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Eines vorweg: Eigentlich habe ich keine Ahnung. Ich habe weder ein Buch von Jeff Galloway gelesen noch einen seiner Trainingspläne studiert. Das, was ich aus dem Forum hier mitgenommen hatte, war: Bei dieser Trainingsform handelt es sich um Laufen mit Gehpausen.

Ich hatte immer Schwierigkeiten, bei langen Läufen (20+) den Puls unter 70 % HF max. zu halten. Gerade morgens pendelte sich der Puls ab km 5 bei 73 % ein und stieg bis zum Ende sogar auf 75 %. Da ich auch nicht unbedingt schleichen wollte, hatte ich immer das Gefühl, das Thema verfehlt zu haben. „Setzen! Sechs!“

Neugierig geworden durch einige Blogs und ausführlicherer Erklärung von cour-i-euse (vielen Dank dafür!) begann ich vor einigen Wochen, Gehpausen in meine langen Läufe einzubauen. 9 Minuten laufen – 1 Minute gehen. Und: Ich bin begeistert! Der Puls pendelt sich bei 68 % Prozent ein, sinkt irgendwann sogar auf 66 %, steigt zum Ende noch mal auf 70 %, wobei ich nach 8 km vereinzelt die Pausen auslasse und die letzte Stunde sogar durchlaufe.

Zunächst hatte ich Zweifel, ob Galloway überhaupt etwas für ambitionierte Läufer ist, zu denen ich mich schon irgendwie zählen würde. Doch mein bisheriges Wettkampfjahr mit Strecken bis HM läuft ausgesprochen gut. Naja, abgerechnet wird natürlich am Schluss, d. h. nach dem Marathon im Herbst. Aber ich bin da ziemlich optimistisch gestimmt.

Ich werde jetzt versuchen, die Intervalle weiter zu strecken z. B. auf 12:1, um irgendwann mal „niederpulsig“ durchzulaufen. Mal sehen, was geht.

Gruß

Sirius
… der mit Pausen rennt.

Galloway...

...ist mehr als Gehpauen. Auch die Trainingspläne sind anders strukturiert als z.B. Steffny.
Also Blinder: kauf Dir 'nen weißen Stock und einen Blindenhund ;-)
Grüße, WWConny (die Galloway nicht wegen Puls, sondern wegen der schonenden Wirkung auf die Gelenke schätzt)

Du siehst dich als

Du siehst dich als ambitionierter Läufer und machst Gehpausen.

Meiner Meinung passt das nicht zusammen.

Du siehst dich als

Du siehst dich als ambitionierter Läufer und machst Gehpausen.

Meiner Meinung passt das nicht zusammen.

Warum nicht?

Die Gehpausen macht er ja nicht, weil er nicht mehr kann, sondern schlicht, um den Puls unten zu halten! Außerdem gibt's genügend Läufer, die bei Marathons Gehpausen dabei haben (warum auch immer), aber dennoch super Zeiten heraushauen! Da man ja seine Kräfte auf langen Strecken gut einteilen muss, kann eine Gehpause klug sein. Besser, als es über-ambitioniert erzwingen zu wollen, um hintenheraus grandios einzubrechen! Gehpausen schließen somit meines Erachtens Ambitioniertheit nicht aus, zumal ja ambitioniert ehrgeizig heißt! Auch beharrlich und bestrebt! Also Eigenschaften, die man zum regelmäßigen Dranbleiben und dem Erreichen des selbstgesteckten Ziels braucht!

So viel aus der ambitionierten Genussläuferecke!
;-))

Das kann

ich nur unterstreichen! Da schließt sich nicht aus.
Ich habe den Galloway gelesen und mag ihn an meiner Seite haben, wenn es darum geht die Gelenke zu schonen und genau im richtigen Pulsbereich zu laufen, ergo verletzungsfrei zu trainieren. Ohne Training erreiche ich mein Ziel nicht.
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LG Inumi
Wer immer alles eng sieht,
sollte mal das Weite suchen.

@markusburkhardt

Am Anfang dachte ich das auch. Aber wenn man sich ein bisschen mit dem Trainingskonzept befasst, merkt man, dass es eben einfach ein anderer Ansatz ist.
Wie bei jeder Trainingsphilosophie gibts auch bei Galloway MEnschen, die gut damit zurecht kommen, und welche, für die es eben nicht passt. Das hat aber mit ambitioniert oder nicht eher wenig zu tun.
Meinen 2. Marathon bin ich nach Galloway gelaufen. Weniger langsam als der erste. Meinen 2. Hermann in Anlehnung an Galloway: mehr als 20 Minuten schneller als der erste (wir reden über 31 km).
Warum? Weil mir das gallowaysche Konzept hilft, mir die Kraft richtig einzuteilen und mich im Training vor Verletzungen schützt.
Viele Wege führen anch Rom. Galloway ist einer davon. Nicht besser oder schlechter als andere, nur eben anders.
Grüße, WWConny

auch @ markusburkhardt

Ambition ist doch nichts anderes als das Streben nach persönlichen Zielen. MC hat das schon sehr gut beschrieben. Bei Wettkämpfen laufe ich selten nur auf ankommen, es sei denn mal als Hase für die beste Läuferin von allen. Meistens habe ich immer irgendein Zeitziel vor Augen. Standardmäßig die sub 45:00 auf 10 km und die sub 1:40 auf der HM-Strecke. Das gelingt mir aber nicht aus dem Stehgreif. Ich muss schon was dafür tun, z. B. Tempoläufe und harte Intervalleinheiten absolvieren. Als reiner Genussläufer würde ich wohl auf Intervalle verzichten, denn Laufspaß ist etwas anderes. :-)

Das Ziel für die Marathonstrecke wäre mal eine Zeit unter 3:45 h. Hat bislang nicht geklappt. Vielleicht wegen falschen Trainings? Warum es nicht mal nach Galloway versuchen (@ WWConny: oder was auch immer ich da mache)? Nach meiner Planung lasse ich die Gehpausen im Training nach und nach wegfallen und im Wettkampf ist für Pausen ohnehin keine Zeit. Schaun mer mal!

Gruß

Sirius
…der in den Pausen ambitioniert rennt. (?)

nichts von Bedeutung

nichts von Bedeutung (irgendwie kriege ich den Kommentar nicht dahin, wo er hin soll)

@ WWConny:

Ich kaufe mir gleich mehrere Hunde, und zwar Huskies, und außerdem einen Rollschlitten. Das ist besonders gelenkschonend. :-)

wenn ich Galloway richtig verstanden habe,

setzt er die Pausen zur Entspannung und Erholung der großen Laufmuskeln ein. Bei langen Trainingsläufen bis 29km im Rhythmus 5-1, von 29-37km 4-1 und bei längeren sogar 3-1. Gehen ist nun mal ein etwas anderer Bewegungsablauf als laufen. Beim Marathon wird auch mit Gehpausen gearbeitet, allerdings ist das Tempo in den Laufphasen dann schneller als das MRT. Das Verhältnis Laufphasen zu Gehpausen verschiebt sich mit zunehmender Distanz und ab km 29 sollten die Gehpausen wenn möglich wegfallen oder nur noch sehr kurz sein.

Das der Durchschnittspuls durch die Gehpausen sinkt, ist zwar richtig, heißt aber nicht, das man mit dieser niedrigen Frequenz trainiert hat. Entscheidend ist der Hochpulsanteil, und wenn der im Bereich des anaeroben Kohlenhydratstoffwechsels liegt, habe ich leider nicht den für den Marathon wichtigen Bereich aerober Fettstoffwechsel trainiert, auch wenn es nach Durchschnittspuls passen würde.

Das ist die Meinung eines "Laufanfängers" der vor kurzem Galloway gelesen hat (Danke nochmal an WWConny) und nun versucht etwas davon in seine Debüt-Marathon-Vorbereitung zu stecken. Es gibt da noch mehr Aspekte, aber das würde dann zu lang.

Ob´s funktioniert?



manchen bei youtube

Meine Wurst zum Senf:

Hier kommt meine Wurst zum Senf:
Wegen einer hartnaeckigen Kniesehnenverletzung konnte ich keine Strecken ueber 5 km am Stueck laufen ohne Knieprobleme zu bekommen, so habe ich mit den Gehpausen angefangen (siehe dazu auch meinen uerspruenglichen blog). Das ging sehr gut, sogar bis zu Strecken von 15 km. Leider wurde ich dann leichtsinnig und begann die Gepausen wegzulassen - zack waren die Schmerzen wieder da. Ich bin dann zwei Wochen lediglich mit 5:1 bis 9:1 Gehpausen gelaufen, bei erstaunlich flotter pace bei erstaunlich niedrigem Durchnitts-Puls. Als das stundenlang problemlos ging habe ich begonnen kuerzere STrecken am Stueck zu laufen. Zuerst 5, dann 7, dann 9 dann 10 dann 12 km undsoweiter. Am Wochenende immer ein langer Lauf von 16 bis 20 km im 9:1 Rhythmus, im GA1 Bereich. Am letzten Wochenende habe ich auf einem 16 km Lauf nach 10 km die Gehpausen nicht mehr gemacht - ging gut.
Vor ein paar Tagen ergab sich dann ein knapp 2h GA1 Lauf ohne Pause. Ergebnis davon: Meine GA1 pace hat sich in den vergangenen Wochen - auch wenn ich die Gehpausen weglasse - radikal verbessert! Trotz (oder gerade wegen?) der Gehpausen. Dafuer ging der Lauf deutlich staerker auf die Knochen als ich es von frueheren durchgaengigen Laeufen dieser Laenge gewohnt bin. Kein Wunder, denn meine mittleren Laeufe sind derzeit einfach oft zu kurz um die Orthopaedie zu forden/zu trainieren.
Also: Bei mir bleiben die Gehpausen zunaechst noch fest im Programm, aber eben auch die durchgaengig gelaufenen mittellangen Laeufe. Nach meiner Auffassung sind Gehpausen auch durchaus vertraeglich mit Ambitionen. Die hab ich naemlich auch. Der naechste 10er lauert!

Auf der Galloway Website habe ich vor ein paar Monaten Trainingsplaene gesehen. Ich fand die jetzt nicht so fundamental anders als was man von andren Plaenen her kennt, auch hier gibt es verschiedene Reize: mal schnell, mal lang. Allerdings habe ich das Buch nicht gelesen und kenne damit nicht die gesamte Trainingsphilosophie. Muss ich ja aber auch nicht um die Aussage treffen zu koennen: Gehpausen tun mir persoenlich gut und helfen mir dabei die laengen Lauefe zu geniessen und meinen GA1 Bereich pace-maessig zu verbessern. Nichts andres will ich. Und viele andre ebenfalls. Moecht ich wetten.

Happy break!
cour-i-euse

Das finde ich ja so toll:

Das finde ich ja so toll: Nicht allein der Durchschnittspuls bleibt niedrig. Auch während der
gesamten Trainingszeit bleibt der Puls im GA1-Bereich.

Viel Glück für's Debüt!

passt

viele amerikanische Ultraläufer trainieren nach dem Prinzip

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

@c-i-e: bzgl Anderer Struktur.

Die Marathonpläne von G. sind 26 Wochen lang (plus drei Nach-WK-Wochen), Belastung findet nur 1* in der Woche statt, also entweder Tempo oder Lang oder Testwettkampf, dazwischen Formerhaltungsläufe und Alternativsportart und es werden Überdistanzen gelaufen.
Zumindest in den Plänen, die im Marathon-Buch drin sind, ist das so.
Kannste mir mal einen Internetplanlink schicken? Wer weiß - vielleicht isses ja dort anders und wir reden die ganze Zeit aneinander vorbei.
Schönen Gruß, WWConny

Das Ergebnis:

Bingo! Es hat geklappt. 3:42:26 h. Ich habe berichtet.

Die Gehpausen hatte ich mehr und mehr verkürzt 9:1, 12:1, 15:1 und jeweils auch nur die erste Stunde bei den langen Läufen. Irgendwann beliefen sich die Pausen nur noch auf die normalen Buschpausen, Trinkpausen, MP3-Player-Tüdelpausen.

Es könnte zwar auch andere Gründe für dieses Ergebnis geben, z. B. die optimalen äußeren Bedingungen. Da ich aber bis km 39 sehr locker durchlaufen konnte, glaube ich, dass der Fettstoffwechsel einfach besser trainiert war.

Im nächsten Jahr werde ich das Training wieder so gestalten. Mit dem Alter kommt die Ruhe - und die Schnelligkeit.

Gruß

Sirius
...der in die Winterpause rennt.

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