Benutzerbild von dfrobeen

Es sollte der erste Lauf sein, in dem ich gegen meine eigene Vorjahreszeit laufe. Der Braunschweiger Nachtlauf war in 2011 der erste Wettbewerb, den ich mit ordentlicher Vorbereitung und "schnell" gelaufen bin. Den Düsseldorf-Marathon, den ich im Mai 2011 im try-and-error-Verfahren gefinished habe und dabei ca. 5km den Status "völlig schwarz vor Augen" hatte, zähle ich mal nicht dazu.

Zurück zum Nachtlauf - den war ich 200x (x = irgendwas niedriges) schon mal gelaufen und habe damals für die 12,2km knapp über eine Stunde gebraucht. Es war mir damals völlig unerklärlich, wie Menschen die gleiche Strecke in 10, 15 oder gar über 20 Minuten schneller laufen können.

Im März letzten Jahres sagte mir dann mein Nachbar, dass er uns gemeldet hat und später bei ein paar Bierchen sagte er noch, dass wir das Ding in 50 Minuten laufen. OK, die Vorjahresstory steht hier auch schon irgendwo im Blog - daher mache ich es kurz. Damals wurde es eine 50:35 Min und im Nachhinein weiß ich immer noch nicht, wie ich das damals geschafft habe.

So wuchs der Druck für dieses Jahr. Schließlich habe ich ja ein ganzes Jahr durchtrainiert, dann muss man doch schneller werden. Aber an der 4:09-Pace aus dem Vorjahresrennen habe ich mir doch das eine oder andere Mal später über 10 und sogar über 5km-Rennen die Zähne ausgebissen.

Meine Sorgen stiegen, da ich meine unmittelbare Vorbereitung auf das Rennen näher betrachtete. Donnerstag bin ich nach der dritten sub5hschlaf-Nacht in Folge mit dem Auto die 7h nach Warschau gefahren um mein erstes und einziges EM-Spiel live im Stadion zu verfolgen. Nach dem Spiel gab es nur die Option mit meinen Jungs den Frust in der Warschauer Innenstadt in Bier zu ertränken. Nach einer weiteren 4h-Nacht mussten wir dann aber auch wieder los, weil die anderen in Poznan ihren 13:05Uhr-Flieger nach Frankfurt bekommen mussten. Ich habe die 7h-Rückfahrt noch um einen Zwischenstop bei einer Freundin in Berlin unterbrochen und kam dann pünktlich 60Minuten vor Start in Braunschweig an.

Mit einer vernünftigen Vorbereitung hätte ich eine 4er-Pace, also etwa eine 48:30Min angestrebt - so war eigentlich mein Ziel nur unter der Vorjahreszeit zu bleiben um nicht in eine Resignation zu verfallen, dass sich das ganze Training nicht gelohnt hat.

Beim Start rannten alle wieder los wie die Teufel. Und wieder hat es bei mir 200m gedauert, bis ich erkannte, dass ja auch die Teilnehmer des 6,2km-Rennens mit uns gestartet sind und ich mir keine Sorgen machen brauchte, wenn ich mehr als ca. 50 Läufer vor mir hatte (mit der 48:30 wäre man im Vorjahr ca. 50ster geworden). Der erste km dann in 3:45...mal wieder viel zu schnell und mein Puls war schon bei 177 (88% HFmax). Ab km 2 war ich dann aber schon in meinem Tempo, fühlte mich aber vorsichtig formuliert eher mittelmäßig. Bei km5 habe ich sogar kurz über Aufgeben nachgedacht, aber dann kam mein liebster km der 3km-Runde und das motivierende Publikum an Start und Ziel.

Leider verfehlte ich aber kurz vor Ende der dritten Runde ein weiteres Minimalziel...nicht überrundet werden. Aber Valentin Harwardt überrante mich 300m vor Start/Ziel gnadenlos. Mit seiner Vorjahreszeit hätte ich mich retten können, aber er lief dieses Jahr eine 35:53Min...warum muss der auch jedes Jahr noch schneller werden?

Mein Frust verging aber als ich die Durchlaufzeit nach 9km sah - da stand eine 35 vor dem Doppelpunkt. km10 und 11 bin ich meinen Trott weitergelaufen und dann kam wieder mein Lieblings-km. Dort überholte ich sogar noch zwei Läufer, die ich das ganze Rennen einige Meter vor mir hatte und auf der Zielgeraden angekommen sah ich, dass ich mit einem Zielsprint noch Chancen auf eine sub48 hatte. Also nahm ich die Beine in die Hand und überlief die Ziellinie nach 47:59Min. 30ster Platz in einem echt starken Teilnehmerfeld.

Heidewitzka - da hätte ich nicht mit gerechnet. Jetzt liegt die Messlatte für das nächste Jahr noch höher. Hilft nix...muss ich wohl weiter trainieren und die eine oder andere Tempoeinheit bolzen. Durch diesen Erfolg fühle ich mich aber bestätigt und motiviert daran zu arbeiten, dass es im nächsten Jahr maximal eine 46:xx wird.

4.666665
Gesamtwertung: 4.7 (3 Wertungen)

...warum muss der auch jedes Jahr noch schneller werden?

...warum muss der auch jedes Jahr noch schneller werden?

Anscheinend, weil er vor Dir flüchtet - Du wirst doch auch jedes Jahr schneller, oder? ;-)
Schon 'ne ganz schön coole Pace - 3:56min/km über 12,2km.
Mit etwas mehr Schlaf wärst Du Deine Wunschzeit für's nächste Jahr womöglich schon dieses gelaufen, glaub ich.

Dann trainier mal fein weiter (und schlaf schön ;-), dann wirst Du nächstes Jahr bestimmt wieder nicht überrundet und der Herr Harwardt bekommt's langsam mit der Angst zu tun …

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC!

System Administrator Appreciation Day

...ne kölsche Jung...nääh

...ne kölsche Jung...nääh wat schön.

Da komm ich ja eigentlich her...vor ein paar Wochen habe ich den Blog zum Heingrandprix in Refrath (Kirschblütenlauf) geschrieben.

Danke für die Glückwünsche, aber wenn ich Deine Zeiten sehe, dann müsste eher ich vor Ehrfurcht erstarren. 10k in sub35 und M in sub3h - mein lieber Scholli...da muss ich erst recht noch ein paar Tempoeinheiten bolzen.

Mein großes Ziel in diesem Jahr ist die Boston-Quali (3:10 in meiner Altersklasse). Die sollte ich dann hoffentlich am 30.9. in Berlin laufen). Von Deiner sub3h bin ich gefühlt noch Jahre entfernt...

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links