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Am Samstag Abend bin habe ich mich zusammen mit meiner Frau, meinem Sohn auch meiner Mutter auf den Weg zum Jakobifest in Schrozberg gemacht. Dort sollte um 18:00 Uhr der HAKRO-Stadtlauf 2012 stattfinden.

Die Befürchtungen, dass der komplette Lauf ins Wasser fällt, wie es der Wetterbericht angekündigt hatte, erwiesen sich zum Glück als falsch. Herrlicher Sonnenschein, der auch von den paar Wolken nicht getrübt werden konnte. Klasse Wetter, aber zum Laufen schon fast wieder zu warm.
Vorbereitungen vor dem Lauf
Am Veranstaltungsort angekommen ging erst einmal die große Sucherei los, wo ist die Nachmeldung, Umkleidekabine und ganz wichtig wo sind die Toilette. Das Gelände war aufgrund des angrenzenden Jakobijahrmarktes sehr unübersichtlich. Da hilft nur alles zu fragen, was nur annähernd nach Läufer aussieht.

Beim Einlaufen traf ich dann Günter Seibold und Jürgen Fischer, die Topläufer und Favoriten vom TSV Crailsheim. Es war schon recht spät, Jürgen war mit seinem Aufwärmprogramm durch, Günter aber erst gerade angekommen. Ich lief dann mit Günter die Strecke ab. Mitte der Strecke ein kurzer Blick auf die Uhr, 10 Minuten vor Start, jetzt dürfen wir aber nicht mehr trödeln. Mir fiel auf, dass Günter noch gar keine Startnummer angebracht hatte und ich fragte ihn, wo denn seine Startnummer sei. Er hab dann sein T-Shirt hoch um die vermeintlich am TSV-Trikot angebrachte Startnummer zu zeigen. Doch außer Sicherheitsnadeln, war das keine Startnummer. Günter sagte darauf: "Ohhh, wo hab ich die jetzt hin?" kurze Pause "Jetzt habe ichs eilig!". Ab dann war er nicht mehr gesehen, bis er als letztes, ca. 20 Sekunden vor Start, mit Startnummer, in die Startaufstellung kam.


Der Start
In der Startaufstellung war gute Stimmung, bis plötzlich wie aus heiterem Himmel ohne jegliche Vorwarnung der Startschuss viel. Erschrocken lief ich los und verpasste vor Schreck dabei den Startknopf meiner Uhr zu drücken. Erst 5 Sekunden später beim ersten Blick auf die Uhr bemerkte ich dies glücklicherweise.

Leider war mit der Aktion Startschuss und der Uhr meine gute Startposition dahin und ich lief der Meute hinterher. Es wurden wie bei solchen Läufen üblich, Hobbyläufer, Walker, Staffelläufer und Hauptläufer zusammen auf die Strecke geschickt. Ca. 20 Läufer waren vor mir und leider zu keinem Zeitpunkt konnte man erkennen, welcher Läufer was lief.

Video vom Lauf

Erste Runde
Mein Anfangstempo war zwar etwas zu schnell, doch mit 3:30 nicht so schnell, dass ich gezielt auf die Bremse drücken musste. Ich lief einfach weiter, bis sich mein Tempo von selbst einpendelte. Angekündigt hatte ich vorher nur mein Ziel die 39:00 zu knacken, doch zu meinen Angehörigen sagte ich, dass ich unter 38:30 laufen möchte. Tatsächlich hatte ich meine Garmin auf eine Zielzeit von 38:00 Minuten eingestellt, getreu dem Motto: Ohne große Ziele, kein großer Erfolg. Bereits auf der ersten Runde konnte ich von den 20 Läufern vor mit 5 einholen. Einer musste sogar ein Gehpause einlegen. Nach ca. 1,5 Kilometer kam ein Läufer in hellblauen Trikot von hinten an und zog locker an mir vorbei. Er hatte einen klasse Laufstil und auch noch einen Vorfußlauf. Ich war beeindruckt und versuchte halbwegs dran zu bleiben, was mir mit einem Abstand von 20 Metern auch gelang.

Die Strecke

Die Strecke war als Rundenkurs aufgebaut. 5 x waren die 2 Kilometer, die eigentlich sogar 2,14 Kilometer lang waren, zu absolvieren. Dabei ging es vom Startbereich erst einmal auf ein Stückchen Wiese, dann auf die Hauptstraße. Nach ca. 300 Meter ging es links in die Torstraße hinauf. Hier musst ein kurzer aber fieser Anstieg bewältigt werden. Danach ging es kreuz und quer durch das Wohngebiet Schrozbergs. Am Ende des Wohngebiets auf dem Fliederweg, auf dem es wieder ein Stück bergab ging, hatten Anwohner einen privaten Getränkeversorgungsstand aufgebaut und machten ordentlich Stimmung an der Strecke.

Weiter ging es an den Sporthallen und Plätzen links vorbei, auf einem geteerten Fahrradweg der Ringstraße zurück in die Innenstadt. Auf der Höhe der Feuerwehr wurde dann rechts aufs Jakobifest abgebogen und man durfte das extra für den Lauf teilweise gesperrte Jakobifest durchlaufen. Die Stimmung hier war fantastisch und die laute Musik von Boxauto und Konsorten sorgten für eine extra Schub.

Zweite Runde
Ich hielt mich weiterhin dem blauen Läufer vor mir, der langsam auf einen weiteren vermeintlichen 10 Kilometerläufer auflief. Die beiden hatten sich bereits in der zweite Runde nichts zu schenken und kämpften um die Führung. Durch deren Streit um die Führung wurde das Tempo auch in der zweiten Runde auf einer Pace von 3:46 relativ hoch gehalten.


Dritte Runde
Gleich nach dem Überqueren der Startlinie, überholte ich die beiden Läufer, sind auf einmal etwas langsamer liefen. Als ich an den beiden vorbei war, bereute ich das Überholmanöver sofort, denn jetzt musste ich die Tempoarbeit machen. Also habe ich den Druck raus genommen und darauf gewartet selbst wieder überholt zu werden. Doch das passierte einfach nicht. Ich drehte mich um und sah, dass das ich bereits nach 300 Metern einen Vorsprung von 20 Metern erlaufen hatte. Also doch selbst Tempoarbeit machen... Der einsetzende Nieselregen war absolut Willkommen, hingegen die starke Gegenwind auf dem Rückweg zur Innenstadt nicht.

Vierte Runde
Es waren nur noch 2 Runden zu laufen. Jetzt hieß es durchhalten, was mir besonders schwer am kleinen Anstieg gleich zu Beginn der Runde am schwersten fiel. Danach brauchte ich immer ein bisschen, bis ich mich erholt hatte. Ein bissche ärgern musste ich mich über die Slalomläufe dich ich einlegen musste um an den Walkern, Jogger und Läufer vorbei zu kommen. Seit der dritten Runde habe ich weit und breit ich keine 10-Kilometerläufer mehr gesehen. Weder vor mir, noch hinter mir. Es war ein einsamer Kampf gegen die Zeit.

Inzwischen regnete es richtig, sodass das Schweiß-Haargel-Regen-Gemisch in Mund und Augen lief. Nicht besonders angenehm, aber auszuhalten.

Fünfte und damit letzte Runde
Endlich, die letzte Runde. Meine Beine sind müde und werden langsam schwammig. Eine offizielle 10km-Bestzeit kann es aufgrund der zu langen Strecke nicht werden, das wusste ich. Allerdings eine inoffizielle Bestzeit sogar unter 38:00 Minuten ist drin. Also kämpfe ich nochmal den Anstieg hoch. Es schmerzt, doch ich kämpfe weiter und versuche das Tempo um die 3:48 zu erreichen. Die Strecke erschien plötzlich so lange, so dass ich wo es ging die Augen schloss und blind aufs Tempo drückte.

Eine Tempoverschärfung oder eine Art Sprint für die 10 Kilometermarke war nicht mehr drin, denn danach musste ich ja noch 700 Meter weiter laufen. Mein Uhr gibt Alarm für das Erreichen der 10 Kilometermarke und zeigt 37:40 Minuten an. Kurzer Aufschrei "Yeah" und weiter laufen. Meine Tempoarbeit hatte sich gelohnt und der 5000m-Lauf am Mittwoch schien die optimale Vorbereitung gewesen zu sein.

Der Zieleinlauf

Der lange Zieleinlauf durch den Jakobimarkt beschwingt und ich drücke nochmals aufs Tempo, obwohl mein Ziel bereits erreicht war. Beim Überqueren der Ziellinie, kann ich aber meine Freunde über die zwar inoffizielle, aber trotzdem erreichte 10-Kilometerbestzeit nicht verbergen und Springe mit einem Aufschrei ins Ziel.

Meine Familie (Frau, Sohn und Mutter) wartete direkt hinter der Ziellinie und alle freuten sich mit mir, vielleicht aber auch, dass Sie sich nun ein trockenes Plätzchen suchen durften.

Fazit

Am Ende hat es mich am meisten an dem Lauf gestört, das die Strecke mit 10,7 Kilometer schon eher 11 wie 10 Kilometer lang war. Hätte ich dies im Vorfeld gewusst, wäre ich hier nicht angetreten. Ja, ich wusste, dass die Strecke nicht vom DLV offiziell vermessen wurde und demnach auch keine genaue 10 Kilometer erwartet werden kann. Aber, normalerweise sind solche Läufe maximal zwischen 9,8 und 10,2 Kilometer lang. So hat es eben für mich nur für eine inoffizielle 10 Kilometerbestzeit gereicht.

Etwas unsinnig empfand ich die Siegerehrung im Freien am Start und Ziel. Zwar

hat es zwischenzeitlich wieder aufgehört zu regnen, doch warum nutzt man das nicht ohnehin vorhandene Bierzelt und verschafft dem Jakobifest damit mehr Besucher.

Der Start und Zielbereich war meiner Meinung nach zu klein. Es wurden viel Läufer beim Zieleinlauf behindert. Nicht besonders vorteilhaft war dabei, dass ein Teil der Zielverpflegung vor dem Ziel an einer Engstelle aufgebaut war.

Etwas komisch empfand ich, dass der Hauptsponsor, Bekleidungshersteller HAKRO, die selbst ein eine Linie für Sportler haben, nicht einmal ein Funktionsshirt sponsern. Stattdessen gab es ein normales T-Shirt aus Baumwolle.

Bitte verstehe meine vielen Kritikpunkte nicht falsch, es war ein schöner Lauf, besonder toll fand ich den langen Zieleinlauf durchs Jakobifest. Sowas hat man bei kleinen Läufen eigentlich nirgends! Aber das sind eben meine Verbesserungsvorschläge an den Veranstalter.

Nochmal ein riesiges Dankeschön an meine Frau, die nicht nur wieder dabei war und mich angefeuert hat, nein, sie hat sich ohne Regenschirm in den Regen gestellt um mich zu filmen und zu Fotografieren.

Sport frei!
Thomas
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Siehe auch:

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Ja, ich bin immer noch Nichtraucher. Inzwischen mache ich mir fast keine Gedanken mehr zum Thema Rauchen und auch 2 Alkoholexzesse ohne Zigaretten habe ich hinter mich gebracht.

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