startete heute um 09:00 Uhr in der großen Disziplin der 20 Kilometer Läufer. Es waren einige Jogmapper dabei, ich selbst habe wwconny und Laufbegleitung der Gruppe Regenfetischisten ganz kurz vorm Startschuß erst treffen können. Die Veranstaltung lief im Vor- und Nachprogramm absolut routiniert ab, die haben das ja auch schon 27 x gemacht. Die Kuchentheke war reich bestückt, sowohl an Auswahl, als auch an Mengen. Es gabe heute viele unterschiedliche Disziplinen zu laufen, zu walken und zu wandern. Von Kindern der Gruppen Schüler F, Mädchen und Jungen, bis Schüler A, gleiche Paarungen, war ebenso alles dabei. Somit ein richtiges Familienevent.

Nun kam es zur Startaufstellung des überschaubaren Starterfeldes. Es ging erst durch Dernau, dann nach Rech und dort endlich die ersten Windungen in die Weinberge hoch. Wir waren auf dem Rotweinwanderweg angekommen. Doch, was soll ich Euch sagen? Unten gab es vielleicht 22° C. Oben? Blank, ohne Schutz, immer an Weinbergsmauer entlang, war es h e i ß! Gefühlt mindestens 35° C. Ok, die hatte es natürlich nicht. Aber, es war sehr anstrengend, voll beschienen und durch das geografische Umfeld gut rückgespiegelt, durch die Sonne zu laufen. Man hatte immer den Eindruck, man schraubt sich Meter für Meter nach oben. Das hörte garnicht mehr auf. Irgendwann kam ein Waldstück und Schatten, aber das Raufschrauben ging endlos weiter! Nun wohne ich ja nicht weit entfernt und kenne die Wege nicht nur durchs Laufen. Aber ich bin erstaunt, wie es den Veranstaltern gelungen ist, uns immer wieder rauf zu schicken...
Es gab 2 Verpflegungstationen, wobei eine davon zweimal passiert wurde. Bei der zweiten angekommen, mußten wir uns mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser versorgen, dass war nicht so ganz prickelnd, bei den Temperaturen und Steigungen. Für mich selbst kam das schlimmste Wegstück aber n a c h der 2. Verpflegungsstation. Denn hier passierten wir Getreidefelder, die wahrscheinlich erst einen Tag vorher gespritzt wurden. Da es nicht geregnet hatte und der Wind in die Läuferrichtung blies, mußten wir diesen ganzen Scheiß einatmen. Ekelhaft, ich hatte enorm damit zu kämpfen. Auch sonst war der Lauf sehr anspruchsvoll. Wenn die Sonne keinen Zugriff hatte, weil der Wald schützend dazwischen stand, dann waren es die Bodenbeschaffenheiten, die für weiteres körperliches Engagement sorgten. Aufgeweichte, schwere Waldböden, zogen uns wie Rübenkraut zurück.
Ja, es war ein echt interessanter, schwerer Lauf. Es war das erste Mal seit einem Jahr, dass mir jeder Kilometer schwerer vorkam und ich dachte, niemals ans Ziel zu kommen. Wie denn auch? Das Ziel sollte nach 20 Kilometern unten im Dorf liegen und wir schraubten uns noch bei Kilometer 18 rauf??

Aber, bei etwas 18,4 kam die letzte Kehre im Weinberg und es ging rapide, steil nach unten. Dann tauchte die 19 auf, und? was soll ich Euch schreiben? Ihr kennt es von vielen anderen Wettkämpfen: kurz vorm Ziel hauen sie dir noch mal so einen Brocken hin - auch wenn es nur gefühlt ist! Es stieg nocheinmal ein wenig an.
Endlich war es erreicht! Das Ziel. Nach 1 Stunde, 54 Minuten und 31 Sekunden durfte ich erfolgreich finnishen. Nehme ich die geleisteten Höhenmeter zusammen und vergleiche alles mit dem Vulkan-Halbmarathon von Mendig (1. Mai 2009), dann darf ich relativierend feststellen: es war persönliche Bestzeit! Zwar sind 5:43 Minuten pro Kilometer deutlich langsamer als 5:36 (in Mendig), aber heute waren es insgesamt ca. 780 Höhenmeter (rauf und runter), in Mendig sind es ca. 620 und im Königsforst läuft man nur platt/flach.

Nach dem ich ein leckeres Stück Kuchen verputzt hatte, meinen Läuferwein abholte und an der Tombola wieder nur die Niete zog, traf ich unsere wwconny noch, konnte ihr zu ihrem Debüt gratulieren und fuhr dann kaputt aber zufrieden nach Hause. Nur, um anschließend noch im oberen Radtal mit unserem Sohn knapp 30 Kilometer Rad zu fahren.

Es ist, bei aller Belastung und Anstrengung ein erfolgreicher Sonntag. Und eins noch zum Schluß: heute wurde ich für mein untermüdliches Bergtraining belohnt. Gerade in den Steillagen, bzw. da, wo es lang und eklig rauf ging, da war ich stark und konnte beißen. Auf den langen Geraden wurde ich eher langsamer und müder.

Euch allen einen erfolgreichen, gesunden, sportlich zufriedenen Sommer wünschend,

Euer Triatman57

Herzlichen Glückwunsch

Wenn sich Läufe so schwer anfühlen, wie du das beschrieben hast, so kann das doch auch daran liegen, dass man sehr viel Gas gegeben hat. Ich habe beim Lesen deines Berichts das Gefühl, das du da ordentlich was rausgehauen hast. Also ziemlich flottes Tempo gelaufen bist.
Und danach noch 30 km geradelt... Respekt

Jawoll, das stimmt

natürlich auch. Ich habe Gas gegeben. Gleich schon zu Beginn. Heute wollte ich mal nicht plänkeln, sondern schauen, was geht und was geht nicht. Trotzdem: die Strecke hat es insich. Dieter, der "leicht verwegene" Läufer, den Du beim RHEX auch kurz kennen gelernt hast, sagte auf Grafenwerth: ich starte da nur, wenn´s Wetter nicht gut ist. Der wußte, wovon er sprach - und? er war nicht da!

Also, es war hart, anstrengend und ich wollte Gas geben. Ergebnis: zufrieden, kaputt, erfolgreich. Einen schönen Abend wünsche ich Euch noch

mit sportlich-fröhlichem Gruß
Triatman57

Das klingt ja nach nem

Das klingt ja nach nem interessanten Lauf- Du machst scheinbar öfter so Bergläufe? Muß ich mir direkt mal vormerken...
Gratulation!
Astrid

Glückwunsch!

Habe mir mal alte Bilder abgeschaut. Mein lieber Scholli, ist das steil. Dann noch die Wärme. Da hätte ich mehrmals geflucht.

Das in unter 2h wegzulaufen ist sehr cool. Glückwunsch.

Durch die heutigen Berichte steht der Lauf auf meiner "Muss-ich-mal"-Liste.

marcus

Laufen in Leipzig (z.B. beim 19. Sonnenwendlauf am 20. Juni 18 Uhr)

Lüge! ;-)

Ich traf Dich, als ich meine Tasche vom Auto holte und selbst zur Dusche ging. Da sahst Du aus wie das blühende Leben! Von Leiden keine Spur! Es gibt nun zwei Interpretationsmöglichkeiten: Entweder Blitzregeneration (ca. 30 Minuten?) oder Du hast sich nicht richtig angestrengt ;-)
War ein klasse Lauf! Sehr anstrengend, aber auch sehr schön!
Beste Grüße, WWConny (inzwischen wieder schmerzfrei)

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