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Schon vor einem dreiviertel Jahr meldete ich mich für den Himmelgeister Halbmarathon an. Wusste ich doch, dass der Lauf gut organisiert, die Laufstrecke schön, die Teilnehmeranzahl begrenzt und der Lauf früh ausgebucht ist.
Es sollte mein erster HM und ein besonderes Highlight sein, für das ich mir entgegen meinen sonstigen Gepflogenheiten ein festes Zeitziel und eine Strategie zurechtgelegt hatte. Sub2 sollten es am 30.6. schon werden.
Da ich vor 10 Jahren einen Marathon bewältigt hatte, vor ein paar Wochen schon mal 28 km als lange Kante gelaufen war, und beim Düsseldorfer Staffelmarathon 16,4 km mit einer Pace von 5:15 gelaufen war, wusste ich worauf ich mich einließ.
Am Freitag, dem Tag vor dem HM, lief ich morgens meine Standardrunde von ca. 7 km um Wildpark, Galopprennbahn und Golfplatz ausnahmsweise allein. Beide Laufkumpel, die mich sonst dreimal die Woche begleiten, hatten abgesagt. Da ich nicht von deren Gequatsche abgelenkt wurde, fiel mir ein regelmäßiges Geräusch auf, das von unten kommend an mein Ohr drang. Was ich erst als Klatschen von Schuhbandenden gegen den Sportschuh deutete, stellte sich als aus dem linken Fußgelenk kommendes Knacken heraus.
Das Geräusch kam mir bekannt vor. Es trat häufiger auf, wenn ich mich zu Hause auf Socken von einer der vier Ebenen auf eine andere bewegte. Vorwiegend beim Treppaufgehen knackte es im linken Fußgelenk beim Abrollen des Vorderfußes schon seit einem vor 27 Jahren zugezogenen Bänder- und Gelenkkapselriss.
Das Knacken auf ebener Strecke war neu. Da aber beim Laufen keine Schmerzen auftraten, konnte ich den Lauf ohne Probleme zu Ende bringen. Tagsüber während der Arbeit hatte ich keine Zeit mir um meinen Fuß Gedanken zu machen und abends beim Packen des Rucksacks mit der Wechselkleidung gab ich mich noch der Hoffnung hin, das Knacken würde über Nacht irgendwie verschwinden.
Dem war leider nicht so. Vielmehr hallte das Knacken in der morgendlichen Stille beim Gang ins Bad noch eindrucksvoller als am Tag zuvor.
Die Entscheidung, die getroffen werden musste, war nicht einfach.
Sollte ich mich wirklich von so einem lästigen Knacken ins Bockshorn jagen lassen? War nicht der selbst ernannte Laufpapst Dr. Strunz sogar mit einem gebrochenen Schienbein einen Ironman gelaufen?
- Zuletzt siegte der Spaß doch über den Ehrgeiz. -
Abgesehen von dem Risiko, dass während des HM doch Schmerzen auftreten würden, die mich zur Aufgabe zwingen könnten, hätte es mir absolut keinen Spaß gemacht, während des Halbmarathons nach dem Knacken zu lauschen. Bei der Geräuschkulisse der Mitläufer wäre das sicher umständlich gewesen. Wenn ich es denn hätte hören können, hätte ich ausprobiert, das Knacken durch eine geänderte Lauftechnik zu vermeiden. Das wiederum hätte eventuell soviel Zeit gekostet, dass ich den HM nicht sub2 abgeschlossen hätte, was mir den Spaß am Himmelgeister Halbmarathon ebenfalls verdorben hätte.
Der HM wurde gecancelt und stattdessen ein Testlauf von 7km absolviert, der ohne Probleme ablief.
Dann wurde im Internet recherchiert.
Bei jogmap wurde ich im Blog von Achimrennt und bei einer Frage im Forum von Aviator
fündig. Die beiden Leidensgenossen hatten leider nichts darüber geschrieben, was aus ihrem Knacken geworden ist oder was ggf. ein Arzt dazu gesagt hat.
Im übrigen Internet konnte man als Ursache alles Mögliche finden: von A wie Arthrose bis zu Z wie Zyste.
Durch Ertasten beim Gehen (muss mal einer nachmachen!) wurde weder die von Aviator vermutete schnappende Sehne ertastet noch sonst eine genaue Stelle am Gelenk, die Ursache des Knackgeräusches sein konnte.
Führte also nichts an einem Besuch beim Orthopäden vorbei.
Dienstag vorige Woche hatte ich den Termin beim Orthopäden.
Das Wichtigste zuerst: Der Arzt hatte keine Bedenken, dass ich weiter laufe, solange keine Schmerzen auftreten. Nach Untersuchung und Röntgenbild hat er mir eine Bandage verschrieben und zur Stärkung des Fußgelenks durch Gymnastik geraten.
Eine richtige Erklärung für das Knacken hatte der Arzt auch nicht. Nach seiner Ansicht lässt Forschung und Wissenschaft die Ärzte und Patienten im Stich und forscht lieber nach anderen (sinnvolleren?) Sachen. Eine augenblickliche medizinische Theorie sei, dass sich Luft im Gelenk befindet und bei der Bewegung zusammengepresst wird und dann knallförmig entweicht. Weiß nicht, ob ich das glauben soll.
Im Augenblick laufe ich noch etwas verhalten, beabsichtige meine Läufe aber langsam wieder hinsichtlich Strecke und Tempo zu steigern und bin zuversichtlich demnächst, vielleicht schon im Herbst 2012 einen HM zu laufen. Die Anmeldung für den Himmelgeister HM 2013 ist auch schon erfolgt.
Das Knacken ist ständiger Begleiter bei meinen Läufen und ich frage mich natürlich, ob das trotz Bandage und Fußgymnastik so bleibt.

Deshalb
- schreibt mir von Euren Erfahrungen, entweder eigene oder von Euren Mitläufern (insbesondere die Erfahrungen von achimrennt und Aviator würden mich interessieren).
- schreibt mir, wenn ihr an der Gründung einer Laufgruppe „Alte Knacker“ interessiert seid.
- schreibt mir, wie Ihr reagiert, wenn ihr wegen Eures Knackens von Euren Mitläufern gemobbt werdet.
Vor allen Dingen:
- schreibt mir, wie Ihr Euer Knacken wieder losgeworden seid.
Oder:
- schreibt mir einfach um mich aufzumuntern.

Übrigens:
Mein als Hase vorgesehener Vereinskamerad hat den Himmelgeister HM in einer Traumzeit von unter 1:53 h geschafft. Hätte alles so gut gepasst.
Der Bericht von vic97 über den Himmelgeister HM hat schon ein wenig weh getan, aber ich würde die Entscheidung, den Lauf zu canceln wieder so treffen.

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Bei mir...

... knackts immer. Beim Gehen, beim Schleichen, beim Treppensteigen, beim Laufen. IMMER.
Und auch schon immer.
Man gewöhnt sich dran.
:-)

Hihihiiiii...sorry,...

datt is echt total beknackt!;o)

Neee, hätt ich auch ein unwohles Gefühl, weiß aber keine Lösung.

Lieben Gruß Carla

@supelafe

Wo denn ? Auch Fussgelenk? Einseitig oder beide Fussgelenke? Auch Verletzung gehabt?

Gewöhnen? Fällt mir noch schwer. :(

2.9.2012 Kö-Lauf Düsseldorf

hihihi sorry

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, hä.

Ich mach Gymnastik um den knackigen Fuß weg zu kriegen,
andere machen Übungen um einen knackigen Po zu bekommen

2.9.2012 Kö-Lauf Düsseldorf

Im Mai 2011 hatte ich mir

Im Mai 2011 hatte ich mir beim Badminton einen doppelten Bänderriss im rechten Fuß zugezogen, der anschließend 4 Wochen lang per Gips fixiert wurde. Als ich danach langsam wieder zu gehen begann bemerkte ich auch ein Knacken im Fuß, welches besonders laut war, wenn ich Treppen herunter ging und dabei mit dem rechten Fuß auftrat.

Schmerzhaft war das ganze nicht, ich befürchtete jedoch eine Verschleißerkrankung und konsultierte meinen Arzt und anschließend noch einen Orthopäden, die jedoch beide nicht schlau aus der Sache wurden. Das knacken blieb über Monate, ohne das es schmerzlich wurde. Rein vom Gefühlt her hatte ich den Eindruck, als wäre eine Sehne oder ein Band bei der speziellen Fußstellung beim Treppe herabsteigen an einem Fußknochen "hängengeblieben" und würde ab einem bestimmten Belastungsgrad in die angestammte Position zurückschnellen.

Über den Winter habe ich dann, nach überstandener längerer Erkrankung, meine Ernährung umgestellt, 20 KG abgespeckt und ab diesem Jahr zunächst langsam, später dann ambitionierter das Laufen wieder aufgenommen, welches ich vor Jahren schon mal in hohem Umfang betrieb. Mit steigendem Trainingsgrad und entsprechendem Muskelaufbau verschwand das knacken dann innerhalb der ersten Jahreshälfte 2012. Umfangeiches Laufen war in meinem Fall also tatsächlich die Lösung des Problems, Schmerzen hat das ganze mir nie bereitet.

achimrennt...

... hat in seinem Blog über den neueren Stand seines knackenden Fußgelenks berichtet.

2.9.2012 Kö-Lauf Düsseldorf

@chardes

Danke für Deinen Bericht. Er gibt Hoffnung, dass das Knacken doch irgendwann wieder verschwindet.
Aber ob noch mehr laufen meine Lösung ist, da bin ich skeptisch. Das Knacken ist bei ca. 200km/Monat aufgetreten, Eine weitere Steigerung ist für mich zur Zeit nicht drin.
Abgenommen hab ich im letzten Jahr auch 8kg. Einigen Leuten (darunter meine Gattin) bin ich jetzt schon fast zu dünn.
Gruß
krowil

2.9.2012 Kö-Lauf Düsseldorf

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