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Bonn Triathlon 2012 eine schmerzhafte Erfahrung?
Die Vorwoche hatte zwar wenig Einheiten, aber mit dem Ultra von vor 8 Tagen über 100 km war noch die Müdigkeit in den Knochen zu spüren.
Montags ging es zum Schwimmen.
Dienstag wurde etwas geschwommen und davor wurden 6,65 km ganz langsam gelaufen.
Donnerstags war dann das erste Freiwasserschwimmen mit Neo angesagt. Danach ging es in die Sauna. Und dann begann das Übel. Kopfschmerzen, ständiges Niesen, leichtes Fieber und Appetitlosigkeit. Und freitags hat es dann voll zugeschlagen, nur noch flau und schlapp. Tolle Vorraussetzungen für Sonntag. Radfahren war ich dann auch schon fast 14 Tage nicht mehr gewesen.
Was machen? Hotel gebucht, Startgelder bezahlt. Erst einmal hinfahren und sehen wie es sich entwickelt und spontan entscheiden.
Samstags ging es dann endlich mit der Chefin los Richtung Bonn. Dort wurde zuerst einmal im Hotel eingecheckt bevor es durch die Stadt an den Rhein zur Startnummernausgabe ging. Puuh hat der Rhein eine Strömung, darin soll ich schwimmen? Da das Schwimmen sowieso meine Wackelposition ist, warum tue ich mir das an? Wer hat mich da angemeldet. Nun ja da muss ich jetzt durch.
Nach Begutachten der Strecke und des Rheinaustieges hatte ich doch mächtig Respekt vor dem Wasser. Zudem war es so windig und durch die Erkältung die Augen nur so tränten. Da mein Magen seit Tagen nur wenig Nahrung bekam musste noch etwas hinein bevor es wieder ins Hotel ging.
Der Wettkampftag war gekommen. Um 4.30 klingelte der Wecker und nach einen kleinen Frühstück ging es auf dem Tribike um 6 Uhr Richtung Start. Ich fühlte mich zwar etwas schlapp aber probieren wollte ich es. Und mit einem Versprechen aufzuhören wenn es zu Anstrengend wird gab es dann die Starterlaubnis. Um 6.45 wurde dann eingecheckt. Danach folgten die üblichen Gänge zur Toilette. Denn wenn der Neo einmal an ist wird eng mit so etwas.
Strider startete natürlich bei den Profis aus der Startgruppe 1 um 9.45 Uhr ;-)
Ich musste etwas warten. Denn meine Startgruppe 5 kam erst um 10:08 Uhr an die Reihe.
Gegen 8.30 Uhr gingen wir zum Bus der uns zur Fähre brachte. Dort trennten sich unsere Wege. Um 9.30 Uhr setzte sich die erste Fähre in Bewegung und danach konnten auch wir los. Die Angst vor dem Rhein war wie weggeblasen. So Ruhig und gelassen war ich schon lange nicht mehr. Nach einander gingen die Startgruppen über die Rampe der Fähre ins Wasser bis wir auch an der Reihe.
Ein kurzer Sprung und drin war ich. Boah ist das Wasser so kalt. Keine Luft zum Kraulen. Wie soll ich da Luft holen? Durch die vielen Containerschiffe war ziemlich hoher Wellengang angesagt. Irgendwie bin ich dann auch vorangekommen. Wenn ich auch immer mehr das Gefühl hatte nach Hinten gezogen zu werden als voran zu kommen. Nach 11 min der erste Blick auf die Uhr. Das dauert noch eine Ewigkeit bis ich wieder an Land bin. Ist da hinten der Ausstieg? Ja er ist es. Schwimmen in Rhein ist die eine Sache. Das rauskommen ist eine andere Sache. Zum Glück standen viele Helfer da denn ohne die hätte ich die Beine nicht auf die Rampe bekommen. Blick zur Uhr Knapp über 35 min. Ging schneller vorbei als gedacht.
Auf dem Weg zur Wechselzone wurde dann der Neo schon bis zum Hintern hinunter gepellt und am Rad wurde der Rest abgerollt. Das ging mal Flott heute. Helm richtig herum auf, Brille an und Startnummernband und ab durch die 300 m lange Wechselzone. Perfekt alles abgelaufen.
Am Ende der Wechselzone dann noch elegant aufs Rad schwingen. Autsch da lag ich auf dem Asphalt in voller Breite. Hinter mir 5-6 Triathleten die mir fast hinein fuhren. Beim Aufsetzen des Fußes auf den fest verankerten Radschuh mit dem Pedal hat sich dieser gelöst und ich machte eine schmerzhafte Flugrolle. Da lag ich nun ein paar Sekunden bis ich alles Realisiert hatte. Der linke Ellbogen blutete wie eine S.., rechts am Ellbogen war auch die Tapete ab. Beide Schulterblätter hatten schrammen. Die linke Hüfte tat weh und was ich erst nach der Veranstaltung bemerkt habe war dass der linke Fuß stark gestaucht, angeschwollen und auch blutig war.
Jetzt mal ganz langsam….. Rad aufheben. Gels die am Rad befestigt waren gingen auf und waren leer. Na Klasse 61 km noch vor mir und kein Treibstoff. Trinkflasche hat sich auch selbständig gemacht. Nanu, wo ist mein Radschuh? Im Umkreis von 3 Metern war nichts zu sehen. Aha da liegt er. Er purzelte die Böschung hinunter Richtung Rhein. Eine freundliche Helferin sprang hinunter und reichte ihn mir. Schuh wieder eingeklickt und zweiter Versuch. Der gelang mir dann auch. Aber ich war total aus dem Tritt und jedes Knacken am Rad wurde bemerkt. Ist alles in Ordnung mit dem teuren Teil? Es dauerte noch ca. 5 Kilometer bis ich endlich wieder in den Rhythmus kam. Bis dahin war ich nur ein Hindernis für die anderen Starter. Aber dann begann die Aufholjagd so gut es die Schmerzen zuließen. Einen nach dem anderen kassierte ich wieder ein. Besonders die Anstiege beim Radfahren sind meine Welt. Nach ca. 30 Kilometern fuhr ich neben strider und kurz darauf schickte sie mich dann wieder los. Die 61 Kilometer durch das Siebengebirge waren zwar hart und meine Beine Müde, was auch an den letzten Tagen lag, aber Überholt wurde ich nach 40 Kilometer von keinem mehr. Im Gegenteil es lief wieder richtig rund. Schnell war die Radstrecke mit den vielen knackigen Anstiegen bewältigt und es ging wieder zur Wechselzone. Trotz dem Zeitverlust von dem Sturz war es noch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 32 km/h geworden.
Abspringen und ab zum Parkplatz des Rades. Wo war der noch einmal? Die Richtung stimmte. Noch einmal etwas zurück. Da stehen meine Schuhe, aber der Nachbar hatte sich breit gemacht und sein Rad hier abgestellt. Etwas rücken und schieben jetzt passt auch meines noch hin. Noch elegant in die Schuhe hinein. Aua, elegant ist anders. Die Oberschenkel krampfen. Schuhe an und ab auf die Laufpiste.
Die 15 Kilometer (3 Runden) gehen jetzt auch noch. Der erste war schnell vorbei 4:33 min. Genau das dachte ich mir Laufe ich durch. Dachte ich mir auch nur beim Ersten. Die nächsten beiden wurden mit 4:37 min verbucht und die Kilometer 4 und 5 waren dann bei 4:42 min und 4:45 min. Von der Lockerheit des ersten war nichts mehr zu sehen. Beide Oberschenkel machten total dicht. Die Pace ging total hinunter. Ich lief total am Limit, mit im Gepäck waren die Krämpfe die sich breit machen wollten. Nur nicht stehen bleiben, auch wenn sich das Tempo so anfühlt als wenn ich stehe. Zum Glück war strider auch mittlerweile auf der Strecke und das Abklatschen bei jeder Runde gab mir dann doch die Kraft die Strecke ohne Gehen noch zu meistern. Noch zwei Kurven und ab ins Ziel. Die Pace sank beim Laufen auf eine 5:08 min/km ab.
Egal das Ziel war nach 3:53:23 für 3,8 km Schwimmen, 61 km Rad und 15 km Laufen erreicht!
Natürlich Bestzeit ;-)
Es war ja mein erster Start in Bonn. Bestimmt aber auch nicht der letzte. Die Radstrecke hat ihre besonderen Reize.
Dies war mein Debüt auf dieser Distanz. Bisher war ich maximal 2 h im Triathlon unterwegs gewesen.
Nach kurzen Verschnaufen und einigen Bechern Cola ging es dann noch mal zum Zielbogen wo mir kurz darauf strider mit neuer Bestzeit glücklich um den Hals fiel.
Glückwunsch du hast deine Serie vom Zweitstart unterbrochen. Mit einem wahnsinnigen Ergebnis bist du über die Strecke geschwommen, geradelt und gelaufen!

4
Gesamtwertung: 4 (1 Bewertung)

Grusel

Striders und Dein Bericht machen mir ja richtig Angst...
Nicht, dass ich einen "richtigen" Triathlon machen würde, aber in 10 Tagen bin ich Friesi-Debütant ohne nennenswerte Schwimm- und Raderfahrungen.
Ich hoffe einfach, dass das Getümmel dort wesentlich geringer ist und ich irgendwie ankommen werde. Diese gnaze Materialschlacht ist glaube ich nichts für mich.
Was ist Laufen doch schön einfach...

Aber danke für den ausfühlichen Bericht und herzlichen Glückwunsch zur PB

LG,
Anja

Männer!

Kaum können sie den Helm richtig herum aufsetzen schmeißen sie ihre Schuhe weg! Dabei hatten wir das doch geübt ;-)) Trotz der Blessuren bist du ganz locker an mir vorbei gekurbelt, es besteht doch noch Hoffnung, dass ein Triathlet aus dir wird ;-)) Naja, und deine "abgesackte" Pace habe ich nicht mal beim flotten Start erreicht, also stapel mal nicht so tief. Es war ein furioser Einstand auf der Distanz und dass dir die Radstrecke gefallen würde, war mir sowas von klar!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Wer aus dem Saarland kommt

muss diese Strecke doch geradezu lieben! Die ist doch bestimmt saarländisch flach, oder?

Aber sag mal, warum müsst ihr zwei immer Extratouren machen? Strider wird auf die Fähre zurückgeworfen, weil der Rhein sie nicht mag, Dein Rad spielt bockiges Eselchen und wirft Dich ab - und Du die Schuhe weg. Tststs, ihr seid mir ein Pärchen.

Also stell Dir mal vor Du hättest nichts gehabt und Gels zwischendurch - was dann drin gewesen wäre? Nichts anderes: PB :grins:.

Glückwunsch zum Debüt über diese Strecke mit Blessuren und erhol Dich gut.

Glückwunsch zum Trotzdem-Durchziehen

Nach dem Radsturz noch die gesamte Strecke abfahren, Respekt! Herzlichen Glückwunsch zum Bonn-Debüt und dieser wirklich tollen PB!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Deine Wettkämpfe hören

Deine Wettkämpfe hören sich immer an wie ein Kreuzweg O_O
Mit gestauchtem Fuß noch 15km Laufen... auauaua.

Herzlichen Glückwunsch zur PB und zur Leistung!

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