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Die schönste Weiterbildung geht einmal zu Ende. Doch auch zu Hause warten ja wieder sportliche Herausforderungen auf ihre Bewältigung.

So stand heute eine Rennradausfahrt mit unserem Verein an. Wir (mein Göga und ich) trafen uns bei trockenen 19°C zu insgesamt neunt und besprachen kurz die geplante Strecke. Hin zum und rauf auf den Nienstedter Pass, gut die Strecke kannte ich schon. Doch dann sollte es auf der anderen Seite vom Pass wieder runtergehen, dann wieder hoch, wieder runter, durch irgendein Eimbeckhausen, wieder hoch und etwas runter und dann zurück über den den Nienstedter Pass nach Hause - alles zusammen so ca. 70km, oha, so weit war ich noch nie zuvor mit dem Rennrad gefahren und schon gar nicht so viele Steigungen.
Na gut, auf geht´s, ich war bereit mit zu fordern.

Vier schnellere Männer wollten etwas flotter vorfahren und am Nienstedter Pass kreiseln bis wir kämen, wir anderen zwei Frauen und drei Männer fuhren im etwas gemäßigterem Tempo Richtung Pass. Wobei Tempo ja relativ ist, ich fand es recht flott. Hatte ich schon erwähnt, dass es extrem windig heute war? Nein? Also heute war es EXTREM windig! Und zumindest auf dem Hinweg hatten wir diesen Wind die ganze Zeit von vorn. Das gab schon mal einen Supertrainingseffekt. Der schon langjährig radfahrende M. gab uns Frischlingen unterwegs noch viele wertvolle Informationen zum Thema, wie und wo schalte ich richtig hoch oder runter und animierte uns zu Ortsschildsprints oder zu 30sec-Sprint-Intervallen mit 30sec-Pausen. Das machte alles Spaß. Dann ging es rauf auf den Nienstedter Pass und hier merkte ich wieder deutlich die Anstrengung in den Oberschenkeln. Jetzt hatte ich das erstemal an diesem Tag ein ganz leckeres Stück Erdbeerkuchen vor meinem inneren Auge. Mmmmh! Kennt ihr das auch? Dass euch bei längeren Ausdauerbelastungen so Essgelüste überkommen? Bei meinen langen Läufen in der Marathonvorbereitung musste ich jenseits der 20km auch schon immer an Erdbeerkuchen denken.

Am Berg trafen wir dann unsere vier schnellen Männer wieder. Diese absolvierten die Steigung gerade zum zweiten Mal. Kurzes Verschnaufen auf der Passhöhe. Und dann ging es auf der anderen Seite mit Speed bergab. Jippieh, das macht Laune! Auch wenn ich bekennende Bergabbremserin bin, hatte ich später eine Maximalgeschwindigkeit von gut 55 km/h auf der Uhr stehen.

Raudine, M. und L. verabschiedeten sich dann leider und fuhren vorzeitig wieder nach Hause. Damit war ich fortan mit fünf Männern allein unterwegs. Die Strecke jenseits des Deisters war sehr schön, hier war ich noch nie zuvor gewesen, auch nicht mit dem Auto oder so. Doch irgendwann auf diesem Streckenabschnitt, am zweiten langgezogenen Anstieg war plötzlich meine Energie am Ende. Ich konnte zwar noch Radfahren, aber nicht mehr schnell und nicht mehr kraftvoll. So wählte ich den gerade noch größtmöglichen Gang und schlich den Berg hinauf. Die Männer entschwanden meinen Blicken. Wir hatten vereinbart, dass sie am höchsten Punkt der Strecke auf mich warten würden. Und B. kam mir sogar noch entgegen und begleitete mich das letzte Stück hinauf. Genauso stelle ich mir Radfahren in der Gruppe vor: dass auf die Langsamste Rücksicht genommen wird. Und wisst ihr, welcher Gedanke langsam immer größere Ausmaße in meinem Kopf annahm? Genau, der an ein leckeres Stück Erdbeerkuchen. Beim Bergabsausen freute ich mich schon riesig auf später.

So, da waren wir wieder am Nienstedter Pass, da nochmal rauf, dann würde es nur noch mit Rückenwind nach Hause gehen. Gesagt, gekämpft, an Erdbeerkuchen gedacht, getan. Was ist das Blöde, wenn man als Letzte einer Gruppe oben auf dem Berg ankommt? Alle anderen sind schon wieder gut ausgeruht, so dass man selbst nur eine mini Trinkpause machen kann, da es dann schon gleich wieder weiter geht.
Aber egal, denn bergab macht Laune!
Und irgendwie habe ich es danach auch noch geschafft mit meinen ausgelaugten Oberschenkelmuskeln nach Hause zu fahren. Irgendeiner aus der Gruppe blieb immer bei mir und motivierte mich dranzubleiben. Und obwohl mir inzwischen alles weh tat (ich konnte nicht mehr sitzen, der Nacken war zunehmend verspannt und der linke Arm schlief immer ein und unten im Rücken piekste es), blieb ich dran. Der Gedanke an Erdbeerkuchen trieb mich voran.

Auf dem letzten Stück nach Hause kamen mein Göga und ich beim Bäcker vorbei. Was ich dort kaufte, war ja wohl klar. Und hinterher beim gemütlichen Kaffeetrinken, waren die Strapazen schon fast wieder vergessen. Das war heute eine tolle, wenn auch anstrengende Trainingseinheit. Der Erdbeerkuchen leitete die Regeneration ein und hat somit seinen Anteil am Kraftzuwachs, den meine Muskeln jetzt erfahren werden. Und beim nächsten Mal wird alles schon viel einfacher gehen.

Die nackten Fakten: 70,73km in 3:02:08h, Durchschnittsgeschwindigkeit 23,23km/h.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

flott flott....

...ich glaube, die verradelten Kalorien kannste mit nur 1 Stück Erdbeerkuchen garnicht wieder auffüllen ;)

Ich verweise

auf eine der letzten Zeilen des Berichts: "Der Erdbeerkuchen leitete die Regeneration ein".

Muss somit eine Portion in runder und ausreichend großer Form gewesen sein. ;o)

Ist schon klar, wenn man halt an nix anderes mehr denken kann. Frauen denken eben immer nur an das Eine - Erdbeerkuchen!

P.S.: Danke fürs Mitnehmen auf deine tolle Radtour!

ER schafft das Wollen und das voll Bringen - mit extrem hohem Bringungsfaktor.

erdbeeren...

...sollen ja auch sehr gesund und mineralstoffhaltig sein, insofern ist erdbeerkuchen ein total hochwertiges essbares iso, quasi ;-)
junge, junge, über 70 km...meinen respekt hast du!
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laufend brummt schon der popo nach 30 km: happy

ich find dein tempo über

ich find dein tempo über fast 71 km bei dem profil echt bemerkenswert! hut ab!

das mit dem kuchen kenn ich. deutlich ist da mein wanderurlaub im erzgebirge voriges jahr vor meinem geistigen auge. der kuchengedanke nahm, je länger die wanderung dauerte, immer mehr platz in meinem umnebelten gehirn ein. mein traum wäre gewesen, um die ecke zu kommen und ein kleines cafe vor mir zu haben. gemütlich hinsetzen, käffchen und ein megastück kuchen (gern auch erdbeer )! mitten im wald hatte ich da natürlich wenig chancen ... bzw. eher gar keine ...

aber in unserer pension gab es jeden tag selbstgebackenen oberleckeren kuchen. das war dann sozusagen immer das "happy end" der wanderungen.

bei deinem superausritt von gestern, kannst du heut weitermachen mit erdbeerkuchenessen.

LG christiane

Nach solch einer Tour

bräuchte ich nen ganzen Erdbeerboden für mich allein;-)
Tolle Sache so ein Vereinsausflug! Apropos "Flug", bist ganz schön geflogen;-) Ich bewundere Deinen Mut fürs Tempo in der Gruppe!

Tame:-)

wenns Erdbeerkuchen braucht

wenns Erdbeerkuchen braucht um so eine Tour hinzukriegen, ess ich freiwillig eine ganze Torte! ;)
Super, den haste dir echt verdient :))

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Himmel, bist Du schnell und

Himmel, bist Du schnell und weit gefahren - für nur ein einziges Stück Erdbeerkuchen ;-)
Bei uns gab es heute nachmittag leckeres Franzbrötchen (nach lediglich 21 km).
Enspannte Grüße vom Sofa der Familie Schokorose.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

Jetzt

ist mir langsam klar, warum die Laufkm sich z. Zeit bei dir in Grenzen halten!

Bei 70 km Rad, mannomann!!!! Tolle Leistung, da würde ich keinen einzigen Laufkm mehr hinkriegen....

Und das mit den "Gelüsten" versuche ich bei der nächsten, längeren Einheit auch mal...

Gruss

Susimusi

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