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Ich kannte die Strecke im österreichischen Kärnten/Tirol ja schon gut vom Wintersport. 2010 war rund um das Obertilliacher Biathlon-Leistungszentrum Langlauf angesagt. Es hat mir damals so gut gefallen, dass in diesem Jahr der Schwerpunkt hier auf Bergwandern und eben auch einem schönen langen Lauf lag.

Wenn ich schon mal wieder so richtig lang laufen wollte, so sollte die Strecke doch nicht zu anspruchsvoll sein. Hier bot sich der Startplatz auf dem Kartitschsattel in Tirol bei 1500 m und als Zielort entweder St. Maria Luggau in Kärnten (1170m) oder noch ein Stück weiter St. Lorenzen (1130m) an. Die Distanzen wären dann ca. 23 Km bis Luggau oder ca. 30 Km bis Lorenzen.

Also wurde ich auf den Startsattel kutschiert und zog, bestückt mit Handy und Trinkrucksack incl. 2,5l Wasser auf die Strecke. Zunächst immer auf dem auch im Sommer gut ausgeschilderten Grenzweg leicht bergan, dann aber sanft abfallend nach Obertilliach. Das Lesachtal verläuft zwar recht geradlinig, der Weg macht aber im ersten Teil einen sehr großen ansteigenden Bogen in ein Seitental, um dann aber gnädig abfallend zu werden und den Läufer auf Schotter- oder Waldwegen wieder in die Nähe des Flüsschens GAIL zu führen, in dessen Nähe ich dann auch blieb. Am Wegrand begrüßte ich ein Gruppe Jungmädels, leider waren sie hinter einem Zaun eingesperrt. Ein im Winter nicht als Loipe genutztes Teilstück des Weges entpuppte sich als herrliche Single-Trailstrecke mitten durch dichten Bergwald.

Nach einigen Kilometern wurde aus dem naturbelassenen Untergrund eine Betonpiste mit Richtungspfeilen, roten Absperrhütchen und schließlich Fahnenmastreihen. Ich war am Leistungszentrum der österreichischen Biathlon-Elite in Obertilliach angelangt, wo einige Athleten ihre Trainingsrunden auf Rollski drehten. Ich hielt mich hier aber nicht lange auf, weil sommers hier nicht viel Betrieb ist und zudem die Mittagsonne recht heftig schien. So verzichtete ich auf die Route auf freiem Feld, vorbei an den malerischen Heustadeln und schlug mich wieder auf den schattigen Grenzweg talwärts. Durch die Nähe zum Fluss und die Wärme war die Belästigung durch Fliegen und Bremsen schon enorm, vor allem, wenn ich einmal stehen blieb (wg. Foto, offener Schnürsenkel, Denkpausen etc...).

Schon etwa 10Km hatte ich auf dem Tacho und war noch richtig gut fit. Ab und an erkannte ich die winterliche Loipenführung wieder, wenn auch oft durch das hochstehende Gras mehr Ahnung als Sehen vorherrschte. Meine Streckenplanung geriet doch mehrmals durcheinander, ich bog in gut ausgebaute Waldwege ein, die sich dann aber als steil bergwärts aufsteigende Jagdstraßen entpuppten und schon mal im Nichts endeten. Einmal musste ich mich sogar in Wildschwein-Manier auf schmalen, niedrigen Wildwechseln vorsichtig steil talwärts hangeln, der zugewachsene Uferweg wäre der richtige gewesen... Die Orientieung wurde zunehmend schwieriger, weil die Ausschilderung des Winters einfach nicht vorhanden war oder der Weg jäh auf der Bundesstraße endete. Hier wollte ich eigentlich nicht laufen, also zurück und dann weiter durch Gras und Riesenlattich, bis irgendwann der Blick auf Luggau frei wurde und mir ansagte, daß es jetzt irgendwie für mich reichte, ich hatte ja schon ca. 20Km im Display, bis zum Dorf sollte es dann genug sein. Also mittels Handy, das hier im T-Mobile-A Netz hervorragend funktioniert (ist jetzt keine Werbung, nur eine nützliche Info, die potenziellen Nachläufern wichtig sein kann) die Göga angerufen, die mich dann nach 24 gelaufenen Km abholte, gut 3 Stunden und 25 Minuten habe ich für diese, mit Fotopausen bestückte Tour benötigt.

So, mit diesem Lauf habe ich mir ein persönliches Geschenk gemacht, ich habe mir bewiesen, dass ich wieder eine HM-Distanz laufen kann, am Tempo ist wohl noch zu arbeiten. Vor einem Jahr war ich froh, wenn ich mit Krücken /Wanderstock bewaffnet so 20 Minuten im Rehawald spazieren konnte. Vielleicht kann ich damit auch allen Mut machen, die den steinigen Weg der Krebs-Reha noch vor sich haben.

Hier in Jogmap habe ich gesehen, dass das von mir gelaufene Gebiet noch sehr unbeleckt von Läuferspuren ist. Vielleicht tragen die Läufer aus den Feriengebieten auch mal öfters ihre Strecken ein, als urlaubender Läufer bin ich immer dankbar über Vorschläge, mal kurz einen Jog auf beschriebener Strecke zu machen, ohne sich gleich zu verlaufen...
Hier die Strecke in JM: Gailtal-Trail
Hofpoet

Hier gibt es mehr Bilder:
Hofpoets Bilder vom Lesachtal-Trail

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

da sitzt man im Büro..

Da sitzt man im Büro und wird unversehens auf so eine schöne Laufstrecke mitgenommen.
Danke dafür. Ich freue mich für Dich, dass Du wieder so tolle Lauferlebnisse hast.
Meine Urlaubsstrecken trage ich hier auch ein, die liegen allerdings eher in nordwestlicher Richtung :-)
Schönen Urlaub noch
Pat

schöne Bilder

na dann weiterhin viel Spaß, Wetter und gute Laune.
Mehr als HM! Klasse!
LG, KS

so schööööön...

...die schönen fotos bringen mich jetzt über den arbeitstag...
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laufend kann hoffentlich ab sonntag wieder problemfrei laufen: happy

Hey :0)...

...da sieht es ja aus wie im Siebengebirge ;0)!?...
Danke fürs mitnehmen Chef :0)...

Übertreibe es aber bitte nicht gleich...

;0) Kaw.

Ein tolles Ferienlauferlebnis

Glückwunsch zur Halbmarathondistanz plus! Und danke für die schönen Fotos - so richtig zum Träumen.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Du hast mich überzeugt,

ich kaufe mir auch `ne Kamera für die Läufe:-) Was ist das toll, wenn man seine Laufstrecke so festhalten kann! Ja und natürlich Glückwunsch zu Deinem ganz persönlichen Geschenk! Dass Du diese Strecke schon wieder bewältigen kannst, ist wirklich erstaunlich. Man braucht aber auch einen starken Willen und Disziplin um das zu schaffen, was Du geschafft hast. Alle Achtung!

Noch viele solcher glücklichen Läufe wünscht
Tame:-)

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