Benutzerbild von thebestcoach

Freitags nach der Arbeit machten wir uns auf dem Weg in den Harz. Die Anfahrt war verkehrsbedingt doch ziemlich stressig. Strider, Anne (unsere Bergziege), Ralph (unser Supporter) und Joachim (mein Ultra erfahrener Arbeitskollege) waren auch mit Start.
Nach einer kurzen Nacht ging es Samstagmorgen um 7 Uhr auf die mit 69 km ausgeschriebene Strecke. Im Vorfeld war schon zu Lesen dass es etwas mehr als 71 km mit knapp 1000 positiven und 1350 negativen Höhenmetern sind.
Die ersten Meter am Startort in Stiege verbrachte ich mit strider im hinteren Feld, die mich dann nach einer Minute alleine auf die Reise schickte ich solle gut durchkommen. Da Ralph am Vortag sagte er will nur einen kurzen schnellen Lauf über 25 km machen wollte er mich die ersten 25 km begleiten.
Das Läuferfeld von den knapp über 96 Ultras zog auf den ersten Metern mächtig an.
Es dauerte eine Weile bis ich meine Position im Feld hatte und die Pace sich einpendelte. Die ersten 10 Kilometer gingen mit einer øPace von 5:20 min/km weg.
Was mir für den Anfang doch ziemlich hoch erschien für diese Distanz mit dem Profil. Von meinem Arbeitskollegen Joachim war weit und breit nichts zu sehen.
Mir grummelte der Magen wann kommt endlich die erste Verpflegung. Sie kam dann bei dem 11. km. Bot aber nur Wasser und Tee. Nun gut 2 Becher rein um den Magen etwas zu beruhigen und weiter ging es. Nach einem weiteren Kilometer sagte mir Ralph „nimm die 2 Gels und zieh los mir reicht es mit Tempo ich steige früher aus“.
So ging es dann alleine weiter bis zum 14. km als ich auf Joachim auflief. Drei Kilometer lang begleitete ich ihn und wies ihn auf sein recht hohes Tempo hin und fragte was er vorhabe weil er es so stark anging. Er sagte nur was er am Anfang habe nimmt ihn keiner mehr, er mache es immer so. OK. Ich hielt mein Tempo konstant und zog davon. Da das Feld sich nun total auseinander gezogen hatte war ich froh den Ipod dabei zu haben. Also Musik auf und mit konstanter Geschwindigkeit im Wohlfühltempo weiter. Die steilen Passagen wurden zügig gegangen und in der Ebene pendelte sich die Pace zwischen 5:20 und 5:30 ein.
Den Halbmarathon hatte ich unter 1:52h, den Marathon unter 3:57h und den 50’iger in 4:45h passiert. Nach und nach wurde ich nach vorne gespult da viele ihrem hohen Tempo vom Anfang jetzt Tribut zahlen mussten. Selbst die erste Frau im Läuferfeld war bis zum 55. km noch vor mir gewesen bis ich sie überholt habe.
Meine zwei Gels nahm ich bei dem 43. und 58. km. Ansonsten gab es für mich Wasser und Tee bis Kilometer 50 und danach stieg ich um auf Wasser mit Cola. An fester Nahrung gab es Banane mit etwas Salz, auf die ganzen Leckereien an der Strecke habe ich diesmal verzichtet. So verlockend der Kuchen auch aussah, das Risiko mir den Magen damit zu belasten war mir dieses Mal zu hoch. Dafür kommen noch genügend schöne Läufe ;-).
Nun musste ich doch auch in die Büsche und die hart erkämpfte Position ging wieder verloren. Aber der Weg war noch lange um noch etwas Boden gut zu machen. Es ging Steil hoch und noch Steiler hinab. Ab und zu zwickte das Knie und zwang mich zu ein paar Metern gehen.
Nach und nach wurde es doch immer schwerer die Pace zu halten, aber viele Mitstreiter hatten größere Probleme als ich mit meinem Knie.
An den Verpflegungsstellen machte ich nun die meiste Zeit gut. Die meisten waren so entkräftet und pausierten hier lange. Ein Becher wurde getrunken, ein zweiter wurde gehend hinunter gespült da ich wusste je schneller ich wieder los trabe umso leichter fällt es mir mich für die restlichen Kilometer zu Motivieren.
Bergauf viel es mir nun auch schwer. Selbst kleine Anstiege taten meinem Knie weh. Aber in der Ebene war meine Pace doch noch recht hoch und ich konnte so noch viele Mitstreiter hinter mir lassen.
Mittlerweile war es doch sehr warm geworden und die letzten Kilometer verliefen ohne den schützenden Schatten der Wälder.
In Gedanken plante ich schon den Nachlauf. Ich wollte doch nach dem Zieleinlauf ihr noch ein wenig entgegen Laufen um dann die Ziellinie gemeinsam zu passieren.
Die letzte Verpflegungsstation wollte ich schon auslassen als mir eine Frau mit Getränken entgegen kam. Welchen Becher wollen sie den rechten oder linken?
Ich entschied mich für die Frau in der Mitte es war strider, sie machte das einzig Richtige in ihrer Situation und stieg aus bevor der Körper ganz streikte. Dafür schenkte sie mir die letzten Kilometer und begleitete mich noch bis ins Ziel. So gingen dann die letzten Beiden Kilometer viel zu schnell in 5:10 und 5:00 vorbei.
Noch eine Stadionrunde und dann war das Ziel da.
Ich war glücklich dass ich Gesund durchgekommen bin. Und mit einer super Begleitung auf den letzten Metern habe ich endlich das Ziel in 7h00min59sec als 12’ter Gesamt und 6’er in der starken AK beendet.
Danke für den gemeinsamen Zieleinlauf.
Eine dicke Gratulation an Anne die in knapp über 8h, sowie Joachim der in 8h30min diesen schweren Lauf gesund beendeten.

3.75
Gesamtwertung: 3.8 (4 Wertungen)

Ich ziehe meinen Hut!

Ich ziehe meinen Hut! Wahnisinn!

Ich war auch dabei - allerdings "nur" auf der Marathonstrecke...meine Garmin zeigte statt der 44 km 45,44 km an. Dafür, dass ich eigentlich gar nicht laufen sollte...ist es für mich doch recht gut gelaufen. Ich hatte mir vor ein paar Wochen den Muskel in der Hüfte geklemmt...so ganz war es nicht wieder gut. So konnte ich bei weitem nicht mein Wettkampftempo laufen...mein Schatz meinte nur, ich sei wie ein Duracel-Häschen gelaufen. Aufgezogen, losgelaufen und genauso angekommen *lach*

Bei der Siegerehrung saßen wir zufällig auf dem Rasen. Eigentlich wollte ich duschen gehen...aber als mein Name als 3. fiel, konnte ich es kaum glauben. Und das wo ich doch soooo langsam war...aber gefreut habe ich mich natörlich trotzdem *strahl*

Nächstes Jahr möchte ich sehr gerne wieder dabei sein :-) War ein sehr sehr schöner Lauf!!!

Tschüß Schweinehund, schlaf gut - bin dann mal laufen!

perfekter Lauf

würde ich sagen. Bist halt doch ein Ultra ;-)

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

meinst Du ich sollte es mal

meinst Du ich sollte es mal wagen? Ich spiele schon solange mit dem Gedanken...der Ottonenlauf sollte ja eigentlich auch der Auftakt sein...über 42 km kann ich laufen ;-) aber über 60??? oder gar 70km??? *kopfkratz* Ich habe da so einen megagroßen Respekt vor! Ich frage mich ständig wie trainiert man für einen Ultra? Und vor allem wie schafft man das, wie geht man an die Sache ran? Besonders wenn man in keinem Laufclub ist?

Tschüß Schweinehund, schlaf gut - bin dann mal laufen!

langsamer und weiter laufen... ;-))

Mein erster Ultra war ein 100er - direkt vom Marathon aus ;-)) Gut fand ich Doppeldeckereinheiten: Samstags 20km, sonntags 30km. Oder umgekehrt. Mehr bin ich im Training nie gelaufen. Und alles was du in einer Woche sammelst schaffst du auch am Stück!
Praktisch sind übrigens auch Stundenläufe: da kann man Kilometer sammeln bei bester Verpflegung.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Diese

Diese "Doppeldeckereinheiten" laufe ich bereits seit mehr als 5 Jahren...und unter der Woche so 1-2x bis zu 25 km und dafür dann bissl schneller als am WE bei den langen Läufen. Ansonsten bin ich fast täglich im Studio auf dem Crosstrainer und bissl Krafttrainíng. Ausdauerjunkee halt...

Cool dann müsste ich das ja eigentlich irgendwie schaffen. Muss dann "nur" noch meinen Kopf davon überzeugen, dass "Körper" dann soweit ist :-)

Tschüß Schweinehund, schlaf gut - bin dann mal laufen!

Ein ganz toller und interessanter Blog!

Du hast alles richtig gemacht, Deine Kräfte genial eingeteilt. Hut ab vor Deiner Zeit, Hammer!!! Was mich so richtig freut ist, dass Du "nach" km 50 von "steil bergauf und noch steiler bergab" sprichst. Jaaaaa, da musste ich auch durch, *stolzbin* Und ist "unsere" (nicht nur Deine, ätsch!;-)) strider nicht eine gute Fee??? Auch mir kam sie entgegen und hat mich die letzten Kilometer begleitet. Ab da konnte ich mir das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht ziehen. Hach war das ein schöner Lauf! Und bist Du sicher, dass Du 7h und 59 Sekunden gebraucht hast? Weiß nicht wie das mit der Wertung war, wir hatten alle eine Minute weniger auf der Uhr stehen, als in der Wertung angegeben!?!? Ist natürlich letztendlich völlig wurscht, trifft ja alle gleich.
Nochmals meinen allerherzlichen Glückwunsch zu dieser Glanzleistung!!!

Tame,
wir sehen uns in München:-)

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links