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Letztes Jahr lief ich eher zufällig 40:16 bei einem 10er. So viel ist das ja nicht weg von sub40. Das war dann eins meiner Jahresziele.

Am 21.4. habe ich mit der Vorbereitung auf den 10km WK in Nordenham am 6.6. begonnen. Intervalle, Tempoläufe, Sprints, Dauerläufe. Gefühlte Höhepunkte im Training waren ein 5km Tempolauf in 19:24, 10km Tempolauf in 41:30, 2x3km Intervalle in 11:30/11:40, und 5x2km Intervalle sub 7:50. Je Woche ca. 4 Läufe. Ich war mir sicher, sub 40 zu schaffen.

1. 10km WK am 6. Juni
Ich war zu ehrgeizig. Der 1. km in 3:37 war zu schnell. Ich hielt mich an einen Läufer, der 39 min. lief. Der 2. km in 3:48, dann 3:55 - jetzt musste ich den 39-Läufer ziehen lassen, 4:03, 4:11.
Vom TP hatte ich im Kopf, die ersten 5km in 19:10 zu schaffen. Davon war ich ziemlich weit weg. Bye bye sub 40. Am liebsten wäre ich ins Ziel gelaufen. Meine Beine wollten nicht mehr. Aber meine Startnummer sagte dem Einweiser: Hier geht’s lang für die 10.000 Meter. Also das ganze nochmal. 4:11 - 4:20 - 4:22 - 4:15 - 3:43
Macht 40:25
Eine gute Zeit. Aber halt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Wie gut, dass ganz in der Nähe eine Woche später die Nordseelaufserie begann.

2. 10km WK Sa. 13.6. Nordseelauf in Wilhelmshaven / erste Etappe
Es war schönes Laufwetter, Sonnenschein, leichter Wind, nicht zu warm. Über 350 Läufer waren am Start und viele Walker. Für mich war der Lauf ein Test, wie es mir geht, wenn ich verhaltener starte. Das wollte ich wissen. Eine neue Bestzeit auf einer unbekannten Strecke wäre eine Überraschung. Die Schwankung beim 10er WK in Nordenham von 45 Sekunden zwischen dem schnellsten km und dem langsamsten fand ich gar nicht gut. Das wurmte mich.

Zum Lauf:
Wenige Minuten vor dem Start stellten sich alle Läufer und Walker in den Startkanal. Es gab eine Begrüßung durch den Bürgermeister. Dann haben wir gemeinsam die Hände in die Luft gehoben und sie zum Lied „An der Nordseeküste“ hin und her bewegt – und natürlich den Refrain mitgesungen. Das hat Spaß gemacht. Kurz darauf ging es dann los.

1. km - Ich stand etwa in der 5. Reihe und musste die ersten 200 m sehr aufpassen, niemandem in die Hacken zu laufen. Elegant überholen war nötig. Nach ca. 400 m zog sich das Feld dann auseinander. Es ging in Richtung Nordsee. Da war das 1. km Schild. Auf meiner Uhr stand 3:40, aber der FR hatte noch ein paar Meter und zeigte dann für den 1. km 3:51

2. km - Das war langsamer als vermutet, aber ok. Ich kam ja auch nicht gleich weg und bin verhalten gelaufen. Kurz darauf liefen wir den Deich hoch und gleich wieder runter. Der Lauf am Wasser entlang war toll. Kein Wind und überall Zuschauer. Ich hab mich an eine Frau (die am Ende erste der Frauen wurde) und einen Mann gehalten, die wenige Schritte vor mir liefen. 2. km: 3:52 / 7:43

3. km - Es ging dann wieder den Deich hoch und darauf eine Brücke hoch, der Wind kam von vorne. Anstrengend. Hier habe ich die Frau überholt, die ein sehr konstantes Tempo lief. Auf der anderen Seite ging es dann die Brücke wieder runter und rechts um einen Häuserblock herum. 3. km 3:55 / 11:40

4. km - Als wir um den Häuserblock einmal ganz herum waren (an der Rückseite des Blocks blies ein kräftiger Wind) liefen wir Richtung Hafen und dann am Hafen entlang auf einer Promenade. Es war schön, der blaue Himmel und das im Sonnenlicht glitzernde Wasser. Mittlerweile lief ich in einer Gruppe von 5 Läufern. Regelmäßig schaute ich auf meine Uhr, um zu vermeiden, dass ich allzu sehr in der Pace zurück falle. Aber die Gruppe sorge schon dafür, dass ich relativ konstant lief. Km 4 3:59 / 15:41

5. km - Mein Wunsch, unter 19:20 auf den ersten 5 km zu laufen würde ich nicht schaffen. Konstant weiter laufen war mein Motto. Ab km 4 merkte ich, wie sehr eine Gruppe hilft. Es ging jetzt auf die 2. Runde. Also alles noch einmal. Im Vergleich zu letzter Woche ging es mir besser, obwohl ich kämpfte. Km 5 4:04 / 19:45

6. km - Ich war deutlich langsamer als letzte Woche. Da hatte ich 19:31 zur Halbzeit. Bei meinem schnellsten 10er bisher letztes Jahr hatte ich die 5 km nach 19:13 geschafft. Aber diesmal würde ich mich nicht von den Zahlen entmutigen lassen. Der Lauf wird vom Kopf entschieden. Das habe ich letzte Woche lernen müssen. Ich orientierte mich an den km Schildern des Veranstalters. Und jene Zahlen bzw. Zeiten waren freundlicher. Meine Uhr zeigte km 6: 4:01 / 23:47 (zum Vergleich: vor einer Woche hatte ich km 6 in 23:43)

7. km - Wir liefen in der Gruppe sehr dicht nacheinander. Ich wurde von 3 anderen geschoben, die sich zeitweilig vor mich setzten, dann aber wieder zurück fallen ließen. Innerlich war ich darauf aus, eine neue Bestzeit zu laufen. Es könnte klappen. Kurz vor dem Anstieg den Deich und die Brücke hoch hatte ich km 7 geschafft in: 4:00 / 27:47 (28:04)

8. km - Diese 4 überraschte mich und spornte mich an. Den nächsten km würde ich nicht so flott laufen können. Jetzt kam der Anstieg und der Wind. Km 8 zeigte meine Uhr: 4:11 / 31:58 (32:26)

9. km - Das war der bisher langsamste km, aber immer noch deutlich unter der 8km Zeit von letzter Woche – 4:22. Wir liefen wieder Richtung Hafen und dann am Hafen entlang. Der Wind von vorne war nicht schön, aber das meiste hatte ich geschafft. Drei Läufer ließ ich ziehen. Jetzt waren viele Walker und Spaziergänger zu überholen. Eine Frau an der Strecke rief den Läufern vor mir ihre Platzierungen zu: 11., 12., 13., ich war 14. Gefühlsmäßig war ich mir sicher, eine neue Bestzeit zu laufen und hielt es auch für wahrscheinlich, unter 40 Min. anzukommen. Der FR piepte zum 9. Mal: 4:11 / 36:10 (36:41)

10. km Schon von weitem konnte ich die Brücke sehen, an der ich links abbiegen würde und nach weiteren 300 Metern ins Ziel laufen würde. Dann erreichte ich endlich die Brücke und bog ab. Nach ein paar Metern sah ich das Ziel und die Uhr zeigte 39:33. Ich gab noch Mal Gas und lief unter der Uhr durch bei 39:50
Der 10. km: 3:41
Auf meiner Uhr stand 39:48. Die hatte ich ja auch erst gedrückt als ich über die Startlinie gelaufen war. Später auf dem Aushang las ich meine Zeit sei 39:51 (vermute, dass nur brutto Zeiten gestoppt wurden, das würde den Unterschied erklären und die Tatsache, dass bei jedem Läufer nur eine Zeit stand.). Egal. Ich habe mein Ziel erreicht, unter 40 Minuten zu laufen. Ein Bremer aus „meiner“ Gruppe bedankte sich bei mir und ich bei ihm fürs gemeinsame Laufen. Auch er ist neue Bestzeit gelaufen.
Dann lief ich mit ihm und meinen beiden Bekannten aus Nordenham noch eine lockere Runde durch den nahe gelegenen Park und wir unterhielten uns. Zwei nette ältere Damen fragten uns besorgt, „Haben sie sich verlaufen?“ „Nein, wir laufen uns nur aus. Keine Sorge.“
Es war eine gute Entscheidung, langsamer zu starten.
Es war sehr hilfreich, von anderen Läufern gezogen und geschoben zu werden.
Es war ein guter Tag.
14. Gesamt
3. AK 45

3. 10er WK Frt. 19.6. Nordseelauf Etappe Otterndorf
Otterndorf liegt an der Nordsee, nur 40 km von Bremerhaven. Dort hatten unsere beiden Kinder gestern ein Sommerfest mit der Jungschar. In O. war die vorletzte Etappe des Nordseelaufs. Warum nicht ein WK als Trainingslauf? Ich hätte heute 10 km im HM Tempo laufen sollen. Passt
Ein paar Mails und die Teilnahme an der Etappe in Otterndorf war möglich. Die beiden Kinder habe ich um 16.45 abgesetzt. Bis 17.30 Uhr konnte ich in Otterndorf nachmelden. Klappte alles gut. Ok, der Wind und Regen auf der Hinfahrt war nicht so lecker. Immerhin blieb es den Abend über dann trocken. Ich fand gleich einen Parkplatz, nur ca. 300 m von der Turnhalle, in der es die Startunterlagen gab. Ich konnte meine Nr. von Wilhelmshaven wieder verwenden und hatte noch Zeit mich warm zu laufen.
Windig wars. Kühl. Diesmal stellte ich mich in die 2. Reihe. Man merkte, die Meute war geübt im Singen des Lieds „An der Nordseeküste“. Klang richtig gut. Dann fingen wir an runterzuzählen und der ältere Bürgermeister löste irgendwo zwischen 9 und 10 den Startschuss. 15 liefen los, mussten aber wieder umkehren. Allgemeines Gelächter. Aber dann klappte es. Es ging locker los durch enge Gassen. Ein große, schöne Runde sollte gelaufen werden.

Km 1 - Die ersten 20 Läufe blieben lange zusammen. Das fiel mir sofort auf. Das vordere Feld blieb zusammen. Fast erschien es mir wie in einer Laufgruppe im Training. 2 Frauen waren dabei. Die eine war „Lokalmatadorin“, ehemalige Europameisterin im Crosslauf hatte der Moderator uns informiert. Ich hätte gedacht, dass die gleich auf und davon ist. Aber sie lief in etwa das gleiche Tempo wie die anderen. Dann war auch schon der 1. km geschafft: 3:47

Km 2 - Am Start wurde uns gesagt, dass ab km 2 ein enger Abschnitt kommt, auf dem Überholen sehr riskant ist. Darauf sollten wir uns einstellen. Ein Läufer neben mir sagte scherzhaft - der geht bis km 9. Ich wusste nicht, wie lang dieser Abschnitt ist. Also zog ich etwas an und überholte 5 oder 6 Läufer, auch Crossläuferin. Es ging auf einem Sandweg weiter. Noch störte der Wind nicht wirklich. Km 2 in 3:53 / 7:40

km 3 - Der schmale Weg begann. Eine Art Trampelpfad, der ein paar Mal durch Senken ging. Rechts war ein kleiner Fluß, links Rapsfelder. Schön. Auf einen Läufer lief ich auf und lief an einer günstigen Stelle an ihm vorbei. Die Strecke war super vorbereitet. Überall standen Leute und Wege waren abgesperrt. Die Strecke war landschaftlich sehr schön. Dann ging es auf einem Sandweg links weiter. Km 3 in 3:50 / 11:30

Km 4 - Wir liefen durch eine Neubausiedlung, dann entlang von künstlichen Seen durch eine Ferienhaussiedlung. Hier wurde ich überholt von 5 Läufern. Der Gegenwind machte mir zu schaffen. Aber ich hängte mich an die Gruppe ran. Km 4 in
4:06 / 15:36

km 5 - Weite auf dem Sandweg durch die Ferienhaussiedlung. Schöne Gegend. Doofer Wind. Km 5 in 4:12 / 19:48

Km 6 - Irgendwann während dieses Kilometers stellte ich fest, dass ich schon auf der 2. Hälfte bin. Die Strecke ging dann auf einmal nicht mehr gegen den Wind. Ich konnte 2 Läufer überholen. Km 6 in 3:56 / 23:44

km 7 - Ich hatte gehofft, wir würden diesmal die Deiche nur aus der Ferne sehen. Irrtum. Jetzt ging es den Deich hoch. Mann, sind die hoch. Dann wieder runter. Huiiii... bin ich flott. Scharf links rum und voll gegen den Wind an der Nordsee. Booaahh!! Km 7 in 4:03 / 27:47

Km 8 - Endlich ging es dann seitlich zum Wind direkt auf die Nordsee zu. Schöööön. Der Anblick des Wassers, Watt, Möwen. Salzige Luft. Und dann kam der schönste Abschnitt. Es ging mit dem Wind direkt am Wasser entlang. Dann wieder rechts Richtung Deich. Der Wind hat geholfen, dass ich diesen km schnell war:
3:52 / 31:40

Km 9 - Noch einmal den Deich hoch, ein Stück auf dem Deich und mit Schwung wieder runter Richtung Ortsmitte. Hinter mir war niemand zu hören. 4:06 / 35:46

km 10 - Ich lief einfach mein Tempo. So richtig Lust auf einen Sprint hatte ich nicht. Im Ziel fehlten mir nur 4 Sekunden auf den Läufer vor mir. Nächstes Mal. Dann kam das 10km Schild. Meine Uhr zeigte 39:29, aber der FR zeigte die 10 km erst nach 3:58 / 39:44

Km 10,4 - Ich war davon ausgegangen, dass der Lauf über 10 km ging. Auf 10km 4 Sekunden schneller als in Whv, allerdings heute eine Durchgangszeit und ohne Sprint auf den letzten paar hundert Metern. Neue Bestzeit. Und in Whv fehlten mir auf der Garmin 80 Meter bis 10 km. Ich vermute, die Strecken sind nicht genau vermessen. Noch 400 Meter. Oh, wie schön, ich lauf an meinem Auto entlang. Das wurde später zum Problem. Dann um die Ecke und dort war das Ziel. Kurzer Sprint. Geschafft. 41:19

Ich hab etwas getrunken und mit ein paar Leuten gequatscht und dann bin ich zum Auto. Bis 19.30 sollte ich meine beiden Kinder wieder abholen. Schreck. Das Auto steht genau an der Laufstrecke. Übel. Ich hab mir ein trockenes Shirt angezogen, etwas getrunken und eine Lücke abgepasst – dann ausgeparkt und gaaaaanz langsam den Läufern entgegen. Bis ich dann raus war hats ne Weile gedauert. Der Rest war easy. Schöner Lauf.

Irgendwann möchte ich Mal einen 10er laufen ohne Wind und Deiche.

13./201 Männern
2. AK 45

Nächste Woche ist dann noch ein WK. Hm in Löningen. Ich würde gern sub 1:30 laufen. Werde berichten

3
Gesamtwertung: 3 (3 Wertungen)

Schnelle Läufe, langer Blog :-)

Bist ja fleißig unterwegs und so erfolgreich!
Ich gratuliere dir.

Meine Glückwünsche zur

Meine Glückwünsche zur neuen PB.

Von Deinen Zeiten kann ich nur träumen......
Ich war auch in Otterndorf und hab mich genauso über die Deichhöhe gewundert.
Hatte den Eindruck bei der zweiten Deichquerung ist das Mistding noch ein Stück gewachsen...
Ging mir in Tossens bei der Butjadinger Etappe genauso.
Da mußten wir vor dem Schlußspurt nochmal den Deich hoch.

Viele Grüße
Martin

lieber volkie, oh, mann, das

lieber volkie,
oh, mann, das sind ja wettkämpfe! congratulations zur PB!
so ganz glücklich hörst du dich aber noch nicht an, kann das sein?
nächste mal soll's ein hammerlauf werden. das wünsch ich dir!
LG christiane

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