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Sie war kurz, sie war langsam. Dennoch war meine heutige (inzwischen gestrige) Runde eine meiner wichtigsten Trainingseinheiten in der Vorbereitung auf den ZUT.

Kurz heißt in diesem Fall übersichtliche 13,5 km. Dafür hatte ich satte 1h53 gebraucht. Ok, sie war profiliert. Mit dem bewährten Mittelwert aus den höhenkorrekturbereinigten SportTracks-Daten und aus GoogleMaps kamen 663 Höhenmeter dabei rum. Das entspricht einem Klada-QF von 49.

Das allein machte die Einheit längst noch nicht so wertvoll. Da wir heute fast den gesamten Tag unterwegs waren, machte ich mich erst auf die (Lauf-)Socken, als Klein-Haile und Klein-Paula versorgt und schon eine Weile im Bett waren. Dann musste ich ja erst noch eine halbe Stunde zu meinen Höhenmetern fahren. Die Satelliten begann ich um 21.45 Uhr anzuzapfen.

Die ersten paar Kilometer absolvierte ich noch in der Dämmerung, den größten Teil der Strecke wurde vom Mitternachtsblau beherrscht. Natürlich lief ich nicht in vollkommener Dunkelheit, sondern übte das Stirnlampenlaufen. Da ich in dieser Gruppe der langsamste Läufer bin, der sich den Ultratrail eingebrockt hat, hielt ich es für angemessen, dies zu üben. Bisher hatte ich die Stirnlampe nur im Winter im Gebrauch, selbst dann nur sehr selten.

Nun testete ich das Laufen mit dem kleinen Lichtkegel erstmals in profiliertem Gelände, größtenteils auf wurzligen, steinigen Trails und auf ein paar zerfurchten Wegen. Da ich die Strecke hin und wieder in meine langen Pfälzer-Wald-Läufe einbaue, war die Orientierung kaum ein Problem. Etwas überrascht war ich, wie langsam ich voran kam. Wie wird das erst auf dem mir unbekannten Terrain an der Zugspitze?
Durch das ständige Konzentrieren auf das Laufen verging die Zeit wie im Flug und der Lauf hat eine Menge Spaß gemacht.

Unterwegs traf ich keine Menschenseele. Dafür entdeckte ich drei Nutrias, die gerade aus einem Bach auf eine Wiese gestiegen waren, ein paar Mal sausten Fledermäuse durch den Rand des Lichtkegels, denn dort tummelte sich immer wieder ihre Beute. Ständig raschelte es irgendwo, mal leise und wenn Rehe aufgescheucht wurden eben lauter.
Nach dem ersten Aufstieg zum Martinsturm, der höchsten Stelle, war am Horizont im fernen Westen, eigentlich schon in Ostfrankreich, noch ein goldener Streif. An einer exponierten Stelle durfte ich einen famosen Ausblick bis zur hell erleuchteten Burg Trifels genießen.

Auf dem Rückweg war an der Burg Landeck schon die Beleuchtung ausgeschaltet.
Zurück am Auto war ich dann kurz vor Beginn der Geisterstunde.

So sieht die Strecke aus: Wald, Wald, nix als Wald von Klingenmünster über die Burg Landeck zum Martinsturm, dann runter zum Pfalzklinikum und auf gleichem Weg zurück.
Martinsturm

cherry65

Das sind Läufe ...

... wie auch ich sie liebe. Diese Ruhe, diese so intensiv erlebbare Tierwelt (okay, auf Bären und Klapperschlangen kann ich verzichten, aber wir sind hier ja nicht beim Western States;-). Und QF 49 sind schon ein ganz dickes Brett, noch dazu im Dunkeln.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Wer rennt denn da Nachts durch Wald und Wind....

... das ist der cherry, diesmal ohne Kind!

Brech' Dir bloß nix bei diesen Geschichten.

sturzfreie Grüße dagelassen
¤¤¤¤¤¤¤ H u B e L i X ¤¤¤¤¤¤¤

sind wir nicht alle ein bisschen BORN???

Läufste einfach ...

... bissl schneller und brauchst gar keine Stirnlampe. - Meint einer mit ner großen Klappe, der es letztes Jahr spitz auf Knopf in der absoluten Dämmerung grad noch ohne Lampe runter nach Hammersbach geschafft hat.
Nee, im Ernst. Der Weg hoch zum VP8 ist nicht wirklich schwierig zu laufen. Ein schmaler Pfad, der sich im Wald in Serpentienen nach oben windet. Von VP8 zur Albspitzbahn-Bergstation zieht es sich noch mal elendig. Das sind noch mal 4km auf einem breiten Fahrweg nach oben und nach jeder Ecke dachte ich es wäre geschafft. Mental schwierig Lampe braucht man da wohl nicht mal im Dunkeln. Brauchen braucht man die aber janz sicher das Stück von der Albspitzbahn-Bergstation bis zum VP9. Das ist wirklich alpin - kein Klettersteig, aber im Dunkeln mit über 90km in den Beinen heizt man da sicher nicht mehr runter als hätte man den Teufel hinter sich. Ab VP9 kann man dann aber wieder gut abwärts laufen. Der Weg bis Hammersbach ist ähnlich dem Aufstieg zum VP8. Also gut laufbar - nur im Dunkeln halt langsamer.
Aber das kannste ja jetzt.
;-)
PS: Die Strecke ist in GPSies und Endomondo bereits gespeichert. Aber als Track muß man sie sich nicht auf die Uhr laden. Die Ausschilderung ist perfekt.

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