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Heute hat es nur einmal geregnet. Und ich hatte frei. Eine gute Gelegenheit im Bücherregal zu stöbern. Aus einer aktuellen Jogmapper Diskussion heraus, habe ich mich mal wieder einen ganzen Tag mit funktionalem Training als Ergänzung zum Laufen beschäftigt. Basis war das Buch „Besser trainieren“ von Müller-Wohlfahrt. Jetzt ist der Autor nicht gerade als Laufguru bekannt, sondern als Sportarzt der Fußball Nationalmannschaft. Trotzdem lohnt es sich auch für Läufer, mal literarisch „fremdzugehen“.

Der Anfang des Buches brachte mich gleich auf die Palme. Da ich das Buch schon kannte, wusste ich, welche Trainingspläne mich erwarten werden. Das ganze als revolutionäres Konzept aus den USA zu verkaufen, dass nach modernsten innovativen Methoden optimiert wurde… Sorry, aber eine Einbeinkniebeuge kannte ich schon vorher. Ja, das ist auch wieder zu sehr polarisiert. Aber irgendwie klingt das nach altem Wein in neuen Schläuchen.

Nun ist alter Wein nach meiner Erfahrung nicht unbedingt schlecht (Barolo hin oder Primitivo her). Also habe ich weiter gelesen und die Selbstbeweihräucherung des Autors geflissentlich ignoriert. Rasch über den bekannten Theorieteil zum funktionalen Training drüber lesen. War nicht wirklich neu für mich. Es wurde isoliertes Krafttraining einzelner Muskeln einem bewegungsorientierten Training ganzer Muskelgruppen gegenübergestellt. Funktionales Training soll neben den Muskeln auch die Bewegungsfähigkeit des ganzen Körpers trainieren. Es soll das natürliche Heben, Bücken, Ziehen, Drücken unterstützen. Bei all diesen Bewegungen müssen immer mehrere Muskeln zusammen spielen. Koordination und Beweglichkeit ist genauso gefordert, wie die schiere Kraft. Sportartspezifische Programme sollen die Kraft für komplexe Bewegungsabläufe der eigenen Sportart … z.B. des Laufens oder Radfahrens… ganzheitlich trainieren.

Die Vorteile des funktionalen Trainings erschließen sich mir sofort. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mit isoliertem Krafttraining so mein Motivationsproblem habe. Umso komplexer der Bewegungsablauf, umso mehr Koordination, Kraft und Beweglichkeit in einer Übung kombiniert werden… umso mehr ist es „mein Ding“.

Bei Motivation sind wir auch beim interessantesten Kapitel, das ich heute gelesen habe. Und auch bei einem Thema, das mich durchaus beschäftigt hat. Müller-Wohlfahrt lässt sein ganzes Wissen über die moderne Neurobiologie vom Stapel. Und das nicht rein wissenschaftlich, sondern mit nachvollziehbaren Gleichnissen spannend für den Normalbürger aufbereitet. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen. Das Kapitel hatte ich entweder vergessen, oder vor zwei Jahren als „unwesentlich“ überblättert. Denn ein Motivationsproblem für Sport habe ich tatsächlich nicht.

Jetzt hat das Buch die Frage aufgeworfen: Warum bin ich eigentlich motiviert? Zum Laufen habe ich kein Talent. Schneller, weiter, höher. Dabei versage ich immer maßlos. Im Turnen war ich eigentlich recht gut…. außer beim Geräteturnen. Beim Bocksprung habe ich immer gescheut wie ein Pferd vorm Hindernis, während die anderen angstfrei über die Geräte flogen. Ein Vergleich mit anderen ist also ein gaaanz schlechter Motivationsfaktor für mich. Warum also stehe ich in aller Früh auf, um eine Runde Laufen zu gehen, ein paar Kilometer zu Radeln oder mich bei Yoga Asanas zu verbiegen? Seit Januar ziehe ich einen Sport Streak durch. Probleme gab es manchmal bei der Organisation. Bis auf eine eintägige Unterbrechung aber nie bei der Motivation.

Müller-Wohlfahrt gibt viele Beispiele für die intrinsische „innere“ Motivation für das Erreichen von sportlichen… und anderen … Zielen. Wirklich bemerkenswert finde ich den Einsatz von Belohnungen. Zu viel wirkt kontraproduktiv. Die richtige Dosis macht es. Irgendwie alles nachvollziehbar. So richtig verstehe ich aber nach der Lektüre immer noch nicht, was mich selbst motiviert. Als weitestgehend talentlose Sportlerin ist es sicher nicht das Erreichen von ambitionierten Zielen.

Und dann kommt der entscheidende Hinweis im Buch. Die Hauptmotivation ziehen Sportler aus dem Spaß an der Bewegung, Spaß an ihrem Sport. Endlich kann ich wieder mitreden. Ja, Laufen macht mir Spaß. Es ist das Gesamtkunstwerk aus Bewegung, Abschalten vom Alltag und Naturerlebnis. Und auch Yoga macht mir Spaß. Am meisten im Freien. Zum Verbiegen habe ich tatsächlich Talent, auch wenn viel zu spät damit angefangen. Aber hier sehe ich die größten Fortschritte. Das macht Spaß und ich fühle mich nach dem Yoga immer wunderbar gelockert. Und dann noch Alternativen wie Fitness Boxen oder Tae Bo. Auspowern, Ausbalancieren und Abreagieren. Das ist Fun pur. Und im Sport Streak darf ich jeden Tag Spaß haben…

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Welche Motivation....

kann denn besser sein, als die, die Du am Ende herausgestellt hast!
Vor allem Spaß an der Bewegung ist das, was uns fit und jung hält.
Erfolge im Vergleich mit anderen kommen und gehn.
Und wir haben das Glück und dürfen viel Sport treiben!
Nutzen wir den Tag!:o)

Lieben Gruß Carla

Was kann es noch für eine

Was kann es noch für eine größere Motivation geben als Spaß. Irgendwann geht schneller oder weiter einfach nicht mehr. Es gibt viele Sportler die ganz intensiv auf ihren ersten Wettkampf trainieren und dann enttäuscht sind das eigene Ziel knapp verfehlte zu haben. Dann noch intensiver und härter auf den nächsten Wettkampf trainieren. Das Ziel dann erreichen, um dann gleich darauf das nächste Ziel noch höher zu stecken. Spätestens nach zwei,drei Jahren fragen sie sich dann für was.

Helden gesucht!!!

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