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Menschen können überraschend phantasievoll werden, wenn es darum geht, eine zwanzigstufige Treppe hinabzusteigen. Manche gehen rückwärts Schrittchen für Schrittchen, andere gehen seitwärts und schwingen dabei das obere Bein seltsam ungelenk nach vorne, wieder andere verlagern die Hauptlast des müden Körpers auf die Arme und gleiten gleichsam im Armstütz am Geländer hinab. Der Grund dieser Darbietung, bei der man eine versteckte Kamera herbeigewünscht hätte, waren die Duschen im Untergeschoss der Umkleidehalle.

Aber bevor es zu diesem Schauspiel kam, musste eine noch größere Herausforderung gemeistert werden: Die 100 Kilometer durch die Bieler Nacht.

Nach meiner gescheiterten Rennsteigpremiere mit DNF (did not finish) war ich unzufrieden: Guter Trainingszustand, infektbedingt kein geglückter Wettkampf. Aus diesem Grunde habe ich mich verhältnismäßig spontan für Biel angemeldet.

Kurz zu meinen Voraussetzungen: mein bisher längster Lauf waren die 63,3 km des Röntgenlaufs 2011, aber ich hatte im Jahr 2012 deutlich fleißiger trainiert als im Vorjahr. Und man kann es ja auch nur dann schaffen, wenn man es versucht.

Am Freitag reiste ich mit dem Zug von Schleswig-Holstein nach Biel. Nicht das schnellste Verkehrsmittel, aber ideal zum Dösen – und was sollte ich vor dem Nachtlauf besseres tun?
Die letzten zwei Stunden vor dem Lauf Entspannung in der Umkleidehalle. Gute Wettervorhersage: trocken und kühl.

Der Startschuss fiel um 22 Uhr. Gedanklich hatte ich mir die Strecke in bekömmlichere 10-Kilometer-Fragmente zerlegt. Am Anfang ging es eine Runde durch die Stadt Biel, herrlicher Lärm vom euphorischen Publikum. Dann den ersten Hügel hinauf.

Die alten Hasen haushalteten mit ihren Kräften und „marschierten“ hier bereits, wie die Schweizer den Gehschritt nennen. Ich blieb noch im Laufschritt. Dann kam die Zeit der Stirnlampen. Ich blieb in der Nacht in SMS-Kontakt zu meiner Liebsten, die mit dem Nachtzug unterwegs in den Süden war, um mich am Ankunftstag zu unterstützen.

Meine erste SMS „KM 25, bin ok“. Doch das sollte sich im Laufe der Nacht noch ändern. Bis zum Marathon war noch alles in bester Ordnung, ab Kilometer 50 begann dann allmählich der Leidensweg. Jeder Hügel wurde hinaufmarschiert.

Ich griff schon früh zur Notverpflegung Cola, um mich für die jeweils nächsten Kilometer zu puschen. Feste Nahrung wollte mein Magen nicht mehr haben. Bouillon, Wasser, Energiedrinks, Cola in wilder Mischung.

Die freundlichen Eidgenossen feuerten die Läufer auch mitten in der Nacht und im kleinsten Weiler noch lautstark an. Die Kilometer bis zur Verpflegungsstation in Kirchberg (Kilometer 55) zogen sich wie Gummi. Dort hatte ich ein Wechselpaar Socken und Schuhe und ein Malzbier gelagert. Außerdem gab es Dixiehäuschen. Ich pausierte fünfzehn Minuten.

Danach hatte ich das Gefühl, keinen Meter mehr im Laufschritt zurücklegen zu können. Aber bei Kilometer 55 schlappzumachen war keine Option. Ich trabte wieder los. Es fühlte sich an, als hätte ich eben erst den aufrechten Gang gelernt. Unsicher und schwankend. Aber mit den Metern rundete sich der Laufstil wieder ab.

Es kamen die 10 Kilometer über den berüchtigten „Ho-Chi-Minh-Pfad“. Ich empfand diesen Abschnitt aber als sehr angenehm. Endlich mal keinen glatten Asphalt unter den Schuhen, sondern ein bisschen Geruckel. Danach wurde es hell und es kam ein nochmals etwa zehn Kilometer langer sanfter, aber in seiner Länge doch zermürbender Anstieg. Sobald es steiler wurde: Gehpause.

Unterwegs schrieb ich eine SMS: „km 70, jeder km ein Kampf“. Meine Liebste begann sich Sorgen zu machen. Aber es war für mich wichtig, ab jetzt weniger als dreißig Kilometer vor mir zu haben. Eine überschaubare Strecke, ein normaler Longjog. Aber würde das auch mit bereits 70 Kilometern in den müden Beinen funktionieren?

Jede Verpflegungsstation bedeutete eine Gehpause und zunehmende Schwierigkeiten. Ich kämpfte, ich biss mich immer wieder durch. Den anderen Läufern in meiner Umgebung ging es nicht anders. Etwa bei Kilometer achtzig kamen wir an einen Kanal, der zurück nach Biel führte. Ich wollte meine Waden etwas dehnen, aber sie spannten sofort dagegen – keine gute Idee.

Endlich keine zwanzig Kilometer mehr. Irgendwann in gefühlt ferner Zukunft würden die Restkilometer einstellig werden. Der Uferweg hatte nur einen ganz sachten, selbst in diesem körperlichen Zustand kaum spürbaren Anstieg. Dann die neunzig. Meine SMS: „90“ - ich war sehr buchstabenkarg zu diesem Zeitpunkt.

Dann noch fünf Kilometer. Die letzte Verpflegungsstation bei Kilometer 95,5. Ich musste nochmal wegen eines spitzen Steinchens im Schuh anhalten. Schuh ausleeren. Wieder versuchen in den Laufschritt zu kommen. Dann wusste ich es: ich würde vor dem Ziel nun nicht mehr anhalten. Koste es, was es wolle.

Meine Liebste erwartete mich 500 Meter vor dem Ziel. Ein kurzer Wortwechsel. Ich konnte nicht stehen bleiben. Ich hätte sonst keinen einzigen Schritt mehr laufen können. Nach 11 Stunden, 31 Minuten und einer unbedeutenden Anzahl von Sekunden überquerte ich die Ziellinie.

100 Kilometer (in Worten: einhundert) waren geschafft. Grenzenloser Stolz, grenzenlose Erschöpfung. Einmal im Leben musst du nach Biel.

Mein gegenwärtiger Eindruck ist, dass das 100km-Laufen nicht zu meiner neuen Leidenschaft wird.
Aber vielleicht ist heute nicht der geeignete Tag, darüber ein abschließendes Urteil zu fällen.

Ach so, mir wurde noch aufgetragen, zu erwähnen, dass die Welt doch ungerecht sei: nach meinem 100-Kilometer-Lauf hatte ich nicht einmal eine klitzekleine Blase an meinen Füßen, aber meine Begleiterin hatte nach ihrem Shopping-Bummel durch die Bieler Innenstadt gleich zwei davon.

Uhrli

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Klasse Alternative grandios gemeistert!!

Es heißt doch immer, einmal musst Du nach Biel!
Muss ja nicht ein zweites Mal sein, gibt ja noch andere...;o)
Hey, ganz dicken Glückwunsch, Du hast den Lauf der Läufe mit phantastischer Zeit gefinished!!:o)))

Lieben Gruß Carla

STAUN + allerfetteste Gratulation!

100 Kilometer (in Worten: einhundert) - grenzenlose Bewunderung.
Erhol Dich gut!

jedes wort...

...deines wunderbaren berichtes hab ich eingesogen so wie du die kilometer!
urhli, meinen herzlichsten glückwunsch und allergrößten respekt! du hast da was tolles geschafft!
und den rennsteig, den machste dann nächstes jahr nochmal richtig...
____________________
laufend bittet uhrli, die blasengeplagte liebste herzlich zu grüßen: happy

Hochachtung und allerherzlichsten Glückwunsch Uli

zu solch einer ausdauernden Spitzenleistung.
Ich glaube, ich muß nicht nach Biel

Grüße vom Lurch

Regenfetischisten = die "normalste" Laufgruppe im Universum
wird nur von NEONGELB getoppt!

Grandios!!!

Lieber Uli, ich habe mir schon gedacht, dass Du irgendwas in der Art vorhast. Auf Biel bin ich gar nicht gekommen, dachte eher an den 24h-Lauf in München. Deine letzten Laufeinträge zeigten deutlich, dass Du etwas im Schilde führst, nur was??? Bin schwer beeindruckt und noch vielmehr erfreut, dass Dein konsequenter Streak nun Früchte trägt! Ja, das ist der Lohn für Deine tolle Vorbereitung! Nein sie war nicht umsonst, sie war goldrichtig! Hammer, dass Du Dir ausgerechnet Biel ausgesucht hast, denn für Biel warst Du eben nicht wirklich vorbereitet. Wahnsinn, soviel Hüte kann ich gar nicht ziehen!!! Meinen allerherzlichsten Glückwunsch!!!
Und ganz liebe Grüße an Deine Liebste, bis zur Hochzeit sind die Füße wieder heil;-)) (Nee, nicht von mir, sagt meine Oma immer, *kicher!*)

Tame,
gibt`s jetzt auch in Neongelb:-)
BORN - denn sie wissen nicht was sie tun!

Herzlichen Glückwunsch zum

Herzlichen Glückwunsch zum ersten Hunderter.
Ja einmal mußt du nach Biel. So ises. Für den ersten sind 11 Stunden eine super gute Zeit. Ab Kilometer 7O wirds zäh und ab 80 hart. Ab 95 gehts dann den meisten wieder besser.
Und zu den Blasen, nicht die Strecke macht kapput, sondern... (Einkaufstüten?):-)

Helden gesucht!!!

Grandios!

Ich gratuliere dir aufs Allerherzlichste zu diesem erfolgreichen Durchbeißen! Dein Kampf ist so gut nachzuvollziehen. Du hast dich quasi selbst besiegt und bist damit ein wahrer Sieger.
Ich wünsche dir eine gute und schnelle Regeneration!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

rums ...

... bin gerade vom Stuhl gekippt, als ich deinen Streak-Eintrag sah. Biel, ne is klar. Da hast du dir ja relativ schnell einen schönen Ersatz gesucht. ;-)

Und was lernt man daraus? Wenn es ruhig um dich wird, brütest du gerade etwas aus.
Saubere Leistung! Bist da ja praktisch als Einzelkämpfer gelaufen. Das dürfte die Sache noch zusätzlich erschwert haben.

Du kannst also schnell, so richtig weit und den Pacemaker geben. Und was kommt nun? Der Lauf durch die Wüste? Die Alpenquerung? Traue dir eigentlich fast alles zu, sofern es menschenmöglich ist.

Glückwunsch zu der Ausdauer und Willensstärke.

Heiner

Du sollst laufen! Nicht Smsen!

Kein Wunder ist dir der Lauf teilweise sehr schwer gefallen!

Herzlichen Glückwunsch zu deinem klasse Ergebnis! Lass' erst mal alles sacken und wer weiß, vielleicht kommt bald doch wieder die Lust auf einen Hunderter!

:-)

Laufgenuss

Vor ca. 19 Monaten gab es hier jemanden, der ein Ziel erreicht hatte: den Marathon unter 3:30 (mit 3:26 deutlich erreicht).

Dieser jemand beteuerte vor knapp einem Jahr erneut, er werde nun "den Laufgenuss ganz in den Vordergrund ... stellen" (guckst du hier).

Und heute, 12 Monate später wissen wir, was er damit gemeint hat: mal locker einen der ganz bekannten und nicht gerade "unanspruchsvollen" 100km-Läufe zu bestreiten.

Wenn ich groß bin ... (ach nee, das wird nix mehr).

Uli, ganz große und herzliche Gratulation zu diesem "Laufgenuss"! Ich hoffe, dass du dich schnell wieder erholst!

Volker



Jogmap Schleswig-Holstein - neongelb beflügelt

Herzlichen Glückwunsch Uli,

was für eine Leistung! Für mich unvollstellbar. Durchgebissen, gekämpft, super Zeit.

Genieß dein Ergebnis und erhol dich gut! Take care wünscht Eva

Ja Junge...

...darauf kannste auch Stolz sein!!! Super Leistung!!!
Glückwunsch zum finishen...

Erhole Dich gut,
Kaw.

Das ist der Oberhammer !!!

So tief kann man / Frau sich gar nicht verbeugen ! Das ist echt der Wahnsinn ,was du da geschafft hast ! Herzlichen Glückwunsch und meinen tiefen Respekt! Mir fehlen die Worte.
Liebe Grüße Jana

Uli,...

... Du machst mir Mut.Ehrlich... so ganz tief drinnen tockert bei mir auch der Plan, demnächst mal Biel anzugehen. Schöööööön geschrieben, noch schöner erlebt! Glückwunsch!!!

Supelafe (unbekannterweise :-))

Meinen allerherzlichsten Glückwunsch ...

... zum Finish in Biel!
Rennsteigtraining mit wenig Asphaltanteilen kann Biel echt zur Tortour werden lassen. Die Kombination hatte ich auch 2010. Brauch ich nicht mehr. Die Asphaltanteile schreddern die Beine schon auf den ersten km.
Umso besser konnte ich deinen Lauf nachvollziehen. Respekt und Glückwunsch zu diesem Erlebnis.
100er sind anstrengend. Ich bin bisher auch nur zwei Mal diese Distanz gelaufen. Aber schau dir noch mal nen anderen 100er an. Dann urteilt es sich leichter. Mein Fazit ist Biel nicht wieder. Zu viel Asphalt. Gefällt mir nicht, brauch ich nicht. Vielleicht muß man sich auch nur anders drauf vorbereiten, mehr Asphalt laufen.(Meine persönliche Meinung. MC sieht das völlig anders! Und das ist gut so.)
100er und mehr? Kann man machen. Such dir einen aus, der dem entspricht, was du an Strecke magst.
Erhol dich gut.
Die Schmerzen vergehen.
Der Stolz bleibt!
;-)

Wahnsinn

Gratulation und "Hut ab" !! Eine Wahnsinnsleitung von Dir, physisch sowieso aber besonders bin ich von Deiner mentalen Stärke beeindruckt. Wenn der "Leidensweg" ab km 50 anfing, dann ist Dein Wille wohl nicht zu bezwingen... wahnsinn.
LG und eine rasche Regeneration,

Reinhard

Bin schon etwas traurig

das du so heimlich nach Biel fährst.
Kenne da so drei bis fünf die dich auf deinem schweren Weg gerne begeleitet hätten.

100KM in Biel ist einfach der Hammer, das bei dieser Zeit.
Du kannst uns gerne in 2013 den Weg zeigen.
Wir möchten uns diesen "Spaß" jetzt auch mal antun.

Mach weiter so.

Vielleicht ein kleines Laufwochenende an der Müritz im August?

Gruß Matthias

So ganz klammheimlich...

So ganz klammheimlich nach Biel gestreakt. Ich bin tief beeindruckt.
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Durchhaltevermögen und der Superzeit.
Damit ist der Rennsteig mehr als kompensiert.

Und Dein Streak? Bin beeindruckt, dass Du Dir noch nicht mal ein klitzekleines Päuschen gönnst. Vergiss das Regenerieren nicht...

Mein Respekt ist Dir sicher

Sagenhaft! Sich "mal eben" zum 100er anzumelden und ihn dann in dieser Zeit durchzuziehen. Sozusagen mutterseelenallein, ohne befreundete Läufer, die in unschönen Phasen Rückendeckung bieten oder Aufmunterung schenken. So ganz ohne Höhenprofil ist Biel auch nicht gerade...
Ein riesiger Glückwunsch nach Freiburg, eine bodentiefe Verbeugung und gute Regeneration. War es Zausel, die irgendwann schrieb, Du seist ein Laufgott? Recht hatte sie.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

Wahnsinn

Da läufst Du einfach mal 100 km und das noch in einer klasse Zeit.

Ganz fetten Glückwusch zu Deiner Leistung.

War das geplant oder wirklich wegen des DNF?

Ein Wort sollte reichen...

..HAMMERGEIL!

"Ein Leben ohne Hunde ist denkbar, jedoch sinnlos"

Schleswig-Holstein im Herzen,
BORN im Kopf

Es ist klasse was du so

Es ist klasse was du so leistest, meine echte und große Bewunderung dafür.
Ich kann mir nicht mal vorstellen nach einem Marthon weiter zu laufen.. nee ich glaube ich will nicht nach Biel. ;-)
Erhole dich schnell und gut..

Waaaaaaaaaaaaaaaahnsiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnn!

Hallo Uli,

dich kann man ja wirklich nicht alleine lassen. Da trifft man sich trainingsbedingt gerade nicht und schwupps läuft der die 100 Kilometer von Biel. Was für eine Leistung! Ich gönne es dir von ganzem Herzen, nachdem du so niedergeschlagen nach dem Rennsteig warst. Das Training hat ja locker gereicht und daher war das ja auch nicht schiere Unvernunft, sondern eine krönende Leistung! Herzlichen Glückwunsch dazu! Ich verneige ehrfürchtig mein Haupt!

einfach nur KLASSE

... da hat sich der "Genussläufer" nach dem ...
watt war datt noch ... ??? - ach ja ... nen "unvernünftiger Start" vor'n paar Wochen, oder so ...
einen richtig schönen Ersatz WK ausgesucht und nicht den Kopp in den Sand gesteckt!

Einfach KLASSE "Uhrli", wie du es schaffst ... einfach gerne zu laufen,
oder wie in diesem Fall auch mal NUR etwas zu "maschieren" ... ;-))

@ Uhrli: Du kannst sowas von zurecht STOLZ auf dich sein !
Tolle Leistung - und dabei die "3-stellige KM - Marke geschafft !!!
das sagt alles !

@ "Deine Liebste": geteiltes Leid, ist ... ( Uhrli die 100Km, du die Shopping-Blasen ) *grinsenmuss*

Liebe Grüsse an euch BEIDE und gute Geneesung - Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

ich freue mich

dass du nun doch noch einen Alternativlauf zum Rennsteig finishen konntest. Zwar mit weniger Bergen aber mit viel mehr Kilometern. Das kann ich mir (noch) gar nicht vorstellen, so 'ne Strecke am Stück zu laufen.
Ist sicher auch ein angemessenerer Ersatz als der kurze Hamburg-HM. Den kannst du nun ganz entspannt mit uns laufen.
Bis bald
Gerald

Vielen Dank !

Liebe Jogmapper,

vielen Dank für eure Kommentare.
Eine Woche nach Biel hänge ich noch ziemlich in den Seilen und kämpfe mit einem Infekt. Ich glaube, ich habe in dieser Nacht mein gesamtes Immunsystem verbrannt und in Energie umgewandelt.

@Carla
Danke für die Glückwünsche. Einmal war ich dort, zu einem zweiten Mal Biel denke ich im Moment: wohl eher nicht. Gerne vielleicht mal wieder einen 60er (z.B. noch mal den Röntgenlauf).

@Conny
Lieben Dank. Ja, 100km sind sehr viel. Zu viel ! Aber es zu schaffen war trotzdem großartig.

@happy
Danke dir. Ja, vielleicht versuche ich den Rennsteig noch einmal. Schön wäre es schon, den auch mal zu schaffen.

@Lurch
Vielen Dank. Vor ein paar Wochen wusste ich auch noch nicht, dass ich nach Biel MUSS ;-)

@Tame
Du hast mein „heimliches Tapering“ entlarvt. Ja, der Streak war für mich eine sehr gute Basis, denn nicht nur der Bewegungsapparat wird sehr belastet, auch die Rumpfstabilität war wichtig und die trainiere ich erst seit Streakbeginn konsequent.
Ach so: die Füße meine Liebsten sind jetzt schon wieder fast heil ;-)

@Linzgaurunner
Danke. Es war genau wie du sagst. Bei 70 und 80 ist das Ziel noch weit genug weg, damit es richtig wehtut. Bei 95 kann man sich schon freuen, dass es bald vorbei ist. So war es !

@Sonnenblume
Ja, „durchbeißen“, das hatte schon fast die Qualität eines Mantras. Und es am Ende geschafft zu haben: Wahnsinn.

@makesIT
Ich habe die letzte Vorbereitungszeit gezielt geschwiegen. So blieb ein Hintertürchen offen. Vorläufig sind keine spektakulären Ereignisse mehr von mir zu erwarten. Wüste und Alpen überlasse ich anderen. In Biel habe ich definitiv meine Grenzen kennen gelernt.

@MC
Ich fand es so toll, dass meine Liebste extra nach Biel kommt, um mich nach dem Lauf zusammenzukehren. Da war ich ihr doch mindestens ein paar karge SMS schuldig.

@joggi
Danke für diese kleine Erinnerung. Du hast völlig recht: Biel war nicht wirklich das, was ich damals mit Genuss meinte. Aber es war GEIL, dort ins Ziel zu kommen. Ich habe jetzt aber wieder fest vor, mich zu mäßigen und auf die oben genannten Ideale zu besinnen.

@evchen
Das schönste an Biel ist nicht, es zu tun, sondern es getan zu haben. Jetzt genieße ich. Ja !

@Kawitzi
Danke für die Glückwünsche aus dem berufenen Munde eines Bezwingers der Regenschlacht 2011. Der Schmerz geht, der Stolz bleibt. Ein Allgemeinplatz aber treffend.

@Entenfrau
Vielen Dank. Wenn ich deine Laufkarriere der letzten Jahre betrachte, kommt mir die Frage, wann … ;-)

@supelafe
Ja, ja … Dieses „tockern tief drinnen“ kenne ich. Das hört nicht mehr auf, bis du dort warst.

@Petra
Künftig werde ich meine Longjogs auch lieber wieder ohne 70km Aufwärmen laufen. Da freue ich mich schon drauf, aber im Moment bleibe ich noch bei Distanzen sub 10km.

@schalk
Vielen Dank für die Glückwünsche. Meine Einstellung zum Asphalt hat sich in Biel verändert. Bisher habe ich mich immer über Asphaltpassagen gefreut. Da geht’s doch einfach leichter und flotter. Aber in Biel hat mir der ewige Asphalt wirklich die Füße geplättet. Und ich hatte auch viel mehr mit Waldwegen gerechnet als mit Asphalt. Ok – das nicht zu wissen ist natürlich ein Problem mangelnder Vorbereitung.

@Socke
Vielen Dank für die Gratulation. Ja, es war fast spontan und (jedenfalls mental) unverkrampft. Ich bin sehr froh, dass ich nicht die Bedingungen hatte, bei denen ihr letztes Jahr gelaufen seid. So war ein Gelingen möglich.

@sarossi
Der Rennsteig-Frust ist völlig weggeblasen. Und durch den Streak hangele ich mich im Moment so durch. Ich versuche streakend zu regenerieren.

@heiner
Mental hat mir der Satz geholfen, den ich in einem Buch las: „Jeder Ultraläufer sollte sich im Klaren darüber sein, dass es irgendwann wehtun wird, das ist einfach so.“
Jetzt weißt du, warum wir uns nicht beim Hasenlauf gesehen haben, obwohl ich dort gemeldet war ;-)

@Sonnenschein
Du hast ja auch vor einigen Wochen einen Meilenstein in einem Läuferleben hinter dich gebracht. Der Marathon wird mit der Zeit kürzer, dann kommt die Suche nach neuen Zielen. Wart’s mal ab ;-)

@glycerin
Sorry, aber ich habe aus einem einfachen Grund geschwiegen: Ich hatte einfach Schiss, es nicht zu schaffen und dann wäre der Frust nach dem Rennsteig-DNF sehr groß geworden. Da wollte ich lieber mit mir allein sein.
Weitere Pläne habe ich derzeit noch nicht, aber ein kürzerer Ultra ist zumindest im Bereich des Vorstellbaren.

@Schokorose
Vielen Dank für die Glückwünsche. Ich kann mich zwar an freundliche Worte über meinen Laufstil erinnern, aber bei Laufgott, fallen mir viele andere ein. Gut, dass ihr mich in Biel nicht gesehen habt, sonst wäre ich bestenfalls noch der Humpelkumpel.

@stewi
Biel war wirklich nicht geplant und wenn ich den Rennsteig geschafft hätte, wäre es zu Biel 2012 nicht gekommen. Es war die reine Ersatzbefriedigung.

@scooby
Genau !

@konsul
Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder mal in gewohnter Runde, dann bekommst du natürlich noch einen exklusiven mündlichen Bericht. Unsere Laufgruppe ist in letzter Zeit recht klein geworden.

@runner
Tja, das mit dem Genusslauf war eigentlich anders gemeint. Aber eine Erfahrung bin ich reicher. Danke für die Glückwünsche und für die Implementierung des Zielfotos. Da sehe ich deutlich lockerer aus, als ich war ;-)

@gpeuser
Vielen Dank. Ich bin jetzt sehr entspannt und freue mich auch auf Hamburg. Ob ich dort eine schnelle Pace laufen kann, weiß ich aber noch nicht. Im Moment wollen die geschundenen Beine noch nicht schneller als 6:30min/km.

Wahre Helden...

haben immer einen Plan B. Und wenn dieser noch dazu so genial ist...
Ich teile deinen Stolz.

Freue mich so auf ein baldiges Wiedersehen,
Joachim

@schlossbergrunner

Der Plan B entstand erst nach dem Scheitern von Plan A. Aber ich bin jetzt doch froh, dass ich es gemacht habe. Jetzt erst kann ich wirklich einschätzen, was es heißt, die 100km in 9:41 zu laufen.
Ich freue mich sehr, wenn du dich wieder mal in deine Laufgruppe verirrst. Bis bald.

Na, das beruhigt mich ja...

denn ohne meinen Hasen muss ich ja dann garantiert auch nicht! Dir Uli aber meinen herzlichsten Glückwunsch, und wahrscheinlich sah das trotz Erschöpfung auch noch so elegant aus wie üblich! Super Alternative hast du dir da ausgesucht...

zausel

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