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Der Darmstädter Stadtlauf (auch Cup da Franco nach einer als Sponsor auftretenden Pizzeria, volkstümlich auch Pizzalauf) ist einer der ältesten Stadtläufe Deutschlands. Er wurde in diesem Jahr zum 35. Mal veranstaltet, eine feste Größe in der Laufszene. Für mich als Fast-Darmstädter war es also unausweichlich, auch einmal bei diesem Lauf zu starten. Gestern war es dann soweit.

Die Streckenlänge für die Volksläufer beträgt nur 5km. Die Strecke führt durch die Darmstädter Fußgängerzone, ist eng und sehr verwinkelt. Unter anderem ist dabei auch eine enge Treppe zu bewältigen und eine kleine, aber gemeine Steigung. Da diese Strecke nur etwas länger als 1,5km ist, sind ingesamt drei Runden zu laufen. Zusammen mit der Strecke Start-Ziel ergibt das dann genau 5km.

Das Wetter war in diesem Jahr leider nicht besonders gut, aber die Stimmung an der Strecke dennoch hervorragend. Für wenige Stunden gehörte die Innenstadt den Läufern und deren Anhängern.

Wie teilt man sich nun so ein Rennen ein? Mein Training war in letzter Zeit nicht besonders gut gelaufen, Tempo- und Intervalleinheiten hatte ich gestrichen. Also einfach mal ohne konkrete Vorstellungen los. Der Start war holprig. Obwohl das Feld nur aus 350 Läufern bestand, war es doch sehr eng und ein kleiner Stau nach dem Start nicht zu vermeiden. Ich hatte mich in der Mitte des Feldes einsortiert, um ein paar Sekunden zu schinden. ;-) Es erfolgt nämlich keine Netto-Zeitnahme.

So lief ich zunächt einmal einfach mit der Masse mit, das Tempo war für meine Verhältnisse recht hoch. Es ging über Kopfsteinpflaster, geflieste Fußgängerpassagen, links, rechts, und dann zum ersten Mal die Treppe. Eng, sehr eng, fast Stillstand, nur wenige Stufen, aber doch unangenehm. Kurz danach zum ersten Mal die Steigung. Tempo halten, so gut es geht. Das Tempo war immer noch hoch, und ich beschloss bis zum Sterben zu Laufen und hoffte, dass ich vorher im Ziel sein werde. Nach der Steigung kam der Wendepunkt und dann wieder runter. Nicht übertreiben, etwas Kraft sparen, schließlich kommen noch zwei Runden. Bei km 2 stand eine Zeit von 8:40 Min auf der Uhr. Gut, aber das würde ich nicht durchhalten. Ich habe dann nicht weiter auf die Uhr geachtet und den Kampf aufgenommen. Zum zweiten Mal die Treppe, zum zweiten Mal die Steigung. Das tat schon weh. Wieder runter, minimale Erholung und schon ging es auf die dritte und und letzte Runde. Hinter mir lief der Sieger ins Ziel. Ich freute mich kurz darüber, nicht überrundet worden zu sein. Mittlerweile hatte es begonnen zu regnen, die Strecke wurde glatt und rutschig. Das erforderte ständige Konzentration.
Bei km 4 schaute ich dann wieder auf die Uhr und stellte fest, dass ich unter 23 Min. bleiben konnte. Konnte, wenn ich es durchhielt. Der Gedanke motivierte mich noch mal. Ein letztes Mal die Treppe, dann wieder die Steigung, wie schnell bin ich? Keine Ahnung, einfach laufen. Nach dem Wendepunkt ging es nur noch bergab ins Ziel, aber ich hatte kaum noch Kraft für einen Endspurt. Kurz vorm Ziel habe ich dann doch noch einige Läufer überholt und dann war es geschafft. 22:39 Min. zeigte meine Uhr, offiziell war die Zeit 22:35 Min. Super.

Alles in allem ein interessante Strecke, eine tolle Stimmung und einfach ein Muss für Darmstädter.

Auf der Zielgeraden dachte ich nur, das tue ich mir nie wieder an. Nach einem Becher Wasser im Ziel war dieser Gedanke aber fast wieder vergessen. Vielleicht doch wieder im nächsten Jar.

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