Benutzerbild von running_with_scissors

Gestern habe ich mich auf meine erste große Runde mit dem Rennrad gewagt. 50km auf einer Runde, die ich mir von bikemap.net auf den FR305 geladen hab. Zuvor warens nur eine handvoll kleine Testfahrten bis 30km. Die Fahrt stand unter keinen guten Vorzeichen:
Das erste Mal bin ich schon direkt nach der Garagenausfahrt umgekippt und unsaft auf den Asphalt gefallen.

Aber ich schweife vom Thema ab, will nur sagen: Auf dem Triathlonrad mit Klickies bin ich bin blutiger Anfänger - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Frage, die mich umtreibt ist diese: "GIBTS FÜR EUCH KEINE RADWEGE??"

Die hat mir gestern gegen Ende meiner Ausfahrt ein Autofahrer im Kreisverkehr zweimal um die Ohren gebrüllt. Kann sein, dass er mich zuvor länger nicht überholen konnte, weil die Straße recht befahren war. Am Kreisverkehr hat er mich dann abgepasst und ausgebremst.

Ich war erst verdutzt, mir fiel nichts besserers ein als "Ich hab keine Klingel."
Was für ne doofe Antwort! Hat er wahrscheinlich auch gar nicht gehört.

Der Autofahrer dahinter hat auch noch irgendwas gebrüllt, weiß aber nicht genau, ob er sich auch über mich aufgeregt hat, oder darüber dass der andere Typ den Kreisverkehr blockiert.

Tatsächlich hab ich mich auf der Fahrt zuvor schon über einige Situationen auf dem Radweg aufgeregt:


1) Da tuckert ein Pärchen auf dem Radweg nebeneinander, zwei Tourentaschen auf dem Träger und schaut sich die Gegend an. Ist ja auch schön hier. Aber ich komm von hinten an, muss abbremsen, schreien: "Achtung!" ("Obacht!") und dann "Oh, entschuldigung, moment, da fährt noch einer neben mir." Eine gefühlte Ewigkeit später hab ich dann Platz und kann überholen.

2) Ein Kind/Jugednlicher auf dem Rad vor mir fährt Schlangenlinien. Zum Glück kann ich ihn gerade im Moment einer relativ spurtreuen Geradeausfahrt überholen. Klingeln hätte vermutlich nichts gebracht, weil er Kopfhörer drin hatte.

3) Am Flughafen wird gebaut, die Radwege sind aufgerissen. Also runter vom Radweg -> rauf aufm Radweg. Runter vom Radweg -> rauf aufm Radweg. Runter vom Radweg -> rauf aufm Radweg.

4) Aufm Flughafen gehen 2 Touristen spazieren, der Radweg ist nicht breit genug, dass ich vorbei könnte. Die Starße ist laut, sie können mich erst hören, als ich direkt hinter ihenen bin. Also ranfahren, abbremsen, schreien: "Achtung!"...."Entschuldigung!" Antwort: "Oh, sorry!". Immerhin kann ich dann recht schnell vorbei und wieder Gas geben.

5) Och, da bauen wir hier an dem Bach eine extra Brücke für die Radfahrer. Aber nicht aus Asphalt, nein aus Holzlatten. Und wir bauen die nicht neben der Straße, sondern 50m versetzt, dann haben die auch schön vier 90°-Kurven drin. Das passt schon, is ja auch viel interessanter dann für die Radfahrer. Das ist kein Einzelfall und auf der Runde gabs einige Beispiele für "interessante" Wegführungen beim Radweg.

6) Radwege mit einer dichten Hecke an der rechten Seite. Sind nur solange toll, solange kein Feldweg kommt. Außer man gehört zur "no risk no fun"-Fraktion

7) Feldwegeinmündungen sind auch ohne Hecken eine spaßige Sache mit 8 bar im extra schmalen Rennrad-Reifen: "ra-tumm......ra-tummm." Flache Übergänge is was für Babies.

8) Manche "Radwege" haben auch außerhalb der Straßeneinmündungen ein durchgängiges Rodeo-Gefühl, dank der Baumwurzeln von den ach so tollen Allee-Straßen.

9) Besonders verarscht kommt man sich dann als Radfahrer doch irgendwie vor, wenn auf einem solchen Radweg die Straße daneben niegel-nagel-neu in sattem "ich-bin-gerade-erst-frisch-asphaltiert-worden"-Schwarz da liegt. Neben dem Radweg texanischer Art (->Rodeo), für dessen Erneuerung anscheinend kein Geld mehr übrig war.
(Dort wurds mir dann zu bunt und bin dann auch auf die Straße gewechslt. An einer günstigen Stelle, wo so leichter Kies war. Dort konnte ich dann nochmal prima das In-Zeitlupe-Umfallen üben.)

10) Jetz brauch ich noch nen 10ten Punkt: Die Autofahrer, die sich über so "Idioten" wie mich aufregen, sollten das doch bitte mal selber ausprobieren, mit 35 auf Radweg 2 Stunden lang durchzuhalten. Das würd den Fettwansten sicherlich auch mal gut tun. Meinetwegen auch mit Klingel.


Und trotz all dieser Punkte komm ich nicht um die Frage drum rum: Wofür gibts denn eigentlich Radwege? Irgendwie beschweren sich die Autofahrer ja auch nicht ganz zu Unrecht, oder? Zumindest hab ich mich früher auch ab und an über so "Idioten" aufgeregt, die nicht auf dem Radweg fahren. Mittlerweile hab ich da natürlich als Autofahrer vollstes Verständnis.

Aber wenn ich mir das so überleg: Vielleicht wechsle ich doch wieder auf die Seite der ignoranten Autofahrer. Ignoranz ist ein Segen!

Zuvor aber meine Frage: "Wie seht ihr das?"




PS: Ich hab mir schon überlegt, ob ich mir Radstrecken in Zukunft so zuammenbastel, dass es dort keine Radwege gibt. Wird auch schwierig, weil Radwege liegen ja politisch voll im Trend. Welch Ironie?!

Verkehrsberuhigung

Bei uns in der Stadt werden die Radwege auf die Straße verlegt und zur Verkehrsberuhigung auf den Hauptdurchgangsstraßen eingesetzt. Auf diese Weise kommen dann zwei LKWs nicht mehr aneinander vorbei... ausser sie benutzen den Radweg mit. Was sie denn auch tun.

Wenn der Zweck erfüllt ist, enden unsere Radwege im nichts und die Radfahrer müssen sich an den ungünstigsten Stellen in den Verkehr einreihen.

Für Radfahrer sind diese Radwege auf jeden Fall nicht gedacht.

Zu Deinen Punkten 1 - 4

genau aus diesen Gründen habe ich mir eine kleine, leichte aber laute Klingel ans Rennrad geschraubt, Gewicht und/oder Aerodynamik hin oder her, das ist es mir wert und hat auch schon viel geholfen, die Personen, Kinder, Touristen, Langsamfahrer Walker und auch Jogger :-) erschrecken nicht so sehr wenn man sich vorher angekündigt hat.

Zu Deinen anderen Punkten, ja das ist schon oft so, aber ich mache es inzwischen so wie Du in Deinem PS, ich suche mir mit Karten, Luftbildaufnahmen und etwas Ortskenntnis Strecken raus, wo ich entweder weiß, dass relativ wenig Verkehr ist, also keine Bundes- und Landesstraßen, asphaltierte Strecken durch Wald und Felder oder welche, bei denen ein passabler Radweg neben dran ist, ist im Raum Karlsruhe zum Glück häufiger mal der Fall. So habe ich inzwischen eine ganze Reihe schöner Strecken in allen Kilometerbereichen, bei denen man ganz schön und ungestört die Kilometer abspulen kann. Kommt aber trotzdem mal vor, dass man auf schlechte Straßen trifft, oder einer motzt, da muss man dann eben durch ;-)

JogOn
Agurion

Radwege...

...muss man nur benutzen, wenn sie "zumutbar" sind, und was "zumutbar" ist, bestimme grundsätzlich ich und lege das auf dem Rennrad sehr eng aus. Im Zweifelsfall also immer die Straße. Wenn so ein Autoproll muckt, wird halt zurückgeprollt - oder auch nicht, je nach Lust und Laune.

Die meisten Radwege gehören eh boykottiert.

+ + +
Vergesst nicht den Hund!

Mao Tse Tung

Hallo

Hallo running_with_sc...

bitte wechsle nicht wieder auf die Seite der ignoranten Autofahrer!
Im Straßenverkehr ist nun mal gegenseitige Rücksichtnahme geboten und da sollte jeder bei sich selbst anfangen und mit gutem Beispiel voranfahren.
Ich benutze auch lieber leicht befahrene Straßen als holprige Radwege, und wenn die Verkehrsdichte auf guten Radwegen zu hoch ist, dann geht es eben nicht schneller. Eine Klingel kann da wirklich sehr nützlich sein!
Wenn Du nach einigem Training schneller geworden bist, regen sich vielleicht nicht mehr soviele Autofahrer über Dich auf und wenn doch mal einer hupt, dann winke freundlich und lass Dir doch nicht von denen Deinen Spaß an Sport und Natur verderben.

Gute Fahrt.

Geh doch lieber laufen

Meine Lösung: geh doch lieber laufen. Aber nicht auf dem Radweg, ist ja klar
:-b
Ansonsten bin ich in allen Punkten ganz auf Deiner Seite.

Ganz besonders lustig find ich auch wenn man links abbiegen will, und der Autofahrer hinter einem die Verkehrsregeln nicht kenn und meint den Radfahrer vor sich anpöbeln zu müssen.

incognita

darf ich deine liste noch

darf ich deine liste noch vervollständigen?

11.) der als pankeradweg angepriesene radweg hat plötzlich ein teilstück übelsten kopfsteinpflasters drin. sind zwar bloß geschätzte 30 m, aber jeden tag fluche ich vor mich hin und hoffe, daß mein rad nix verliert vom gerüttel.

12.) baustellenausfahrten werden gerne von volltrotteln asphaltiert, die noch nie in ihrem leben einen radweg benutzt haben. und zwar so hoch, daß man fast vollständig abbremsen muß, um nicht über den lenker abzusteigen. hab ich derzeit 3 an der zahl auf meinem arbeitsweg.

13.) beidseits zu befahrene radwege. das heißt absteigen, weil die strasse stark befahren ist und wie ein trottel warten bis man auf die andere seite kann. mach ich natürlich nicht und fahr auf der strasse weiter.

14.) radwege, die eine hohe kante als abgrenzung zum fußgängerweg haben, sodaß jedes überholen gefährlich bzw. zumindest nervend ist.

15.) fußgänger, die sich nicht die bohne dafür interessieren, daß das ein radweg ist.

16.) autofahrer, die 'mal kurz da parken', aber genau dann, wenn ich da lang komme und mit risiko auf die fahrbahn ausweichen muß.

17.) busfahrer, die mich überholen, um mich dann beim einfahren in ihre haltestelle zu schneiden. eigentlich ist es doch 'mein' radweg und er müßte warten, bis ich durch bin.

trotzdem alles 1000 x besser, als mit der berliner s-bahn zu fahren :-)

und für's private training gibt es meistens schönes strecken nördlich von berlin.

ärgere dich nicht und fahr einfach weiter deinen stiefel.

grüße - christiane

um deine Frage zu beantworten

NEIN!

Gäbe es einen Preis für die fahrradunfreundlichste Stadt der Welt käme Saarbrücken gleich hinter Nikosia und Athen ...

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ich stimme allen Punkten

Ich stimme allen Punkten hier zu, Radwege sind oft eine echte Pest. Als Autofahrer hat man da aber leider keinen Blick für, auch das weiß ich.

Also: Ich benutze ebefalls eine kleine Klingel und habe mir jetzt Strecken im östlichen Landkreis zusammengesucht, wo die Fahrradwege eher selten sind. Da fahre ich Straße, und bis dahin fahre ich innerhalb der Ortschaften wegen der Ein- / Aus- / Um-Fahrten / Bäume / Kinder / parkenden Autos auch Straße, außerhalb der Ortschaften aber auf dem Radweg.

Irgendwie muß es unfallfrei gehen.
LG Britta

Ich lese hier immer Radweg;

Ich lese hier immer Radweg; kann mir mal einer sagen, was das ist? (Ironie aus)
Unsere Stadt macht gerade eine Radverkehrskonzeption
Ich beneide jeden, der auf Radwegen trainieren kann :-)

So und so

Ich bin beides: PKW-Fahrer und "Triathlet". Ich muss aber sagen, dass ich Verständnis für die Fahrer habe. Als Sportler hält man sich für "schnell, proaktiv, mega-geil und Oberhammer" auf dem Rennrad. Aus Sicht eines Autofahrers ist es *****egal, ob einer mit 20 km/h mit einem Hollandrad unterwegs ist oder mit 35 km/h auf einem Carbonding fährt, das vielleicht teurer als das hupende Auto hinter dir ist. Beide sind zu langsam auf einer Landstraße, gefährlich für den Verkehr und für sich selbst. Abgesehen davon nehmen LKW´s nicht besonders Rücksicht auf einen. Also, mache ich wie viele Vorredner: ich suche mir von Gott verlassene Straßen aus, und bis dahin, brav auf dem Fahrradweg. Man ist auf einem Rennrad nicht besser oder ungefährlicher als auf einem normalen Rad, eher andersrum wg. Klickies. Und wenn man keine optimale Rennradstrecke in der Nähe hat, dann Pech gehabt.

ich sach ma so: NEIN! Ich

ich sach ma so: NEIN!
Ich wohne auf dem Land und da sind Radwege so üblich wie Kühe in Köln auf der Hohen Straße...
Es gibt zwar mittlerweile Wege, die als Radweg deklariert sind, aber das sind Wanderwege im Wald, die auch für Mountainbiker freigegeben sind...
Innerhalb unserer schönen kleinen Stadt gibt es keine, dafür jede Menge Autos/Fahrer und Kreisel. Deine Story im Kreisel ist meine tägliche Kamikazeaktion. Und da im Weltbild des Westerwälders im Allgemeinen keine Radfahrer existieren, erlebe ich immer wieder das Entsetzten in den Gesichtern der Autofahrer, wenn sie plötzlich einen Radfahrer vor sich sehen.
Es ist echt frustrierend, wenn ich Rennrad fahren will, muß ich Sonntags sehr frühg aufstehen und fahren, bevor Mama u Papa in die Kirche wollen u anschließend einen Sonntagsausflug ins Grüne machen. In der Woche braucht es eine gehörige Portion Mut und genau ausgesuchte Strecken, um lebend wieder heimzukommen...

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

ach ja, ich bin auch

ach ja, ich bin auch Autofahrer. Und ich habe auch ab und zu einen Radfahrer vor mir. Ich finde, es ist kein Problem, ggf ne Weile hinterherzufahren und erst zu überholen, wenn es gefahrlos möglich ist. Un dim Kreisel hat der Vorfahrt, der drin ist, egal ob Auto oder Rad. Haben wir doch alle in der Fahrschule gelernt, oder??
Im Kreisel zu überholen u Vorfahrt zu nehmen ist nicht nur grob unhöflich sondern auch gefährlich und ein ganz grober Fahrfehler!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

soweit ich weiss,

gilt im Kreisverkehr rechts vor links, es sei denn, es sind Scilder aufgestellt.

Wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin, nutze ich in 90 % der Fälle die Straße. Zum einen sind die Radwege oft eine Zumutung und zum anderen von "Sonntagsfahrern" verstopft oder aber an einer Kreuzung muss man absteigen, weil es keine Vertiefung (wichtig vor allem für Rollstuhlfahrer) gibt.

Was aber wichtig ist, dass man über den Tellerrand schaut, soll heißen, das man nicht mit der Radfahrerbrille unterwegs ist und die Autofahrer verurteilt und umgekehrt.

ich verstehe die ganzen

ich verstehe die ganzen Redereien über Radfahrer nicht. Es wird sich ein buntes Trikot angezogen und ohne Beleuchtung auf den Strassen gefahren. Ich werde mir demnächst einen Rennovoral von Schumacher anziehen und mit dem Trecker über die Autobahn fahren.

Also

in München mim Rennrad... nee. Geht ja mal gar nicht. Mit Geschwindigkeit > 30 km/h gehört man auch echt nicht mehr auf den Radelweg. Da wird man ja zur Gefahr für die normalen Radler. Mal von den ständigen Verwechslungen des Radwegs mit einem Parkplatz abgesehen. (Mein persönlicher Alptraum: Ich komm mit 35 km/h angeradelt und eine macht die Tür auf...)

Zum Glück bin ich vor 2 Jahren aus München raus gezogen. Hier Richtung Alpen kann man wirklich gut Rennrad fahren. orientiere dich mal Isar aufwärts richtung Wolfratshausen. Von da an ab in die Hügel Dietramszell. Tolle Staßen mit kaum Verkehr. Bloß was wellig das Profil. Hier treiben sich auch recht viele aus München rum. Von hier aus kann ich die Richtung Holzkirchen für weiter Touren empfehlen.

Open Street Map via Gpsies.com hat die Radwege auch gut eingezeichnet und unterscheidet zwischen Schotter und Asphalt Wege.

Viel Spaß mim Rad! Ich möchte es nicht mehr missen...

P.S. letztes Jahr hab ich mich auch 3-4 mal mit den Kickies beim anhalten hin gelegt. Besonders toll: Einmal direkt am Busbahnhof... da war das Gelächter groß.

Als Auto- und Radfahrer

Als Auto- und Radfahrer sowie Läufer habe ich da eine ganz klare Meinung zu: Rücksicht! Es Gibt Radwege für Radfahrer, Fußwege für Jogger und Spaziergänger und es gibt Straßen.
Wenn ich mich wie auch immer auf einem Weg befinde, der in dem Moment nicht primär für mich gemacht ist, nehme ich Rücksicht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich mir für die jeweilige Aktivität auch die richtige Strecke aussuche. Ich jogge eben nicht in der Fußgängerzone oder am Hauptbahnhof. Meinen neuen Mustang würde ich nicht im Elbtunnel oder auf der Dauerbaustelle A1 zwischen Hamburg und Bremen probefahren.
Ebenso kann ich (Renn)Radfahrer nicht verstehen, die den Radweg in der Innenstadt nicht benutzen und dafür eine von zwei Spuren im Berufsverkehr blockieren, nur weil der Radweg nicht eben ist.
Klar wünsche ich mir als Autofahrer ne vierspurige Autobahn von meinem Wohnort zum Arbeitsplatz. Gibt's aber nicht, also passe ich mich den Bedingungen an, und dieses Verhalten erwarte ich auch von Radfahrern. Tue ich nämlich als Radfahrer auch und klingel gnadenlos jeden Fußgänger vom Radweg. :)

volker

zu anspruchsvoll?

ist es vielleicht zu anspruchsvoll, von den Kommunen zu erwarten, daß sie ihre Radwege anlegen und dann permanent tip-top in Schuss halten? Woher soll denn bitteschön das Geld kommen für diese Baumaßnahmen? Schon die normalen Straßen können ja nicht optimal gepflegt werden, jeden Winter wieder zu beobachten. Dazu kommt, daß der Bau und die Unterhaltung ausserhalb der Stadtgrenzen den Landschaftsverbänden obliegt, oftmals sogar auch für innerörtliche Landes- und Kreisstraßen. Wenn überhaupt, dann reicht der Zustand der Radwege gerade für "normale" Räder aus, für Leute, die mit dem Rad ganz normal zur Arbeit/Schule oder in der Freizeit fahren. (die dann als "Sonntagsfahrer" oder "mit Packtaschen" zu schmähen, finde ich nicht fair!). Für hochgerüstete Rennräder mit Reifen dünn wie Bleistifte muss man sich dann notfalls geeignete Pisten suchen. Mit meinen "normalen" Reifen habe ich im allgemeinen keine Probleme, wenn mal ein Steinchen da liegt.

Bisher haben sich ja in erster Linie die Rennradler zu Wort gemeldet, was aber sagen die Offroader? Sie wollen gar kein Radwege sondern suchen sich immer interessante Querwege im Unterholz.
BEide Gruppen nutzen die Infrastruktur von Wald und Straße sind aber nicht bereit, dafür extra zu zahlen.

Zum Vergleich die Reiter:Sie zahlen eine ReitwegeABGABE, die zweckgebunden für die Anlage und den Unterhalt von Reitwegen ausgegeben wird. Das funktioniert jedenfalls hier in NRW ganz gut. Die Reitwege sind meist in sehr gutem Zustand. Was würdet Ihr dazu sagen, wenn es eine Radwegabgabe (wohlgemerkt:keine Steuer!!)pro Rad gäbe, z.B. 50,-Euro/Jahr, davon würden dann die gewünschten Pisten gebaut und die Pflege wäre dann auch durch Radvereine oder ADFC etc. einforderbar. Na, höre ich da schon Geschrei?

Um nicht im schlechten Licht zu erscheinen: Ich bin Läufer, Radfahrer, Autofahrer, Reiter, Wanderer etc. , gerne auch Sonntags und gerne auch in Ballungsgebieten. Aber ich versuche immer, Rücksicht auf andere zu nehmen, notfalls weiche ich mit meinen Aktivitäten woanders hin aus,wo es ruhiger ist.
Ich kann halt nicht überall alles perfekt haben.

Chris

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

Pragmatischer Ansatz ist gefragt.

Ich finde, Rennräder haben auf kombinierten Fuß-/Radwegen nichts zu suchen. Viel zu gefährlich, weil das Tempo zu hoch ist und die Leute sich unglaublich erschrecken, schon wenn man mit nur 20-25 km/h daher kommt.
Ich habe mich für ein Cyclocross entschieden, weil mir die schmale Rennradbereifung ungeeignet erschien für die hiesigen Straßenverhältnisse. Die Radwege sind mit Wurzel-Querrillen durchsetzt, die Straßenränder ausgefranst. Habe selbiges mit Klingel und Rücklicht bestückt, damit ich mich rechtzeitig bemerkbar machen kann, wenn doch mal Leute an Hundeleinen im Weg rumstehen. Rücklicht, weil im Licht-Schatten-Wechsel der durch den Wald führenden Landstraßen man Radfahrer echt schlecht sieht.
Trotz der lausigen Straßen gibts hier in der Region recht viele Rennradler und Triathleten, die gnadenlos auch in größeren Gruppen Autofahrer und Fußgänger das Fürchten lehren.
Und wenn man sich mal vergegenwärtigt, dass es sich um ein Sportgerät handelt, mit demm man als ambitionierterer Zeitgenosse durch die Gegend heizt, dann finde ich es nicht zuviel verlangt, auf die Belange insbsondee der langsameren Zeitgenossen etwas Rücksicht zu nehmen.
ICH finde Kreisel klasse, weil man da nicht anhalten und ausklicken muss :-)

lieber Hofpoet, das...

...sehe ich anders.
Für die Instandhaltung der Infrastruktur zahlen wir Steuern (keine Gebühren, denn nur die wären zweckgebunden einzusetzen). Radwege zu bauen und zu unterhalten ist viel weniger aufwendig als selbiges bei Straßen für Autos. Radfahren erzeugt keinen Lärm, trägt nicht zur Bildung von bodennahmem Ozon bei und verursacht auch keinen Feinstaub. Daher wäre meiner Ansicht nach sowohl in der Stadt als auch auf dem Land eine gleichrangige Behandlung aller Verkehrsteilnehmer geboten.
Und genau deshalb habe ich persönlich kein Verständnis für die Vorzugsbehandlung der Autofahrer - nicht nur Radfahrern, sondern auch Fußgängern und Bahnfahrern gegenüber.
Ich fahre selber auch Auto - und durchaus gern, aber meine Kinder können die 900 Meter ins nächste Dorf nur unter erheblichem Risiko mit dem Rad fahren - und da frag ich mich schon, ob das so richtig ist.

Da geb ich dir

voll und ganz Recht. Rennräder mit Tempo sind viel zu gefährlich auf einem normalen Radweg.
Viele Radler, gerade in Gruppen, benehmen sich wirklich gefährlich auf der Strasse. Viele Autofahrer leider auch...

Man muss als RR fahrer leider wirklich aufpassen wie viel Rücksicht man auf Autofahrer nimmt: z.b. früher an der Ampel immer ganz rechts ran. Das führt dann dazu, dass ein Auto sich neben einen quetsch und man keinen platz mehr zum Pedale einhängen hat. Heute: Voll in die Mitte stellen.

Wenn also alle etwas mehr Rücksicht nehmen würden... wird wohl leider nichts daraus...

@conny: ja,aber..

Steuern für die Infrastruktur,hier : normale Radwege für normalen Radverkehr, sind ja ok und werden ja auch ab und an verwirklicht. Aber glatte Radpisten für Rennräder kann es nun mal ebensowenig geben, wie öffentliche Tennisplätze in jedem Ortsteil oder kommunale Hubschrauberlandeplätze für priviligierte Bürger. Rennradfahren ist nun mal eine für die Allgemeinheit "entbehrliche" sportliche Betätigung,die keine übermäßige öffentliche Förderung erfordert.

Daß Radfahren viel wirtschaftlicher als Autofahren ist, ist ja klar, aber die Einsicht, dafür auch Wege bereit zu stellen, ist ja erst ein paar Jahre alt. Für ausserörtliche Straßen heist das, auf gesamter Länge einen ca. 3-4m breiten Streifen an Land dazukaufen, der momentan nun mal nicht im Besitz der Länder ist. Geld dafür ist nun mal nicht da. Bestenfalls bei Neuanlage von Landstraßen werden entsprechende Radstreifen berücksüchtigt. Vielleicht sind in einigen Jahren bessere Verkehrswege vorhanden.

chris

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

ja und nein

Im Prinzip kann ich Deiner Argumentation folgen, aber es ist durchaus genug Geld da. Es wird nur für Blödsinn ausgegeben. Aber das gehört dann wirklich nichtmehr hierher.
Ich erwarte keine Luxuswege. Nur ÜBERHAUPT welche - zumindest an gefährlichen Stellen.

Noch etwas Paradoxes

Viele Radfahrer hier schreiben, dass sie lieber auf der Fahrbahn statt auf einem Radweg fahren.

Einige Studien (z.B. hier nachzulesen) geben ihnen Recht: Das Unfallrisiko für Radfahrer auf Radwegen sei oft höher als auf der Straße.

Dagegen sind in Deutschland die meisten Radwege als benutzungspflichtig ausgewiesen. (Alle mit einem der bekannten blauen Schilder.) Oft auch solche, die die neueren rechtlichen Vorschriften dafür gar nicht mehr erfüllen (s. hier unter "Mindestanforderungen für benutzungspflichtige Radwege" und "Die Situation in München").

Das bedeutet: Wenn ich die Variante benutze, die für mich sicherer ist, bekomme ich im Ernstfall aber sehr wahrscheinlich nichts bezahlt, weil ich mich nicht an die StVO gehalten habe.

Das finde ich den eigentlichen Skandal! (unabhängig von mehr oder weniger schlecht zum schnell fahren geeigneten Radwegen.)

Ups, hab mich wohl verirrt?!?

Hallo,

zusammen, irgenwie habe ich mich zu diesem BLOG verirrt, gebe aber gerne auch mal meinen Senf dazu!

Also zunächst sei gesagt, dass ich leidenschaftlich gerne in der Mannschaft Tischtennis spiele, dass ich ganz gerne mal kurze Strecken jogge, mittlere Strecken radfahre, alle möglichen Strecken mit dem Auto fahre und diverse Strecken zusammen mit meinem Hund gassi gehe.

Alle bisher genannten Argumente und Aussagen kann ich voll nachvollziehen.

Aber ich bin der Meinung, wir sollten dochmal alle auf dem Teppich bleiben. Um was geht es denn hier? Doch darum, dass die Bedingungen auf unseren Radwegen und Straßen nicht optimal sind (oder schlimmer) um Radsport zu betreiben.

Das stimmt!

Aber die Bedingungen sind auch nicht optimal um Fußball zu spielen oder gar Tischtennis.
Unsere Straßen und Radwege sind gemacht um gesund von A nach B zu kommen. Training mit Rennrädern auf der öffentlichen Straße oder auf Radwegen ist genausowenig erlaubt wie mit Rennwagen. Auch die Nutzung mit anderen Sportgeräten wie Inline-Scates ist verboten.

Ich zahle im Jahr knapp 100€ Mitgliedsbeitrag bei einem Verein, der mir die Möglichkeit bietet Tischtennis zu trainieren. Ich würde mich wehren, wenn nun noch zusätzlich mit meinen Steuergeldern sporttaugliche Rennradwege gebaut würden. Menschen, die so etwas möchten, sollen sich doch bitte zu einem Verein/Verband zusammenschließen und nach Genehmigung mit Ihren Beiträgen solche Wege selbst finanzieren.

Ich möchte dabei auch gerne an die Motorradfahrer erinnern, die mit Sammlungen, Spenden und Beiträgen Polster für Leitplanken an manchen kurvenreichen Strecken finanziert haben. Auch dies ist etwas, was über die Standard Bebauung hinausgeht. Da man damit weder die Autofahrer noch die Fahrradfahrer belasten kann und will, hat man den Motorradverbänden erlaubt dies selbst zu finanzieren und zu montieren.

Also nicht falsch verstehen, ich verstehe die Probleme und Nöte der Rennradfahrer schon - auch aus eigener Erfahrung.
Aber der Straßenverkehr ist kein Platz zum Sport treiben, weder für Radrennen, für Autorennen noch für Fußball oder Tischtennis.
Wenn man es trotzdem machen kann, toll! Aber kein Grund um sich zu beschweren oder andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden (35km/h auf dem Radweg) oder zu behindern (35km/h auf der vielbefahrenen Straße).

Ich hoffe ich bin jetzt nicht zu vielen auf die Füße getreten, aber das ist nun mal meine Meinung.

Gruß,

Andi

Viel Spass dabei

ich wuensche Dir viel Spass. Bitte berichte anschliessend davon!

cour-i-euse

Immer locker bleiben

Einfach immer locker bleiben, auf dem Radweg kurz klingeln oder "Achtung" rufen wenn jemand im Weg ist und sich nicht weiter aufregen. Wenn es nicht grade ein Wettkampf ist dann stört es mich auch nicht 5 Sekunden zu verlieren. Ab und zu mal abbremsen und dann wieder hochbeschleunigen ist doch auch mal ne Abwechslung.

Auf der anderen Seite wenn man auf der Strasse ist sich nicht von den Autofahrern stressen lassen. Wenn ich auf der Strasse fahre dann habe ich einen guten Grund und wenn einzelne Autofahrer das nicht verstehen dann ist das ihr Problem.

Wenn man sich über solche Sachen nicht allzu sehr aufregt dann geht man viel entspannter durchs Leben ;-)

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links