Benutzerbild von sarossi

Heute ist Strandtag. Wiesenstrand am See. Schön weich und nachgiebig bei dem hohen Wasserstand. Ich stehe auf der Wiese auf einem Bein, das andere angewinkelt. Hüfte hochziehen. Dann nach hinten setzen… ohne Stuhl… und gleichzeitig den Oberkörper zum Standbein drehen und mit dem Arm zum Fuß hinunter greifen. Gottseidank habe ich eine sichtgeschützte Ecke erwischt. Und Schatz döst in der Sonne.

Es ist schon idiotisch, wenn eine Läuferin in Laufpause davon faselt, die Form ihres Lebens erreichen zu wollen. Aber konsequent und systematisch - wie man mich beim Lauftraining nicht kennt - gehe ich dieses Projekt an. Nach vielem Rumprobieren soll funktionales Training es jetzt richten. Mein Ziel ist es Kraft aufzubauen, die in der Bewegung genutzt werden kann. Mit Beweglichkeit, Koordination und Stabilität habe ich sowieso keine Probleme Dank Ashtanga Yoga. Die Ausdauerleistung kommt schnell wieder, sobald ich wieder Laufen und Radeln kann. Die habe ich jetzt schon mehr als einmal aus dem tiefsten Keller wieder aufbauen müssen. Aber Kraft ist echt meine Schwachstelle. Und klassisches Krafttraining so gar nicht mein Ding.

Der Complete Idiots Guide to Functional Training hat mir jetzt den Kraftaufbau in der Bewegung näher gebracht. Ausschlaggebend war vermutlich das Versprechen des Autors, dass ich nie wieder Crunches machen muss.

Ich habe mich die letzte Woche genau an den Plan des Autors gehalten und mit den Einsteigerübungen angefangen, 4x die Woche. Einige der Übungen dienen vor allen Dingen dazu, Dysbalancen auszugleichen. Und zwar genau da, wo fast alle Schreibtischtäter sie haben. Zuviel Krümmung im unteren Rücken und zu wenig Krümmung im oberen Rücken mit vorgezogenen Schultern. Die angebotenen Übungen scheinen mir so gar nicht funktional, sondern eher physiotherapeutisch. Und sie sind eine Wohltat. Ich werde sie nicht mehr aus dem Programm streichen. Zweites Ziel der Einsteigerübungen ist der grundsätzliche Aufbau von Bewegungsmustern. Da wird es schon funktionaler. Die Übungen hatte ich aber letzte Woche schnell raus.

Heute auf der Wiese habe ich mit den mittelschweren Übungen ohne Hilfsmittel angefangen. Die werden schon deutlich anspruchsvoller, besonders auf dem sehr weichen und unebenen Untergrund. Eine ganze Stunde habe ich mich gestreckt, gedreht, gebeugt und alles aus verdrehten oder einbeinigen Kniebeugen und Ausfallschritten heraus. Dann auf allen Vieren über die Wiese gelaufen… die Knie immer knapp über dem Boden. Ein bisschen lächerlich sieht es schon aus… Und einen Dorn in den Fußballen gerammt. Der ist schnell wieder draußen. Und die Trainingsstunde vergeht wie im Flug. Schatz ist inzwischen auf der Sonnenliege aufgewacht und blinzelt mich an. Gottseidank hat er das Ganze nicht gesehen.

Schritt 1 ist also geschafft. Die innere Schweinehündin hatte gegen das Training nichts einzuwenden. Laune hat es gerade hier im Freien auch gemacht. Wenn’s jetzt noch für die Form meines Lebens hilft…

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (4 Wertungen)

Leider nein.

Das Buch gibt es nur auf Englisch. Auf jeden Fall habe ich es noch nicht in einer Übersetzung gefunden.

Und Knoten? Nein. Die Knoten kommen erst im Fortgeschrittenen Teil ;-)

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links