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Die Indizien verdichten sich. Ich bin ein Idiot.

Das erste Indiz: Ich will in die Form meines Lebens kommen.
Ich probiere in meiner erzwungenen Laufpause fast jeden Mist aus, um in die Form meines Lebens zu kommen. Ob irgendwelche Geräte, Trainingsmethoden oder Fitnessprogramme für Daheim und Draußen. Alles, was die Sehnen nicht an der Heilung hindert ist erlaubt. Das erscheint mir irgendwie idiotisch.

Das zweite Indiz: The complete Idiot’s Guide to Functional Training.
Endlich ein Buch, in dem funktionales Training einfach, mit griffigen Beispielen und trotzdem fundiertem Wissen erklärt wird. Eine Vielzahl an sehr gut beschriebenen Übungen soll helfen, alltägliche und sportspezifische Bewegungen effizienter zu machen. Dazu werden Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer trainiert. Während meine deutschen Bücher zum Thema ziemlich wissenschaftlich und kompliziert sind, ist das Buch genau mein Niveau zum schnellen Erfassen des Wesentlichen. Anscheinend gehöre ich zur Zielgruppe und damit bin ich… ja richtig… ein Idiot. Sogar ein kompletter.

Das dritte Indiz: Ich programmiere mich neu.
Für die Form meines Lebens heißt es Haltung bewahren, auch in der Bewegung. Und da liegt bei mir noch viel im Argen. Im “Complete Idiot’s Guide to Functional Training” habe ich jetzt endlich verstanden, wie sich das ändern lässt:

Stufe 1: Die effizienten Bewegungsabläufe sind trainiert,
Stufe 2: werden im Alltag wahrgenommen,
Stufe 3: sind natürlich in den Alltag übernommen,
Stufe 4: können zur Verbesserung der Abläufe im Sport genutzt werden.

Das bedeutet aber, eine Umprogrammierung von jahrzehntelang ins Unterbewusstsein gerutschten Bewegungen. Leider sagt der Autor nichts darüber, wie lange das dauern soll. Schnell geht es auf jeden Fall nicht. Dazu ein eigenes Beispiel.

Gestern ist mir zum ersten Mal beim Sahneschlagen aufgefallen, dass ich dabei die rechte Schulter hochziehe, nach vorne kippe und den Rührbesen von oben schlage. Das ist vollidiotisch und wenig performant. So setze ich Muskeln ein, die für diese Bewegung völlig ungeeignet sind, wie die Nackenmuskeln und die gegenüberliegenden Schultermuskeln. Schulter zurück und nach unten ziehen… hoppala geht ja auch und ist viel weniger anstrengend.

Mit dem Theraband übe ich seit einem halben Jahr regelmäßig, Bewegung mit tief nach hinten gezogenen Schultern auszuführen (top für alle Schreibtischtäter). Und erst jetzt fallen solche Bewegungsfehler auf. Aber wie lange wird jetzt Stufe 3 auf sich warten lassen? Ist es nicht idiotisch zu glauben, man könnte sich als Erwachsener noch mal neu programmieren?

Das vierte und letzte Indiz: Das ganze Gedöns soll mir helfen besser zu laufen.
Bessere Haltung beim Laufen mit mehr Spannkraft heißt (hoffentlich) beschwerdefreier Laufen, heißt dynamischer Laufen, heißt schneller Laufen, heißt kraftsparender Laufen, heißt wieder richtig Spaß am Laufen haben. Vielleicht ist es ja wirklich idiotisch, so viele Wunder von einer sinnvoll genutzten Laufpause zu erwarten? Wieder mit Spaß und Leichtigkeit laufen zu wollen, ist aber sicher nicht idiotisch.

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Find ich gar nicht idiotisch!

ehr "tiefgreifend"!;o)
Deine Laufpause scheint sehr fruchtbar und frei denkend und offen und kreativ bist Du dabei!:o)
Das gefällt mir außerordentlich und hat nix mit Idiotie zutun!!!
Ja, über alltägliche Abläufe, ob bei der Arbeit oder im Haushalt (ist das nicht das gleiche?!) sich mal Gedanken zu machen, kann gar nicht so verkehrt sein!

Ich bin Schreibtischtäter und erwische mich immer wieder dabei, wie ich mir den Telefonhörer zwischen Kopf und Schulter klemme, wenn es schnell gehen soll....die Folgen kenne ich auch, also zusammenreißen, auch mal an sich denken und nicht nur dass die Arbeit fertig wird (das wird sie eh nie!).

lieben Gruß Carla

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