Benutzerbild von Peer.Berlin

Eigentlich habe ich mir nie viel aus Ausdauersport gemacht, war früher eher in Fitnessstudios unterwegs. Aber mit dem Alter kommt der Bauch – oder so ähnlich. Jedenfalls war inzwischen ein für mich nicht mehr erträgliches Mass erreicht, zumal ich jahrelang als Spargeltarzan bezeichnet wurde und in letzter Zeit mein Bäuchlein zu oft Angriffsfläche freundschaftlichen Spottes war.

Ein Praktikum in der Schweiz und der damit verbundene Abstand zur hektischen und ausufernden Lebensweise in Berlin ermöglichten mir die Umstellung meines bisher nicht vorhandenen Tagesrhythmus (Studium und Schichtarbeit sei Dank). Nach gut 6 Wochen purer Regeneration und der Gewöhnung an frühes Aufstehen und (für mich) frühem Zubettgehen, stieg die innere Unruhe und der Wunsch nach körperlicher Ertüchtigung.

Meine Arbeitsstelle ist in unmittelbarer Nähe des Rotsees, welcher täglich von vielen Läufern umlaufen wird. 6,irgendwas Kilometer sind sicherlich kein Pappenstiel für einen Anfänger, da ich aber ein fleissiger Fussgänger bin und täglich 7km Arbeitsweg absolviere, konnte mich diese Zahl nicht schrecken. Vorrausschauenderweise hatte auch ein Paar Laufschuhe mitgenommen, die ihrem wahren Bestimmungszweck aber in fast 10 Jahren Besitz nie zugeführt wurden.

Nachdem ich eine Woche lang kleine Renneinlagen beim Nachhauseweg geprobt hatte, war letzten Dienstag der Tag der Tage. Die Nacht davor hatte ich eher schlecht als recht geschlafen, aber der Wille zum Laufen am Morgen war ungebrochen. Kaum auf Arbeit angekommen, betrat ich die Sportlerkabine, zog mich um und lief zum Rotsee. Und dann ging’s los.

Auf die Atmung achtend, lief ich die die ersten 1000 Meter in flottem Tempo. Offenbar zu flott. Die Beine wurden schwer, der Schweiss lief – aber wirklich aus der Puste war ich nicht. Also erstmal in lockeren Schritt zurückgefallen und die Bleibeine locker werden lassen. Dann wieder losgelaufen. Die erste Steigung brachte mich dann aber gleich wieder auf den Boden der Tatsachen. Starke Motivation und untrainierter Körper machen offenbar noch keinen guten Läufer. Trotzdem habe ich mich wacker um den See getrieben und bin mit hochrotem Kopf, knallroten Augen und schweissgebadet wieder in der Kabine gelandet. Eine notwendige Dusche plus frische Sachen später sass ich dann vor dem Computer. Und fing an zu frieren. Aber richtig. Trotz Jacke und extra Sweatshirt. Zum Glück ging der Spuk nach gut 20 Minuten vorbei. Eine Banane und starker Kaffee taten dann ihr übrigens zum Wohlfühlgefühl bei.

Den restlichen Tag verbrachte ich lächelnd arbeitend mit Vorfreude auf den nächsten Lauf.

0

Willkommen im Club

und wieder hat es einen erwischt, niemand kommt auf auf die Idee irgend einen Imstoff dagegen zu brauen.....

Viel Spass beim laufen, noch vor 4 Jahren hätt ich auch nicht dran gadacht, das ich Ausdauersport am Land mache.

Gruß von Niederrhein

Jürgen

Das klingt richtig richtig

Das klingt richtig richtig gut, immerwieder schön zu hören dass laufen ansteckend ist!!! Ich war früher super-uznsportlich, hab in der Schule auch immernur die Mitleidsdrei erreicht. Dann hatte aber mein bruder solch einen Erfolg beim Laufen dass ich letzten Sommer einfach meinen Schweinehund zur Strecke gebracht habe! Und du wirst sehen das tolle am Laufen ist, dass du jedes mal ein kleines bisschen weiter kommst!!! da motivierts sich glatt von selbst :D Vergess bloß nicht alle 3-4 tage einen "Ruhetag" einzulegem, an dem zu dennoch radeln, spazieren, schwimmen oder sonst was machen kannst, aber dein Körper brauch kleine Päuschen vom Laufen...
VIEL SPASS!!!

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links