Benutzerbild von mainrenner

Der Brüder Grimm Lauf ist ein Etappenlauf von Hanau nach Steinau. Freitagabend 17.30 Uhr startet Etappe 1 (16km flach), Samstag um 9.30 Uhr Etappe 2 (14km- nur hoch bis km 8,5- dann hui runter), Samstagnachmittag 16.30 Uhr Etappe 3 ( 16km - fetter Hügel von km 6-8, dann langsam auslaufend), Sonntagmorgen 9.00 Uhr Etappe 4 (17km – stetig aufwärts bis km 12 dann wieder ABWÄRTS) und Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr Etappe 5 (18km – km1-2,5km steil hoch- steil runter bis km5 und dann bis ins Ziel immer leicht ansteigend). Meine Vereins'kameraden' wollten daran teilnehmen und bequatschten mich sonntags, wie nett es doch sein würde wenn ich auch mitlaufen würde. Man könnte sich die Fahrerei teilen,... Kurz entschlossen besorgte ich mir Montag über die Restplatzbörse eine Startnummer. Mittwoch bekam ich dann eine email, dass ich allein laufen müsse, weil alle anderen verletzt seien. Doll!!! Aber egal. Ich wollte diesen Lauf als schnelle Einheitentraining mit Nichtkneifgarantie (man hat ja schließlich Startgeld bezahlt) absolvieren. Freitag die Startnummer abgeholt und soooo viele Leute getroffen. Allein war ich bestimmt nicht. Vor dem Start noch schnell den FR eingeschaltet. Eingeschaltet? Das blöde Ding verweigerte den Dienst. Oh, my. Nix ging, kein Piep, nix. Tolle Wuast. Wo ich doch gar kein Tempogefühl mehr habe. Ich wusste nicht wie ich es angehen soll. Start vom Marktplatz war unspektakulär, die Masse schob sich langsam gehend Richtung Startlinie, löste sich auf und wir trabten durch die Fußgängerzone. Ein Mädel lief neben mir und wir quatschten. Kurz vor Vollgas, rechts, links überholen, quatschen. Tempo? Keine Ahnung, sie wusste es auch nicht aber es war schnell (für mich war es schnell;)). Nach 10km konnten wir nicht mehr quatschen, nur noch hecheln, rennen und aufs Ende hoffen. Noch 6km die sich durch den Wald schlängelten und wir rannten immer noch am Anschlag und überholten sogar Leutchen. Dann endlich Ziel in Sicht bisschen geschwächelt. Nach 1:22h wars zu Ende. Scheixxe schnell. Nur zwei Gedanken: wie halte ich das morgen durch? und...die Frau macht mich alle. Herr mainrenner wartete schon auf mich und wir fuhren nach Hause. Duschen, Beine kühlen und Abendessen, Adrenalinabbauen und versuchen zu schlafen. Schlaf war nix, viel zu aufgewühlt. Am nächsten Morgen übliches Programm, Haferflocken, Kaffee, Brötchen- ab nach Niederrodenbach zum Start der zweiten Etappe. Ich fühlte mich platt und die Etappe hats in sich. Die ersten 8.5km geht’s leicht hoch, nie so dass man gehen muss aber immer ansteigend. So eine Art hinterhältige Steigung, kennt ihr sicherlich auch. Ich bin gegangen. Habs nicht mehr ausgehalten. Die Ohren zu, die Haxen müde und die Moral war gaaanz schlecht. Obwohl das Wetter ziemlich ordentlich war, genügend zu trinken angeboten wurde und auch an Schwämmen kein Mangel herrschte. Sogar fürs Auge wurde was geboten. Hübsche Landschaft, schöne Häuser, Wald, nett. Ich hatte mich gerade wieder in Trab gesetzt, da kommt meine Mitläuferin von gestern von hinten und wir quasseln und rennen wieder wie die Blöden. Endlich Ziel. Schnell wieder heim, duschen, essen, ruhen. Nächster Start. Dann folgt wieder rennen wie blöd- dieses mal alleine die Hügel rauf und mit viel Dampf ins Ziel. Heim, essen, duschen, kühlen, schlafen. Okay, schlafen ging nicht, viel zu viel Adrenalin im Körper. Dann eben nicht schlafen. Am nächsten Morgen die selbe Routine. Magen ist nervös. Start auf einem hübschen Marktplatz, ich ordne mich weiter vorne ein. Die Sekunden die ich damit spare bis sich der Läuferpulk zur Startline geschoben hat, kann ich am Ende gut gebrauchen. Wieder Schinderei mit vielen Hügeln, aber ab km 12.5 geht’s abwärts für ca 5km. Banzai!!! Die Oberschenkel zwicken und ich werfe mir 2km vor dem Ziel noch eine Salztablette ein. Kann ja gar nicht wirken bis ins Ziel, denn allein die Gelatinehülle braucht länger um sich aufzulösen. Aber es wirkt trotzdem. Ich fliege ins Ziel und sinke in herrn mainrenners Liegestuhl. Wo soll das nur enden? Ich bin eigentlich schon völlig durch und die letzte Etappe bietet einem noch mal diesen vermaledeiten Anstieg. Egal kümmern wir uns später drum. Ab nach Hause, essen, duschen, kühlen und ruhen. Dann wieder los und statt der ADIDAS Klamotten, die mich über die ersten Etappen kühl begleitet haben, wähle ich das rote Salomon-Hemd und bereue schon als ich am Start stehe, die Kleiderwahl. Ich fühle mich unter dem Hemd wie in der Sauna. Ätzend. Im Kopf habe ich jetzt meine Zeit vom letzten Jahr. Da habe ich für alle Etappen 7:51h benötigt. Rennen wie bekloppt hat mich in die Nähe von 7:30h gebracht. Aber dazu muss ich einen 6er Schnitt laufen. Und das bei dem Berg. Der virtuelle Partner steht mit am Start und bei piep läuft er mir sofort davon. Bin total kraftlos. Schnekel mucken. Ich nehm noch ein Salz. Nach 5km lieg ich immer noch hinten. Scheixxe scheixxe scheixxe. Die Beine kleben am Boden, Ich habe 1:47 Zeit für die 18km, dann habe ich genau 7:29h. COLA, da am Horizont gibt’s welche. Ich schütte sie in mich rein und nehm noch was mit auf die Reise. Kleb, kleb, kleb ich kleb am Boden. Die Schwerkraft trifft heute nur mich. Immerhin habe ich 400m Vorsprung rausgelaufen. Noch ein Hügel, ich gehe. Werde überholt. So ein Scheixx. Irgendwann bekomme ich noch ne Cola ÜBERGESCHÜTTET, doll und es sind noch 4km. VIER KILOMETER, wie soll ich die bloss schaffen? Erstaunlicherweise geht es irgendwie und ich lande nach 1:36h im Ziel. Boa, endlich da. 3 Tage Hetze. Mach ich nie wieder! Aber gelohnt hat es sich doch, denn jetzt steht da eine 7:23h in der Statistik. Und ein neues gelbes Shirt im Schrank. Das hätte eigentlich herr mainrenner verdient, denn er hat viel mehr geleistet als ich. Die ganze Fahrerei, immer am richtigen Startort zur entsprechenden Zeit, dann im Ziel, Fotos, Kinder, das ganze Programm. Da sieht man wieder mal, dass so eine Individualsportart gar nicht allein durchzuführen ist. Denke man nur mal an die vielen Helfer. Der Lauf ist gut organisiert und für 69 euronen erhält man unzählige Bustransfers, Nudeln, Shirt und ein hetziges Lauferlebnis. Tempotraining für dieses JAHR BEENDET.Ach, und Hanau ist die Geburtsstadt der Brüder Gr....

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Was

soll man da sagen! Außer: Das nächste mal bitte schneller ;-)
*duckundweg*

GT


Klasse gemacht

Du Märchentante !!
Wenn ich gross bin, will ich auch mal sowas machen.
Und die Investition von 83$ damals hat sich doch echt gelohnt - so viel Taxi&Fotodienste haben halt ihren Preis ;o)

LG,
Anja

Etappenqueen

Ist auch mal schön, die kmterchen ein bisschen zu verteilen, statt sie am Stück zu laufen, gell ;-))
Erhol Dich gut, hast Du Dir verdient.
LG, KS

Gratulation

und liebe Grüße aus Hanau.
Zwei meiner Kollegen sind auch mitgelaufen und die hast mal locker in die Tasche gepackt.
Super - für mich unvorstellbar, die Strecke fahr ich höchstens bei Kinzigtal Total mit dem Fahrrad.
Pat

Märchentante - genau

"Mach ich nie wieder" ist wirklich ein schönes Märchen aus Deiner Feder (bzw. Tastatur).
5 Etappen in drei Tagen sind aber auch heftig....
Schönen Gruß, Conny

So sehen also deine

So sehen also deine Laufpausen aus :-)

Helden gesucht!!!

Perfekt - mal eben zwischendurch oder wie?

Hammer, ihr seid doch bekloppt - und dabei so nett, dass man auf dumme Gedanken kommt. Hammerzeit, Superergebnis, tolle Betreuung. Was will frau mehr?

die jogmapper-Dichte

hätte höher sein können:) und nie wieder - revidier ich jetzt mal, nie wieder so schnell ist glaub ich besser. Küß die Hand ihr Lieben und bis bald aml wieder.

...and miles to go before I sleep...

Es war einmal...

...eine ausdauernde Ultraläuferin, die auch kürzer und schneller konnte...
Herzlichen Glückwunsch zum tollen Ergebnis der "3-Tages-Hetze"!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

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