Massenveranstaltungen und wenn ich den Berlin-Marathon praktisch vor meiner Haustüre vorbei kommen sah, dachte ich, dass ich nie und nimmer an einem Event dieser Art teilnehmen werde.
Vor zwei Wochen sah ich auf einer Seite einer Krankenkasse einen Link zum "4. Lichtenauer Wasserlauf". Dieser fand heute statt und das ist genau der Jahrestag meiner erstmaligen Laufanstrengungen. Als ich das las, habe ich mich spontan entschlossen, diesen Jahrestag nicht nur mit einem freudigen Gedanken zu feiern, sondern auch, dem inneren Schweinehund zum Trotze, mit einem veritablen Wettkampf. So meldete ich mich kurzerhand zum Zehnkilometerlauf an.

Mimosenhaftes

Meine Trainingsleistungen habe ich eigentlich immer als ganz passabel empfunden aber wie durch Zauberhand sind meine Trainingszeiten nach der Wettkampfanmeldung grottenschlecht geworden, Rücken- und Gelenkschmerzen stellten sich ein und ich hatte den Eindruck, mit Betonschuhen zu joggen. Das ging so fast eine ganze Woche. Am Dienstag und Freitag vergangener Woche habe ich nix gemacht und am Sonnabend, also gestern, noch einmal um 11:00 Uhr einen Trainingslauf gemacht. Es war so unglaublich warm an diesem Mittag, dass die Aussicht, den Wettkampf zur selben Zeit einen Tag später machen zu müssen, auch nicht besonders rosig war.

Nun hatte ich im Familien- und Kollegenkreis mir schon mächtig Vorschusslorbeeren besorgt, ich konnte daher ohne Gesichtsverlust den Wettkampf nicht mehr schwänzen.

Es war übrigens schon schwer für den Wettkampf eine mentale Begleitung zu erhalten: Zumindest meine Söhne (18 und 16 Jahre) versprachen als Jubelperser mitkommen zu wollen. Der eine kam allerdings erst heute morgen gegen 04:30 Uhr nach Hause, der andere vorsichtshalber garnicht. Als ich den einen gegen 8:00 Uhr wecken wollte, erhielt ich das Versprechen, "wenn du den Marathon läufst, komme ich bestimmt mit!". Dann drehte er sich wieder um, um schlief friedlich weiter.

Nun gehts los

Meine schmerzhaften Zipperlein waren im Übrigen heute morgen wie weggeblasen. Die Wettkampfstrecke ist von meiner Wohnung aus fußläufig zu erreichen. So konnte ich also in voller Montur losgehen. Es war heute morgen fast ein wenig kühl, wenn man das mit den Vortagen vergleicht. Dort angekommen haben die Wettkämpfe noch nicht begonnen. Der Veranstalter hatte ein nettes Rahmenprogramm organisiert, das wenn ich kleine Kinder hätte, auch denen gefallen würde.
Nachdem ich meine Startnummer in Empfang genommen habe, verging die Zeit bis zum Zehnkilometerlauf wie im Fluge. Dann fiel der Startschuss. Ich hatte mich offensichtlich im Startbereich ziemlich weit hinten aufgestellt, so dass ich in den ersten Minuten des Laufs viele Personen spielend überholen konnte. Während des ersten Viertels trennte sich dann das Feld und ich konnte in einer guten Geschwindigkeit mithalten. Die Wettkampfstrecke folgte dem nördlichen und südlichen Spreeufer zwischen Lutherbrücke und der Spreebrücke an der Wilhelmstraße, das ist in der Nähe von Reichstag und Kanzleramt.
Als ich die ersten zweieinhalb Kilometer an der Wilhelmstraße hinter mir hatte, zeigte meine private Stoppuhr eine Zeit von 00:13:50. Nach fünf Kilometern kam ich an der Start/Zieluhr vorbei, die beinahe erwartungsgemäß etwa 27 Minuten anzeigte.

Offensichtlich habe ich mich dann von den Menschen in meiner Umgebung "mitreißen" lassen. Als wir nämlich zum zweiten Male die Brücke an der Wilhelmstraße passiert haben, war ich schon ganz schön bedient und habe mich insgeheim geärgert, dass ich mich nicht für die halbe Strecke angemeldet habe.

Der Rest des Wegs war dann halbwegs beschwerlich und ich merkte, dass mein Schweinehund neben mir her hechelte und mich zum Aufgeben animieren wollte. Aber da hatte ich schon das Ziel auf dem anderen Ufer entdeckt, die Zähne zusammengebissen und bin einfach weitergelaufen.

Geil, geil, geil!

Als ich das Ziel erreichte, wusste ich auch, warum ich so fertig war: Ich habe die zehn Kilometer in 00:51:16 geschafft. Das ist meine persönliche Bestleistung auf zehn Kilometer. Ich habe in Nachhinein mir die Ergebnisse angesehen und bin sehr zufrieden: Ich bin auf Platz 215 gelandet, in meiner Altersklasse (M50) sogar auf Platz 15.

Ich fürchte, dass ich mir den nächsten Zehnkilometerlauf im Oktober hier in Berlin wieder einziehen werde. Mal sehen, ob ich dieses Ergebnis toppen kann.

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Glückwunsch

Glückwunsch zum tollen Platz und zur tollen Zeit. Ich war auch angemeldet, wegen befürchteter Hitze und später Startzeit habe ich allerdings gekniffen.
Bis Oktober musst Du gar nicht warten um den nächsten 10er in Angriff zu nehmen. Im August organisiert der SCC Charlottenburg den Vattenfall Citty Nachtlauf. Ich bin den einige Male mitgelaufen und hat Spass gemacht.
Weiter gute Läufe und Grüße aus der Hauptstadt
NB844

auch von mir Glückwunsch

klasse Zeit, ich war auch dabei, bei mir ging heute gar nichts, eine einzige Überwindung ab km 3 schon.
ich müsste dich ganz kurz vor schluss noch überholt haben.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

Vielen Dank

Die Überholer der Schlussphase haben meinen Ehrgeiz (vor allem vor dem letzten Überqueren der Lutherbrücke) noch einmal kräftig angeheizt, vor allem, wenn ich sie selbst überholt habe.

Auch von mir


auch von mir herzlichen Glückwunsch. Tolle Zeit, tolle Leistung. Dann auf zu den nächsten 10 km.
VG.

Herzlichen Glückwunsch zu

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Zeit und zu deiner persönlichen Bestleistung ;) Geht doch, auch wenn du zwischendurch gedacht hast, die Hälfte wäre ausreichend. Wie du sehen konntest, wäre die Hälfte doch glatt zu wenig gewesen *fg

Viel Spaß bei dem Oktoberlauf wünscht dir
die hamburgerin

Kurze Bemerkung (ich kanns net lassen) zum Vattenfall-Lauf: nach den Vorfällen in Krümmel würde ich da net mitlaufen - kannst ja mal hier (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,634416,00.html) oder hier (http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/der-skandalreaktor/) nachlesen.

Vattenfall-Lauf

Danke für die Glückwünsche, danke für den Tipp. Ich glaube, der Lauf am 18. August wäre mir effektiv zu früh. Jetzt habe ich ein bisschen Blut geleckt und werde mich in den nächsten Wochen eher auf ein Tempo unter 50 Minuten konzentrieren. Da brauche ich dann vorerst keinen Lauf im August. Wenn ich das schaffe, werde ich auch ohne Krümmel strahlen.

lieber bruno!

ist doch schön so! wenn man denkt, das wird sowieso nüscht, reisst man was. ich gratuliere dir herzlich!
du kannst wahrscheinlich mehr, als du denkst!
am 22. august ist der champions-run (10 km). sehen wir uns da vielleicht?

LG christiane

p.s.: mensch runandbike, lass doch die menschen sich einfach mal an ihrem lauf freuen, auch wenn du schneller warst!

liebe mani pejuta

ich denke daß sich der Blogverfasser schon gefreut hat, hat er sich doch sogar bedankt für die Glückwünsche.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

super Rennverlauf

Glückwunsch zu Deinem prima Ergebnis.
Die Zwischenzeiten spiegeln ja so gar nicht Deine Erschöpftheit oder gar Deinen Gedanken an Aufhören wider. Du wurdest ja immer schneller.
So will ich mir auch mal ein Rennen einteilen.

Genieß die PB und sei stolz auf Dich.

marcus

Laufen in Leipzig (z.B. beim 10. Cross "Rund um den Bismarckturm" am 26. Juli

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