Liebe Mitläufer/-innen,

seit zwei Wochen bin ich schachmatt gesetzt, da ich mir einen Adduktorenzerrung zugezogen hatte. Mittlerweile spüre ich beim Gehen nur noch wenig, ähnlich einem Muskelkater.

Kann jemand von Euch mit Erfahrungen zum Wiedereinstieg nach einer Adduktorenzerrung aufwarten?
Ich bin total unsicher, wie lange ich warten muss, bis ich wieder laufen gehen kann. Sollte wirklich NICHTS mehr zu spüren sein oder kann ich gefahrlos jetzt (also mit "Muskelkater"-Symptomen) mein Glück versuchen?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

LG
Finny25

Hallo, ich hatte auch über

Hallo,

ich hatte auch über mehrere Wochen Probleme mit den Adduktoren. Nach ca. 3 Wochen Pause waren die Symptome so gut wie verschwunden und ich habe es wieder langsam angehen lassen. Wie Du auch, habe ich beim Laufen nur noch ein leichtes Druckgefühl, ähnlich einem Muskelkater, gespürt. Aber bereits kurz nach dem Wiedereinstieg haben die Probleme wieder zugenommen, bis ich auch Schmerzen beim langsamen Gehen hatte. Daraufhin war ich bei einer sehr guten Physiotherapeutin, die selbst Ultraläuferin ist und ca. 2 Wochen später war das Problem dann aus der Welt. Hier eine Zusammenfassung meiner Erfahrung / Empfehlung:

1. Vom Arzt abklären lassen. Einen guten Arzt zu finden, der sich auch noch mit Laufverletzungen auskennt ist allerdings nicht einfach. Am besten gleich einen Sportarzt aufsuchen.
2. Den Laufumfang reduzieren und nicht pausieren. Sehnen brauchen Bewegung um sich zu regenerieren (schlechte Durchblutung).
3. Regelmäßige Dehn- und Regenerationsübungen für die Adduktoren.
4. ggf. Triggerpunktmassage mit einem Tennisball – am besten mal danach googlen
5. Geduld haben

Gruß
Der Wildparker

den punkten

Kann ich nur zustimmen!
auch nach meiner Erfahrung hilft gar nicht belasten wenig. Mir hat auch gut geholfen lauf km durch Rad km zu ersetzen.
Gute Besserung!!!

Hallo Wildparker, zunächst

Hallo Wildparker,

zunächst Danke für Deinen Beitrag!

Den Sportarztbesuch habe ich hinter mir (eine Woche nach Eintritt war ich dort),wollte unbedingt Gewissheit, ob meine laienhafte Selbstdiagnose "Adduktoren" überhaupt zutreffend ist. Er meinte aus der akuten Phase sei ich raus. Und hat keine Behandlung ausser den Ratschlag "Salben und noch ca eine Woche Ruhe" eingeleitet.

Also trotz leichter Beschwerden wieder laufen meinst Du? Und dann wird es in Kombination von Dehnen und evt. Massage dennoch besser?

Bisher habe ich mich über alle Wehwechen (Knie, Schienbein etc) auch weiterlaufend hinweggekämpft, bei den Adduktoren bin ich erstmals verunsichert, ob ich damit halt den Heilungsprozess aufhalte oder gar alles noch verschlimmere.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, war ja Dein erster Wiedereinstieg von wiederkehrenden Beschwerden gefolgt. Oder bist Du es damals einfach zu schnell wieder angegangen?

LG
Finny25

Ich kann es Dir nachfühlen

Hi Finny,

ich kenne das! Mich hat mein Adduktor letztes Jahr ganze 4 Wochen aus dem Verkehr gezogen und danach war auch nur eingeschränktes Training möglich. Hat mich beinahe meine Teilnahme am New York Marathon gekostet :-(

Ich wäre vorsichtig mit dem Laufen. Ich hatte auch nur noch wenig Schmerzen und dann hats's mich bei den ersten Laufversuchen wieder zerrissen. Ich habe das Glück, dass ein guter Freund von mir als Heilpraktiker tätig ist. Sein O-Ton: "Mensch, mein Lieber! Dein Adduktor ist mächtig angepisst!" Er hat bei mir eine sog. Trigger-Stoßwellen-Therapie gemacht und mich damit wieder hinbekommen. Aber es war ein hartes Stück Arbeit. Er hat mir auch noch ein paar Übungen aufgeschrieben. Ich schau mal, ob ich die noch finde, dann schickde ich sie Dir gleich als PN.

Parallel war ich auch noch beim Physio. Mit den Orthopäden bin ich durch. Kein Orthopäde der Welt - auch kein Sportarzt - hat mir nur ansatzweise so geholfen, wie mein Heilpraktiker-Kumpel. Für mich nicht nachvollziehbar, dass die gesetzlichen Krankenkassen den Heilpraktiker nicht übernehmen. Wer heilt hat Recht! (hat sogar mein Orthpäde gesagt).

Kleiner Tipp für die ersten Laufversuche: geh aufs Laufband, denn da hast Du im Fall der Fälle jederzeit die Gelegenheit, sofort aufzuhören, wenn der Adduktor kneifen sollte. Ist auf jeden Fall besser, als dann mitten auf der Strecke irgendwo im Wald abzuhängen.

Gute Besserung!!!

Der Szossi

Läufe in 2011:
Bonn-Marathon (HM): 1:59:01
Rhein-HM: 2:06:06
Köln-Marathon (HM): 2:08:28
New York City Marathon: 4:56:03

Hallo Finny,von Salben

Hallo Finny,

von Salben halte ich nicht viel, denn damit erreicht man nur die obersten Hautschichten und bitte wie soll das einen Einfluss auf die Sehnen nehmen. Von derartigen Salben profitieren meist nur die Pharmaunternehmen und die wiederum haben eventuell Verträge mit den verschreibenden Ärzten.

Ich hatte es mit dem Wiedereinstieg am Anfang auch leider etwas übertrieben und auf die Dehnungs- und Regenerationsübungen verzichtet, so dass sich die Adduktoren sehr schnell wieder gemeldet haben.

Wie auch schon gesagt, würde ich persönlich den Laufumfang nur reduzieren, so dass die Adduktoren in Bewegung bleiben und so besser durchblutet werden. Ich hatte dabei noch ca. 14 Tage lang ein leichtes Druckgefühl, was aber in Verbindung mit den Dehn- und Regenerationsübungen besser wurde. Auf ein Training auf dem Laufband würde ich aber ganz verzichten, da der Bewegungsablauf und damit die Belastung eine andere ist als auf der persönlichen Laufstrecke.

Gruß
der Wildparker

Vielen lieben Dank für den

Vielen lieben Dank für den Eintrag und die PN mit den Tipps! Dann habe ich ja etwas womit ich mich während der mental echt anstrengenden Laufpause beschäftigen kann!
Mich hat die Sache bisher nur mein Halbmarathon Debut gekostet, ich hoffe sehr, es bleibt dabei und ich kann mti eiserner Selbstdisziplin weiteren Ausfällen vorbeugen!

LG & Dir weiterhin auch gute Gesundheit und viel Spaß beim Laufen!
Finny25

Adukzerr

Bei mir locker 2Monate weil zu früh angefangen du solltes auf jedenfall 1Monat und dann nur so um die 5Km ganzlangsam anfangen.
Hör drauf sonst bist du dann so wie ich drann für mich war das die Hööle nicht laufen zu können.

Lg wird schon wieder

papabata

Hallo Wildparker, nochmals

Hallo Wildparker,

nochmals danke für die weitere Antwort!

Ich werde dann wohl auch einfach mal austesten, ob es schon wieder läuft oder ich damit besser noch warten sollte und verlasse mich auf mein Schmerzgefühl. Für den Testlauf wähle ich eine ebene Parkstrecke in der Nähe.
Dehn- und Kräftigungsübungen werden ab sofort groß geschrieben! Das muss wohl definitiv sein, wenn man sich regelmäßig im Laufschritt bewegt ;-)

LG
Finny25

Ich hatte Glück...

ich konnte heute beim Schweizer Frauenlauf in Bern starten. Das war vor 1,5 Wochen noch sehr unsicher. Ich hatte vor 3 Wochen das Problem, ich musste 5 km Heim humpeln. Nach einer Woche war es weg und ich bin wieder auf die Strecke, nach 8,7 km beschwerdefrei kam es ganz plötzlich und unverhofft und ich musste vom Berg wieder runter und zurück kommen. Gar nicht schön, sag ich dir. An Laufen nicht zu denken. Ich hatte dann dreimal Physio und habe meine Umfänge, nachdem ich fast schmerz/beschwerdefrei war reduziert und langsam wieder aufgebaut. Habe allerdings heute gemerkt, es hätte km-mässig nicht weiter sein dürfen, sonst hätte sich da sicher wieder was zusammen gebraut.

Geduld, Umfänge reduzieren, nicht so viel Tempo und Physio - diese fiesen Querfriktionen -, dann sollte es wieder werden.

Gute Besserung.

lg us de Schwiiz

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

Kein Dehnen

Dehnen? Wenn du eine Zerrung hast, darfst du nicht dehnen. Eine Zerrung ist ja eine Überdehnung. Wenn du den Muskel intensiv dehnst, kann sich die Zerrung vergrößern. Erst wenn die Zerrung ausgeheilt ist, dürftest du wieder diesen Muskel sanft dehnen.

In der akuten Phase gilt auch absolutes Massageverbot. Solltest du zur Massage gehen, musst du dem Physiotherapeuten unbedingt sagen, dass du eine Zerrung hast

Was Dehnen und Übungen

Was Dehnen und Übungen betrifft bin ich auch noch unsicher.
Solches durchzuführen empfiehlt sich ja sicherlich erst nach Ausheilung, oder?
Zumindest sofern es eine klassische Zerrung und nicht eine Verspannung ist.
Klar: wenn ich jetzt wieder loslaufe, dann gehört Dehnen mit dazu, aber ich möchte ja auch erst wieder laufen, wenn das Schlimmste überwunden ist.

Geduld

Also, Zerrung und Verspannung sind völlig unterschiedliche Verletzungen. Leichtes Dehnen wird zur Entspannung eines verspannten Muskels beitragen und noch viel besser ist eine Massage. Dagegen sind Dehnen und Massage Tabu im Falle einer Zerrung.

Eine Zerrung braucht ihre Zeit. Der Arzt kann einschätzen wie lange es dauern wird. Wenn die Verletzung ausgeheilt ist, sollte man die Belastung allmählich und vorsichtig erhöhen. Zuerst erst mal sanfte Bewegungen und allmählich ein bisschen mehr. Eine Zerrung ist keine schlimme Verletzung, aber kann immer wieder kommen, wenn man den Muskel zu früh wieder überbelastet, anstatt ein paar Wochen für die Heilung kann es sein, dass es ein paar Monate werden... Wegen einer blöden nicht auskurierten Zerrung konnte ich einmal monatelang nicht richtig laufen. Ich bin kein Arzt, aber ich würde sagen, dass hier Geduld gefragt ist. Ich glaube, vorbeugende Maßnahmen bringen dir erst was wenn du wieder gesund bist, können aber die Heilung in diesem Fall nicht beschleunigen.

Hallo Laufloser! Mir

Hallo Laufloser!

Mir scheint, ich habe dann alles richtig verstanden, denn ich habe definitiv eine Zerrung und tue somit wohl auch gut daran, mich auch weiterhin lauflos zu halten sowie alle Übungen erst dann zu praktizieren, wenn ich wieder vollkommen schmerzfrei bin.
Ich denke, ich werde genug haben, wenn ich diesen ersten Fall auskuriere und bin nicht wild darauf, es auf chronische oder wiederkehrende Zerrungsprobleme ankommen zu lassen.

LG
Finny25

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