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Auch wenn ich nach meinen Hitzedebut in Würzburg vor 5 Wochen relativ schnell wieder in "Tritt" gekommen war, habe ich in den letzten Wochen zwar nicht auf das Tempotraining -für Körper und Seele- aber auf Wettkämpfe verzichtet. Der ursprünglich eingeplante Besuch im Hessischen in Frankfurt-Bonames fiel dann doch einem Müdigkeitsanfall zum Opfer.

Der heutige Einsatz als Staffelläufer beim Metropolmarathon in Fürth war aber lange geplant und wurde natürlich nicht gecancelt. Nervös war ich natürlich auch. Eigendlich komisch wo ich dieses Jahr schon ganz andere Streckenlängen unter die Laufschuhe genommen habe. Aber so ein Staffelwettkampf ist schon etwas anderes als ein Einzelstart, gerade unter diesen Vorraussetzungen. Die gemeinsame Staffel -3 Läufer alle etwa 14km- war das "Weihnachtsgeschenk" meiner Abteilung für unseren Klinikchef -wobei das auch irgendwie eine kleine Rache meinerseits für die endlosen und teils nervigen morgendlichen Besprechung mit ihm sein sollte;-D Unter diesen Bedingungen wollte ich natürlich eine gute Zeit laufen.

Beim Metropolmarathon werden ausser dem Marathon und dem Staffelwettbewerb, ausserdem noch ein Halbmarathon und eine 10km Strecke (Läufer und Walker) angeboten. Die Veranstaltung findet erst seit drei Jahren statt und im Vergleich zum letzten Jahr, wo einiges nicht so rund lief, war die Organisation diess Jahr gut. Einen kleinen Kritikpunkt finde ich aber noch, die Startzeit für den Marathonwettbewerb Ende Juni ist nicht gerade optimal. Als erstes gingen relativ pünktlich um 9:00 die Halbmarathonläufer auf die Strecke, die nach dem Start mitten im Herzen der Stadt kurz durch die Innenstadtstraßen führt. Der Marathonstart ist eine halbe Stunde später um 9:30 und nochmal 15min später starten die Staffeln. Es ist ist heute zum Glück nicht so heiss und sonnig wie vor 5 Wochen in Würzburg. Dafür ist es aber sehr schwül und drückend -gefühlte 300% Luftfeuchtigkeit.

Schon ca einem Kilometer nach dem Start in der Innenstadt verlässt man aber den Asphalt und läuft weiter durch den Stadtpark und erreicht die Pegnitzauen. Nach 5km trennt sich die Marathonstrecke vom Kurs der HM- Und der 10km-Läufer. Für die Marathon- und Staffelläufer geht es jetzt in die Aussenbezirke der Stadt. Wir durchqueren Poppenreuth und laufen am "Playmobil-Stadion" der Greuther Fürth entlang in Richtung Ronhof. Fast überall an der Strecke stehen Zuschauer und ungefähr alle 2km gibt es Versorgungsstände, die teilweise von den Nachbarschaftsgemeinschaften und den Vereinen betrieben werden. Es sind zwar keine Zuschauermassen unterwegs aber angefeuert wird man überall. Von Ronhof geht es im Zickzack und über und unter der Autobahn durch über Sack und Bislohe nach Stadelen, wo nach gut 14km der erste Wechselpunkt ist. Der zweite Läufer darf dann von Stadelen über Vach, Atzenhof, Unterfarnbach, Burgfarnbach und Oberfürberg bis nach Unterfürberg laufen und dabei mehrfach den Main-Donau-Kanal über- und unterqueren. Der letzte Abschnitt führt dann von Unterfürberg nach Dambach und dann geht es wieder zurück auf einer Schleife durch die Innenstadt bis dann dann das Ziel auf der Freiheit erreicht wird.

Ich hatte den Part des Startläufers übernommen und wollte versuchen in ca 70min an meinen Kollegen Nils zu übergeben. Das hiess für mich eine Pace von 4:50-5:00min zu laufen. Nicht einfach bei einer PB von 48:30min über 10km und dem schwülen Wetter, aber man wächst schliesslich an seinen Herausforderungen. An Start waren zwischen 60 und 70 Staffeln und damit ein recht übersichtliches Feld. Am Start noch kurz ein paar Worte mit Buddy Nico65 und Sabine vom TV gewechselt und dann ging es um 9:45 los und für mich hiess es mal wieder nicht zu schnell losstürmen. Der 1. Kilometer war dann prompt auch viel zu schnell 4:30, das halte ich nicht durch, also etwas Geschwinidigkeit raus, auch wenn es sich geil anfühlt und der 2. Kilometer ist dann mit 4:40 schon besser. Ab dem 3. Kilometer habe ich dann in mein Tempo gefunden und laufe relativ konstant mit einer Pace um 5:00min. Zu Anfang überhole ich noch einige andere Staffelläufer und laufe dann aber für 1-2km gemeinsam mit einer anderen Läuferin, bis sie langsamer wird und ich mein Tempo beibehalte. Zwischen km 5 und 6 überhole ich den ersten/letzten Marathonläufer, der 15min vor uns gestartet ist. Es geht immer weiter durch die Fürtherstadtteile fast überall wird man angefeuert und es gibt reichlich Verpflegungstellen, die ich aber alle links und rechts liegen lasse. Ungefähr bei km 10 laufe ich dann auf die Gruppe des 4:30 Zugläufers auf und lasse sie hinter mir. Auch den 4:15 Zugläufer überhole ich noch vor dem Wechselpunkt. Bei Kilometer 12 durchqueren wir dann ein kleines Waldstück, in dem die Luft steht und aus 300% Luftfeuchtigkeit bestimmt 500% werden, aber ich habe es bald geschafft und versuche noch etwas anzuziehen. Das gelingt mir dann auch weil doch hier versucht ein anderer Staffelläufer an mir vorbei zuziehen und das spornt mich nochmal. Ich ziehe etwas an schaffe es an dem Läufer dranzubleiben und ihn dann bei der nächsten Verpflegungsstelle zu überholen. Inzwischen sehne ich das 14km Schild und damit die Übergabe herbei, ich laufe Anschlag und viel geht nicht mehr.Dann das 14km Schild, aber der Wechselpunkt ist leider noch nicht in Sicht. Bis dahin sind es noch gefühlte 10km, aber dann nach einer letzten Schikane endlich eine lange Gerade und der Blick auf die nächste Verpflegungsstelle mit dem langherbeigesehnten Wechselpunkt. Ich mobilisiere nochmal alle Kräfte und sehe Nils schon bereitstehen. Mangels eines Staffelstabes übergeben wir eine Kamera und ich schicke nach einer Laufzeit von knapp 73min -laut Jogmapp waren es 14,85km- meinen Kollegen auf die Strecke. Nach etwas Luftholen und etwas Wasser geht es mit einem Shuttle zurück zum Start. Wo ich nach erstaunlich kurzer Zeit Nils in Empfang nehme. Die Übergabe auf den dritten Läufer PRF hat bei km 28 ebensogut geklappt. Wir warten dann zu zweit am Eingang der Zielgraden und laufen zu guter Letzt zu dritt gemeinsam mit 3:23:07 als 11. Staffel (5.Mixed) ins Ziel.

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Ahhhaa!

Jetzt verstehe ich die für mich kryptische Unterhaltung, die du mit Schalk geführt hast.

Glückwunsch zum tollen Staffellauf. Für's Team laufen ist noch mal schöner als nur für sich. Die Zeit ist ja großartig.

Die Bedingungen hören sich wahrlich unschön an. Du hast bestimmt einen Becher Wasser nach dem anderen über den Kopf gegossen, oder.

…und dann noch aufgerafft und Bericht geschrieben. Danke Dir.

ich entlasse hiermit den Begriff "Hitzburg" und alle Abwandlungen in die Public Domain. Bedruckt T-Shirts und wasweisssichnichalles.

mk

Laufen in Leipzig (z.B. beim 10. Cross "Rund um den Bismarckturm" am 26. Juli

@MK

wie schon in der Überschrift steht, war es bei weitem nicht so heiss wie in Hitzburg. Es war sogar relativ kühl, aber halt seeeehhr feucht. Miss-Wet-TShirt-Wettbewerb war auch ohne Becherdusche durchführbar;-D

Danke
Ulli

"Das Leben geschieht einem, während man damit beschäftigt ist, andere Pläne zu schmieden", John Lennon

Wir sind BORN.Verstand ist zwecklos.
Sie werden bekloppt

So einen Staffelbewerb...

...stelle ich mir auch als etwas ganz besonderes vor - dein Bericht hat mich darin nur noch bestärkt. Vor allem der gemeinsame Zieleinlauf muss wirklich prickelnd sein! Gratulation zum tollen Erlebnis und Ergebnis!

Gruß maecks


Wir sind BORN - Laufen wie bekloppt!

sweat...

Puh, da läuft mir der Schweiß ja schon beim Lesen! Sub 5er pace über 14 km?? Bei der Hitze??? Wow! Du bis echt ein Hitzburg-gestähltes Tier!

Gruppenduell BORN vs. Ruhr
Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos!

@cc

sooo warm war es garnicht nur ver.. schwül und ich musste doch um mein "Leben" rennen;-D

"Das Leben geschieht einem, während man damit beschäftigt ist, andere Pläne zu schmieden", John Lennon

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