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Langsam aber sicher nähert sich der LGT-Liechtenstein-Alpin-Marathon. Ich bin gespannt, wie es wird. Ich bin zumindest ein bischen hibbelig. Nun habe ich ja Zeit dazu, die Hibbeligkeit auszuleben auch wenn ich nun eine Menge Ablenkung habe, die aber nicht unbedingt förderlich ist für meinen ersten Bergmarathon. Doch über das letzte Wochenende und darüber hinaus hatte ich kaum Zeit, daran zu denken.

Dies ist die Kurzfassung. Wer es etwas genauer wissen möchte, darf weiterlesen:

Am Dienstag habe ich mein temporäres Domizil am Bodensee bezogen. Zuvor ging es noch mal hoch her. Dienstliches Vollprogramm über Pfingsten, eine Menge privates zu erledigen vor der vierwöchigen Abwesenheit, dafür die nötigen Sachen packen und dazu am Samstag noch eine „Gewöhnungstour“ mit großem Gepäck im Pfälzerwald für die im Juli anstehende mehrtägige Alpin-Hüttentour. Deshalb war ich für einige Tage aus Jogmap abgetaucht. Was zu kurz kam, war die Beziehung. Damit diese nicht ganz auf Eis liegt, wurde der geplante Lauf am Sonntag gecancelled. Zum Nachtdienst am Pfingstmontag meldete sich zu allem Glück auch noch ein Kollege krank, so dass ich kaum früher frei machen konnte. Ergo gab es mal wieder viel zu wenig Schlaf. Der pure Stress.

Nach der Anreise nach Radolfzell habe ich mir erst mal das Rad geschnappt, bin die sieben Kilometer zum Fuße des Schiener Berges geradelt und dann eine knappe Stunde im profilierten Gelände gelaufen. Der Schiener Berg ist nicht wirklich hoch im Vergleich zur Landschaft drum herum. Aber er hat knackige Steigungen. Es ist der Brocken, der zusammen mit seinem schweizer Pendant den zum Bodensee aufgestauten Rhein wieder in ein Flussbett zwängt (den Geologen würden bei der Beschreibung die Haare zu Berge stehen). Schön war’s – doch ich wollte und sollte es ja nicht übertreiben. Irgendwie muss ich schließlich den Spagat zwischen Regeneration vom Luxembourg-Marathon und das Setzen eines Trainingsreizes (schließlich sollen die Füße sich nicht einbilden, nach dem Marathon sei Urlaub angesagt) bzw. Tapering für den Liechtenstein Alpin hinbekommen.

Dank meines Schichtdienstes und meiner Ü40 wird mir hier auf der Halbinsel Mettnau eine Kur zuteil. Das heißt ganz und gar nicht, dass nur Wassertreten, Herumsitzen, Tanztee und etwas leichte Gymnastik im Schonprogramm angesagt ist. Ganz im Gegenteil. Der Leitspruch der Mettnau-Kur heißt „Bewegung ist Leben“. Mir stehen hier vier Wochen bevor, bei der Sport, Essen und Regenerieren der Lebensinhalt sein werden. Juhuu. Das restliche Unterhautfettgewebe, das die Vorbereitung auf Luxembourg überlebt hat, wird es schwer haben.
Am Mittwochmorgen stand der obligatorische Besuch beim Doc an. Er gab das Ok für alle Sportarten und ich musste gar nicht darum betteln, in die anspruchsvollere Sportgruppe A/B zu kommen. Und er hat mir kein Multi-Sanostol verordnet, wie mir meine lieben Kollegen prophezeit haben. Danach ging’s gleich zur ersten Trainingseinheit, der Gymnastik bei Susi. Sie ist die Schleiferin vor dem Herrn. Bei meinem ersten Mettnau-Aufenthalt vor vier Jahren durfte ich unter ihrer Anleitung schon manchen Schweißtropfen vergießen. Zu Musik aus den 70ern und 80ern verabreichte sie uns eine Konditions- und Koordinationseinheit so richtig nach meinem Geschmack und zum Schluss noch ein Bauchtraining. Früher wäre das hiesige Sportprogramm für mich die Höchststrafe gewesen. Susi ist ein Phänomen. Sie macht selbst mit, ist immer gut drauf und hat ein Lächeln auf den Lippen und wirkt immer locker. Während einige Teilnehmer zum Scherz bei Wolfgang Petrys „Hölle, Hölle, Hölle“ einstimmten, sang sie später bei „Just for you“ mit. Wie wahr. Zitat der Einpeitscherin Susi: Die Sportgruppe A/B zeichnet sich durch ihre Dynamik aus. Muss so jemand wie sie eigentlich noch Ausgleichssport machen?

Am Nachmittag stand das obligatorische Belastungs-EKG an. Die Frau, die das Abnahm hat sofort bemerkt, dass ich Ausdauersportler sei und bescheinigte mir nach der Aktion perfekte Werte. Schön, das wollte ich hören.
Mit der Gymnastik zu Wasser und an Land, sowie der Dehngymnastik habe ich täglich drei Sporteinheiten. Zwischen den ersten beiden Einheiten hatte ich ein Stündchen Leerlauf. Und was fing ich damit an? Ich war im Ruderboot auf dem See unterwegs.
Eigentlich hätte ich ja vor Liechtenstein noch etwas Tapern sollen. Dies kam hier entschieden zu kurz. Heute Nachmittag habe ich mir zum Abschluss vor Liechtenstein noch einen lockeren Lauf auf dem Schiener Berg gegönnt.

Für den Liechtenstein-Lauf am Samstag ist die Wettervorhersage nicht wirklich prickelnd. Die Sonnenmilch erfüllt wahrscheinlich nur den Zweck, dass das Regenwasser besser abperlt. Zudem sollen die Temperaturen ganz schön in den Keller gehen. Da wird der Regen wohl recht erfrischend. Ich habe absolut keine Ahnung, was ich zu dem Lauf anziehen soll. Am Besten ich nehme eine größere Auswahl an Laufsachen mit und entscheide mich vor Ort.

Mit den beabsichtigten größeren Radtouren, darunter auch wieder eine „Rund um den Bodensee in einem Tag“ werde ich sinnvollerweise abwarten, bis Liechtenstein vorbei ist.

Jetzt muss ich mit der Crew von der Mettnau nur noch die eigene Internetverbindung in Schuss bekommen. Bis dahin wird das notwendigste vom Terminal der Kurbetriebe erledigt.

4
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Hallo Cherry!

Jetzt geht es mir wieder wie vor dem Rennsteiglauf. Ich bereue ein bisschen, mich nicht auch zum LGT-Alpin-MR angemeldet zu haben.

Aber wenn du eine Radtour um den Bodensee machst, wäre es doch klasse, wenn wir uns in Bregenz treffen könnten. Vielleicht kriegen wir das hin.

Jetzt aber erst mal alles Gute für Liechtenstein und einmal mehr bin ich auf deinen Bericht darüber schon sehr gespannt.

Gruß maecks


Wir sind BORN - Laufen wie bekloppt!

Danke

Danke für die guten Wünsche. Wäre super, wenn wir ein Treffen in Bregenz hinbekommen würden. Das sollten wir unbedingt machen.
Wenn ich genaueres weiß, melde ich mich.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient
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